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Intergenerative Effekte von direkter und indirekter Besteuerung in einer alternden Gesellschaft

Eine Analyse im Rahmen der Generationenbilanz

Titel: Intergenerative Effekte von direkter und indirekter Besteuerung in einer alternden Gesellschaft

Masterarbeit , 2018 , 69 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Tobias Kohlstruck (Autor:in)

VWL - Finanzwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel dieser Arbeit ist es, rückblickend zwei der wichtigsten Steuerreformen der letzten 20 Jahre – zum einen die Einkommensteuerreform von 2000 zum anderen die Umsatzsteuerreform von 2006 – auf ihre intergenerativen Verteilungswirkungen mithilfe der Generationenbilanzierung zu analysieren.

Die Arbeit beginnt mit einem kurzen Überblick über die Bevölkerungsalterung in Deutschland, die neben einer höheren Lebenserwartung und niedrigeren Kindersterblichkeit vor allem auf den Rückgang der Fertilität seit dem Ende der 1960er-Jahre zurückzuführen ist. Infolge dieser Entwicklung befindet sich Deutschland in einem Schrumpfungsprozess, was bedeutet, dass die Anzahl der Bevölkerung langfristig abnimmt, zudem befindet sich Deutschland in einem Alterungsprozess, indem die Bevölkerungsstruktur sich verändert, sich also die Relation zwischen älteren und jüngeren Menschen vergrößert.

Daraufhin erfolgt ein Überblick über die Theorie der optimalen direkten und indirekten Besteuerung. Das Grundproblem besteht darin, dass unvollständige Informationen die Observierung der Heterogenität individueller Charakteristiken in der Realität nicht erlauben, wodurch es zu durch Steuern ausgelöste Verzerrungen kommen kann, die zu Wohlfahrtsverlusten führen. Das Ziel besteht darin, diese Verzerrungen zu minimieren.

Die Generationenbilanz wurde in den Vereinigten Staaten maßgeblich von Kotlikoff (1992), Auerbach et al. (1991, 1992, 1994) entwickelt und von Raffelhüschen (1999) und Gokhale/Raffelhüschen (1999) in Deutschland eingeführt. Die Generationenbilanz dient zur Ermittlung der langfristigen Nachhaltigkeit der öffentlichen Finanzen und Reformen der Fiskal- und Sozialpolitik. Eine Fiskalpolitik lässt sich demnach als nachhaltig bezeichnen, wenn der Barwert der heutigen und zukünftigen aggregierten Steuereinnahmen höher ist als der Barwert aller zukünftigen aggregierten Staatsausgaben und somit im Rahmen der intertemporalen Budgetbeschränkung des Staates liegt. Dadurch werden nicht nur die expliziten Schulden, sondern ebenfalls die impliziten Schulden, die durch die sozialen Sicherungssysteme anfallen, berücksichtigt.

Anhand dieser Methode lässt sich genau bestimmen, welche Altersjahrgänge durch eine bestimmte Reform wie hoch über ihren gesamten Lebenszyklus belastet oder entlastet werden. Die Ergebnisse der Analyse zeigen, dass die Verteilung der Steuern durch die Reformen seit 1999 für zukünftige Generationen sowie für die jetzt lebenden Jungen und Alten vorteilhaft waren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Bevölkerungsalterung in Deutschland

3 Theorie direkter und indirekter Steuern

3.1 Direkte Steuern

3.1.1 Die optimale Einkommensteuer

3.1.2 Die Lafferkurve

3.2 Indirekte Steuern

3.2.1 Die optimale Umsatzsteuer

3.2.2 Diskussion differenzierter Umsatzsteuersätze

4 Die Steuerreformen seit 2000

4.1 Einkommenssteuerreform von 2000

4.2 Umsatzsteuerreform von 2006

5 Die Generationenbilanz

5.1 Theorie und Methodologie der Generationenbilanz

5.2 Verwendete Methodik

5.3 Daten

5.4 Ergebnisse

5.4.1 Deskriptive Darstellung der Ergebnisse

5.4.2 Diskussion der Ergebnisse

5.5 Grenzen der Generationenbilanz

6 Fazit und Ausblick

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die intergenerativen Verteilungswirkungen der Einkommensteuerreform von 2000 sowie der Umsatzsteuerreform von 2006 mittels der Methode der Generationenbilanzierung retrospektiv zu analysieren und deren Auswirkungen auf die langfristige fiskalische Nachhaltigkeit zu bewerten.

  • Demografische Alterung und deren Einfluss auf soziale Sicherungssysteme
  • Theoretische Grundlagen optimaler direkter und indirekter Besteuerung
  • Analyse der Einkommensteuerreform von 2000 und der Umsatzsteuerreform von 2006
  • Anwendung der Generationenbilanz zur Ermittlung intergenerativer Verteilungseffekte
  • Diskussion der fiskalischen Nachhaltigkeit und der Grenzen der Generationenbilanz

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Die Lafferkurve

Eine weitere theoretische Möglichkeit, die optimale Höhe der Einkommensteuer zu bestimmen, bietet die s.g. Lafferkurve, die von dem Journalisten Wanniski 1974 in der Zeitschrift National Affairs nach einem Gespräch mit Arthur Laffer publik gemacht wurde. Die Grundidee von Laffer war nicht neu, sondern lässt sich auf den bereits im 14. Jahrhundert lebenden Philosophen Ibn Khaldun zurückführen und wurde von John Maynard Keynes in den 1930er-Jahren erneuert aufgegriffen (Laffer 2004, S. 2). Laffer erklärt in seiner Theorie, dass das Steueraufkommen bei den Steuersätzen von 0 und von 100 Prozent jeweils null sein muss, da es sich bei einem Steuersatz von 100 Prozent für niemanden lohnen würde, zu arbeiten. Zwischen den beiden Punkten bildet sich eine umgekehrte Parabel mit einem Höhepunkt, also einem Punkt, in dem das Steueraufkommen bei einem bestimmten Steuersatz maximal ist. Wo genau dieser Punkt liegt und welche Form die Parabel hat, kann allerdings nicht genau bestimmt werden und hängt von der Progressivität des Steuersystems, der Stärke der Angebotseffekte sowie der Größe des Schwarzmarktes ab (Feige/McGee 1982, S. 499).

Wird eine proportionale Einkommensteuer übergreifend um 15 Prozent gesenkt, dann sinkt der aggregierte Steuersatz um 15 Prozent. Bei einer progressiven Einkommensteuer hingegen wäre das lediglich der Fall, wenn sich die Bemessungsgrundlage nicht verändert. Steigt durch die Steuersenkung die Bemessungsgrundlage, erfolgt ein endogener Anstieg des aggregierten Steuersatzes, was einen Teil der ursprünglichen Steuersenkung rückgängig machen wird (Feige/McGee 1982, S. 500). Je nach Substitutionselastizitäten zwischen nicht besteuerbarer Produktion zu Hause und besteuerbarer Produktion am Markt verändert sich das Angebot. Des Weiteren steigen mit höheren Steuern die Anreize, auf dem Schwarzmarkt zu handeln; es geht also zum einen um Steuervermeidung und zum anderen um Steuerhinterziehung. Die Lafferkurve lässt sich anhand folgender Abbildung verdeutlichen:

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle fiskalische Situation in Deutschland ein und definiert das Ziel der Arbeit, die intergenerativen Verteilungswirkungen der Steuerreformen seit 2000 mithilfe der Generationenbilanz zu analysieren.

2 Die Bevölkerungsalterung in Deutschland: Dieses Kapitel beschreibt die demografischen Prozesse in Deutschland, insbesondere den Einfluss von Fertilitätsraten und Lebenserwartung auf die Bevölkerungsstruktur.

3 Theorie direkter und indirekter Steuern: Hier werden die theoretischen Grundlagen der optimalen Besteuerung, unterteilt in direkte und indirekte Steuern sowie die Lafferkurve, diskutiert.

4 Die Steuerreformen seit 2000: Dieses Kapitel bietet einen deskriptiven Überblick über die Einkommensteuerreform von 2000 und die Umsatzsteuerreform von 2006.

5 Die Generationenbilanz: Der Hauptteil erläutert die Theorie, Methodik, Datengrundlage und Ergebnisse der Generationenbilanz zur Analyse intergenerativer Verteilungseffekte.

6 Fazit und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und diskutiert die Auswirkungen der Reformen sowie Ansätze für weitere Forschung.

Schlüsselwörter

Generationenbilanz, Steuerreform, Einkommensteuer, Umsatzsteuer, demografischer Wandel, intergenerative Umverteilung, Nachhaltigkeitslücke, Fiskalpolitik, Lafferkurve, optimale Besteuerung, Sozialstaat, öffentliche Finanzen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die intergenerativen Verteilungswirkungen bedeutender Steuerreformen der letzten 20 Jahre in Deutschland, spezifisch der Einkommensteuerreform von 2000 und der Umsatzsteuerreform von 2006, vor dem Hintergrund einer alternden Gesellschaft.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die demografische Alterung, die Theorie der optimalen direkten und indirekten Besteuerung sowie die Anwendung und methodischen Grenzen der Generationenbilanz als Instrument der Finanzwissenschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, retrospektiv zu prüfen, wie die genannten Steuerreformen die Lastenverteilung zwischen heutigen und zukünftigen Generationen beeinflusst haben und ob die fiskalische Nachhaltigkeit dadurch verändert wurde.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird die Methode der Generationenbilanzierung angewendet, ergänzt durch eine ceteris paribus Analyse der Steuerverteilung, um intergenerative Effekte unter Verwendung von Bevölkerungs- und EVS-Daten zu quantifizieren.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Im Hauptteil stehen die theoretische Auseinandersetzung mit Steuersystemen, der deskriptive Vergleich von Steueraufkommen und Steuersätzen seit 2000 sowie die quantitative Simulation der Generationenkonten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Generationenbilanz, fiskalische Nachhaltigkeit, intergenerative Umverteilung, demografischer Wandel sowie die Einkommen- und Umsatzsteuerpolitik.

Welche Bedeutung hat die Lafferkurve für die Argumentation des Autors?

Die Lafferkurve wird als didaktisches Konzept genutzt, um zu diskutieren, dass Steuersenkungen unter bestimmten Bedingungen das Steueraufkommen erhöhen können, wobei der Autor jedoch auf die Grenzen ihrer praktischen Anwendbarkeit und empirischen Messbarkeit hinweist.

Was sind die zentralen Ergebnisse bezüglich der Reformen seit 2000?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Steuerreformen seit 2000 für sämtliche Generationen vorteilhaft waren, da die Nachhaltigkeitslücke bei Anwendung der Steuerverteilung von 2016 kleiner ausfällt als bei der Verteilung von 1999.

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Details

Titel
Intergenerative Effekte von direkter und indirekter Besteuerung in einer alternden Gesellschaft
Untertitel
Eine Analyse im Rahmen der Generationenbilanz
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Note
1,0
Autor
Tobias Kohlstruck (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
69
Katalognummer
V453673
ISBN (eBook)
9783668858770
ISBN (Buch)
9783668858787
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Generationenbilanz direkte Steuern indirekte Steuern Steuerreform demografischer Wandel intergenerative Effekte alternde Gesellschaft Umsatzsteuer Einkommensteuer optimale Steuertheorie Mehrwertsteuer
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tobias Kohlstruck (Autor:in), 2018, Intergenerative Effekte von direkter und indirekter Besteuerung in einer alternden Gesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/453673
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Leseprobe aus  69  Seiten
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