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Gefühlte Vernunft. Die spannungsvolle Geschichte von Sensualismus und Rationalismus

Auswirkungen auf die Forensik

Titel: Gefühlte Vernunft. Die spannungsvolle Geschichte von Sensualismus und Rationalismus

Essay , 2018 , 12 Seiten

Autor:in: Martin Wedig (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit behandelt den philosophischen Unterschied zwischen den Konzepten des Sensualismus und Rationalismus, ihren historischen Entwicklungen und die Auswirkungen von ihrer Interpretation auf die Forensik.

Plato sah in jedem lebenden Geschöpf eine Seele. Demzufolge besitzt jedes Geschöpf ein Gefühl der Bedrängnis und ein Gefühl der Erleichterung. Der Mensch verherrlicht seine Verdienste in märchenhaften Erzählungen. Aber einige Monstergeschichten behandeln den verschlagenen Fallensteller und Schänder. Schädliche Gefühle haben ihren Ursprung in der Hetzjagd und zeigen Überbleibsel in der Belästigung.

Der Sensualismus bot dem Menschen konträre Lebenskonzepte. Die Askese der Stoa und die epikureische Lebenslust legten Grundlagen für die christliche Glaubenslehre. Das epikureische Versprechen von Lust wird zur Verheißung des Wohlfahrtstaates im Utilitarismus. Der Rationalismus hat eine kürzere Geschichte, wurde aber durch den Sensualismus stimuliert.

Auch heute wird bewusste Wahrnehmung der peripheren Rezeption fälschlich zugeordnet. Die breite Variation der Sitten in den Einzelpersonen ist eine Folge der menschlichen Domestizierung. Persönlichkeitsstörungen zeigen schwache moralische Barrieren. Der forensische Gutachter muss zum Kumpan des Insassen werden, um Mitwisserschaft zu erlangen. Mit richtigem Alter, Einsicht und Absicht kann der Richter den Angeklagten nach seiner Autofiktion und den Tatsachen beurteilen. In Deutschland zeigen politische Instanzen Gruppenvorbehalt bei der Informationsgewinnung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Zusammenfassung

2. Eine kurze Geschichte der Vernunft und eine langwierigere Affäre des Gefühls

3. Einfühlsame Vernunft folgt dem vernünftigen Gefühl

4. Blogbeitrag: „Cannabisverordnung und Strafbarkeit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische und evolutionäre Wechselwirkung zwischen menschlicher Vernunft und emotionalem Erleben, wobei der Fokus insbesondere auf der forensischen Bewertung dieser Dynamik bei der Beurteilung straffälligen Verhaltens liegt.

  • Evolutionäre Wurzeln von Gefühl und Vernunft
  • Philosophische Strömungen wie Sensualismus, Utilitarismus und Rationalismus
  • Die Rolle von Emotionen in der modernen Forensik
  • Ethische Dimensionen der ärztlichen Beziehungsgestaltung zum Patienten

Auszug aus dem Buch

Eine kurze Geschichte der Vernunft und eine langwierigere Affäre des Gefühls

Plato erkannte allen Lebewesen eine Seele zu. In den in der Antike unterschiedenen drei Reichen der Biologie gab es also die Vorstellung von einer vegetativen, einer animalischen und einer menschlichen Seele. Seele stand für Empfindungsfähigkeit, somit für Gefühl. Während dem Menschen die Welt durch seine Sinne mit einem innerpsychischen Urteil (nous) erschlossen wird, nehmen die anderen Lebewesen die Welt eingeschränkt wahr. Trotz schärferer einzelner Sinne vermögen die unvernünftigen Tiere keine Werkzeuge herzustellen. Die Kunst der Technik (techne) ist ein Beleg für vernünftiges, d.h. planvolles Handeln in Stellvertretung. Der Mensch entwirft. Er folgt also nicht auf seine Kräfte vertrauend dem unreflektierten Drang anzugreifen, nein er stellt eine listenreiche Falle und setzt Fernwaffen ein. Das Tier vermag mit seinen Sinnen Beute aufzuspüren und kann diese aufgrund seiner Anpassung als Raubtier erlegen.

Die Pflanzenfresser zeigen die von Darwin an Finken ausführlich beschriebenen Anpassungen ihrer Mundwerkzeuge an die Nahrung ihrer ökologischen Nische. Der alles verzehrende Mensch erschließt sich mit der Schärfe des Feuersteins, was ihm Nägel und Zähne nicht frei geben. Mehr noch er setzt den Faustkeil als Werkzeug für die Fertigung wirksamerer Waffen ein. Die ortsgebundenen Pflanzen schließlich wenden ihre Blätter dem Licht zu. Ohne Wasser welken sie dahin. Der Mensch aber platziert voraussehend seinen Wasserbedarf in den Schalen von Straußeneiern in der Wüste. Dort erlegt er größeres Wild gänzlich ohne Waffen mit der zu zweit ausgeübten Hetzjagd. Mitleidslos und begierig auf Beute blicken die steinzeitlichen Jäger auf die durch Durst und Hetze geschwächte Beute. Der jüngere erlernt vom Erfahrenen die Jagdtechnik. Das Junge des gehetzten Alttieres kann aus dieser Erfahrung keinen Nutzen ziehen. Es bleibt im Gefühl des Verlassenseins, der Schutzlosigkeit gefangen. So lernt das Tier den Menschen als unerbittlichen Verfolger, als den der aus der Ferne tötet, als den der auch ohne Langwaffen gefährlich ist, zu fürchten. Damit wurden zwei Gefühle getrennt: Die zur Flucht führende Furcht des Tieres und die frohe verschlagene Schleue des Menschen. Furcht, Flucht und Tod erniedrigten das Tier und Nachstellen, Jagd und gemeinschaftlich ritueller Verzehr erhöhten den Menschen zum Herrn des Reviers.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zusammenfassung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die philosophische Entwicklung von der Wahrnehmung der Seele bei Plato bis hin zu modernen forensischen Begutachtungsfragen.

2. Eine kurze Geschichte der Vernunft und eine langwierigere Affäre des Gefühls: Der Abschnitt beleuchtet die evolutionäre Trennung von menschlicher Vernunft und animalischem Instinkt sowie deren Einfluss auf die kulturelle Entwicklung.

3. Einfühlsame Vernunft folgt dem vernünftigen Gefühl: Hier wird die notwendige Verbindung von emotionalem Erleben und vernünftigem Handeln im menschlichen Entwicklungsprozess sowie deren Bedeutung für soziale Bindungen analysiert.

4. Blogbeitrag: „Cannabisverordnung und Strafbarkeit: Dieses Kapitel diskutiert anhand eines medizinischen Fallbeispiels die ethischen und rechtlichen Grauzonen in der ärztlichen Praxis im Umgang mit Patienten, die illegale Substanzen konsumieren.

Schlüsselwörter

Sensualismus, Utilitarismus, Rationalismus, Forensik, Evolution, Kriminalprognose, Wahrnehmung, Gefühlsethik, Psychotherapie, Patientenbindung, Medizingeschichte, Gehirnforschung, Stoa, Moral, Humanismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische, philosophische und evolutionäre Verknüpfung von Vernunft und Gefühl und wie diese das menschliche Handeln – bis hin zu strafrechtlich relevantem Verhalten – bestimmen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den Kerngebieten zählen die Philosophiegeschichte, verhaltensbiologische Tiermodelle, medizinische Ethik sowie forensische Kriminalprognostik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Emotionen das menschliche Handeln leiten und warum eine differenzierte, fachübergreifende Betrachtung für die forensische Beurteilung von Straftätern essenziell ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt einen interdisziplinären Ansatz, der philosophische Analysen mit verhaltensbiologischen Erkenntnissen und klinisch-psychiatrischen Fallbeispielen verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung des menschlichen Gefühlslebens im Kontrast zum Tierreich, die Bedeutung gesellschaftlicher Strömungen wie den Sensualismus und die Herausforderungen einer ethisch verantwortungsvollen Psychotherapie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Sensualismus, Utilitarismus, Rationalismus, Forensik, Kriminalprognose und die Wechselwirkung zwischen Emotion und Vernunft.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Arztes bei der Cannabis-Verordnung?

Der Autor beleuchtet die medizinische und rechtliche Gratwanderung des Arztes, wenn Patienten von einer Therapie berichten, die außerhalb legaler Strukturen stattfindet, und thematisiert die daraus resultierende moralische Verantwortung.

Warum spielt die Forensik eine wichtige Rolle in der Arbeit?

Die Forensik dient als Anwendungsfeld, in dem die theoretischen Überlegungen zur menschlichen Verantwortung und Impulskontrolle konkret auf ihre praktische und rechtliche Relevanz geprüft werden.

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Details

Titel
Gefühlte Vernunft. Die spannungsvolle Geschichte von Sensualismus und Rationalismus
Untertitel
Auswirkungen auf die Forensik
Autor
Martin Wedig (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
12
Katalognummer
V453247
ISBN (eBook)
9783668873032
ISBN (Buch)
9783668873049
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sensualismus Utiltarismus Rationalismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Martin Wedig (Autor:in), 2018, Gefühlte Vernunft. Die spannungsvolle Geschichte von Sensualismus und Rationalismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/453247
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Leseprobe aus  12  Seiten
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