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"Dem ghemeynen copmanne der dutschen hense to Brugge in Vlaanderen". Hansische Diplomatie im Burgundischen Jahrhundert

Titel: "Dem ghemeynen copmanne der dutschen hense to Brugge in Vlaanderen". Hansische Diplomatie im Burgundischen Jahrhundert

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2017 , 29 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Johann Hasler (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Geschichte der Hanse wird, grade im populären Geschichtsverständnis, immer wieder als Wirken eines kaufmännischen Verbunds dargestellt - und dabei meist nach ihren außenpolitischen Erfolgen bemessen. Diese Außenpolitik wird in der hansischen Geschichte besonders dann interessant, wenn wir uns in Randgebiete des hansischen Einflussraumes begeben; so auch in dieser Arbeit, die sich mit dem hansischen Wirken in Flandern befasst. Erwerb von Privilegien, Handelskriege, Kontorverlegungen; die diplomatischen Mittel der "Flandernfahrer" waren vielfältig.
Doch zur selben Zeit stieg in den Niederlanden eine Familie auf, die die nächsten hundert Jahre über die Region der Niederlande herrschen und ihr Schicksal entscheiden sollte: die Burgunder aus Frankreich waren ein nicht zu unterschätzender Faktor in der diplomatischen Rechnung der hansischen Kaufleute. Durch die Machtverschiebung innerhalb der Niederlande konnte sich für die Hanse schlagartig alles ändern - deswegen stellt der Autor die spannende Frage: Wie wirkte sich das Erstarken des Hauses Burgund auf die Machtposition der
hansischen Flandernfahrer in der Frühen Neuzeit aus?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kontorverlegung als Druckmittel – Hansische Diplomatie in Flandern

2.1 Der Aufstieg Brügges und die ersten hansischen Ambitionen

2.2 Aardenburg als „Ausweich-Stapel“

2.3 Leden und Graf – das „Doppelprivileg“ von 1360

2.4 Der Umzug nach Holland

3. Die Burgundischen/Habsburgerischen Niederlande

3.1 Der Aufstieg Burgunds

3.2 In Brügge bleiben?

3.3 Der schleichende Umzug nach Antwerpen

4. Schlussbetrachtung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die diplomatischen Strategien der hansischen Kaufleute in Flandern während des 14. und 15. Jahrhunderts, insbesondere im Hinblick auf ihre Reaktion auf die politischen Umwälzungen durch das Haus Burgund und die daraus resultierende Verschiebung der Handelszentren von Brügge nach Antwerpen.

  • Die Wirksamkeit der hansischen Kontorverlegungen als diplomatisches Druckmittel.
  • Der Einfluss der burgundischen Zentralisierungspolitik auf die Machtstellung der Hanse.
  • Die Entwicklung des Konflikts zwischen hansischen Interessen und lokalen flämischen Leden.
  • Der langfristige Strukturwandel vom Handelsplatz Brügge hin zu Antwerpen.
  • Die Rolle der Handelssperren als Instrument der hanseatischen Außenpolitik.

Auszug aus dem Buch

2. Kontorverlegung als Druckmittel – Hansische Diplomatie in Flandern

Als 1134 eine Sturmflut über die Nordseeküste Flanderns hereinbrach schuf das Meer einen Seearm, das Zwin, der die Stadt Brügge mit der Nordsee verband. Diese unscheinbare Kleinstadt, welche im 9. Jahrhundert von Balduin I. gegen Angriffe der Wikinger erbaut wurde und 1128 das Stadtrecht erlangt hatte, sollte von diesem Ereignis die nächsten vier Jahrhunderte profitieren.

Rasch entwickelte sich Brügge zu einem Handelszentrum mit Damme als Vorhafen; sowohl der vorteilhafte Ort Brügges als Mittelpunkt des westeuropäischen Handels, als auch die gehandelten Waren, flämische Tuche aus dem Umland und „Brügger Hosen“, trugen dazu bei, dass Brügge sich bald als Umschlagort für Waren aus der gesamten mittelalterlichen Welt etablierte. Erleichtert wurde dieser Prozess durch die Verleihung des Jahrmarktrechts, welches Brügge 1200 vom Grafen von Flandern verliehen bekam. Flandern war zwar Städtereich und dicht besiedelt, aber hatte keine häufig vorkommenden natürlichen Rohstoffe, so dass der flämische Graf den florierenden Handel dankend annahm.

Also dauerte es nicht lange, bis auch die deutschen Kaufleute auf die junge Metropole aufmerksam wurden und versuchten, sich am lukrativen Geschäft zu beteiligen. Bereits 1252 wurden hansische Kaufleute in einem Privileg ausgestellt von Gräfin Margarethe von Flandern genannt; sämtliche Kaufleute des Römischen Reiches, die nach Gotland fahren waren daran interessiert, sich unter die internationale Handelsgesellschaft in Brügge zu mischen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der hanseatischen Handelsbeziehungen in Flandern ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach der Auswirkung des burgundischen Erstarkens auf die Machtposition der Flandernfahrer.

2. Kontorverlegung als Druckmittel – Hansische Diplomatie in Flandern: Dieses Kapitel analysiert die historischen Anfänge des Brügger Hansekontors und die strategische Nutzung von Handelssperren sowie Standortverlegungen, etwa nach Aardenburg, als Druckmittel gegen lokale städtische Behörden.

3. Die Burgundischen/Habsburgerischen Niederlande: Hier wird der Aufstieg des Hauses Burgund und dessen Zentralisierungspolitik beleuchtet, die dazu führte, dass traditionelle hanseatische Druckmittel gegenüber den Flandernfahrern zunehmend an Wirksamkeit verloren.

4. Schlussbetrachtung und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass die Hanse an der politischen Transformation und der frühneuzeitlichen Verstaatlichung unter burgundischer Herrschaft scheiterte, was zum stetigen Abnahme ihres Einflusses in der Region führte.

Schlüsselwörter

Hanse, Brügge, Antwerpen, Burgund, Handelssperre, Kontorverlegung, Flandernfahrer, Osterlinge, Privilegien, Handelspolitik, Zentralisierung, Leden, Mittelalter, Diplomatie, Wirtschaftsgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert die diplomatische und wirtschaftspolitische Entwicklung der hanseatischen Handelsbeziehungen zu Flandern im Spätmittelalter, speziell den Einfluss der burgundischen Expansionspolitik auf die hansische Stellung in Brügge.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentrale Themen sind die hanseatische Kontorverlegungs-Diplomatie, die Privilegienpolitik gegenüber flämischen Grafen und die strukturelle Verschiebung der Handelsmacht hin zu Antwerpen.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, wie sich das Erstarken des Hauses Burgund auf die Machtposition und die Handlungsmöglichkeiten der hansischen Flandernfahrer in der Frühen Neuzeit auswirkte.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es handelt sich um eine historische Untersuchung, die auf der Auswertung zeitgenössischer Quellen, insbesondere der Hanserezesse und hansischer Urkunden, sowie der fachwissenschaftlichen Sekundärliteratur basiert.

Welche Aspekte werden im Hauptteil vertieft?

Der Hauptteil behandelt die frühen Konflikte um Privilegien, die Effektivität von Handelssperren als Druckmittel sowie die Folgen der burgundischen Machtübernahme für die hanseatischen Handelsstrukturen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Hansekontor, burgundische Niederlande, Flandernblockade, Handelssperre und Zentralisierung charakterisieren.

Warum war das „Doppelprivileg“ von 1360 von Bedeutung?

Das Doppelprivileg war ein diplomatischer Erfolg, der sowohl städtische als auch gräfliche Zusicherungen vereinte und so eine kurzfristige Entspannung im flämisch-hansischen Verhältnis herbeiführte.

Inwiefern beeinflussten die burgundischen Herzöge die hansische Handelspolitik?

Durch die politische Zentralisierung und die Bildung eines starken Territorialstaates verloren die hanseatischen Drohungen mit Handelssperren an Wirkung, da die Herzöge eine stärkere Machtbasis besaßen als die früheren lokalen Grafen.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"Dem ghemeynen copmanne der dutschen hense to Brugge in Vlaanderen". Hansische Diplomatie im Burgundischen Jahrhundert
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Historisches Seminar)
Veranstaltung
Die Hanse
Note
1,7
Autor
Johann Hasler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
29
Katalognummer
V452728
ISBN (eBook)
9783668851344
ISBN (Buch)
9783668851351
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hanse Burgund Flandern Brügge Handelsgeschichte Wirtschaftsgeschichte Diplomatie 14. Jahrhundert 15. Jahrhundert Karl der Kahle Aardenburg Die Leden Niederlande Frühe Neuzeit Holland
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Johann Hasler (Autor:in), 2017, "Dem ghemeynen copmanne der dutschen hense to Brugge in Vlaanderen". Hansische Diplomatie im Burgundischen Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/452728
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  29  Seiten
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