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Jean Piagets Theorie der kognitiven Entwicklung

Title: Jean Piagets Theorie der kognitiven Entwicklung

Seminar Paper , 2004 , 30 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Katja Kuhn (Author)

Psychology - Developmental Psychology
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Summary Excerpt Details

„Die Entwicklungspsychologie befaßt sich mit den Veränderungen des Verhaltens und Erlebens während der Ontogenese.“ (Trautner, 1992, S. 23). Entwicklung hat demnach immer mit Veränderungen zu tun. Diese können sich auf Beobachtbares und nur Erschließbares ebenso beziehen wie auf unterschiedliche Teilgebiete der menschlichen Individualentwicklung. Das Erkenntnisinteresse der Entwicklungspsychologie ist somit breit gefächert, es erstreckt sich von der motorischen Entwicklung über den Erwerb sprachlicher und sozialer Fähigkeiten, über Geschlechtsrollentypisierung und Entwicklung der Intelligenz bis zur Ausbildung moralischer Urteils- und Handlungskompetenz.
Auch die Frage, was Entwicklung ist, hat vielfältige Antworten gefunden. Während endogenistische Perspektiven Entwicklung als einen Prozess von innen heraus betrachten, Entwicklung also als Reifung und Entfaltung bereits vorhandener phylo- und ontogenetischer Anlagen ansehen, wird aus exogenetischer Sicht der Mensch als tabula rasa begriffen, der seine Entwicklung nicht aktiv betreibt, sondern vielmehr durch äußere (Umwelt-) Einflüsse gleichsam geformt wird. Eine Verschränkung aus aktiver Eigenbeteiligung und Beeinflussung durch die Umweltbedingungen findet die Entwicklungspsychologie in interaktionistischen Ansätzen, die eine wechselseitige Beeinflussung von Individuum und Umwelt postulieren; sowohl die Umwelt als auch der Mensch sind aktiv an der Entwicklung des Letzteren beteiligt. Einen starken Fokus auf das Individuum als eigentätigen und eigenverantwortlichen Gestalter seiner Entwicklung legen konstruktivistische Standpunkte in der Entwicklungspsychologie.

Excerpt


Inhaltsübersicht

Einleitung: Entwicklungspsychologie

Hauptteil: Jean Piagets Theorie der kognitiven Entwicklung

I.) Entwicklungsmodell

I.1.) Kognitivismus

I.2.) Konstruktivismus

I.3.) Strukturgenese

II.) Was ist Entwicklung?

II.1.) Äquilibration

II.2.) Organisation

II.3.) Adaptation

II.3.1.) Assimilation

II.3.2.) Akkomodation

III.) Wie verläuft Entwicklung?

III.1.) Stufenmodell der Entwicklung

III.2.) Kennzeichen der Stufenmodells

IV.) Stufen der kognitiven Entwicklung

IV.1.) Sensomotorisches Stadium

IV.1.1.) Betätigung und Übung der Reflexe

IV.1.2.) Primäre Zirkulärreaktionen

IV.1.3.) Sekundäre Zirkulärreaktionen

IV.1.4.) Koordination erworbener Handlungsschemata

IV.1.5.) Tertiäre Zirkulärreaktionen

IV.1.6.) Vom sensumotorischen Intelligenzakt zur gedanklichen Problemlösung

IV.2.) Präoperationales Stadium

IV.2.1.) Allgemeine Kennzeichen

IV.2.2.) Besonderheiten der kognitiven Aktivität

IV.3.) Konkret-operationales Stadium

IV.3.1.) Allgemeine Kennzeichen

IV.3.2.) Besonderheiten der kognitiven Aktivität

IV.4.) Formal-operationales Stadium

IV.4.1.) Allgemeine Kennzeichen

IV.4.2.) Besonderheiten der kognitiven Aktivität

Schluss: Diskussion der Piaget´schen Entwicklungstheorie

Zielsetzung und thematische Ausrichtung

Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, das entwicklungspsychologische Modell von Jean Piaget darzulegen. Dabei steht die Forschungsfrage im Vordergrund, wie sich die kognitiven Fähigkeiten und Denkstrukturen des Menschen während der Ontogenese qualitativ verändern und welche Mechanismen – insbesondere im Rahmen des konstruktivistisch-kognitivistischen Ansatzes – diese Entwicklung steuern.

  • Kognitive Entwicklungstheorie nach Jean Piaget
  • Die Mechanismen der Äquilibration, Organisation und Adaptation
  • Das Stufenmodell der kognitiven Entwicklung
  • Die sensomotorische, präoperationale, konkret-operationale und formal-operationale Phase
  • Kritische Diskussion und Einordnung des Piaget’schen Werkes

Auszug aus dem Buch

IV.1.3.) Sekundäre Zirkulärreaktionen

Zwischen dem vierten und dem achten Monat ist die kognitive Entwicklung von den sekundären Zirkulärreaktionen bestimmt. Auch diese stellen wie die primären Zirkulärreaktionen der vorangegangenen Periode Wiederholungen zufällig entdeckter Effekte des eigenen Verhaltens dar. War jedoch das Verhalten in der vorherigen Phase primär auf den eigenen Körper und dessen Funktionen gerichtet, wendet das Kind seine Aufmerksamkeit nunmehr verstärkt der Außenwelt zu (vgl. Buggle, 1985, S. 55).

Trautner (1991) spricht von der Entwicklung zahlreicher Schemata, die Umwelteffekte auslösen. Diese stärkere Hinwendung zur Umwelt bedingt weiterhin, dass die Kinder nun versuchen, interessante Erfahrungen und Reize, die sie ursprünglich nicht selbst hervorgerufen haben, durch Anwendung bereits vorhandener Verhaltensmuster erneut zu erleben:

Am folgenden Tag mit 0; 7 (30) klatsche ich vor Jaqueline in die Hände. Als ich aufhöre, streicht sie ihre Hand am Weidengeflecht der Wand entlang und blickt meine Hände an. Als ich wieder anfange, hört sie auf, wie wenn sie jetzt ihr Ziel erreicht hätte. Wenn ich aufhöre, beginnt sie von neuem . . .“ (Piaget 1975, zitiert nach Buggle, 1985).

An diesem Beschreibung erkennt man deutlich, wie das Kind versucht, durch Einsatz eines bereits vorhandenen Schemas, das gewünschte Ereignis nun selbst hervorzurufen, und somit seinen Denk und Handlungsstrukturen zu assimilieren. Die sekundären Zirkulärreaktionen kündigen somit auch den Beginn intentionalen Verhaltens an, das für Piaget ein wesentliches Merkmal höherwertiger kognitiver Kompetenz darstellt (vgl. Buggle, 1985, S. 56f.). Intentionalität des Verhaltens meint hier, dass bestimmte Schemata zur Zielerreichung eingesetzt werden, im oben angeführten Beispiel dient das Entlangstreichen an der Wand dazu, den Vater zum Klatschen zu veranlassen.

Zusammenfassung der Kapitel

I.) Entwicklungsmodell: Dieses Kapitel führt in den Kognitivismus und Konstruktivismus ein und definiert Piagets Verständnis von Strukturgenese als aktiven Entwicklungsprozess.

II.) Was ist Entwicklung?: Hier werden die Kernkonzepte der Äquilibration, Organisation und Adaptation (Assimilation und Akkomodation) als treibende Kräfte des Entwicklungsprozesses erläutert.

III.) Wie verläuft Entwicklung?: Das Kapitel beschreibt das Stufenmodell und die theoretischen Voraussetzungen der diskontinuierlichen, aber funktional kontinuierlichen Entwicklung.

IV.) Stufen der kognitiven Entwicklung: Dieses zentrale Kapitel analysiert detailliert die vier Entwicklungsstadien vom sensomotorischen bis zum formal-operationalen Stadium anhand ihrer jeweiligen Kennzeichen.

Schluss: Diskussion der Piaget´schen Entwicklungstheorie: Abschließend wird das Werk Piagets kritisch hinsichtlich seiner methodischen Ansätze und der Altersnormen bewertet, wobei auch die Bedeutung für die moderne Psychologie hervorgehoben wird.

Schlüsselwörter

Entwicklungspsychologie, Jean Piaget, Kognitive Entwicklung, Konstruktivismus, Äquilibration, Adaptation, Assimilation, Akkomodation, Stufenmodell, Sensomotorik, Objektpermanenz, Kognitive Operationen, Egozentrismus, Reversibilität, Kognitive Strukturen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit behandelt die entwicklungspsychologische Theorie Jean Piagets und erklärt, wie sich das menschliche Denken und die Kognition vom Säuglingsalter bis zur Adoleszenz entwickeln.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind der Aufbau von Denkstrukturen, die Rolle der aktiven Eigenbeteiligung des Individuums an seiner Entwicklung sowie die biologische Fundierung kognitiver Anpassungsprozesse.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Piagets Stufentheorie systematisch darzustellen und zu verdeutlichen, wie durch Assimilation und Akkomodation immer komplexere kognitive Strukturen entstehen.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Theorie zugrunde?

Piaget nutzte primär die klinische Methode, eine offene Befragungstechnik, kombiniert mit Beobachtungen, um die Besonderheiten kindlichen Denkens zu erschließen.

Was behandelt der Hauptteil?

Der Hauptteil erörtert die theoretischen Grundlagen (Kognitivismus, Konstruktivismus) und detailliert die vier Stadien: sensomotorisch, präoperational, konkret-operational und formal-operational.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Äquilibration, Assimilation, Akkomodation, kognitive Strukturen und die verschiedenen Stufen der kognitiven Entwicklung.

Warum ist die "Umschüttaufgabe" für das Verständnis wichtig?

Sie illustriert anschaulich die Konzepte der Zentrierung und Irreversibilität im präoperationalen Stadium, da Kinder hierbei Schwierigkeiten haben, die Invarianz der Menge bei Formveränderungen zu erkennen.

Inwiefern unterscheidet sich das formal-operationale Denken von den Vorstufen?

Jugendliche können hier abstrakt, hypothetisch-deduktiv und systemisch denken, wodurch sie sich von der konkreten Anschauung lösen und logische Operationen zweiten Grades vollziehen können.

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Details

Title
Jean Piagets Theorie der kognitiven Entwicklung
College
University of Augsburg  (PhilosophischSozialwissenschaftliche Fakultät)
Course
GK Psychologie II
Grade
1,0
Author
Katja Kuhn (Author)
Publication Year
2004
Pages
30
Catalog Number
V45383
ISBN (eBook)
9783638428002
ISBN (Book)
9783656204282
Language
German
Tags
Jean Piagets Theorie Entwicklung Psychologie Thema Piaget Stufenmodell
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katja Kuhn (Author), 2004, Jean Piagets Theorie der kognitiven Entwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45383
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