Die nachfolgende Arbeit befasst sich mit dem freiwilligen Ehrenamt am konkreten Beispiel des DRK Kreisverbandes Berlin City e.V.
Das freiwillige Arbeiten existiert bereits seit der griechischen Antike. Es wurde früher im Zusammenhang mit der Erfüllung eines freiwilligen öffentlichen Amtes gesehen, für das bis heute keine Entlohnung vorgesehen ist. Der moralische Aspekt ist nicht mehr der einzige Grund für die Entscheidung für eine freiwillige Tätigkeit. Die Faktoren der eigenen individuellen Entwicklung und Bereicherung des Lebenslaufes spielen eine immer größere Rolle. Etwa gleichrangig sind die kommunikativen Gründe. Ein Ehrenamt soll Freude vermitteln und einer Integration in eine Gruppe, die zu Freunden werden, dienen.
Zu früh Geborene sind besonders schützenswerte und sensible Neugeborene, deren Eltern oft mit der Situation und den eventuellen gesundheitlichen Einschränkungen und Risiken überfordert sind.
Die freiwillig Engagierten im Falle des Frühchenprojektes des DRK Kreisverbandes Berlin City e.V. unterstützen diese Eltern in einem Zeitraum von maximal drei Jahren. Die Ehrenamtlichen füllen entsprechend eine Unterstützungslücke, die durch hauptamtliche Hebammen oder Krankenhäuser nicht ausreichend gewährleistet werden können.
Das hiesige Erkenntnisinteresse richtet sich nach den Motiven und Beweggründen der bisherigen Mitglieder des Frühchenprojektes, sich für diese Form des freiwilligen Engagements zu entscheiden. In weiterführenden Untersuchungen können die Ergebnisse dieser Arbeit eine Grundlage für die Entwicklung von effektiveren Gewinnungsstrategien sein.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Forschungsvorhaben
2.1 Entdeckung des Themas
2.2 Relevanz für die Arbeit mit Ehrenamtlichen
2.3 Forschungsanliegen und -fragen
3 Literaturrecherche
3.1. Internet- und Datenbankrecherche
3.2 Buch- und Zeitschriftenrecherche
3.3 Ergebnisdarstellung
4 Theoretischer Bezugsrahmen
4.1 Ehrenamt / Freiwilligenarbeit
4.2. Freiwilligenmanagement
4.3 Ehrenamtliche Projektarbeit
4.3.1. Projektarbeit
4.3.2. Ehrenamtliche in der Projektarbeit
5 Forschungsdesign und Forschungsmethodik
5.1. Methodenauswahl und -beschreibung
5.2 Auswahl der Probanden und Feldzugang
5.3. Entwicklung des Interviewleitfadens
5.4 Prätest
5.5 Durchführung der Interviews
5.6 Mitschnitt und Speicherung des Interviewgesprächs
5.7. Transkription
5.8. Auswertungsmethodik
6 Reflexion
7 Auswertung der Interviews
8 Beantwortung der Forschungsfragen
9 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Bachelorarbeit verfolgt das Ziel, die Zielgruppe des „Frühchen-Patenschafts-Projekts“ des DRK Kreisverband Berlin-City e.V. zu identifizieren und die individuellen Beweggründe sowie Motive der ehrenamtlich tätigen Personen für dieses Engagement qualitativ zu untersuchen, um Grundlagen für effektivere Gewinnungsstrategien zu schaffen.
- Motivation und Beweggründe ehrenamtlicher Helfer
- Strukturen des Freiwilligenmanagements im DRK
- Analyse der Zielgruppendefinition für soziale Projekte
- Qualitative Interviewforschung im Bereich des ehrenamtlichen Engagements
- Herausforderungen in der Akquise neuer Freiwilliger
Auszug aus dem Buch
5.1. Methodenauswahl und -beschreibung
Wissenschaftlich fundierte Informationen zu den Themen Motivation von interessierten Bürgern und Einbindung dieser Motivation in die Akquise sind begrenzt. Der qualitative Forschungsansatz ist eine Möglichkeit, um einen ersten Eindruck vom Thema zu gewinnen und hieraus Hypothesen abzuleiten (Mayring 2003: 20).
Die Arbeit hat daher einen explorativen Charakter und dient der Informationssammlung. Komrey beschreibt die Exploration als detektivisches, in die Tiefe gehendes Erkunden des Forschungsfeldes (vgl. Komrey 2000: 67).
Um einen Eindruck von der Akquise und den Beweggründen von Interesenten vor Antritt des Ehrenamts und im Verlauf zu erhalten, wird jeweils ein halbstandardisiertes Leitfaden-Interview mit drei Ehrenamtlichen des Frühchen-Patenschafts-Projekts durchgeführt. Ein qualitativer Forschungsansatz bietet die Möglichkeit, die Motivation der Ehrenamtlichen individueller zu erfahren, da auch die Erfahrungen und persönlichen Begründungen für ihre Motivation Gewicht erhalten und in die Auswertung einfließen können. Ein halbstandardisiertes Leitfaden-Interview ist eine mündliche Befragung, bei der eine subjektive Theorie untersucht wird (vgl. Legewie 1998: 9). Die Autorin unterstellt den Befragten, dass ihre Motivation für ihr freiwilliges Engagement in ihrer Biografie begründet liegt (vgl. Schlaugat 2010: 165). Die Form des Interviews lässt daher den Befragten einen Freiraum, um über ihre Motive und ihren Werdegang zum Ehrenamt zu berichten, bietet dem Interviewer aber auch die Möglichkeit konkrete Fragen zum Thema zu stellen oder auf Gesagtes noch genauer einzugehen. Da es sich um ein halbstandardisiertes Interview handelt, können die Fragen in einer vorher nicht festgelegten Reihenfolge gestellt werden. Der Interviewer kann sich von dem Gespräch leiten lassen (vgl. Legewie 1998: 3ff.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik des freiwilligen Engagements ein, definiert zentrale Begrifflichkeiten und erläutert die Relevanz des Frühchen-Patenschafts-Projekts des DRK.
2 Forschungsvorhaben: Hier werden der Entstehungskontext der Arbeit, die Relevanz für das Ehrenamt und die zentralen Forschungsfragen dargelegt.
3 Literaturrecherche: Dieser Abschnitt beschreibt das methodische Vorgehen bei der Suche nach relevanter Fachliteratur in Internet-Datenbanken sowie Bibliothekskatalogen.
4 Theoretischer Bezugsrahmen: Das Kapitel bietet eine theoretische Fundierung zu Themen wie Freiwilligenarbeit, Freiwilligenmanagement und der Spezifik von ehrenamtlicher Projektarbeit.
5 Forschungsdesign und Forschungsmethodik: Hier wird der methodische Ansatz der Untersuchung, inklusive Auswahl der Probanden, Interviewleitfaden und Auswertungstechnik, detailliert beschrieben.
6 Reflexion: Dieses Kapitel kritisch betrachtet potenzielle methodische Fehlerquellen und die Begrenzungen der durchgeführten Literaturrecherche und Interviewführung.
7 Auswertung der Interviews: Hier erfolgt die kategoriale Aufbereitung und Analyse der geführten Interviews anhand der erarbeiteten Kategorien.
8 Beantwortung der Forschungsfragen: Dieses Kapitel verknüpft die Ergebnisse der Interviews mit dem theoretischen Bezugsrahmen, um die Forschungsfragen fundiert zu beantworten.
9 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, einer Einschätzung der Zielgruppensituation und Empfehlungen für das Freiwilligenmanagement.
Schlüsselwörter
Ehrenamt, Freiwilligenarbeit, Frühchen-Patenschaft, Motivation, Freiwilligenmanagement, qualitative Forschung, Projektarbeit, altruistische Motive, intrinsische Motivation, soziale Unterstützung, Akquise, Berlin, DRK, Frühgeborene, Zielgruppe.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Anliegen dieser Bachelorarbeit?
Die Arbeit untersucht die Motivation und die Beweggründe von Ehrenamtlichen, die sich im Frühchen-Patenschafts-Projekt des DRK-Kreisverbandes Berlin-City e.V. engagieren, um Erkenntnisse für eine zielgruppengerechte Akquise zu gewinnen.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Studie?
Die Arbeit verknüpft Themen des Freiwilligenmanagements mit soziologischen Aspekten der Motivation im Lebenszyklus und der spezifischen ehrenamtlichen Unterstützung bei Frühgeburten.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das primäre Ziel ist die Identifikation der Zielgruppe für das soziale Projekt und die Untersuchung der Beweggründe der Engagierten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Es handelt sich um eine explorative qualitative Untersuchung, bei der halbstandardisierte Leitfaden-Interviews mit drei ehrenamtlich tätigen Personen durchgeführt und anschließend inhaltlich ausgewertet wurden.
Was umfasst der inhaltliche Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Literaturrecherche, die Erarbeitung eines theoretischen Bezugsrahmens (u.a. Ehrenamt und Projektarbeit) sowie die detaillierte Darstellung und Auswertung des methodischen Forschungsdesigns.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?
Ehrenamt, Freiwilligenarbeit, Frühchen-Patenschaft, Motivation, Freiwilligenmanagement, qualitative Forschung und Zielgruppenanalyse.
Welche Rolle spielt die Rentenphase für die Freiwilligen im Projekt?
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Renteneintritt bei den befragten Frauen oft eine ausschlaggebende Rolle spielt, da er als Lebensphase wahrgenommen wird, in der Zeit für ein sinnstiftendes Engagement wie eine Patenschaft vorhanden ist.
Wie wichtig ist die Betreuung durch Freiwilligenkoordinatoren laut den Ergebnissen?
Die Befragten heben die Betreuung durch Koordinatoren, insbesondere die Ausbildung und den Austausch in monatlichen Treffen, als wesentlichen Faktor für die Aufrechterhaltung der Motivation und das Gefühl der Sicherheit hervor.
- Arbeit zitieren
- Janine Plomann (Autor:in), 2017, Woher kommt die Motivation für ein Ehrenamt? Der Berliner DRK und sein Projekt für Frühgeborene, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/453847