Globalisierung, technische Neuerungen und der zivilisatorische Fortschritt sind die bekanntesten Schlagworte die zu immer schnellebigeren Trends und Neuerungen auf allen Märkten über allen Sektoren geführt haben. Neue Wettbewerbsbedingungen und Leistungsanforderungen und die Tendenz zu einer neuen Art der Arbeitsteilung sind die Folge. Diese immer turbulenter werdenden Märkte verlangen nach einem Maximum an Flexibilität und dynamischer Entwicklungsfähigkeit in Unternehmen. Zudem sind Kreativität und Innovationskraft wichtige Basis für den Erfolg geworden.
Aber genau diese beiden Grundsätze, Flexibilität und Kreativität, stehen dem herkömmlichen Konzepten der Unternehmensführung entgegen. Aktuelle Managementkonzepte wie Customer Focus oder Business Reengineering sollen dies nun berücksichtigen. Der Träger der genannten Eigenschaften ist der Mensch. Das Wissen um diese Tatsache hat dazu geführt, daß man in den Chefetagen der Firmen zunehmend von der Sicht des Personals als Produktionsfaktor Abstand nimmt. Modernes Management sieht Mitarbeiter als Human Ressources, die nicht nur ihre Arbeitskraft, sondern auch ihre Kreativität und individuellen Fähigkeiten in das Unternehmen einbringen. Feste, innovationshemmende Hierarchien werden zugunsten von flexibleren Lösungen aufgebrochen. So können in fast allen Geschäftsprozessen entscheidende Verbesserungen erzielt werden.
Um dies aber zu erreichen, ist die Motivation der Mitarbeiter und die Stärkung des Gefühls der Zugehörigkeit zu einem Unternehmen eine zentrale Herausforderung. So ist die Entlohnung als Motivationsfaktor der Mitarbeiter in ein neues Licht gerückt worden. Durch Systeme leistungsbezogener Entlohnung steht zwar Geld als extrinsische Motivation weiterhin im Vordergrund, allerdings sind die Konzepte so gehalten, daß sie intrinsische Arbeitsmotivation belohnen und fördern sollen. Zwei Konzepte dieser leistungsbezogenen Entgeltdifferenzierung stellen Prämien und Leistungzulagen dar. Diese werden im vorliegenden Text näher betrachtet und verglichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Leistungsbezogene Entgeltdifferenzierung
2.1. Prämienlohn
2.1.1. Idee des Prämienlohnes
2.1.2. Arten von Prämienlohn
2.1.3. Prämienlohnsysteme
2.1.4. Schwierigkeiten und Möglichkeiten
2.1.5. Praxisbeispiel Mannesmann Rexroth
2.2. Leistungszulage
2.2.1. Grundlage der Leistungszulage
2.2.2. Leistungsbeurteilung
2.2.3. Schwierigkeiten und Möglichkeiten
2.2.4. Praxisbeispiel Forstwirtschaft
2.3. Vergleich beider Lösungen
3. Resümee
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Konzepte des Prämienlohns und der Leistungszulage als Instrumente einer modernen, leistungsbezogenen Entgeltpolitik. Ziel ist es, die Funktionsweisen dieser Entlohnungsarten darzustellen, deren spezifische Vor- und Nachteile im betrieblichen Kontext zu analysieren und einen direkten Vergleich zu ziehen, um Entscheidungshilfen für den Einsatz in verschiedenen Arbeitsbereichen zu geben.
- Vergleich von Prämienlohn und Leistungszulage als Alternativen zum klassischen Akkordlohn.
- Analyse der Bedeutung von Mehrdimensionalität und qualitativer Leistungsbewertung.
- Untersuchung von Praxisbeispielen aus der Industrie und Forstwirtschaft.
- Diskussion der Schwierigkeiten bei der Implementierung, Messbarkeit und Akzeptanz durch die Mitarbeiter.
- Bewertung der Rolle von Führungskultur und Arbeitsklima bei der Mitarbeitermotivation.
Auszug aus dem Buch
2.1.1. Idee des Prämienlohnes
Grundlegende Idee des Prämienlohnes ist wie bei allen leistungsbezogenen Vergütungsmethoden die Verbindung von Leistung mit der Bezahlung. So soll eine höhere Arbeitsmotivation erreicht und damit ein Feedback über erreichte Leistung ermöglicht werden. Da bei steigender Mechanisierung und Automatisierung der Produktion die quantitative Leistung des einzelnen Arbeiters immer weiter in den Hintergrund tritt, soll der Prämienlohn nicht nur mengenmäßige, sondern auch qualitative Mehrleistungen vergüten. Dies wird durch Mehrdimensionalität erreicht. Beispiele für qualitative Aspekte sind:
• Geringe Ausschußquote
• Materialersparnis
• Pflegliche Behandlung von Maschinen
• Terminerfüllung
• Geringe Warte-, Leerlauf- und Reparaturzeiten
• etc.
Prämienlohn kommt bevorzugt dann zum Einsatz, wenn die Ermittlung von Akkorden unwirtschaftlich bzw. schwierig ist oder wenn sie nicht berechenbar sind.
Neuere Formen von Prämienlohn, wie z.B. die Standardprämie, sind zudem besonders geeignet, um eine leistungsbezogene Gruppenentlohnung zu erreichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt den Wandel der Märkte hin zu mehr Flexibilität und Kreativität und führt die Notwendigkeit moderner, motivierender Entlohnungssysteme ein.
2. Leistungsbezogene Entgeltdifferenzierung: Erläutert die Abkehr von starren Zeitlohnmodellen hin zu flexiblen, mehrdimensionalen Anreizsystemen.
2.1. Prämienlohn: Detaillierte Darstellung der Idee, Arten, Systematiken und Praxisbeispiele des Prämienlohns als leistungsabhängiges Vergütungsmodell.
2.2. Leistungszulage: Analyse des Zeitlohns mit Leistungszulage, wobei der Fokus auf der subjektiven Leistungsbeurteilung und deren Schwierigkeiten liegt.
2.3. Vergleich beider Lösungen: Gegenüberstellung der beiden Systeme hinsichtlich ihrer Eignung für verschiedene Arbeitsformen und ihrer Vor- und Nachteile.
3. Resümee: Fazit zur Eignung der Systeme und Ausblick auf die Entwicklung hin zu neuen, dynamischen Vergütungsformen.
Schlüsselwörter
Leistungsbezogene Entgeltdifferenzierung, Prämienlohn, Leistungszulage, Entgeltpolitik, Arbeitsmotivation, Leistungsbeurteilung, Akkordlohn, Gruppenarbeit, Mehrdimensionalität, Anreizsysteme, Leistungsqualität, Unternehmensführung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert alternative betriebliche Entlohnungssysteme, insbesondere den Prämienlohn und die Leistungszulage, um Mitarbeiter leistungsgerecht zu vergüten und zu motivieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die verschiedenen Ausgestaltungsformen von Prämien, die Methodik der Leistungsbeurteilung bei Zulagen und die Abgrenzung zum traditionellen Akkordlohn.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist der Vergleich von Prämienlohn und Leistungszulage, um aufzuzeigen, welches System sich für unterschiedliche betriebliche Anforderungen und Qualitäten am besten eignet.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die durch die Analyse von Fachliteratur und die Heranziehung von Praxisbeispielen (z. B. Mannesmann Rexroth) gestützt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung der Funktionsweise und Schwierigkeiten von Prämienlöhnen, die Erläuterung der Leistungsbeurteilung bei Zulagen und einen systematischen Vergleich beider Instrumente.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Leistungsbezogene Entgeltdifferenzierung, Prämienlohn, Leistungszulage, Arbeitsmotivation und Leistungsbeurteilung.
Wie unterscheidet sich die Leistungszulage vom Prämienlohn?
Während der Prämienlohn meist auf exakt messbaren Bezugsgrößen basiert, beruht die Leistungszulage auf einer subjektiven oder kriterienbasierten Leistungsbeurteilung durch Vorgesetzte.
Warum ist die Wahl des Entlohnungssystems für Gruppenarbeit kritisch?
Gruppenarbeit weist oft Merkmale auf, die quantitativ kaum messbar sind. Daher ist die Leistungszulage hier oft besser geeignet als ein rein auf Stückzahlen basierendes System.
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- Dr. Michael Krupp (Author), 2000, Alternativen betrieblicher Entgeltpolitik. Leistungsbezogene Entgeltdifferenzierung. Prämien vs. Leistungszulagen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4523