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Menschliche Veranlagung und Wille in Ciceros 'De Fato'

Title: Menschliche Veranlagung und Wille in Ciceros 'De Fato'

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 14 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Eleonóra Szemerey (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
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Gegenstand dieser Arbeit ist Ciceros fragmentarisch erhaltene Rede ‚De fato’, genauer gesagt der erste Argumentationsansatz aus deren Hauptteil [IV,7-V,11], in dem Chrysipps Theorie von Fatum und Willensfreiheit mit Gewicht auf der Bedeutung der natürlichen Veranlagung diskutiert wird. Das zweite Kapitel führt in die Thematik ein, stellt die Rede kurz vor und klärt eventuelle Begriffs- bzw. Übersetzungsunklarheiten bei zentralen Begriffen. Im Folgenden werden die das Thema der Arbeit bildende Textstelle beleuchtet, die gegnerischen Positionen von Chrysipp und Cicero dargestellt und ausgelegt und Ciceros eigentliches Argument gegen Chrysipp rekonstruiert. Schließlich erfährt das Gegenargument des Redners eine eingehende Prüfung und Beurteilung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Ciceros ‚De fato’

III. Menschliche Veranlagung und Wille [‚De fato’ IV,7-V,11]

III.1. Chrysipps Fatumstheorie

III.2. Ciceros Gegenargument

IV. Überprüfung des Gegenarguments

V. Fazit und Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit analysiert den ersten Argumentationsansatz aus dem Hauptteil von Ciceros Werk ‚De fato’, in dem das Spannungsfeld zwischen stoischem Kausaldeterminismus, natürlicher Veranlagung und menschlicher Willensfreiheit untersucht wird. Ziel ist die Rekonstruktion und kritische Würdigung des ciceronischen Gegenarguments gegenüber Chrysipps Position.

  • Stoische Naturphilosophie und das Konzept des Fatums
  • Die Rolle der natürlichen Veranlagung bei Chrysipp
  • Ciceros Postulat der freien Willensentscheidung
  • Strukturelle Analyse und logische Validität des ciceronischen Arguments

Auszug aus dem Buch

III.2. Ciceros Gegenargument

[IV,7-8] Zwar gesteht Cicero Chrysipp ein, dass unterschiedliche körperliche, geistige, charakterliche Merkmale, also die Natur von Menschen von unterschiedlichen natürlichen, vorausgehenden Ursachen bedingt sein können, doch schränkt er die Wirkung dieser Ursachen schon auf dem Gebiet der Naturanlagen ein. Auf Ebene der Veranschaulichung durch die Wirkung von geographischen Gegebenheiten auf die an einem Ort lebenden Menschen zeigt Cicero auf, dass nicht einmal die Bewohner einer und derselben Stadt die gleiche Gesinnung bzw. den gleichen Geschmack haben. Chrysipps oben zitierter Satz soll als Reaktion darauf erwidern, dass die von Mensch zu Mensch unterschiedliche Naturanlage eben von entsprechend unterschiedlichen natürlichen, vorausgehenden Ursachen determiniert sei – dies aber notwendig und vollkommen.

[V,9] Doch auch wenn dies der Fall wäre, so Cicero, bedeutete die natürliche Determination (d.h. die Bedingung durch natürliche, vorausgehende Ursachen) der außerwillentlichen Neigungen noch keine natürliche Determination des willentlichen Strebens – denn sonst stünde nichts in der Verfügungsmacht des Menschen. Dass aber durchaus etwas in dessen Menschen steht, d.h. dass seine Willensentscheidungen frei sind, ist für Cicero offensichtlich und bedarf keiner weiteren Beweise. Der freie Wille wird somit postuliert und das zu Beweisende vorausgesetzt. Cicero leugnet nicht die Existenz kausaler Zusammenhänge, sondern die einer lückenlosen Kausalkette. Bemerkenswert ist, dass der Redner in diesem Abschnitt kurz den Begriff der Hauptursache verwendet, welchen er erst in XVIII, 41 weiter erläutert, und dass in diesem Kontext die Feststellung, natürliche Veranlagung sei nicht die Hauptursache für Entscheidungen, sehr an Chrysipps Theorie von der Zustimmung erinnert.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung definiert den Gegenstand der Arbeit, nämlich Ciceros Auseinandersetzung mit Chrysipps Theorie zu Fatum und Willensfreiheit, und skizziert das methodische Vorgehen.

II. Ciceros ‚De fato’: Dieses Kapitel bietet einen biografischen Hintergrund zu Cicero sowie eine Einordnung des Werkes ‚De fato’ in den historischen und literarischen Kontext des Determinismusstreits.

III. Menschliche Veranlagung und Wille [‚De fato’ IV,7-V,11]: Hier werden die stoische Position zur natürlichen Veranlagung und Ciceros Gegenposition, die den freien Willen betont, detailliert dargestellt.

III.1. Chrysipps Fatumstheorie: Dieser Unterabschnitt erläutert die stoische Physik und Logik, insbesondere die Verknüpfung von Kausalkette, Ananke und individueller Naturanlage.

III.2. Ciceros Gegenargument: Das Kapitel rekonstruiert Ciceros Einwände gegen die stoische Ableitung von Willensentscheidungen aus rein natürlichen Ursachen.

IV. Überprüfung des Gegenarguments: In diesem Teil wird die logische Struktur von Ciceros Argumentation kritisch hinterfragt und auf zirkuläre Schlussfolgerungen geprüft.

V. Fazit und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung von Ciceros Argumentationsleistung im Kontext der antiken Determinismusdiskussion.

Schlüsselwörter

Cicero, De fato, Chrysipp, Fatum, Willensfreiheit, Determinismus, Stoa, Kausalität, natürliche Veranlagung, Ananke, Heimarmene, Philosophie, Antike, Kausalkette, freier Wille

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht Ciceros Auseinandersetzung mit stoischen Determinismustheorien in seinem Werk ‚De fato’, wobei der Fokus auf dem Spannungsverhältnis zwischen Schicksal und menschlicher Freiheit liegt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Konzepte des Fatums, die Rolle der Kausalität in der Stoa, die natürliche Veranlagung des Menschen sowie die philosophische Verteidigung des freien Willens.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, Ciceros Gegenargument gegen den stoischen Determinismus, insbesondere hinsichtlich der natürlichen Veranlagung, zu rekonstruieren und seine logische Validität zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine hermeneutische Textanalyse, eine philologische Untersuchung der Begriffe sowie eine logisch-strukturelle Rekonstruktion der von Cicero vorgebrachten Argumentationsketten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der stoischen Fatumstheorie, die Darstellung von Ciceros Einwänden, die Analyse der verwendeten Argumentationsstrategien und eine abschließende kritische Bewertung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Cicero, ‚De fato’, Willensfreiheit, Determinismus, Stoa und Kausalität.

Warum hält Cicero die stoische Theorie für unzureichend?

Cicero argumentiert, dass die stoische Lehre, die den Menschen stark über natürliche Anlagen determiniert sieht, die Verfügungsmacht des freien Willens zu Unrecht untergräbt.

Ist Ciceros Argumentation nach Ansicht der Autorin logisch schlüssig?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Ciceros Argument zirkulär ist, da er die Existenz eines freien Willens bereits voraussetzt, um die Unmöglichkeit des Fatums zu beweisen.

Welche Rolle spielt die „natürliche Veranlagung“ in der Debatte?

Die natürliche Veranlagung dient den Stoikern als Erklärung für menschliche Unterschiede innerhalb einer Kausalkette, während Cicero sie als nicht hinreichend für die Erklärung willentlicher Entscheidungen ansieht.

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Details

Title
Menschliche Veranlagung und Wille in Ciceros 'De Fato'
College
University of Göttingen
Grade
sehr gut
Author
Eleonóra Szemerey (Author)
Publication Year
2005
Pages
14
Catalog Number
V45252
ISBN (eBook)
9783638426855
Language
German
Tags
Menschliche Veranlagung Wille Ciceros Fato
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Eleonóra Szemerey (Author), 2005, Menschliche Veranlagung und Wille in Ciceros 'De Fato', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45252
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