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Die Selbstdarstellung des Künstlers Max Ernst als Vogelfigur

Titel: Die Selbstdarstellung des Künstlers Max Ernst als Vogelfigur

Hausarbeit , 2018 , 15 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Dshamilja Paetzold (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ob Loplop, Vogeloberer Hornebom oder Schnabelmax. Der Maler und Dichter Max Ernst, der große Kunstbewegungen wie den Dadaismus und den Surrealismus prägte, gab sich durch seine Identitätsfigur mehrere Decknamen. Das Außergewöhnliche an Ernsts Alter Ego ist, dass es die Eigenschaften des Künstlers mit denen eines, dem Menschen sehr unähnlichen, Tieres verbindet: dem Vogel. Seit seiner Kindheit hatte er einen ganz besonderen Bezug zu dem Tier. Es ergab sich, dass Ernst Menschen und Vögel in seiner Phantasie vermengte. Seine Affinität zu Vögeln führte sogar dazu, dass er sich selbst mit einem identifizierte. Die Folge davon war ein gehäuftes Auftreten einer tierischen zweiten Persona, die den Künstler in seinen Werken zu vertreten scheint.

Max Ernst gilt als ein Hauptvertreter des Dadaismus. Der Dadaismus stellt eine geistige Haltung dar, die eine Verbindung zwischen den Künsten sucht, zwischen bildender Kunst, Wortkunst und Musik. War es bei Kurt Schwitters die Musik, die er neben die Malerei stellte, so spielt im Werk von Max Ernst die Wortkunst eine wichtige Rolle. In der vorliegenden Arbeit werden Mischwesen aus Vogel und Mensch in der Wortkunst des als Maler viel bekannteren Max Ernst untersucht. Zuerst wird auf seine persönliche Verbindung zu Vögeln eingegangenen, um anschließend auf die Entstehung und die Funktionen seines sogenannten „Privat-Phantoms“, welches er unter anderem mit „Loplop“ betitelt, einzugehen. Darauf folgt eine Auflistung von
Schriftwerken, in denen vermenschlichte Vögel oder vogelartige Menschen vorfindbar sind. Hiernach werden drei ausgewählte Veröffentlichungen Ernsts herangezogen, in denen näher auf die Darstellung der Vogelfiguren eingegangen wird. Abschließend wird analysiert, inwiefern man in dem Gedicht „Das Schnabelpaar“ zwischen Ernst und seiner Identitätsfigur, „Schnabelmax“, Parallelen ziehen kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Vogel als „Privat-Phantom“ von Max Ernst

2.1. Prägende Erlebnisse in der frühen Biographie des Künstlers

2.2. Die Entstehung von Loplop in Ernsts Werken

2.3. Funktionen von Loplop

3. Vermenschlichte Vögel und vogelartige Menschen in Ernsts schriftlichen Werken

3.1. Werke

3.2. Analyse der Vermenschlichung von Vogelfiguren und der vogelartigen Darstellung von menschlichen Charakteren in drei Beispielwerken

3.2.1. Das Schnabelpaar

3.2.2. Paramythen

3.2.3. La femme 100 têtes

3.3. Analyse der Gemeinsamkeiten von Künstler und Identitätsfigur am Beispiel von „Schnabelmax“

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die symbolische Bedeutung von Mischwesen aus Mensch und Vogel in den schriftlichen Werken von Max Ernst, um zu ergründen, wie der Künstler durch sein Alter Ego Loplop eine Identitätskonstruktion vornimmt und sich von der Rolle des gottgleichen Schöpfers distanziert.

  • Die biographischen Ursprünge der Vogel-Affinität von Max Ernst
  • Die Entstehung und Funktion der Identitätsfigur "Loplop"
  • Die Analyse vogelartiger Charaktere in ausgewählten literarischen Texten
  • Der Zusammenhang zwischen Identitätsfigur, Dadaismus und künstlerischer Selbstdarstellung

Auszug aus dem Buch

2.3. Funktionen von Loplop

Loplop vertritt nicht ohne Grund Max Ernst in vielen seiner Werke. Ernst lehnte es ab, als gottgleicher Schöpfer seiner Werke dargestellt zu werden. Er sah sich als Künstler nicht höhergestellt als andere Menschen. In „Die Nacktheit der Frau ist weiser als die Lehre des Philosophen“ schreibt er in einem fiktiven Interview:

Der Ausdruck künstlerische Schöpfung, religiös angewendet, als ob es sich um eine Mission handele, die der Künstler zu erfüllen hat, und als ob ihm diese Mission wie einem Priester von einem Gott aufgetragen sei und dieser Gott G o t t oder der Künstler selbst sei, und daß diese Mission ihn über den Alltagsmenschen hinaushebe - nein, davon will ich nichts hören.

Außerdem schrieb er schon zu Anfang dieser Schrift über die Hochschätzung von Künstlern generell:

Jenseits der Malerei ist nur das Exposé gewisser Methoden, die ich ausgearbeitet und angewendet habe und die mir geholfen haben, für einige Mysterien der Natur imaginäre Lösungen zu finden. Keine Theorie. Folgerungen ja. Zum Beispiel die, welche verlangt, daß man mit dem alten Mythos des ex-nihilo-schöpferischen Künstlers aufräume.

„Ex-nihilo-schöpferischer Künstler“ bedeutet hier so viel wie „Künstler, der etwas aus Nichts, oder aus dem Nichts, schafft.“ Ernst spricht sich somit gegen die Gottgleichheit aus, die, seiner Meinung nach, Künstlern, mit der Betitelung „Schöpfer“ ihrer Werke, zugeschrieben werde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Identitätsfigur des Vogelwesens ein und umreißt die Fragestellung zur Rolle von Mischwesen in Ernsts Wortkunst.

2. Der Vogel als „Privat-Phantom“ von Max Ernst: Dieses Kapitel beleuchtet die biographischen Kindheitserlebnisse, die Entstehung der Figur Loplop und deren Funktion als Distanzierung vom Schöpfermythos.

3. Vermenschlichte Vögel und vogelartige Menschen in Ernsts schriftlichen Werken: Hier erfolgt eine inhaltliche Übersicht der Werke sowie eine detaillierte Analyse spezifischer Texte und der Identitätsfigur „Schnabelmax“.

4. Schluss: Das Schlusskapitel fasst zusammen, wie Ernst durch die Identifikation mit vogelartigen Mischwesen seine eigene Rolle im Dadaismus und als Künstler definiert.

Schlüsselwörter

Max Ernst, Loplop, Dadaismus, Surrealismus, Vogelmensch, Identitätsfigur, Collagenroman, Schnabelmax, Hornebom, Künstlerselbstbild, Wortkunst, Privat-Phantom, Anthropomorphismus, Mischwesen, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Bedeutung und Funktion der vogelartigen Identitätsfiguren von Max Ernst in seinen schriftlichen Werken.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die biographische Prägung des Künstlers, die Konstruktion eines "Privat-Phantoms" und die Verbindung zwischen Mensch und Vogel als Ausdrucksmittel.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu zeigen, wie Max Ernst durch die Identifikation mit dem Vogelwesen Loplop die Distanz zwischen sich selbst und seinen Werken vergrößert und sich als Repräsentant des Dadaismus positioniert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die biographische Kontexte mit der Interpretation spezifischer Texte und Collagenromane verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung von Loplop, führt schriftliche Werke mit vogelartigen Figuren auf und untersucht konkret Gedichte wie "Das Schnabelpaar".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Loplop, Dadaismus, Max Ernst, Identitätsfigur, Vogelwesen und Selbstdarstellung.

Warum spielt das Schaukelpferd in der Herleitung von Loplop eine Rolle?

Max Ernst gab an, dass der Name Loplop auf das Schaukelpferd seines Sohnes Jimmy zurückgeht, was wiederum eine Verbindung zum Dadaismus herstellt.

Was bedeutet der Begriff "Schnabelmax" in der Argumentation der Autorin?

Schnabelmax dient als direkte Identifikationsfigur, die Max Ernsts eigene künstlerische Tätigkeiten und seine Faszination für das Weltall widerspiegelt.

Wie unterscheidet sich die Darstellung von Loplop und Hornebom?

Während Loplop oft als präsente Identitätsfigur und "Privat-Phantom" auftritt, zeigt sich Hornebom in Werken wie "La femme 100 têtes" in wechselnden Formen zwischen Tier und Mensch.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Selbstdarstellung des Künstlers Max Ernst als Vogelfigur
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Note
2,0
Autor
Dshamilja Paetzold (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
15
Katalognummer
V452991
ISBN (eBook)
9783668851245
ISBN (Buch)
9783668851252
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Max Ernst Literaturwissenschaft Kunst Collagenroman Selbstdarstellung Identifikation Vogelfigur Ernst Künstler Loplop Vogeloberer Hornebom Identitätsfigur Schnabelmax Dada Dadaismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dshamilja Paetzold (Autor:in), 2018, Die Selbstdarstellung des Künstlers Max Ernst als Vogelfigur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/452991
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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