In dieser Arbeit sollen folgende Fragen eruiert werden: Hat die DGBG zur allgemeinen Gesundheitsaufklärung beigetragen? Falls ja, in welchem Umfang hat sie dazu beigetragen und wie? Zunächst werden die Ausgangssituation für den Wohlfahrtsstaat der Weimarer Republik, die Aufklärung in Schulen und die allgemeinen Maßnahmen für die Volksgesundheit herausgearbeitet werden. Anschließend wird auf die genauen Umstände der Gründung der DGBG, deren Entwicklung während des ersten Weltkrieges und – als Fokus – ihr Handeln zur Zeit der Weimarer Republik eingegangen werden, um abschließend alle Ergebnisse in einem Resümee zusammenzufassen und die Entwicklung der DGBG bis heute zu skizzieren.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die allgemeine Gesundheitsaufklärung in der Weimarer Republik
2.1 Ausgangssituation
2.2 Wie gestaltete sich die Gesundheitsaufklärung an Schulen?
2.3 Wie gestalteten sich die allgemeine Gesundheitsaufklärung, die Volksgesundheit und soziale Hygiene?
2.3.1 Soziale Hygiene
2.3.2 Volksgesundheit
2.3.3 Gesundheitsaufklärung
3 Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten
3.1 Wie ist die DGBG entstanden und was waren ihre Ziele?
3.2 Der Aufbau der DGBG
3.2.1 Wie war die DGBG von ihrer Gründung bis zum Ersten Weltkrieg strukturiert?
3.2.2 Wie war die DGBG während des Ersten Weltkrieges strukturiert?
3.2.3 Wie war die DGBG zur Zeit der Weimarer Republik strukturiert?
3.3 Wie ging die DGBG vor, um ihre Ziele zu erreichen?
3.4 Die weitere Entwicklung der DGBG
4 Zusammenfassendes Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten (DGBG) im Kontext der allgemeinen Gesundheitsaufklärung während der Weimarer Republik. Dabei wird analysiert, inwieweit die Organisation durch moderne Medien und Aufklärungskampagnen zur sozialen Hygiene und Gesundheitsfürsorge beigetragen hat und wie ihre Strukturen auf die gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen der Zeit reagierten.
- Die gesundheitspolitische Ausgangslage in der Weimarer Republik
- Strukturwandel und Arbeitsweise der DGBG im Wandel der Zeit
- Die Bedeutung von Gesundheitsaufklärung und Sexualpädagogik
- Der Einfluss der DGBG auf die Gesetzgebung zur Bekämpfung von Geschlechtskrankheiten
- Interne Spannungsfelder zwischen konservativen und liberalen Strömungen
Auszug aus dem Buch
3.1 Wie ist die DGBG entstanden und was waren ihre Ziele?
Da gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Zahl Geschlechtskranker zunahm43, traf man sich bereits 1899 in Brüssel zur ersten internationalen Konferenz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten.44 Diese Konferenz war der Anstoß für die folgende Konferenz der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft 1901 in Breslau, einen deutschen Zweigverein der internationalen Brüsseler Gesellschaft zu gründen.45
Als sich im Juni 1902 der Gründungsausschuss aus namhaften Vertretern der Medizin, Jurisprudenz, Pädagogik, des Schriftstellertums, der Verwaltung, Industrie u.a.m. traf und zur Gründung einer ‚Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten‘ aufrief, wurden u.a. folgende Ziele formuliert: Die Unwissenheit der Bevölkerung wie auch falscher Scham sollten durch Erörterung der Gefahren bekämpft werden.46 Die Vorurteile, die man Geschlechtskranken entgegenbrachte, sollten durch eine Aufklärung aller Bevölkerungsschichten beseitigt werden, um die öffentliche Meinung bezüglich Geschlechtskranker zu formen, was wiederum Auswirkungen auf die Armenpflege, die Krankenhauspflege und das Kassenwesen haben sollte.47 Die Gesetzgebung sollte zu notwendigen Schutz- und Zwangsmaßnahmen bewegt werden, was auch den Kampf gegen die Prostitution einschloss, wobei man versuchte, möglichst aus allen Gesellschaftsschichten Mitglieder zu gewinnen. Alles in allem plante man, öffentliche, belehrende Vorträge aus dem Gebiet der Sozialhygiene zu veranstalten und Flugblätter zu verteilen.48
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die medizinischen Umbrüche und sozialen Herausforderungen der Weimarer Republik sowie die Relevanz der Gesundheitsaufklärung in dieser Zeit.
2 Die allgemeine Gesundheitsaufklärung in der Weimarer Republik: Dieses Kapitel erläutert die demographische Ausgangssituation, die Implementierung schulischer Gesundheitsmaßnahmen sowie die Konzepte von Sozialhygiene und Volksgesundheit.
3 Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten: Hier werden die Entstehungsgeschichte, die organisatorische Struktur in verschiedenen Phasen und die Arbeitsmethoden der DGBG detailliert untersucht.
4 Zusammenfassendes Resümee: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Rolle der DGBG als Institution, die maßgeblich zur modernen Gesundheitsaufklärung und Gesetzgebung beitrug.
Schlüsselwörter
Weimarer Republik, DGBG, Geschlechtskrankheiten, Gesundheitsaufklärung, Sozialhygiene, Volksgesundheit, Sexualpädagogik, Prostitution, Seuchengesetz, Medizinethik, Beratungsstellen, Öffentlichkeitsarbeit, Eugenik, Infektionsprävention, Medizingeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Geschichte, den Zielen und der praktischen Tätigkeit der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten (DGBG) im Kontext der gesundheitspolitischen Entwicklungen der Weimarer Republik.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Etablierung der Sozialhygiene, der Kampf gegen Geschlechtskrankheiten durch Aufklärung und Gesetzgebung sowie die Herausforderungen der Sexualpädagogik in einer konservativ geprägten Gesellschaft.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Beitrag der DGBG zur allgemeinen Gesundheitsaufklärung herauszuarbeiten und zu analysieren, mit welchen Mitteln die Gesellschaft Einfluss auf die öffentliche Meinung und politische Entscheidungen nahm.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, um die historische Rolle der DGBG anhand von Zeitzeugnissen, Gesetzestexten und medizinischen Publikationen der damaligen Zeit zu rekonstruieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der allgemeinen gesundheitspolitischen Lage in der Weimarer Republik und die detaillierte Analyse der DGBG bezüglich ihrer Entstehung, ihres Aufbaus und ihrer vielfältigen Methoden wie Ausstellungen, Filme und Vorträge.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Sozialhygiene, Gesundheitsaufklärung, Weimarer Republik, DGBG und Sexualpädagogik.
Welche Rolle spielte die Prostitution in der Arbeit der DGBG?
Die DGBG setzte sich sowohl für die Bekämpfung der Prostitution als auch für soziale Richtlinien ein und war maßgeblich an der Ausgestaltung entsprechender Gesetzesentwürfe beteiligt.
Wie reagierte die DGBG auf die interne Zerrissenheit zwischen Tradition und Fortschritt?
Innerhalb der DGBG gab es einen konservativen Flügel, der sexuelle Diätetik und Abstinenz forderte, während ein liberaler Flügel die Aufklärung und den Schutzmittelgebrauch propagierte, um die Ziele der Gesellschaft zu erreichen.
- Arbeit zitieren
- Jonas Gehring (Autor:in), 2017, Die deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Geschlechtskrankheiten. Die DGBG in der Weimarer Republik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/452490