In dieser Arbeit möchte ich verschiedene Methoden des Schriftspracherwerbs, die im Unterricht in der Vergangenheit angewendet wurden und heute angewendet werden, erläutern und auf die Entwicklung dieser Methoden im Laufe der Jahre eingehen. Des Weiteren möchte ich auf die Methodenforschung aus dem Ausland (gezeigt am Beispiel Australien) eingehen, da die Methoden und die Einstellungen der Lehrer hier sehr interessant sind. Außerdem ist der Unterricht im Land Australien in Bezug auf den Schriftspracherwerb sehr ähnlich zu dem Unterricht, den ich selber als kleines Kind in England erleben durfte.
Das Lesen und Schreibenlernen ist nämlich weitaus mehr als nur der bloße Erwerb einer Technik. Das Ziel des Ganzen ist im Prinzip die eigenen Gedanken schriftlich festzuhalten und die Gedanken anderer aus Geschriebenen entnehmen zu können. Was Kinder auf dem Weg dorthin alles lernen müssen, ist äußerst kompliziert und es wurden schon zahlreiche Methoden entwickelt und ausprobiert, um Schülern das Lesen möglichst gut und auch schnell beizubringen. Schon immer machen sich Pädagogen Gedanken darüber, welche Methode die wirklich geeignete ist. Es stellt sich also einem Lehrer in Bezug auf das Lehren der Schrift natürlich die Frage nach dem „Wie?“
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Verschiedene Methoden des Schriftspracherwerbs im Laufe der Zeit
2.1. Synthetische Verfahren
2.2. Analytische Verfahren
2.3. Methodenstreit
2.4. Methodenintegration
2.5. Methodenkombination am Beispiel Australien
3. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die historische Entwicklung und die verschiedenen methodischen Ansätze des Schriftspracherwerbs kritisch zu beleuchten, um Lehrkräften fundierte Strategien für einen effektiven Lese- und Schreibunterricht an die Hand zu geben.
- Historische und aktuelle Methoden des Schriftspracherwerbs
- Kontrastierung von synthetischen und analytischen Verfahren
- Entwicklung und Bedeutung der Methodenintegration
- Praxisbeispiele für eine ausgewogene Lese- und Schreibförderung
- Rolle der Lehrkraft bei der Gestaltung einer individuellen Lernumgebung
Auszug aus dem Buch
2.5. Methodenkombination am Beispiel Australien
Im Ausland werden ebenfalls ausgewogene Methodenkombinationen angewendet. Am Beispiel Australien möchte ich eine Möglichkeit, mit denen man eine ausgewogene Methodenkombination erreichen kann, erläutern. Diese Methodik ist nicht nur am Anfang des Schriftspracherwerbs anwendbar, sondern kann vor allem bei der Vertiefung der Kenntnisse und Entwicklung der Lesekompetenz verwendet werden.
Zuerst mal ist die Beobachtung und genaue Kenntnis aller Schüler in der Klasse wichtig. Die dauerhafte Beobachtung der Schüler und die Kenntnis ihrer individuellen Lernorrausetzungen ist der Ausgangspunkt für das Erschaffen einer geeigneten Lernumgebung.
Außerdem muss der Lehrer erkennen, dass das Lesen im Alltag in verschiedenen Kontexten passiert und den Schülern das Lesen auf verschiedene Ebenen nahe bringen. Dabei handelt es sich um das „modelled reading“, das „shared reading“, das „independent reading“ und das „guided reading“ im Klassenzimmer.
Beim „modelled reading“ demonstriert der Lehrer den Schülern, dass das Lesen im Alltag wichtig ist und in der Gesellschaft dringend notwendig. Dies passiert im Unterricht auch dann, wenn der Lehrer seiner Klasse etwas laut vorliest. Der Text liegt den Schülern hierbei üblicherweise nicht vor. Außerdem kommt es zum „modelled reading“ nebenbei von ganz allein, nämlich immer dann, wenn der Lehrer den Schülern die Notwendigkeit des Lesens demonstriert. Beispiele hierfür wären das Lesen einer SMS, Eintragungen im Kalender und so weiter. Von „shared reading“ spricht man, wenn die Klasse und der Lehrer gemeinsam einen Text lesen. Der Text liegt auch hier nicht jedem Schüler einzeln vor, sondern ist z.B. auf der Wand für alle sichtbar. Der Lehrer kann sich auf verschiedene Aspekte des Textes konzentrieren und den Text auch mehrfach mit der Klasse lesen, um verschiedene Sichtweisen zu betonen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Problematik der Lesekompetenz anhand der PISA-Studie und unterstreicht die fundamentale Bedeutung des Schriftspracherwerbs für die schulische und berufliche Entwicklung von Kindern.
2. Verschiedene Methoden des Schriftspracherwerbs im Laufe der Zeit: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die historische Entwicklung von Lehrmethoden, unterteilt in synthetische und analytische Ansätze, deren Konfrontation im Methodenstreit sowie die moderne Entwicklung hin zur Methodenintegration.
2.1. Synthetische Verfahren: Dieser Abschnitt beschreibt die historisch ältesten Methoden, die von kleinsten Einheiten wie Buchstaben und Lauten ausgehend zu Wörtern und Sätzen führen.
2.2. Analytische Verfahren: Hier wird die Abkehr von reinen Buchstabiermethoden hin zur Ganzheitsmethode erläutert, bei der das Wort oder der Satz als Ausgangspunkt des Lernens fungiert.
2.3. Methodenstreit: Dieses Kapitel thematisiert die wissenschaftliche und praktische Auseinandersetzung zwischen synthetischen und analytischen Verfahren und die Erkenntnis, dass keine Methode per se überlegen ist.
2.4. Methodenintegration: Der Abschnitt erläutert die Verknüpfung beider Ansätze, um phonologische, syntaktische und semantische Komponenten gleichermaßen zu berücksichtigen.
2.5. Methodenkombination am Beispiel Australien: Hier wird das australische Modell vorgestellt, das durch gezielte Lesephasen wie "modelled", "shared", "independent" und "guided reading" eine individuelle Förderung ermöglicht.
3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass kein starres Methodensystem für alle Kinder gleichermaßen funktioniert und betont die Notwendigkeit einer lehrergesteuerten, individuellen Lernumgebung und kontinuierlichen Beobachtung.
Schlüsselwörter
Schriftspracherwerb, Lesekompetenz, PISA-Studie, Synthetische Verfahren, Analytische Verfahren, Ganzheitsmethode, Methodenintegration, Methodenstreit, Anlauttabelle, Modelled Reading, Shared Reading, Independent Reading, Guided Reading, Lernvoraussetzungen, Grundschule
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den verschiedenen methodischen Ansätzen beim Erlernen der Schriftsprache in der Grundschule und wie diese historisch und aktuell in der Pädagogik bewertet werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind der Kontrast zwischen synthetischen und analytischen Lernverfahren, der historische Methodenstreit sowie die Integration beider Ansätze in modernen Lehrkonzepten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrer durch ein fundiertes Verständnis verschiedener Methoden und eine individuelle Anpassung an die Schüler die Lesekompetenz effektiv fördern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine fachdidaktische Arbeit, die auf Literaturanalyse, der Reflexion bildungswissenschaftlicher Studien wie PISA sowie dem Vergleich internationaler Unterrichtskonzepte basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung klassischer Lernverfahren, die Analyse der methodischen Weiterentwicklung und die konkrete Darstellung von Übungsformen, exemplarisch verdeutlicht am australischen Schulmodell.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Lesekompetenz, Methodenintegration, Schriftspracherwerb und individuelle Lernumgebung geprägt.
Wie unterscheidet sich das "modelled reading" vom "shared reading"?
Beim "modelled reading" demonstriert der Lehrer die Wichtigkeit des Lesens im Alltag durch Vorlesen oder Handlungen, während beim "shared reading" die gesamte Klasse gemeinsam an einem für alle sichtbaren Text arbeitet.
Welche Rolle spielt die Beobachtung der Schüler laut Fazit?
Die Beobachtung ist unumgänglich, da jede Methode individuell abgestimmt werden muss und nur so eine geeignete Lernumgebung geschaffen werden kann, die den unterschiedlichen Bedürfnissen der Kinder gerecht wird.
- Arbeit zitieren
- Ann Robin (Autor:in), 2009, Zur Methodik des Schriftspracherwerbs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/452279