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Die formensprachliche Darstellung der Liebe in Johann Wolfgang von Goethes "Willkommen und Abschied"

Title: Die formensprachliche Darstellung der Liebe in Johann Wolfgang von Goethes "Willkommen und Abschied"

Term Paper , 2016 , 10 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Lynn Hessel (Author)

Didactics for the subject German - Literature, Works
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In dieser Arbeit wird eine Darstellungsanalyse der Liebe in Form und Sprache erfolgen und auf den Titel "Willkommen und Abschied" von Johann Wolfgang von Goethe eingegangen, da dieser die im Gedicht dargestellte Liebe auf besondere Weise widerspiegelt.

Goethes Gedicht "Willkommen und Abschied" aus dem Jahr 1810 stellt den Anfang der Erlebnislyrik dar, die typisch für die Epoche des Sturm und Drang ist, aus der das Gedicht stammt. Durch gefühlsintensive Schilderungen erweckt das Gedicht den Anschein, als sei es unmittelbar geschehen, obwohl es im Präteritum verfasst wurde. Denn mit dem Ritt durch die unheimliche, nächtliche Natur, dem Zusammentreffen mit seiner Geliebten und dem Abschied von ihr wird das intensive Erlebnis aus der Sicht des lyrischen Ichs beschrieben. Trotz des schmerzhaften Abschiedes endet das Gedicht mit einer überraschenden Wendung und mit einer Botschaft: Das lyrische Ich trauert nicht, sondern ist glücklich, Liebe empfinden zu können und geliebt zu werden, selbst wenn die Liebe an sich qualvoll sein kann.

Neben den Sturm und Drang kennzeichnenden Themen wie Natur, Freiheit, Spontanität und einem ungestümen Lebensgefühl geht es in „Willkommen und Abschied“ vor allem um die Liebe. Diese wird besonders über die Sprache sowie durch die Form und den Rhythmus des Gedichts ausgedrückt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Die Wirkung von Form und Rhythmus

2.2 Die Bedeutung der Sprache

2.2.1 Der Ritt

2.2.2 Die Begegnung

2.2.3 Der Abschied

2.3 Zum Titel „Willkommen und Abschied“

3. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Darstellung der Liebe in Johann Wolfgang von Goethes Gedicht „Willkommen und Abschied“ durch eine detaillierte formensprachliche Analyse zu untersuchen und dabei die Bedeutung des Titels im Kontext der beschriebenen emotionalen Erfahrungen zu erörtern.

  • Analyse der Wirkung von Form und Rhythmus auf die Dynamik des Gedichts
  • Untersuchung der sprachlichen Gestaltung der Phasen Ritt, Begegnung und Abschied
  • Interpretation der symbolischen Bedeutung des Titels „Willkommen und Abschied“
  • Deutung der Botschaft des Gedichts im Hinblick auf die Ambivalenz der Liebe

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Der Ritt

Besonders deutlich wird die Liebe sprachlich dargestellt. Selbst wenn sie in der gesamten ersten Strophe nicht explizit genannt wird, deutet schon das erste Wort in der ersten Strophe auf die Liebe hin. Mit Bedacht wurde durch die Inversion „Es schlug mein Herz“ (V.1) das unpersönliche „es“ nach vorne gestellt sowie auch als Anapher im zweiten Vers wiederholt und wirkt damit besonders auffällig. „Es“ steht für eine nicht handelnde Person, für ein Geschehen und meint, dass das Herz mit einer Art Unkontrollierbarkeit schlägt. So beschreibt es auch Jochen Hörisch, da das Herz seinen Herzschlag selbst bestimmt und das lyrische Ich keine Macht hat, es zu kontrollieren und es „sich nicht als willentliche Handlung eines Subjekts begreifen läßt“4. Übertragen auf die Liebe, lässt auch sie sich nicht steuern. Der Befehlssatz „geschwind zu Pferde!“ (V.1) verstärkt mit dem Fehlen von Subjekt und Prädikat, einer Ellipse, das Gefühl der Eile und Atemlosigkeit, die durch die starken Liebesgefühle beim lyrischen Ich ausgelöst werden, wie sich später herausstellt (vgl. „Ganz war mein Herz an deiner Seite“ (V.19)).

Aus einem Impuls heraus, reitet das lyrische Ich los, ohne vorher darüber nachgedacht zu haben (vgl. „Es war getan fast eh gedacht“ (V.2)). Durch den bewussten Einsatz der Antithese wird auch hier der Bedeutungssinn vermittelt, dass die Liebe den Verstand ausschaltet und unkontrollierbar ist. Denn das Herz und die Liebe kontrollieren den Menschen. Wie auch Jochen Hörisch richtig andeutet:

„Der Herzschlag ist ein erhellendes […] Beispiel […]: wir sind seiner nicht Herr. Aber er läßt uns leben. Leidenschaftliche Erfahrungen sind ein anspruchsvolleres Beispiel für eine transsubjektive Gewalt: […] es überwältigt uns so sehr, daß wir nicht länger Subjekte sind, die aktiv über das entscheiden, was wir wollen, sondern […] Unterworfene, die erleiden, was Leidenschaften ihnen erschreckend und/ oder beglückend antun.“5

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel ordnet Goethes „Willkommen und Abschied“ in die Epoche des Sturm und Drang ein und legt den Fokus auf die Analyse der Liebe in Form und Sprache.

2. Hauptteil: Der Hauptteil untersucht die formale Struktur und den Rhythmus des Werks, analysiert die sprachliche Ausgestaltung des Ritts, der Begegnung und des Abschieds sowie die historische und inhaltliche Bedeutung des Titels.

2.1 Die Wirkung von Form und Rhythmus: Hier wird aufgezeigt, wie Metrum und Rhythmus die Stimmung des lyrischen Ichs widerspiegeln und sich dem inhaltlichen Verlauf des Gedichts anpassen.

2.2 Die Bedeutung der Sprache: Dieses Kapitel erläutert, wie durch gezielten Einsatz von Stilmitteln wie Inversionen, Ellipsen und Personifikationen die Unkontrollierbarkeit der Liebe dargestellt wird.

2.2.1 Der Ritt: Die Analyse konzentriert sich auf die Darstellung der impulsiven Aufbruchstimmung und die damit verbundene erste Phase der leidenschaftlichen Liebe.

2.2.2 Die Begegnung: Dieses Kapitel befasst sich mit dem Umschlag der Stimmung bei der Ankunft bei der Geliebten und der durch Vollständigkeit geprägten Wahrnehmung des lyrischen Ichs.

2.2.3 Der Abschied: Hier wird der Kontrast zwischen der schönen Begegnung und dem schmerzhaften, aber dennoch reflektierten Abschied am Morgen thematisiert.

2.3 Zum Titel „Willkommen und Abschied“: Das Kapitel beleuchtet die tiefere Bedeutung des Titels unter Einbeziehung des historischen Kontextes zur Zuchthausstrafe und dessen Übertragbarkeit auf die Qualen der Liebe.

3. Schluss: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und betont die Botschaft des Gedichts, Liebe trotz ihrer Schmerzhaftigkeit als wertvolles Geschenk zu feiern.

Schlüsselwörter

Johann Wolfgang von Goethe, Willkommen und Abschied, Erlebnislyrik, Sturm und Drang, Liebesgedicht, Formanalyse, Rhythmus, Sprache, Metapher, Inversion, Unkontrollierbarkeit der Liebe, Zuchthausstrafe, Emotionen, Lyrisches Ich, Literaturwissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht die formensprachliche Darstellung der Liebe in Goethes Gedicht „Willkommen und Abschied“ und analysiert, wie Inhalt und Form des Werks miteinander korrespondieren.

Welche zentralen Themenfelder behandelt der Autor?

Zu den Schwerpunkten zählen die Einordnung in die Epoche des Sturm und Drang, die Analyse von Rhythmus und Metrum, die Interpretation der sprachlichen Gestaltung sowie die Bedeutung des Titels im Kontext der Liebeserfahrung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Darstellung der Liebe durch eine detaillierte formensprachliche Analyse zu entschlüsseln und die unerwartete Wendung am Ende des Gedichts als zentrale Botschaft zu begreifen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Darstellungsanalyse, die formale und sprachliche Mittel des Textes systematisch untersucht.

Was steht im inhaltlichen Mittelpunkt des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die formale Analyse des Rhythmus, eine detaillierte sprachliche Untersuchung der drei Phasen (Ritt, Begegnung, Abschied) sowie die Interpretation des Titels unter Einbeziehung literaturhistorischer Bezüge.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Schlüsselbegriffe sind Erlebnislyrik, Unkontrollierbarkeit der Liebe, formale Struktur und der Titelbezug zur Zuchthausstrafe.

Wie deutet die Arbeit den historischen Titel des Gedichts?

Die Arbeit verweist darauf, dass der Titel „Willkommen und Abschied“ eine Anspielung auf die historische Zuchthausstrafe darstellt, was die Unausweichlichkeit von Schmerz bei der Liebe verdeutlicht.

Was ist die zentrale Schlussfolgerung des lyrischen Ichs?

Trotz der schmerzhaften Erfahrung des Abschieds kommt das lyrische Ich zu dem Schluss, dass die Fähigkeit zu lieben ein großes Glück ist, das man feiern sollte.

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Details

Title
Die formensprachliche Darstellung der Liebe in Johann Wolfgang von Goethes "Willkommen und Abschied"
College
Christian-Albrechts-University of Kiel
Grade
1.0
Author
Lynn Hessel (Author)
Publication Year
2016
Pages
10
Catalog Number
V453066
ISBN (eBook)
9783668852747
ISBN (Book)
9783668852754
Language
German
Tags
Goethe Willkommen und Abschied Darstellung der Liebe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lynn Hessel (Author), 2016, Die formensprachliche Darstellung der Liebe in Johann Wolfgang von Goethes "Willkommen und Abschied", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/453066
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