In Zeiten niedriger bzw. negativer Zinsen für Investoren sehnen diese sich nach einer geeigneten Anlagemöglichkeit für ihr Vermögen. Aktien, Anleihen, Futures oder Swaps sind dabei nur einige zahlreicher Kapitalanlagemöglichkeiten. Sie haben jedoch alle eins gemeinsam, sie sind einem bestimmten Risiko ausgesetzt. Um dieses zu bestimmen kann man Vergangenheitswerte wie zum Beispiel die Volatilität, also die Schwankungsbreite des Aktienkurses bestimmen oder aber Unternehmen direkt untersuchen.
Einmal jährlich sind Kapitalgesellschaften dazu verpflichtet den Erfolg ihrer Geschäftstätigkeit und ihrer wirtschaftlichen Situation in einem der Wahrheit entsprechenden Bild in Form eines Jahresabschlusses zu veröffentlichen (§264 HGB). Dieser spiegelt insbesondere ihre Finanz-, Vermögens- und Ertragslage wieder.
Externen und internen Analytiker, dient dieser als wichtige Informationsquelle und bietet eine Möglichkeit Unternehmen auf bestimmte Risiken und Gewinnmöglichkeiten zu analysieren. Anhand des Jahresabschlusses, werden einzelne Posten miteinander ins Verhältnis gesetzt und verglichen. Die Ergebnisse spiegeln Verhältnisse zwischen einzelnen Posten wieder und lassen Rückschlüsse auf die Unternehmenspolitik und Unternehmensstruktur zu.
Diese Arbeit setzte am Analysepunkt des Jahresabschlusses hinsichtlich seiner Kennzahlen an. Zu Beginn soll ein grober Überblick über die Grundsätze und Bestandteile einer Jahresabschlussanalyse gegeben werden. Im weiteren Verlauf werden diese in Form der finanzwirtschaftlichen und ertragswirtschaftlichen Analyse näher betrachtet. Innerhalb dieser werden Kennzahlen näher beleuchtet und auf ihre Aussagekraft hin untersucht. Die Finanzanalyse beschäftigt sich dabei vor allem mit Monetären Aspekten eines Unternehmens, wie der Kapitalstruktur, Kapitalverwendungen oder der Kapitalbeschaffung. Die Ertragsanalyse hingegen analysiert den Rentabilitätsgrad eines Unternehmens, also wie wirtschaftlich ein Unternehmen handelt. Eine Gegenüberstellung dieser beiden Aspekte kann Investoren helfen ein für sie interessantes Unternehmen im Hinblick auf Risikoneigung und Ertragswunsch zu finden.
Auf Grund des riesigen Umfangs einer gesamten finanz- und ertragswirtschaftlichen Analysen werden im Rahmen der Arbeit nur die wichtigsten und aussagekräftigsten Kennzahlen beider Felder näher betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. JAHRESABSCHLUSSANALYSE
2.1 GRUNDSÄTZE
2.2 FINANZWIRTSCHAFTLICHE ANALYSE
2.2.1 Investitionsanalyse
2.2.2 Finanzierungsanalyse
2.2.3 Liquiditätsanalyse
2.3 ERTRAGSWIRTSCHAFTLICHE JAHRESABSCHLUSSANALYSE
2.3.1 Ergebnisanalyse
2.3.2 Rentabilitätsanalyse
3. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit analysiert die Grundlagen und Methoden der finanz- und ertragswirtschaftlichen Jahresabschlussanalyse, um Investoren und Analytikern fundierte Instrumente zur Beurteilung der Unternehmensstabilität und Rentabilität an die Hand zu geben.
- Grundlagen der Jahresabschlussanalyse
- Finanzwirtschaftliche Analyse mittels Investitions-, Finanzierungs- und Liquiditätskennzahlen
- Ertragswirtschaftliche Analyse durch Ergebnis- und Rentabilitätskennzahlen
- Methodische Interpretation von Bilanz- und G&V-Posten zur Risiko- und Erfolgseinschätzung
- Gegenüberstellung von Finanzkennzahlen zur Unterstützung der Investitionsentscheidung
Auszug aus dem Buch
2.2.2 Finanzierungsanalyse
Während innerhalb der Investitionsanalyse Vermögensstrukturen untersucht werden, zielt die Finanzierungsanalyse auf die Kapitalerbringung eines Unternehmens ab. Hierzu werden Posten der Passivseite miteinander ins Verhältnis gesetzt. Die errechneten Kennzahlen dienen zur Beurteilung des Finanziellen Gleichgewichtes zwischen Eigen- und Fremdkapital. Im Folgenden soll auf die wichtigste Kennzahl der Finanzierungsanalyse eingegangen werden, die Eigenkapitalquote.
Stellt sich die Frage nach der Kapitalstruktur eines Unternehmens, so nimmt die Eigenkapitalquote für viele externe Analytiker den vermutlich höchsten Stellenwert aller Kennzahlen ein. Grundlegend gibt die Eigenkapitalquote an, wie viel des Gesamtkapitals durch Eigenkapital finanziert ist.
Das Eigenkapital entspricht dem ausgewiesen Wert der Bilanz. Da das Eigenkapital eine besonders hohe Bedeutung für Investoren und Gläubiger im Hinblick auf seine „Verlustabsorptionsfähigkeit“ und Haftungsfunktion gegenüber Gläubigern besitzt, sowie zur Existenzsicherung des Unternehmens dient, wird es sehr vorsichtig ermittelt. Gegebenenfalls müssen Korrekturen durch Kürzungen und Hinzurechnungen durchgeführt werden. Zu diesen Bereinigungen zählen Beispielsweise Gewinnausschüttungen, Stille Beteiligungen oder nachrangige Darlehn. Da sich die Berechnungen auf die derzeitigen Bilanzwerte beziehen, handelt es sich bei der Eigenkapitalquote um eine zeitpunktbezogene Kennzahl, die zur Beurteilung der finanziellen Stabilität eines Unternehmens dient.
Das Eigenkapital besitzt eine Sicherheitsfunktion. Es trägt das Risiko für Gewinne und Verluste, bietet Schutz vor Illiquidität und einer damit verbundenen Überschuldung. Außerdem dient es Fremdkapitalgebern als Grundlage zur Vergabe neuer Kredite und reduziert somit gleichzeitig die Gefahr in kurzfristige Liquiditätsengpässe zu gelangen. Das Eigenkapital fungiert somit als eine Art Puffer, der es Unternehmen ermöglicht auch in schlechten Zeiten zahlungsfähig zu bleiben. Ferner sichert eine hohe Eigenkapitalquote außerdem Dispositionsfreiheit und gewährt begrenzte Unabhängigkeit von Kreditgebern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung motiviert die Analyse aufgrund des Zinsumfelds und erläutert die Bedeutung des Jahresabschlusses als Informationsquelle für interne und externe Analytiker.
2. JAHRESABSCHLUSSANALYSE: Dieses Kapitel bildet das Kernstück der Arbeit, in dem systematische Verfahren zur Auswertung von Bilanz, G&V und Lagebericht vorgestellt werden.
2.1 GRUNDSÄTZE: Hier werden die methodischen Grundlagen und die Zielgruppen der Jahresabschlussanalyse definiert, wobei zwischen finanz- und ertragswirtschaftlicher Analyse differenziert wird.
2.2 FINANZWIRTSCHAFTLICHE ANALYSE: Der Fokus liegt auf der Beurteilung der finanziellen Stabilität und Zahlungsfähigkeit unter Berücksichtigung von Kapitalstruktur und Liquidität.
2.2.1 Investitionsanalyse: Dieses Kapitel beleuchtet die Vermögensstruktur und die Anlagenintensität zur Einschätzung der unternehmerischen Investitionsstrategie.
2.2.2 Finanzierungsanalyse: Es wird die Bedeutung des Eigenkapitals für die Stabilität und Haftungsfunktion analysiert, inklusive der Eigenkapitalquote als zentrale Kennzahl.
2.2.3 Liquiditätsanalyse: Hier werden Instrumente wie die Liquiditätsgrade (1, 2, 3) und die Anlagendeckung zur Messung der kurz- und langfristigen Zahlungsfähigkeit erläutert.
2.3 ERTRAGSWIRTSCHAFTLICHE JAHRESABSCHLUSSANALYSE: Dieses Kapitel befasst sich mit der Erfolgs- und Rentabilitätsmessung als Grundlage zur Beurteilung der zukünftigen Ertragskraft.
2.3.1 Ergebnisanalyse: Es wird erläutert, wie das Gesamtergebnis zur Prognosefähigkeit in verschiedene Erfolgsbestandteile zerlegt werden kann.
2.3.2 Rentabilitätsanalyse: Die Analyse konzentriert sich auf die effiziente Mittelverwendung und stellt Kennzahlen wie Eigenkapital-, Gesamtkapital- und Umsatzrentabilität vor.
3. FAZIT: Das Fazit fasst zusammen, dass Kennzahlen erst im Gesamtzusammenhang und durch Vergleich aussagekräftig werden, um Investitionsentscheidungen zu unterstützen.
Schlüsselwörter
Jahresabschlussanalyse, Bilanzanalyse, Finanzwirtschaftliche Analyse, Ertragswirtschaftliche Analyse, Eigenkapitalquote, Liquidität, Rentabilität, Investitionsanalyse, Finanzierungsanalyse, Gesamtkapitalrentabilität, Umsatzrentabilität, Kennzahlen, Unternehmensstabilität, Erfolgsprojektion, Leverage-Effekt
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundsätzliche Ziel der Arbeit?
Die Arbeit zielt darauf ab, dem Leser die wichtigsten Kennzahlen der Finanz- und Ertragswirtschaft zur Analyse eines Unternehmens verständlich zu machen, damit fundierte Investitionsentscheidungen getroffen werden können.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die finanzwirtschaftliche Analyse (Liquidität und Kapitalstruktur) sowie die ertragswirtschaftliche Analyse (Erfolg und Rentabilität).
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, wie durch die Anwendung ausgewählter Kennzahlen ein aussagekräftiges Bild über die Stabilität, Risiken und Gewinnmöglichkeiten eines Unternehmens gewonnen werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode der Bilanzanalyse, bei der Bilanz- und G&V-Posten in Verhältnis gesetzt werden, um relative Kennzahlen zu bilden und diese in Zeit- oder Branchenvergleichen zu bewerten.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil analysiert spezifische Instrumente wie die Investitions-, Finanzierungs- und Liquiditätsanalyse sowie die Zerlegung von Ergebnissen und die Berechnung von Rentabilitätskennzahlen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Typische Schlüsselbegriffe sind Jahresabschlussanalyse, Kennzahlen, Finanzanalyse, Eigenkapitalquote, Liquiditätsgrade und Rentabilität.
Warum ist die Unterscheidung zwischen ordentlichen und außerordentlichen Ergebnissen wichtig?
Diese Trennung ist notwendig, um nachhaltige, prognosefähige Erfolgsbestandteile von einmaligen, nicht wiederkehrenden Einflüssen zu unterscheiden und somit die wahre Ertragskraft zu beurteilen.
Was genau beschreibt der Leverage-Effekt im Kontext dieser Arbeit?
Der Leverage-Effekt beschreibt den Zusammenhang, dass die Eigenkapitalrentabilität mit zunehmender Verschuldung steigt, solange der Fremdkapitalzinssatz niedriger ist als die Gesamtkapitalrentabilität.
Warum warnt der Autor vor der isolierten Betrachtung einzelner Kennzahlen?
Da einzelne Kennzahlen triviale Werte liefern können, besteht die Gefahr übereilter Schlüsse. Erst ein ganzheitlicher Vergleich mehrerer Kennzahlen liefert die notwendige Informationstiefe für eine fundierte Einschätzung.
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- Jonas Offhaus (Author), 2018, Finanz- und ertragswirtschaftliche Jahresabschlussanalyse mit Kennzahlen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/452984