Arbeitstransformation. Von Industrie 1.0 bis Industrie 4.0


Studienarbeit, 2018
23 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit

2 Grundlagen
2.1 Arbeitsbegriff
2.2 Industrialisierung

3 Entwicklung der industriellen Perioden
3.1 Die erste industrielle Revolution - Industrie
3.2 Die zweite industrielle Revolution - Industrie
3.3 Die dritte industrielle Revolution - Industrie
3.1 Die vierte industrielle Revolution - Industrie

4 Arbeitstransformation im industriellen Wandel am Beispiel
4.1 Kinderarbeit
4.2 Energiebereitstellung

5 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Phasen des industriellen Wandels

Abbildung 2: Treiber und Veränderungen industrieller Revolutionen

Abbildung 3: Kinderarbeit im 19. Jahrhundert

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieer Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Einen der wesentlichen Einschnitte in der Entwicklungsgeschichte der Arbeit stellt die industrielle Revolution dar. Diese war ein umfassender technischer, ökonomischer und gesellschaftlicher Prozess.1Der technische Fortschritt wurde während der industriellen Revolution mit der Organisation der Arbeit zusammengeführt. Mit der Einführung der Fließbandarbeit wurde die Lebenswelt der Menschen mit den Grundprinzipien Arbeitsteilung und Rationalisierung revolutioniert und bildete schnell die wirtschaftliche und politische Grundlage für moderne Industriegesellschaften. Gleichzeitig wurden soziale Anpassungsstrukturen mit Konzepten wie Trennung von Kopf- und Handarbeit, Trennung von Erwerbsarbeit und Tätigkeiten außerhalb der Arbeitsmärkte sowie geschlechtsspezifische Trennung von Arbeitsfeldern produziert. Durch die Möglichkeiten technischer Innovationen konnten die Handlungslogiken der Arbeitsteilung und Rationalisierung angestoßen werden. Arbeitsvorgänge wurden mit der nahezu flächendeckenden Einführung von Informations- und Kommunikationstechnik digitalisiert, standardisiert und vernetzt.2

1.1 Zielsetzung

Das Ziel dieses Assignments ist es zunächst die Begriffe „Arbeit“ und „Industrialisierung“ zu definieren und abzugrenzen. Darauf aufbauend soll die Entwicklung der industriellen Perioden mit der Entstehung der Übergänge zwischen den Perioden beschrieben werden. Dabei soll auf die essentiellen Merkmale, Erfindungen oder Eigenschaften eingegangen werden, die jeweilige Perioden industrieller Entwicklungen charakterisieren. Zudem soll der Verlauf bzw. die Veränderung und die Durchführung von Arbeit und Arbeitsprozessen an den Beispielen von Kinderarbeit und Energiebereitstellung beschrieben werden.

1.2 Aufbau der Arbeit

Nach dem einleitenden Kapitel 1 folgt in Kapitel 2 die Definition der Begriffe „Arbeit“ und „Industrialisierung“. Im dritten Kapitel wird die Entwicklung industrieller Perioden beschrieben. Im vierten Kapitel wird auf die Veränderungen von Kinderarbeit und Energiebereitstellung im industriellen Wandel eingegangen. Im abschließenden fünften Kapitel endet die Ausarbeitung mit einer Zusammenfassung.

2 Grundlagen

2.1 Arbeitsbegriff

Der Begriff „Arbeit“ wird nach Voigt und Wohltmann definiert als „zielgerichtete, soziale, planmäßige und bewusste, körperliche und geistige Tätigkeit“3. Arbeit war ursprünglich der Prozess der Auseinandersetzung des Menschen mit der Natur zur unmittelbaren Existenzsicherung. Mit zunehmender sozialer Differenzierung und Arbeitsteilung sowie der Herausbildung einer Tauschwirtschaft und Geldwirtschaft wurde Arbeit mittelbar.4Kocka definiert den aus dem 18. Jahrhundert stammenden Begriff „Arbeit“ mit folgenden allgemeinen Merkmalen: Arbeit hat einen Zweck außerhalb ihrer selbst, etwas herzustellen, zu leisten und zu erreichen. Arbeit hat etwas von Verpflichtung oder Notwendigkeit an sich, die einer von anderen gestellten oder selbst gesetzten Aufgabe dient. Arbeit ist mühsam, hat Widerstand zu überwinden, erfordert Anstrengung und ein Minimum an Beharrlichkeit, über den Punkt hinaus, an dem die Aufgabe aufhört, ausschließlich angenehm zu sein.5

Die Begriffsinhalte von Arbeit galten in der Antike und im Mittelalter als unwürdige Tätigkeit. Bekannt unter den sprachlichen Synonymen Mühsal, Plage, Last und Not war Arbeit negativ und abwertend. Dies machte Arbeit zu einer Angelegenheit der unteren sozialen Schichten. Eine positive Bestimmung erhielt Arbeit erst durch die christliche Religion, denn Arbeit war in der protestantischen Ethik identisch mit Pflichterfüllung und gottfälligem Tun. In den sich früh industrialisierenden westlichen Gesellschaften hat sich die positive Bewertung von Arbeit durchgesetzt. In der protestantischen Ethik sah Weber (1864-1920) die Voraussetzungen für den kapitalistischen Industrialisierungsprozess. Arbeit wird auch gegenwärtig durch Arbeitseinkommen und den sich darin dokumentierenden Erfolg als positiv bewertet.6

2.2 Industrialisierung

Der Begriff „Industrialisierung“ wird von Polzin, Pollert und Kirchner als „Ausweitung des industriellen Wirtschaftsbereichs in einer Volkswirtschaft im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbereichen wie dem Handwerk oder dem Handel“7definiert. Klodt definiert den Begriff dagegen als einen volkswirtschaftlichen Prozess, der durch eine signifikante Zunahme der gewerblichen Gütererzeugung im sekundären Sektor auf Kosten des Agrarbereichs im primären Sektor gekennzeichnet ist. Mit wachsendem Maschineneinsatz erfolgt die Erzeugung von gewerblichen Massengütern in großgewerblicher, arbeitsteiliger Produktionsorganisation.8

Mit dem Begriff „Industrialisierung“ werden drei wichtige Industrialisierungskonzepte unterschieden. Nach Gerschenkron bestimmt die wirtschaftliche Rückständigkeit einer Volkswirtschaft zu Beginn der Industrialisierung maßgeblich deren Verlauf. Vor allem die Schnelligkeit und Intensität der Industrialisierung und damit auch die von der Bevölkerung während des Prozesses tragenden Lasten nehmen mit dem Grad der Rückständigkeit zu. Hoffmann unterscheidet vier Perioden im Industrialisierungsprozess: Vorherrschen der Konsumgüterindustrie, allmähliges Wachstum der Kapitalgüterindustrie, Gleichgewicht zwischen Konsum- und Kapitalgüterindustrie sowie Übergewicht der Kapitalgüterindustrie. Der Massenbedarf an lebensnotwendigen Gütern begünstigt den Einsatz industrieller Verfahren für die Konsumgüterproduktion. Mit steigenden Haushaltseinkommen verschiebt sich die Nachfrage- und Produktionsstruktur. Neben der Nachfrage entsteht auch die Möglichkeit zur Herstellung von Kapitalgütern, wodurch die Kapitalgüterindustrien eine immer größere Bedeutung erlangen. Rostow unterscheidet dagegen vier typische Wachstumsphasen im Industrialisierungsprozess, ausgehend von einer traditionellen Gesellschaft mit vorindustriellen Wirtschafts- und Herrschaftsstrukturen: Anlaufperiode, Aufschwungperiode, Reifeperiode und Massenkonsumperiode. In der Anlaufperiode werden die Vorbedingungen für zukünftiges, industrielles Wachstum gelegt. In der nachfolgenden Aufschwungperiode setzt ein sich selbst tragender wirtschaftlicher Aufschwung ein. Die Entwicklung wird in der Reifeperiode konsolidiert, bis erste Marktsättigungen in der Massenkonsumperiode auftreten.9

3 Entwicklung der industriellen Perioden

Nichts ist stetiger als der Wandel, der auch in der Industrie, unabhängig von der Branche, immer schneller wird. Der industrielle Wandel lässt sich in vier grob zu unterteilende Phasen gliedern (siehe Abbildung 1), die im Folgenden näher beschrieben werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Phasen des industriellen Wandels10

3.1 Die erste industrielle Revolution - Industrie 1.0

Getrieben durch die Entwicklung der Dampfmaschine, startete um 1750 die erste industrielle Revolution.11Diese wirkte noch weit in das 19. Jahrhundert nach. Nach Beendigung des Siebenjährigen Krieges wuchs die Bevölkerung stark an und verlangte massenhaft nach Produkten, die ihr das Leben erleichterten. Die Ablösung der menschlichen oder tierischen Muskelkraft bzw. der unsicheren Luft- und Wasserkraft durch die Dampfmaschine war damals der erste technologische Meilenstein. Erstmals konnte hierdurch eine Produktion ohne Abhängigkeit von Wind und Wetter aufgebaut werden.12Mit dem ersten dampfkraftbetriebenen Webstuhl im Jahre 1784 wurden mechanische Produktionsanlagen eingeführt, die zu einer ersten Industrialisierung in der Textil-, Eisen- und Stahlindustrie führten.13Die mit der Zeit gewonnen Erfahrungen mit der Metallverarbeitung führten wiederum zu bahnbrechenden Entwicklungen bei den Werkzeugmaschinen, aber auch zur ersten Eisenbahn Anfang des 19. Jahrhunderts. Die erste ganz aus Metall gefertigte Drehbank mit Zwangsführung des Drehstahles über Kreuzsupport und Werkzeugschlitten sowie Leitspindel zum maschinell gesteuerten Werkzeugvorschub konstruierte Henry Maudslay 1797, um reproduzierbar genaue Schrauben fertigen zu können.14

Die Industrialisierung wurde durch Arbeits- und Kraftmaschinen ermöglicht und einen großen Beitrag dazu geleistet, dass seit dieser Zeit in industriell geprägten Ländern keine strukturell geprägten Hungerkatastrophen mehr entstanden sind. Im Rahmen dieser Entwicklung kam es zu einer Bevölkerungsexplosion. Durch das verbesserte Transportsystem – wie Dampfschifffahrt und Eisenbahn – konnte die Bevölkerung mit Kleidung und Nahrung versorgt werden. Aber auch die Produktivität in der Herstellung von Grundversorgungsgütern, z.B. in der Landwirtschaft verbesserte sich enorm.15

Die vermehrte Trennung von Besitz und Bedienung, die im Handwerk eine Einheit darstellten, war eine Konsequenz der ersten Industrialisierung. Die neuartigen Arbeitsmaschinen waren im Vergleich zu den bisher genutzten Werkzeugen sowohl bei der Anschaffung als auch bezüglich der Produktionskosten mit hohen Investitionen verbunden, die ein einfacher Handwerker nicht aufbringen konnte. Die Maschinen ermöglichten gleichzeitig eine enorm verbesserte Arbeitskraft, gegen die herkömmliche, selbstständige Handwerksbetriebe ohne maschinelle Ausstattung schwer Bestand hatten. Dies hatte den Verkauf der eigenen Arbeitskraft zur Folge. Vom Eigentümer wurden die Menschen zum Maschinenbediener. Wer vormals selbstständig über Arbeitsmittel, Arbeitszeit, Herstellungsarten und Preise bestimmen konnte, musste sich jetzt organisationalen Vorgaben fügen. Die Unternehmen mussten ihrerseits Arbeit über organisationale Strukturen und Führung koordinieren und sicherstellen.16

Die erste industrielle Revolution hatte jedoch auch Auswirkungen auf die Gesellschaft. Auf der Beschäftigungsseite haben sich das klassische Handwerk und die Landwirtschaft stark reduziert, wodurch zwei neue Schichten entstanden sind: die Fabrikbesitzer und die Fabrikarbeiterschaft.17Wo einige sehr an der industriellen Wertschöpfung verdient haben, wurden die Fabrikarbeiter in den Anfängen der Industrialisierung ausgebeutet. Es gab Kinderarbeit, Vierjährige haben in der Fabrik schwer, hart gearbeitet und die Arbeiterhaft ist nicht alt geworden. Immer mehr Menschen sind in die Städte gezogen, auch wenn die Arbeitsbedingungen damals sehr schlecht waren. Dies zog eine strukturelle Armut der Fabrikarbeiterschaft nach sich, den Pauperismus, die schließlich am Übergang zur zweiten industriellen Revolution auch zu einer bürgerlichen Revolution führte.18

[...]


1Vgl. Eggebrecht, Flemming, Meyer, 1980, S. 193.

2Vgl. Grunwald, 2013.

3Voigt Wohltmann, 2018.

4Vgl. Voigt Wohltmann, 2018.

5Vgl. Kocka, 2005.

6Vgl. Voigt Wohltmann, 2018.

7Polzin, Pollert, Kirchner, 2016.

8Vgl. Klodt, 2018.

9Vgl. Klodt, 2018.

10Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an DFKI, o. J.

11Vgl. Diamond, 2005 zitiert nach Vogel-Heuser, Bauernhansl, ten Hompel, 2017, S. 1.

12Vgl. Reinhart Zühlke, 2017, S. XXXI.

13Vgl. Siepmann, 2016, S. 19.

14Vgl. Diamond, 2005 zitiert nach Vogel-Heuser, Bauernhansl, ten Hompel, 2017, S. 1.

15Vgl. Diamond, 2005 zitiert nach Vogel-Heuser, Bauernhansl, ten Hompel, 2017, S. 1.

16Vgl. Schonfelder, 2018, S. 11.

17Vgl. Vogel-Heuser, Bauernhansl, ten Hompel, 2017, S. 1.

18Vgl. Sachwörterbuch der Geschichte Deutschlands und der deutschen Arbeiterbewegung, 1969 zitiert nach Vogel-Heuser, Bauernhansl, ten Hompel, 2017, S. 1.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Arbeitstransformation. Von Industrie 1.0 bis Industrie 4.0
Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart  (Wirtschaftsingenieurwesen)
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
23
Katalognummer
V453107
ISBN (eBook)
9783668863446
ISBN (Buch)
9783668863453
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Industrialisierung, Arbeit, Arbeitstransformation, Industrie 1.0, Industrie 2.0, Industrie 3.0, Industrie 4.0, industrielle Revolution, Kinderarbeit, Energiebereitstellung, AKAD, IKK61
Arbeit zitieren
Alëna Knaus (Autor), 2018, Arbeitstransformation. Von Industrie 1.0 bis Industrie 4.0, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/453107

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