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Die Gesellschaftsentwürfe in der Globalisierungsdebatte

Title: Die Gesellschaftsentwürfe in der Globalisierungsdebatte

Diploma Thesis , 2005 , 119 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Marta Stypa (Author)

Cultural Studies - Basics and Definitions
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War das Wort „Globalisierung“ in den sechziger Jahren noch in keinem Lexikon zu finden (vgl. Winter 20001), so hat es mittlerweile einen Schlagwortstatus in der öffentlichen Diskussion erreicht und wird zur Beschreibung unterschiedlichster Phänomene in den sozial-, politik-, und wirtschaftswissenschaftlichen Debatten verwendet: „Es gibt wohl kaum einen diskursiven Kontext, in dem das Wort nicht schon in irgendeiner Weise gefallen wäre und debattiert wurde. Alles ist global geworden, von der Weltwirtschaft, den Menschenrechten, den Umweltproblemen bis zum Tourismus oder unserem Lebensstil. Globalisierung ist irgendwie immer mit im Spiel.“ (Dürrschmidt 2002:5). Globalisierung ist daher, wie von vielen Beobachtern festgestellt wird, zu einem „Modewort mit vagem Inhalt“ (Rothschild 2000:25) avanciert.
Spätestens jedoch seit den Protesten gegen die Welthandelsorganisation [WTO] in Seattle [1999] wird in der öffentlichen Debatte sowie in Kreisen vieler Wirtschafts- und Politikwissenschaftler unter „Globalisierung“, zumeist ein ökonomischer sowie politischer Prozess verstanden, welcher je nach Deutung und Interesse entweder als Chance oder als Bedrohung gesehen wird:
So folge, nach Meinung der Kritiker, die von WTO, Weltbank und internationalem Währungsfond vertretene Politik einer neoliberalen, ökonomischen Ideologie. Diese Politik eröffne mit der Deregulierung und Privatisierung nationalstaatlicher Märkte den wachsenden transnationalen Unternehmen und dem Finanzkapital neue Strategien für die Kapitalakkumulation, sie sei jedoch blind gegenüber globalen Ungleichheiten und der Degradierung der Umwelt, ja verschärfe diese gar. Wolle man den destruktiven Kräften des „Kasino-Kapitalismus“ Einhalt gewähren so erfordere dies einschneidende Reformen. Anders sehen die so genannten Befürworter, wie zum Beispiel Jagdish Bhagwati, Ökonom und berühmter Kritiker der Globalisierungsgegner, die ökonomische Globalisierung und die Deregulierungs- und Privatisierungsprozessen als Teil der Lösung und nicht als Teil des Problems und in der internationalen Arbeitsteilung den Schlüssel zur Steigerung der Wohlfahrt: „globalizational ready has profound ethical dimensions“ (Bhagwati 2003:221). So sieht Bhagwati die Notwendigkeit Unternehmen gegen ignorante, ideologische und strategische Angriffe zu schützen, da sie generell Gutes und kein Schaden anrichten würden.

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Teil: Die Globalisierung aus ökonomischer Perspektive

1.1 Ursachen wirtschaftlicher Globalisierung - Die Herausbildung globaler Märkte

1.1.1 Weltwirtschaftliche Entwicklungen nach 1945

1.1.2 Das Ende von Bretton Woods

1.1.3 Das „neoliberale Projekt“

1.1.4 Neue Technologien

1.1.5 Das Ende des Ost-West-Konflikts

1.1.6 Ungleiche Integration

1.2 Die neue Dimension globaler Märkte

1.2.1 Globale Produktion und Investitionsströme

1.2.2 Globaler Handel

1.2.3 Globale Finanzmärkte

1.3 Das Primat globaler Märkte – Die Folgen

1.3.1 Die Instabilität des globalen Geldmarktes und die Finanzkrisen

1.3.2 Veränderte Rolle der Nationalstaaten

1.3.3 Kleiner Exkurs zu internationalen Beziehungen

1.3.4 „Gewinner“ und „Verlierer“ der Globalisierung

1.3.5 Zusammenfassung

2. Teil: Die ideologische Globalisierungsdebatte - Gesellschaftsentwürfe

2.1 Divergierende Verständnisse wirtschaftlicher Globalisierung

2.1.1 Die globalisierungskritische Bewegung

2.1.2 Globalisierung: Chance oder Katastrophe ?

2.2 Die Kritiker der Globalisierung

2.2.1 Kritik an der neoliberalen Ideologie

2.3 Perspektiven auf die wirtschaftliche Globalisierung

2.3.1 Wirtschaftliche Globalisierung als „Raubtierkapitalismus“

2.3.2 Wirtschaftliche Globalisierung als geopolitisches Instrument

2.3.3 Wirtschaftliche Globalisierung – Sozialdemokratische Perspektive

2.4 Die Antwort der Befürworter

2.4.1 Wirtschaftliche Globalisierung – liberale Perspektive

2.5. Einschätzung der Perspektiven

2.6. Die Gesellschaftsentwürfe

2.6.1 Die „Marktskeptiker“

2.6.2 Was der Markt kann…

2.6.3 …und was der Markt nicht kann

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ökonomischen und politischen Dimensionen der Globalisierungsdebatte und analysiert die verschiedenen Gesellschaftsentwürfe, die von Kritikern und Befürwortern des Prozesses abgeleitet werden. Ziel ist es, das Verständnis für die divergierenden Perspektiven zu schärfen und zu hinterfragen, inwiefern globale Marktkräfte nationale Handlungsspielräume einschränken oder Chancen für Entwicklung bieten.

  • Historische Entwicklung der Weltwirtschaft nach 1945
  • Entstehung globaler Finanz-, Handels- und Produktionsstrukturen
  • Kritische Analyse des neoliberalen Projekts und des Marktfundamentalismus
  • Die globalisierungskritische Bewegung und ihre alternativen Reformvorschläge
  • Wirtschaftswissenschaftliche Debatte zwischen Liberalismus und Sozialdemokratie

Auszug aus dem Buch

Die neue Dimension globaler Märkte

Von vielen Betrachtern wird in den heutigen Wirtschaftsbeziehungen nichts wirklich Neues gesehen. Denn internationale Handels- und Finanzvernetzungen hätten auch schon Ende des 19. Jahrhunderts, vor dem ersten Weltkrieg existiert: „Und nicht einmal multi- bzw. transnationale Unternehmen sind neu, nicht tief greifende Veränderungen von Transport- und Kommunikationssystemen. Auch gewaltige Wanderungen mobilen Kapitals hat es schon gegeben, sogar weltumspannende Schulden- und Währungskrisen haben eine längere Geschichte.“ (Borchardt 2004:21).29

Manche Daten (proportionale Statistiken) über transnationale Bewegungen von Menschen, Gütern und Kapital würden tatsächlich zeigen, so Scholte, dass zum Beispiel Kapitalflüsse am Ende des 19. Jahrhunderts größer als am Ende des 20. Jahrhunderts waren (Scholte 2001:522). Dies veranlasse viele dazu (Scholte nennt sie die „Skeptiker“), in den heutigen Entwicklungen nichts genuin Neues zu sehen. Aus dieser Sicht manifestiere sich in der heutigen Situation lediglich eine weitere wirtschaftliche Globalisierungswelle (wenn auch mit einer neuen Intensität und andersartigen Vernetzungen), deren Vorläufer bis sehr weit in die vorindustrielle Zeit zurück zu verfolgen sind und die jedes Mal von einer Welle der Desintegration der Wirtschaftsbeziehungen abgelöst wurde (siehe auch bei Borchardt 2004).

Dabei werde die These vertreten, dass Nationalstaaten durch protektionistische Maßnahmen imstande sind Globalisierungsprozesse oder besser Internationalisierungsprozesse zu steuern, und dass sich Phasen wirtschaftlicher Verflechtungen mit Phasen wirtschaftlicher Desintegration nationaler Volkswirtschaften ablösen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Teil: Die Globalisierung aus ökonomischer Perspektive: Skizzierung der weltwirtschaftlichen Entwicklung seit 1945 sowie die Herausbildung und Folgen globaler Märkte.

2. Teil: Die ideologische Globalisierungsdebatte - Gesellschaftsentwürfe: Darstellung der verschiedenen Sichtweisen von Kritikern und Befürwortern sowie der daraus resultierenden Gesellschaftsentwürfe.

Fazit: Zusammenfassung der ökonomischen und politischen Herausforderungen und der Notwendigkeit institutioneller Reformen in einer globalisierten Welt.

Schlüsselwörter

Globalisierung, Weltwirtschaft, Finanzmärkte, Neoliberalismus, Marktfundamentalismus, Freihandel, Nationalstaat, Globalisierungskritik, ATTAC, Internationale Organisationen, Standortwettbewerb, Handelsliberalisierung, Soziale Ungleichheit, Supraterritorialität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Diplomarbeit befasst sich mit der ökonomischen Entwicklung der Globalisierung seit 1945 und den daraus resultierenden ideologischen Konflikten in Politik und Gesellschaft.

Welche Themenfelder werden behandelt?

Zentral sind die Entwicklung globaler Märkte, die Rolle von Nationalstaaten, die Kritik am neoliberalen Paradigma sowie unterschiedliche Ansätze zur Reform der Weltwirtschaftsordnung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, die gesellschaftlichen Vorstellungen zu identifizieren, die sowohl Kritiker als auch Befürworter der Globalisierung aus den ökonomischen Entwicklungen ableiten.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse wirtschafts- und politikwissenschaftlicher Texte, um die verschiedenen Perspektiven auf die Globalisierung strukturiert darzustellen.

Was wird im Hauptteil analysiert?

Der erste Teil analysiert die ökonomischen Treiber und Folgen der Globalisierung. Der zweite Teil widmet sich der ideologischen Debatte, unterteilt in Kritik, Befürwortung und sozialdemokratische bzw. liberale Positionen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie "Marktfundamentalismus", "supraterritoriale Märkte", "neoliberales Projekt" und "Global Governance" definieren.

Welche Bedeutung hat das Konzept der "Supraterritorialität" für die Analyse?

Es dient als theoretischer Rahmen, um zu erklären, warum moderne ökonomische Prozesse zunehmend unabhängig von territorialen Grenzen und nationalstaatlicher Steuerung verlaufen.

Wie bewerten die Autoren die Rolle des Staates?

Dies ist der zentrale Konfliktpunkt: Während die einen den Staat als hilfloses Opfer globaler Marktmacht sehen, plädieren andere für eine Rolle des Staates als Rahmengeber und Schiedsrichter, der jedoch nicht durch übermäßige Intervention das Marktgeschehen behindern sollte.

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Details

Title
Die Gesellschaftsentwürfe in der Globalisierungsdebatte
College
European University Viadrina Frankfurt (Oder)  (Kulturwissenschaftliche Fakultät)
Grade
1,0
Author
Marta Stypa (Author)
Publication Year
2005
Pages
119
Catalog Number
V45247
ISBN (eBook)
9783638426800
Language
German
Tags
Gesellschaftsentwürfe Globalisierungsdebatte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marta Stypa (Author), 2005, Die Gesellschaftsentwürfe in der Globalisierungsdebatte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45247
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