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Otros mexicanos hablan lenguas indígenas - Die Konstruktion indigener Identität in aktuellen mexikanischen Schulbüchern

Titel: Otros mexicanos hablan lenguas indígenas - Die Konstruktion indigener Identität in aktuellen mexikanischen Schulbüchern

Magisterarbeit , 2005 , 128 Seiten , Note: 1

Autor:in: Dinah Stratenwerth (Autor:in)

Amerikanistik - Kultur und Landeskunde
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„En nuestro país se hablan diversas lenguas. La mayoría de los mexicanos habla español. Otros mexicanos hablan lenguas indígenas, como el nahuatl, el maya o el zapoteco. ¿Qué lenguas se hablan en tu localidad?“
(SEP 1993 [2002] I: 166)

Das oben gebrachte Zitat enthält die Ausgangspunkte der vorliegenden Arbeit: Die Konstruktion von Identität in der Schulbildung und die Verortung ethnischer Identitäten im mexikanischen Nationalitätsdiskurs. Erstens ist die Schulbuchproduktion in Mexiko eng mit dem dominanten Nationalitätsdiskurs verbunden, da die Bücher kostenlos und obligatorisch vom Staat verteilt und folglich an allen Schulen des Landes gelesen werden. Zweitens hängt die Frage nach der Mexicanidad, der mexikanischen Identität, und deren Konstruktion eben wegen des staatlichen Schulbuchmonopols eng mit der Bildung zusammen. Und schließlich ist in den letzten zwanzig Jahren die mexikanische nationale Identität im offiziellen Diskurs zu einer pluriethnischen geworden, was 1990 in der Verfassung verankert wurde.
Die Frage, die sich ausgehend von diesen Interessenschwerpunkten stellt, ist: Wie wird in den Texten der aktuellen mexikanischen Schulbücher indigene Identität konstruiert?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Theoretischer Rahmen

a) Warum Diskursanalyse für Schulbücher?

b) Michel Foucaults Ansatz

c) Methodische Vorschläge für Diskursanalysen von Schulbüchern

d) Die Konstruktion von Subjekten

e) Forschungsstand

f) Der Begriff Identität

3) Diskursiver Kontext

a) Zur Frage der Identität in Mexiko

b) Regionale Identitäten

c) Mexikanische Schulbücher

i) Geschichte

iii) Educación Indígena

4) Untersuchung der Schulbücher

a) Definition des Themenfeldes

b) Analyse

i) Die Einleitungstexte

ii) Libros Integrados der ersten beiden Klassen

iii) Monografías Estatales der dritten Klasse

Yucatán

Quintana Roo

Oaxaca

iv) Geschichtsbücher der vierten und sechsten Klasse

Vierte Klasse

Sechste Klasse

5) Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie indigene Identität in den aktuellen mexikanischen Grundschul-Geschichtsbüchern konstruiert wird. Dabei wird analysiert, ob Indigene weiterhin als rückständige "Andere" außerhalb der nationalen Identität (Mexicanidad) positioniert werden oder ob neue, plurikulturelle Ansätze in den Texten sichtbar sind.

  • Diskursanalyse von Schulbüchern als Medium der Identitätskonstruktion.
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen nationaler Einheit und indigener Vielfalt.
  • Analyse der Darstellung indigener Völker in historischen und gegenwärtigen Kontexten.
  • Vergleich regionaler Diskurse anhand von Beispielen aus Yucatán, Quintana Roo und Oaxaca.
  • Herausarbeitung der Rolle des Staates als Akteur der Identitätsbildung.

Auszug aus dem Buch

b) Michel Foucaults Ansatz

Diskurse im Foucaultschen Sinne sind nicht wie eine Sprache eine Gesamtheit von Zeichen, sondern Praktiken, die die Gegenstände, von denen sie sprechen, hervorbringen (Foucault 1973: 74).

Der Diskurs speist sich aus dem Willen zum Wissen bzw. dem Willen zur Wahrheit und produziert somit Wahrheiten. Jede Gesellschaft, so Foucault, produziert ihre Wahrheiten, und diese Wahrheitsproduktion bewirkt Macht (Foucault 1978: 51). Die „politische Ökonomie der Wahrheit“ (ebd.) ist gebunden an den wissenschaftlichen Diskurs und dessen Institutionen. Ihre Produktion und Verteilung wird von wenigen großen Institutionen wie Universitäten und Medien kontrolliert. Zugleich ist sie auch Gegenstand gesellschaftlicher Konfrontationen (ebd.: 52). Dies trifft auch auf das in den Schulbüchern vermittelte Wissen zu, deren Inhalte in einem Prozess der Aushandlung entstehen, wie oben gezeigt wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Stellt die Ausgangslage dar: Die staatliche Schulbuchproduktion in Mexiko ist eng mit dem Nationalitätsdiskurs verknüpft, wobei sich die Frage stellt, wie indigene Identität in diesem Rahmen konstruiert wird.

2) Theoretischer Rahmen: Erläutert die diskursanalytische Methode nach Foucault und Höhne sowie den Forschungsstand zur Identitätskonstruktion in Schulbüchern.

3) Diskursiver Kontext: Untersucht das historische und theoretische Umfeld, von Identitätsdiskursen in Mexiko bis zur Rolle der "Educación Indígena" als politisches Instrument.

4) Untersuchung der Schulbücher: Der Hauptteil, in dem das Textkorpus (Libros Integrados, Monografías Estatales, Geschichtsbücher) anhand der zuvor erarbeiteten Kategorien analysiert wird.

5) Schluss: Führt die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass das nationale Projekt weiterhin stark die Identitätskonstruktion dominiert, auch wenn Ansätze einer Anerkennung von Vielfalt erkennbar sind.

Schlüsselwörter

Mexiko, Schulbücher, indigene Identität, Diskursanalyse, Nationalismus, Mexicanidad, Bildungsgeschichte, plurikulturelle Nation, Subjektkonstruktion, Yucatán, Quintana Roo, Oaxaca, Zapatisten, Integrationspolitik, Macht und Wahrheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert kritisch, wie mexikanische Schulbücher das Bild der indigenen Bevölkerung konstruieren und diese in die nationale Identität einordnen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Felder sind die diskursive Konstruktion von nationaler Identität, der mexikanische Schulbuchdiskurs und das Spannungsverhältnis zwischen staatlicher Einheitsbildung und indigener kultureller Eigenständigkeit.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: Wie wird in den Texten der aktuellen mexikanischen Schulbücher indigene Identität konstruiert?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine Thematische Diskursanalyse angewandt, die sich methodisch an Michel Foucault, Thomas Höhne und Christoph Pilgrim orientiert, um textimmanente Strukturen und Aussageregeln offenzulegen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden verschiedene Grundschulbücher analysiert: Libros Integrados, Monografías Estatales (mit Fokus auf Yucatán, Quintana Roo und Oaxaca) sowie Geschichtsbücher der vierten und sechsten Klasse.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Mexicanidad, Mestizaje, Diskurs, Hegemonie, Identitätskonstruktion und indigene Autonomie.

Wie unterscheidet sich die Darstellung in Oaxaca von anderen Bundesstaaten?

Oaxaca weist eine deutlich höhere ethnische Diversität auf, was sich in einer differenzierteren Darstellung indigener Akteure und einem stärkeren Gegendiskurs widerspiegelt, der sich von den in anderen Staaten üblichen Mustern abhebt.

Warum ist die Analyse des Begriffs "Mestizaje" so wichtig für die Arbeit?

Die Mestizaje wird als ideologische Grundlage der nationalen Identität untersucht, da sie einerseits Einheit stiftet, andererseits aber indigene Identitäten unterordnet oder ausschließt.

Ende der Leseprobe aus 128 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Otros mexicanos hablan lenguas indígenas - Die Konstruktion indigener Identität in aktuellen mexikanischen Schulbüchern
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Lateinamerika Institut)
Note
1
Autor
Dinah Stratenwerth (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
128
Katalognummer
V45417
ISBN (eBook)
9783638428255
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Otros Konstruktion Identität Schulbüchern
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dinah Stratenwerth (Autor:in), 2005, Otros mexicanos hablan lenguas indígenas - Die Konstruktion indigener Identität in aktuellen mexikanischen Schulbüchern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45417
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