Political Consultants in den professionalisierten Wahlkämpfen der USA


Hausarbeit (Hauptseminar), 2004

25 Seiten, Note: 2.0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die political consultants in den USA
2.1 Historie der political consultants
2.2 Aktuelle Betrachtung der Branche der political consultants
2.3 Zukunftsperspektiven für die Branche der political consultants

3. Beratungsleistungen der political consultants im einzelnen
3.1 general consultants
3.2 media consultants
3.2.1 paid-media
3.2.2 free-media
3.3 pollster
3.4 fundraising consultants
3.5 opposition research consultants

4. Exkurs: Die Website der AAPC und der Code of Ethics (Überblick und Kritik)

5. Schlußbetrachtung

6. Literaturverzeichnis

7. Verzeichnis der Internetquellen

1. Einleitung

Kandidaten „können nur dann modern und erfolgreich sein, wenn sie über eine moderne und professionelle Organisation verfügen.“[1] Besonders in den Zeiten von Wahlkämpfen zeigt sich diese hohe Anforderung an eine moderne und professionelle Organisation.

Die Technik und die Spielregeln von Wahlkämpfen sind komplex, ihre Logistik ist vertrackt und der Zeitaufwand für die Vorbereitung enorm. Die Schneise zwischen Wahlsieg und Wahlniederlage wird immer enger. Die Standhaftigkeit von Stammwählern wird immer geringer, so dass Wählerstimmen leichter zu verlieren als zu halten sind. Dies hat zur Folge, dass eine professionelle Wahlkampagne immer mehr an Bedeutung für das Wahlergebnis gewinnt und in diese immer mehr finanziell investiert wird. „Es ist darum keine Überraschung, dass Spezialisten für politische Strategie, Kommunikation und Organisation den Wahlkampf zu ihrem Beruf machen. Unter dem Stichwort der Professionalisierung der Wahlkämpfe wird die simple Tatsache zusammengefasst: Amateure dienen nur noch als Fußtruppen, aber der Generalstab wird mit Profis besetzt.“[2] Allein der Titel des Buches „No place for amateurs“ von Dennis W. Johnson[3] kann diese Aussage nur unterstreichen. Es sind die political consultants die für die Führung einer politischen Kampagne verantwortlich und in Amerika kaum wegzudenken sind.

Mit der Gründung der AAPC (American Association of Political Consultants) in den siebziger Jahren manifestierten diese Fachleute für politische Kommunikation ihre Arbeit als Berufsstand. Mittlerweile bieten Tausende political consulting firms ihre Beratungsdienste an, „die von Meinungsforschung über Organisationsmanagement, opposition research, Strategieplanung, media buying (...) und targeting (...) bis zum media consulting, public relations und der Kommunikations- und Werbestrategieplanung reichen.“[4]

Diese Arbeit wird sich nun mit dem Berufstand der political consultants näher auseinandersetzen. Sie soll einen kurzen Überblick über die Entstehung, die aktuelle Situation und mögliche Zukunftsperspektiven der political consultants geben. Zum Ende der Arbeit folgt ein Exkurs zur näheren Betrachtung der Website und des Code of professional Ethics der AAPC, der wohl größten Vereinigung dieser Politprofis.

Des weiteren sollen einige Sparten dieses Berufsfeldes näher beleuchtet werden, um einen Einblick in den großen Aufgabenbereich der political consultants in den Zeiten von Wahlkämpfen nehmen zu können.[5] Daraus entwickelt sich schließlich die Frage, wie hoch ihr Einfluss auf die Wahl und den Wahlausgang ist oder ob ein Wahlsieg ohne einen professionell geführten Wahlsieg durch die political consultants überhaupt möglich, bzw. realistisch ist, was versucht wird in der Schlußbetrachtung zu beantworten.

2. Diepolitical consultants in den USA

Wie wohl nahezu jeder Berufsstand verfügt auch der des political consultants über eine Historie, eine (mehr oder weniger) aktuelle Bestandsaufnahme und mögliche Zukunftsperspektiven. Der folgende Abschnitt soll der näheren Betrachtung der drei Zeitabschnitte dienen.

2.1 Historie der political consultants

Auf der Internetseite der AAPC werden die jüngsten Anfänge der politischen Berater kurz beschrieben. „(...) The first recorded political consultant was Quintus Cicero, author of the Handbook of Electioneering. Written to help his brother win a campaign for the consulship of Rome in 63 B.C., it was a first. Since then perhaps millions have offered advice to candidates for public office.“[6] Der darauf folgende Eintrag überspringt jedoch schon einige Jahre und berichtet vom letzten Jahrhundert: „The creation of the political consultation as a separate career discipline has been a development of the middle 20th Century. (...) Some call the california firms of Baus and Ross or Whittacker-Baxter, back in the 1930s, the founders of the field. Others credit people like Joe Napolitan, Clif White, (...)[7], Bob Squier, Walter deVries and their peers as the first „true“ political consultants. These political pioneers date back to the 50s.“[8]

Logischerweise entstand diese neue Branche der political consultants nicht ohne Grund. In dem Kalifornien der dreißiger Jahre konnte erstmals eine PR-Agentur ausschließlich von Polit-Aufträgen leben, weil die Macht der damals korrupten Parteibosse und Zirkel über die Kandidatenaufstellung gebrochen werden konnte. Die Vorwahlen wurden überparteilich demokratisiert und geöffnet und die Wahlkampfzeit um Monate verlängert. Die Übernahme dieses Systems durch andere Staaten, der Siegeszug des Fernsehens in den sechziger Jahren und die Reform der Wahlkampffinanzierung, welche die Finanzverantwortung in den Schoß des einzelnen Kandidaten legte, sorgten für einen Quantensprung in der Beraterszene.

Ein weiterer Grund zur Professionalisierung von Wahlkämpfen stellte der Übergang vom selling zum marketing von Politik dar.[9] Selling von Politik bedeutet, dass die Wählerschaft von einem vorgefertigten Programm überzeugt werden muss, auf welches sie kaum Einfluss ausüben kann. Marketing hingegen bedeutet, dass bereits in der Bevölkerung vorherrschende Stimmungen und Erwartungen zu kanalisieren, zu konkretisieren und zu kommunizieren sind. Die „alte“ Politik war hauptsächlich vom selling bestimmt. Die „neue“ Politik (new politics) ist dagegen marketingorientiert. „The candidate`s focus has changed along with the evolution of marketing practice in politics from a party concept to a marketing concept.“ Marketing- und Werbespezialisten und professionelle Strategen sind daher konsequenterweise an die Stelle traditioneller Parteifunktionäre getreten.

Diese marketingorientierte neue Politik, der dadurch entstehende moderne Medienwahlkampf und die permanente Kampagne zwischen Regierung und Opposition brachten den neuen Typus von Politprofi hervor, den political consultant.

Dem Grundsatz `wehret den Anfängen` wurde in Bezug auf diesen neuen Berufsstand nicht gefolgt, so dass er sich stetig weiterentwickeln und vergrößern konnte. Eine Bestandsaufnahme soll nun im nächsten Abschnitt folgen.

[...]


[1] http:/www.kas.de/db_files/dokumente/die_politischeMeinung/7_dokument_dok_pdf_4044_1.pdf.

[2] vgl. Althaus, Marco: Wahlkampf als Beruf. Die Professionalisierung der Political Consultants in den USA. Frankfurt a. M. 1998, S.15.

[3] Johnson, Dennis W.: No place for amateurs. How Political Consultants are reshaping american democracy. New York/London 2001.

[4] Filzmaier, Peter; Plasser, Fritz: Die amerikanische Demokratie. Regierungssystem und politischer Wettbewerb in den USA. Wien 1997, S. 279.

[5] Hierbei wird sich grundlegend auf die Wahlkämpfe größerer Öffentlichkeitswahrnehmung, wie dem Präsidentschaftswahlkampf konzentriert.

[6] http://www.theaapc.org/content/aboutus/overview.asp.

[7] (...) = Matt Reese, Bill Roberts, Stu Spencer, Joe Cerrell, Bill Hamilton,.

[8] Siehe FN 6

[9] vgl. Filzmaier, Peter; Plasser Fritz: a.a.O., S.279.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Political Consultants in den professionalisierten Wahlkämpfen der USA
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen  (Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Die amerikanischen Präsidentschaftswahlen 2004
Note
2.0
Autor
Jahr
2004
Seiten
25
Katalognummer
V45349
ISBN (eBook)
9783638427678
Dateigröße
559 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Political, Consultants, Wahlkämpfen, Präsidentschaftswahlen
Arbeit zitieren
Jens Homann (Autor), 2004, Political Consultants in den professionalisierten Wahlkämpfen der USA, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45349

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