Diese Arbeit beschäftigt sich mit der märchenhaften Novelle „Die Bergwerke zu Falun“ im Rahmen des Sammelwerkes „Die Serapionsbrüder“, für welche E.T.A. Hoffmann diese verfasste.
Der erste Teil schildert Hoffmanns Leben, wodurch einige, für den Autor typische Motive erkannt werden können. Außerdem wird versucht – nach dem Beispiel der Biographie von Rüdiger Safranski – wichtige zeitliche Gegebenheiten einzubauen, um einen besseren Gesamtüberblick zu verschaffen.
Der zweite Teil beginnt mit einigen Informationen zu der Sammlung im Allgemeinen und geht dann zu dem Thema und der Interpretation der Novelle über. Bei der Interpretation handelt es sich um eher allgemeine Motive. Die psychoanalytische Deutung wird in der Zusammenfassung kurz erwähnt, scheint jedoch unvollständig und daher nachrangig zu sein.
Da Hoffmann ansatzweise von Tieck‘s „Runenberg“ abschrieb und die Motive der beiden Erzählungen größtenteils übereinstimmen, wird der Inhalt beider zusammengefasst. Wo es inhaltliche Parallelen gibt, lassen sich auch motivische finden. Die Interpretation spart sich jedoch weitere Hinweise auf Hoffmanns vorrangiges Vorbild.
Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort
2 Teil 1: Ernst Theodor Amadeus Hoffmanns Leben
2.1 Die Jugendjahre
2.2 Bamberg
2.3 Die Serapions-Brüder
2.4 Die letzten Jahre
3 Teil 2: „Die Bergwerke zu Falun“ im Rahmen der Sammlung „Die Serapions-Brüder“
3.1 Über die Sammlung
3.2 Vorbilder
3.2.1 Tieck
3.2.2 Biographische Vorbilder
3.2.3 Gotthilf Heinrich Schubert
3.3 Das serapionistische Prinzip
3.4 Die Bergwerke zu Falun
3.4.1 Vorgeschichte
3.4.2 Inhalt in Gegenüberstellung zu Tieck’s „Runenberg“
3.4.2.1 Einführung
3.4.2.2 Hauptteil
3.4.2.3 Schluss
3.5 Zur Textgattung
3.6 Motive
3.6.1 Charakteristische Motive für Hoffmann
3.6.1.1 Das Groteske
3.6.1.2 Das Verhältnis von Liebe und Kunst
3.6.1.3 Das Motiv der Mutter
3.6.2 Interpretation: „Die Bergwerke zu Falun“
3.6.2.1 Die Bedeutung der Bergwelt
3.6.2.2 Die Reise in die Tiefen
3.6.2.3 Torbern
3.6.2.4 Ulla und die Bergkönigin
3.6.2.5 Der „kirschrot funkelnde Almandin“
3.6.2.6 Das Wiedersehen
3.6.2.7 Zusammenfassung
3.7 Wirkungsgeschichte
4 Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert E.T.A. Hoffmanns märchenhafte Novelle „Die Bergwerke zu Falun“ aus dem Sammelwerk „Die Serapions-Brüder“. Ziel ist es, durch die biographische Einordnung des Autors und einen Vergleich mit Ludwig Tiecks „Runenberg“ zentrale Motive wie das Groteske, die Rolle der Mutter sowie das Spannungsfeld zwischen Alltag und Phantasie herauszuarbeiten.
- Biographische Einflüsse auf Hoffmanns literarisches Schaffen
- Struktureller Vergleich der Novelle mit Tiecks „Runenberg“
- Bedeutung von Traum, Wahnsinn und dem Element des Grotesken
- Die psychologische Dimension der Bergwerksmetaphorik
- Die Rolle der Weiblichkeit (Ulla vs. Bergkönigin) als Schicksalsfaktoren
Auszug aus dem Buch
3.4.2.1 Einführung
Hoffmann beginnt seine Geschichte an einem „heitern sonnenhellen Julius-Tage“, an dem sich „alles Volk zu Göthaborg auf der Reede versammelt“ hat, um den „Hönsning“, das Fest, das in Schweden zu Ehren zurückkehrender Seemänner abgehalten wird, zu feiern. Einer der Seemänner, Elis Fröbom, sitzt traurig abseits des Festes und lässt sich weder durch seine Kollegen, noch durch ein Mädchen, das sie zu ihm hinaus schicken, aufmuntern. Stattdessen wünscht er sich „begraben in dem tiefsten Meeresgrunde“. Nach diesen Worten tritt ein alter Bergmann, den wir später als Torbern kennen lernen, zu ihm, der ihm wie eine tröstende, ihm bekannte Person erscheint. Diesem erzählt Elis, dass er in die Fußstapfen seines Vaters getreten und Seemann geworden sei, um seine Mutter versorgen zu können. Der Verdienst sei auf dieser Fahrt besser ausgefallen, als gewöhnlich. Als er jedoch zu seiner Mutter eilen wollte, erfuhr er, dass diese bereits vor drei Monaten gestorben sei. Nun quält ihn ein schlechtes Gewissen, dass er, statt seine Mutter zu pflegen, zur See gefahren sei. Er möchte nicht mehr zur See fahren, da diese Arbeit nun nicht mehr dem Zweck dienen kann, für den sie gedacht war. Darauf rät ihm der Bergmann, lieber in die Bergwerke zu Falun zu gehen, da dem ruhigen, „wohl gar zu Trübsinn geneigten Neriker“ (Melancholiker) Elis, das „wilde unstete Leben auf der See“ nicht entspreche. Der Bergmann schildert die Bergwerke dermaßen lebendig und farbenfroh, dass Elis das Gefühl bekommt, „er sei schon hinabgefahren mit dem Alten in die Tiefe und ein mächtiger Zauber halte ihn unten fest, (…) Und doch war es ihm wieder, als habe ihm der Alte eine neue unbekannte Welt erschlossen, in die er hineingehöre.“ Nach seiner Rede verschwindet der Fremde plötzlich und ohne Gruß.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Vorwort: Der Autor erläutert den Aufbau der Arbeit, die sich in eine biographische Darstellung Hoffmanns und eine thematische Interpretation der Novelle „Die Bergwerke zu Falun“ gliedert.
2 Teil 1: Ernst Theodor Amadeus Hoffmanns Leben: Dieses Kapitel zeichnet die Lebensstationen Hoffmanns nach und identifiziert prägende Motive, die seine literarische Arbeit beeinflussten.
3 Teil 2: „Die Bergwerke zu Falun“ im Rahmen der Sammlung „Die Serapions-Brüder“: Der Hauptteil analysiert die Entstehung der Novelle, vergleicht sie mit Vorbildern wie Tieck und Schubert und untersucht die zentralen Motive und Strukturen.
4 Schlusswort: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, wobei Hoffmanns besondere Fähigkeit hervorgehoben wird, Realität und Phantasie in seinem Werk zu verschmelzen.
Schlüsselwörter
E.T.A. Hoffmann, Die Bergwerke zu Falun, Romantik, Novelle, Die Serapions-Brüder, Ludwig Tieck, Runenberg, Bergwerk, Phantasie, Realität, Groteske, Naturphilosophie, Gotthilf Heinrich Schubert, Motivik, Identitätsverlust
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und Interpretation der Novelle „Die Bergwerke zu Falun“ von E.T.A. Hoffmann unter Berücksichtigung ihres biographischen und literaturgeschichtlichen Kontextes.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Mittelpunkt stehen die Analyse des romantischen Motivschatzes, der Einfluss von Zeitgenossen wie Tieck und Schubert sowie die psychoanalytischen und symbolischen Aspekte der Novelle.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Hoffmann trotz der Übernahme von Motiven anderer Romantiker eine eigene, unverwechselbare Erzählstruktur zwischen Realität und Phantasie schafft.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Autorin oder der Autor wendet eine interpretative literaturwissenschaftliche Methode an, die auf einer biographischen Einbettung sowie vergleichenden Textanalysen (Komparatistik) basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Sammlung „Die Serapions-Brüder“, einen detaillierten inhaltlichen Vergleich mit Tiecks „Runenberg“ sowie eine tiefgehende Motivinterpretation.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie „Romantik“, „Hoffmann“, „Bergwerke zu Falun“, „Phantasie-Realitäts-Dualismus“ und „Naturphilosophie“ definiert.
Warum spielt die Mutterfigur in der Novelle eine so entscheidende Rolle?
Die Mutterfigur dient als Auslöser für den psychischen Umbruch des Protagonisten Elis; ihr Tod markiert den Beginn seines unglücklichen Schicksals und treibt ihn in die Flucht in die Bergwelt.
Welche Bedeutung kommt der Bergkönigin im Vergleich zu Ulla zu?
Während Ulla eine mutterähnliche, irdische Geborgenheit symbolisiert, verkörpert die Bergkönigin eine unerreichbare, destruktive idealisierte Liebe, die den Protagonisten in den Untergang zieht.
Was unterscheidet Hoffmanns Erzählweise in dieser Novelle von der seiner Zeitgenossen?
Im Gegensatz zu vielen RomantikerInnen, die ihre Geschichten an rein phantastischen Orten ansiedelten, verankert Hoffmann seine Erzählung in einer realen Welt und kombiniert diese geschickt mit märchenhaften Elementen.
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- Serpentina Olympia (Author), 2012, Inhalt und Interpretation der Erzählung "Die Bergwerke zu Falun" von E.T.A. Hoffmann, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/453981