Ressourcenorientierung des Case Managements


Hausarbeit, 2018
11 Seiten, Note: 1.3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung
1.1 Ressourcen & Ressourcenorientierung
1. 2 Definition und Geschichte des Case Managements

2.0 Struktur und der fünfphasige Prozess
2.1 Die erste Phase (Assessment)
2.2 Die zweite Phase (Planning)
2.3 Die dritte Phase (Intervention)
2.4 Die vierte Phase (Monitoring)
2.5 Die fünfte Phase (Evaluation)

3.0 Die Einsatzgebiete des Case Management
3.1 Das Fallbeispiel anhand der Pflege

4.0 Fazit

5.0 Literaturverzeichnis

1.Einleitung

Jeden Tag erliegen Millionen an Menschen ihren sozialen oder gesundheitlichen Problemen in Deutschland. Von Multimorbidität bis hin zum heroinabhängigen Jugendlichen – allein schafft es kaum jemand sich seinen Problemen zu entziehen.

Dass die soziale Arbeit sich mit sozialen Problemen auseinander setzt, ist fast – wie der Name schon sagt - selbstverständlich. Doch ob es gelingt und vorallemwiees gelingt, möchte Ich anhand des Beispiels „Case Managements“ herausfinden.

Ich werde mich vor allem mit der Frage beschäftigen wie ressourcenorientiert die Methode ist. Dazu werde ich mich als erstes mit der Definition von Ressourcen & Ressourcenorientierung im Allgemeinen und danach mit der Definition des Case Managements sowie ihrer Geschichte beschäftigen.

Des weiteren werde Ich die Struktur und den fünfphasigen Prozess erläutern. Um nochmal zu verdeutlichen wie weit das Spektrum des Case Managements reicht, erläutere Ich kurz die Einsatzgebiete.

Als letztes werde Ich ein Fallbeispiel aufzeigen und dieses begleitend zusammenfassen. Das Fazit wird meine Beobachtungen zusammenfassen und nochmal Rücksicht auf meine Fragestellung nehmen.

1.1 Ressourcen & Ressourcenorientierung

Im Allgemeinen sind menschliche Ressourcen die verfügbaren Fähigkeiten in Form von Stärken oder Strategien, Situationen zu beeinflussen zu können und unangenehme Einflüsse zu reduzieren (vgl. Ahbe 1997, S. 26).

Materielle Ressourcen sind im Gegenzug und vorallem in Bezug auf die soziale Arbeit, existenzielle Dinge, wie finanzielle Mittel, Obdach, Nahrung etc. Unter personellen Ressourcen fallen zum Beispiel Freunde, Angehörige und Familie, die unterstützend auf einen Menschen wirken.

Ressourcenorientierte Vorgehensweisen sind demnach Methoden die bei der Lösung eines Problems immer die Ressourcen z.B. eines Klienten berücksichtigen und diese in ihrem Prozess integrieren.

1. 2 Definition und Geschichte des Case Managements

Das Case Management wurde ab Ende der 1970er Jahre als Methode der sozialen Arbeit in den USA entwickelt. Grund dafür waren zum einen die Zersplitterung der sozialen Dienste, die für die USA typisch war, die zum einen zu geringen Überschneidungen und Koordinationsstörungen zwischen den Trägern der sozialen Dienste und zum anderen zur Orientierungslosigkeit der Hilfebedürftigen führte. Zum anderen war dort noch die wachsende Kostenkonkurrenz unter den Anbietern sozialer Dienstleistungen im Verlauf der neoliberalen Sozialreform.

In Deutschland wurde Case Management seit Ende der 1980er Jahre vermehrt übernommen. Von seinen Vertretern wird das Case Management als „erweiterte Einzelfallhilfe“ verstanden.

Case Management (wörtlich: Fall Verwaltung) verfolgt das Ziel, im Einzelfall eines/einer KlientIn, bedarfsorientierte Unterstützung des Versorgungssystems zukommen zu lassen. Es koordiniert den Prozess zur angemessenen Versorgung von Menschen in einzelnen Bereichen des Sozial- und Gesundheitswesens (vgl. DGCC, 2012).

2.0 Struktur und der fünfphasige Prozess

Dem eigentlichen Kern des fünfphasigen Case Managements, geht das sogenannte „Outreach“, also die Phase der ersten Kontaktaufnahme voraus. Dabei soll sicher gestellt werden, dass je nach Anlass des Klienten der/die richtige Case ManagerIn den gesamten Prozess über den Fall verwaltet (vgl. Wendt 2015, S. 353).

Nach David Moxley führt das Case Management folgende einzelne Funktion aus.

2.1 Die erste Phase (Assessment)

Die Case ManagerInnen verschaffen sich in der ersten Phase eine Einschätzung der Lage der KlientInnen. Sie wirken gemeinsam, um Probleme zu erkennen und einen Bedarf zu analysieren. Es wird erarbeitet welche Gefahren die Probleme involvieren und welche Ressourcen vorhanden sind. Hierbei ist wissenswert, welche Probleme aus eigener Kraft bewältigt werden können, welche Netzwerke verfügbar sind und welche Hilfen diese mit sich bringen (vgl. Müller 2011, S. 66).

2.2 Die zweite Phase (Planning)

In der zweiten Phase werden Ziele unter Berücksichtigung des vorhandenen Netzwerksystems geplant. Fundamental ist hierbei die Hilfeplanerstellung mit möglichst klar formulierten Zielen und unter dem Aspekt der Möglichkeiten der Einrichtungen, mit denen zusammengearbeitet werden soll. Zur angemessenen Prozessüberwachung, ist es von Nöten, den Case ManagerInnen den Ablauf des Hilfeprozesses offenzulegen (vgl. Müller 2011, S.66f). Da auch der Hilfeplan teil eines Prozesses ist, ist es unabdingbar, nach der Umsetzung der Herangehensweise zu überprüfen, ob die festgesetzten Ziele erreicht wurden und gegebenenfalls den Lösungsweg zu revidieren (Sellin 2002, S.150).

2.3 Die dritte Phase (Intervention)

In der dritten Phase beginnt die die grundsätzliche Umsetzung der Planung, also die Intervention. Dabei werden die verschiedenen sozialen Dienste miteinander vernetzt und koordiniert. Die KlientInnen können nun an die fachspezifischen Einrichtungen weitervermittelt werden und es folgt eine Abfrage der Versorgung durch die Case ManagerInnen. Damit wird die Effektivität der Versorgungsqualität erfasst und es können frühzeitig, möglich auftretenden Problemen entgegengewirkt werden (Fries 2002, S. 112).

2.4 Die vierte Phase (Monitoring)

Beim Monitoring wird sowohl das Verhalten der KlientInnen, als auch die Leistung der sozialen Einrichtungen überprüft (vgl.Wendt 2015, S.354).

Auch einer der Dienstleistenden kann einen Teil des Monitorings übernehmen. Dafür muss er/sie dem/der zuständigen Case ManagerIn Berichterstattung, besonders in Form von Dokumentation, gewährleisten können. Kommt er/sie dem nicht nach wird der/die Case MangerIn sich ein „eigenes Bild machen“ müssen, also die Überwachung überwachen. Der/die Case MangerIn erkundigt sich nicht nur bei den Dienstleistenden, sondern erfragt auch die KlientInnen nach ihrem Fortschritt. Da es häufig auch zu Konfliktsituationen kommen kann, da sich Dienstleistende eventuell in ihrem Fachgebiet gestört fühlen könnten, sollte der/die KlientIn vorher über mögliche Konfrontationen aufgeklärt werden (vgl.Wendt 2015, S. 161). Stellt sich beim Monitoring heraus, dass es zu einer Verlagerung der Probleme, Ressourcen und/oder der Schwerpunkte gekommen ist, bedeutet dies, dass die Phasen 1-4 nochmal neu gestaltet werden müssen (reassassment) (vgl.Müller 2011, S.67).

2.5 Die fünfte Phase (Evaluation)

Bei der Evaluation wird der gesamte Prozess noch einmal überprüft. Der/die Case ManagerIn muss sich die Frage stellen ob die Hilfen das richtige für die KlientInnen waren, ob die Ziele umgesetzt wurden, ob es einer weiteren Vermittlung an gegebenenfalls andere Zweige benötigt oder ob die Unterstützung beendet werden kann. Dabei ist es wichtig den Grad der Zielerreichung festzusetzen und die Effektivität anhand der Perspektive aller involvierten Akteure zu sehen (vgl. Müller 2011, S.79)

3.0 Die Einsatzgebiete des Case Management

Da Case Management Ganzheitlichkeit und Integration als Grundprinzipien festsetzt und vorallem für die Abstimmung und Vermittlung von KlientInnen an interdisziplinäre Institutionen zuständig ist und es in den kommenden und vergangenen Jahren immer mehr Einsatzgebiete gab/geben wird, hege Ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Case Management kommt exemplarisch besonders in diesen 12 Einsatzgebieten vor:

- in der Rehabilitation
- in der Behindertenhilfe
- in der rechtlichen Betreuung
- in der Familienhilfe
- n der Kinder- und Jugendhilfe
- in der Straffälligenarbeit
- in der Arbeit mit Suchtmittelabhängigen und Wohnungslosen
- in der Psychiatrie
- in der Krankenversorgung
- zur Arbeitsmarktintegration
- im Versicherungswesen
- in der Pflege (vgl. Wendt 2015, S.215-281)

3.1 Das Fallbeispiel anhand der Pflege

Da Ich selber eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin angefangen hatte, geht es in meinem Fallbeispiel um einen Fall, wie er im Krankenhaus geschehen könnte. Der Fall ist so nie dagewesen und wurde von mir im Rahmen dieser Hausarbeit erfunden.

Frau M. Ist 68 Jahre alt und lebt, seit ihr Mann vor 2 Jahren gestorben ist, alleine in einer Wohnung in Ricklingen/Hannover. Sie ist kinderlos, hat jedoch viele Freunde in ihrer Umgebung. An sich war Frau M. Immer gesund, hatte zwar ein paar Kilos zu viel und fühlte sich manchmal nicht gut, hat dies jedoch immer auf ihr Alter geschoben. Eines Abends leidet Frau M., als sie Besuch von einer Freundin hatte, unter starken Kopfschmerzen, Übelkeit und teilweise sogar Nasenbluten, weshalb sie ihre Freundin in ein nahegelegenes Krankenhaus bringt. Dort wird ihr Blutdruck gemessen, sowie Blut- und eine Urinprobe abgenommen. Da ihr Blutdruck stark entgleist ist, wird sie zunächst zur Überwachung auf die Kardiologie verlegt. Am nächsten Morgen diagnostiziert der Arzt eine Hypertonie, möchte aber noch ein nephrologisches Konsil. Die Nephrologin diagnostiziert bei ihr eine Niereninsuffizienz im 1 Stadium, sowie Diabetes Mellitus Typ 2 und schaltet außerdem den Case Manager des Krankenhauses ein.

Als dieser Frau M in ihrem Zimmer besucht (Outreaching), bemerkt er, dass sie sehr in sich gekehrt ist und leicht apathisch wirkt. Beim Gespräch muss Frau M immer wieder weinen und fragt sich , warum sie nicht viel eher zum Arzt gegangen ist. Sie fühle sich schon länger unkonzentriert, hat Schwierigkeiten beim Sehen und habe eine Stelle am Fuß auf die mal geschaut werden müsse. Er findet heraus, dass Frau M einige Freunde hat, die ihr gerne helfen wollen, ein Auto besitzen und ebenfalls im Rentenalter sind. Außerdem spricht Frau M den Wunsch aus bei einem Psychiater oder Psychologen vorbeischauen zu wollen, da sie das Gefühl hat, seit ihr Mann fort ist, einsam zu sein.

Er bespricht nun mit ihr das weitere Vorgehen (Assessment). Sie soll morgen vom krankenhausinternen Diabetologen untersucht werden, damit ihr Diabetes richtig eingestellt werden kann. Desweiteren wird er sich mit ihrer Krankenkasse auseinander setzen, welche Art von Prävention sie übernehmen wird, nicht nur in Bezug auf ihren Diabetes, sondern auch im Zuge ihres psychischen Zustands. Er rät ihr zu einer Diabetesschulung, die ihr im Alltag helfen soll mit ihrer Erkrankung verantwortungsvoll umzugehen. Außerdem wird er den Wundmanager für ihren Fuß hinzuziehen und nach einem ambulanten Pflegedienst für die eventuelle Insulingabe schauen. Er wird ihr außerdem eine Liste von Ärzten in den Fachrichtungen: Kardiologie, Diabetologie und Nephrologie.

Danach erforscht der Case Manager die sozialen Netzwerke in der Umgebung und kontaktiert zunächst die krankenhausinternen ÄrztInnen und die WundmanagerInnen (Planning). Er ruft ihre Krankenkasse an und bespricht die Kostenübernahme der Psychotherapie, wenn sie sich dem/der PsychiaterIn vorgestellt hat. Außerdem sucht er ihr eine Reihe an Fachärzten (KardiologInnen, NephrologInnen, DiabetologInnen,

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Ressourcenorientierung des Case Managements
Hochschule
HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst - Fachhochschule Hildesheim, Holzminden, Göttingen
Note
1.3
Autor
Jahr
2018
Seiten
11
Katalognummer
V453299
ISBN (eBook)
9783668870406
ISBN (Buch)
9783668870413
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ressourcenorientierung, case, managements
Arbeit zitieren
Anna Eggers (Autor), 2018, Ressourcenorientierung des Case Managements, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/453299

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