Nach den einführenden Überlegungen im ersten Kapitel wird im zweiten Kapitel die Prinzipal-Agent-Theorie kurz erläutert. Sie untermauert die Problemstellung in unserem Fall theoretisch. Im dritten Kapitel wird die Entwicklung der institutionellen Annäherung zwischen dem Prinzipalen EU und dem Agenten ESA dargestellt. Der Betrachtungszeitraum beginnt im Jahr 1988 und endet im Jahr 2003. In dieser Zeitspanne werden die wichtigsten Etappen der europäischen Weltraumpolitik, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, aufgeführt. Im vierten Kapitel werden zwei europäische Weltraumprojekte, das europäische Satellitennavigationsprogramm GALILEO sowie das Erdbeobachtungsprogramm GMES (Global Monitoring for Environment and Security), vorgestellt. Sie sind richtungweisend für die weitere Entwicklung der europäischen Kooperation im Weltraum. Das fünfte und letzte Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und bietet einen kleinen Ausblick.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Principal-Agent-Modell in der Politikwissenschaft
3. Die institutionelle Annäherung zwischen EU und ESA
4. Europa geeint ins All: Zusammenarbeit von EU und ESA
5. Zusammenfassung, Schlussbetrachtung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen und institutionellen Annäherungsprozess zwischen der Europäischen Union (EU) und der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) im Bereich der europäischen Weltraumpolitik. Ziel ist es, die Entwicklung der Akteurstruktur zu rekonstruieren, die Notwendigkeit der Kooperation kritisch zu beleuchten und zu bewerten, inwieweit eine kohärente europäische Weltraumpolitik bereits existiert oder durch nationale Interessen behindert wird.
- Analyse des Principal-Agent-Modells zur Erklärung der EU-ESA-Beziehung
- Historische Aufarbeitung der institutionellen Annäherung seit 1988
- Fallstudien zur Kooperation: Satellitennavigationssystem GALILEO und Umweltinitiative GMES
- Untersuchung von Hindernissen durch nationale Interessen und Kompetenzwahrung
- Bewertung der Rolle des Green Papers und White Papers für eine künftige Raumfahrtstrategie
Auszug aus dem Buch
Die institutionelle Annäherung zwischen EU und ESA
Um in Europa wissenschaftliche Weltraummissionen durchführen und ein eigenes Trägersystem entwickeln zu können, wurden 1964 die ELDO (European Launcher Development Organization) und die ESRO (European Space Research Organization) gegründet.
Am 31. Mai 1975 wurden diese Organisationen zur ESA zusammengeführt. „Formal begann damit ein neues Kapitel der Europäischen Raumfahrt.“ Ziel war es, eine „long-term European space policy“ auszuarbeiten und durchzuführen und damit Europa zu einer autonomen Nutzung des Weltraums zu verhelfen.
In der ESA-Konvention bot die Zweckbestimmung in Art. II einigen Interpretationsfreiraum.
„Zweck der Organisation ist es, die Zusammenarbeit europäischer Staaten für ausschließlich friedliche Zwecke auf dem Gebiet der Weltraumforschung, der Weltraumtechnologie und ihrer weltraumtechnischen Anwendungen in Hinblick auf deren Nutzung für die Wissenschaft und für operationelle Weltraumanwendungssysteme sicherzustellen und zu entwickeln (...).“
„Friedlich“ muss nicht gleichbedeutend mit „nicht militärisch“ sein. Eindeutig war aber, dass jedwedes Militärische auszuschließen war.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung motiviert die Notwendigkeit einer gemeinsamen europäischen Weltraumpolitik und skizziert die methodische sowie zeitliche Eingrenzung der Arbeit.
2. Das Principal-Agent-Modell in der Politikwissenschaft: Dieses Kapitel erläutert das theoretische Instrumentarium, um das komplexe Verhältnis zwischen der EU als Prinzipal und der ESA als Agenten zu verstehen.
3. Die institutionelle Annäherung zwischen EU und ESA: Hier wird der historische Prozess der Annäherung von der Gründung der ESA bis zu den Initiativen des Jahres 2003 nachgezeichnet.
4. Europa geeint ins All: Zusammenarbeit von EU und ESA: Das Kapitel analysiert anhand der Projekte GALILEO und GMES die konkrete Zusammenarbeit in der Praxis und deren Potenziale.
5. Zusammenfassung, Schlussbetrachtung und Ausblick: Der abschließende Teil synthetisiert die Ergebnisse und diskutiert die Herausforderungen für eine künftige europäische Weltraumstrategie.
Schlüsselwörter
Europäische Weltraumpolitik, EU, ESA, Principal-Agent-Modell, GALILEO, GMES, Weltraumstrategie, Weltraumforschung, Raumfahrttechnik, Institutionelle Annäherung, Internationale Beziehungen, Weltraumagentur, Kollektivhandeln, Europäische Integration, Dual-Use.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den komplexen Prozess der institutionellen und politischen Annäherung zwischen der Europäischen Union und der ESA im Feld der Weltraumpolitik.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der theoretischen Modellierung der Akteurbeziehung, der historischen Entwicklung seit 1988 sowie der praktischen Kooperation bei Großprojekten.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu klären, warum sich Europa auf eine gemeinsame Weltraumpolitik zubewegt und welche Barrieren – insbesondere durch nationale Alleingänge – diesen Prozess bisher verlangsamen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Autorin/der Autor nutzt das Principal-Agent-Modell aus den Internationalen Beziehungen als theoretisches Gerüst, um die Arbeitsteilung und Informationsasymmetrien zwischen EU und ESA zu erklären.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Historie der institutionellen Annäherung sowie der detaillierten Vorstellung der Gemeinschaftsprojekte GALILEO und GMES.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Neben den Kernakteuren EU und ESA sind Begriffe wie "Kollektivhandeln", "Weltraumstrategie" und "institutionelle Annäherung" zentral für das Verständnis der Arbeit.
Welche Bedeutung kommt dem Principal-Agent-Modell zu?
Es dient dazu, das rationale Handeln der EU-Mitgliedstaaten (als Prinzipal) bei der Delegation von Aufgaben an die ESA (als Agent) zur Steigerung des Kollektivwohls zu analysieren.
Warum wird GALILEO als wegweisend bezeichnet?
GALILEO gilt als erstes echtes Gemeinschaftsprojekt, das den Übergang von national orientierten Programmen hin zu einer integrierten europäischen Strategie unter EU-Führung markiert.
- Quote paper
- Tina Dutschmann (Author), 2004, Europas Raumfahrtstrukturen im Wandel - Die EU will abheben, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45238