Mit dieser Arbeit besteht das Ziel herauszufinden, von welchem der beiden Ansätze, dem betriebswirtschaftlichen oder dem steuerrechtlichen, die Bestimmung des Preises einer innerbetrieblichen Lieferung oder Leistung, mehr beeinflusst wird.
Um das Thema Verrechnungspreise umfangreich zu analysieren, werden sowohl Funktionen als auch Methoden der Verrechnungspreise geliefert. Diese werden vorerst getrennt behandelt und darauf folgend auf daraus resultierende Vor- und Nachteile untersucht. Zuerst werden die Funktionen in Bezug auf die Steuerung und die Besteuerung eines multinationalen Unternehmens herausgearbeitet. Anschließend werden die Bestimmungsmethoden des Preises einer innerbetrieblichen Transaktion, die den betriebswirtschaftlichen Zielen ebenso wie den steuerrechtlichen Regelungen gerecht werden, miteinander verglichen. Auf beiden Ebenen des Vergleiches der Behandlung des Themas Verrechnungspreise, werden Umfragen herangezogen, mit dem Ziel der Verdeutlichung, welchen Faktoren bei der Bestimmung des Verrechnungspreises aus der Perspektive der internationalen Konzerne, höchste Relevanz zugeordnet wird. In diesem Zusammenhang muss erwähnt werden, dass in dieser Arbeit zwischen betriebswirtschaftlichen und steuerrechtlichen Methoden unterschieden wird, wodurch folglich zwei unterschiedliche Ansätze zur Bestimmung des Verrechnungspreises resultieren.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problematik der Bestimmung des korrekten Verrechnungspreises
1.2 Vorgehensweise und Aufbau
2 Begriff des Verrechnungspreises
3 Verrechnungspreise aus Sicht des Controlling
3.1 Merkmale und Funktionen von Verrechnungspreisen
3.2 Mögliche Zielkonflikte zwischen den Funktionen des Verrechnungspreises
3.3 Funktionen der Verrechnungspreise in der Praxis
3.4 Bestimmung der Verrechnungspreise
3.4.1 Marktpreisorientierte Verrechnungspreise
3.4.2 Kostenorientierte Verrechnungspreise
3.4.3 Verhandelte Verrechnungspreise
4 Auswirkungen des Steuerrechts auf die Ermittlung des Verrechnungspreises
4.1 Internationale Vorschriften
4.2 Funktionen und Risiken
4.3 Von Steuerbehörden vorgeschriebene Verrechnungspreismethoden
4.3.1 Standardmethoden
4.3.2 Gewinnmethoden
4.4 Bandbreiten
5 Analyse der Verrechnungspreismethoden
6 Methodenwahl in der Praxis
7 Zusammenfassung/Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Bachelorarbeit verfolgt das Ziel zu analysieren, welcher Ansatz – der betriebswirtschaftliche aus Controlling-Sicht oder der steuerrechtliche – die Bestimmung von Verrechnungspreisen innerhalb multinationaler Konzerne maßgeblich beeinflusst. Dabei wird untersucht, wie Unternehmen den Spagat zwischen interner Leistungssteuerung und steuerlichen Compliance-Anforderungen bewältigen.
- Grundlagen und Funktionen von Verrechnungspreisen in dezentralen Organisationsstrukturen
- Analyse steuerrechtlicher Rahmenbedingungen und internationaler OECD-Richtlinien
- Vergleich betriebswirtschaftlicher versus steuerrechtlicher Bestimmungsmethoden
- Empirische Untersuchung der Methodenwahl in der Unternehmenspraxis
- Auflösung von Zielkonflikten bei der grenzüberschreitenden Gewinnallokation
Auszug aus dem Buch
3.1 Merkmale und Funktionen von Verrechnungspreisen
Verrechnungspreise werden immer dann gebraucht, wenn in einem Unternehmen eine dezentrale Organisationsstruktur herrscht. Es findet eine „fiktive Übertragung des Marktes auf die Unternehmung“ statt. Die einzelnen Bereichsmanager handeln dabei wie eigenständige Unternehmensleiter. Dadurch können die einzelnen Sektoren ihre Entscheidungen selbst treffen. Das Ziel ist es dabei, die Motivation der einzelnen Mitarbeiter zu steigern, die zur Maximierung des Bereichserfolgs führt. Profit Center wird die Geschäftsbereichsorganisation genannt, bei der die Leiter unabhängig von der Zentrale handeln, wobei sowohl Kosten als auch Erlöse zur Beurteilung des Erfolgs mitberücksichtigt werden. So spielt der Verrechnungspreis eine entscheidende Rolle, wenn es beispielsweise um die Erfolgsermittlung eines verbundenen Unternehmens geht. Im Folgenden sollen die internen Funktionen von Verrechnungspreisen analysiert werden.
Die Erfolgsermittlung stellt eine der wichtigsten Funktionen der Verrechnungspreise dar, wenn „Leistungsverflechtungen“ innerhalb des Konzerns existieren. Die Transaktion zwischen den Unternehmen stellt auf der einen Seite, den Erlös des liefernden, und auf der anderen Seite die Kosten des beziehenden Bereichs dar. Anhand des Preises kann dann der Leiter des Teilbereichs seine Entscheidung treffen, ob die Leistungsbeziehung einen Vorteil bietet. Man spricht von der Erfolgszuweisungsfunktion, wenn der Preis zur Spaltung des Gesamterfolgs dient, um so den Teilerfolg den einzelnen Unternehmen zuordnen zu können. Kostentransparenz und Kostenbewusstsein des Managements wird damit gefördert. Folglich kann die Motivation des Managements zur höheren Effizienz und somit auch zur Erfüllung der Koordinationsfunktion führen, die im nächsten Abschnitt behandelt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Problematik bei der Bewertung innerbetrieblicher Leistungen und Definition der Forschungsfrage hinsichtlich der Beeinflussung durch Controlling versus Steuerrecht.
2 Begriff des Verrechnungspreises: Definition des Begriffs sowie Abgrenzung zum Transferpreis unter Berücksichtigung internationaler Konzernstrukturen.
3 Verrechnungspreise aus Sicht des Controlling: Analyse der internen Funktionen, insbesondere Erfolgsermittlung und Koordinationsaufgaben in Profit-Center-Strukturen.
4 Auswirkungen des Steuerrechts auf die Ermittlung des Verrechnungspreises: Erläuterung der OECD-Richtlinien, des Fremdvergleichsprinzips und der steuerrechtlich akzeptierten Methoden.
5 Analyse der Verrechnungspreismethoden: Theoretischer Vergleich der betriebswirtschaftlichen und steuerrechtlichen Verfahren zur Preisfindung.
6 Methodenwahl in der Praxis: Auswertung einer Umfrage zur Anwendung verschiedener Verrechnungspreismethoden in deutschen Großunternehmen.
7 Zusammenfassung/Fazit: Synthese der Ergebnisse mit der Schlussfolgerung, dass steuerrechtliche und betriebswirtschaftliche Ansätze einen komplementären Charakter aufweisen.
Schlüsselwörter
Verrechnungspreise, Controlling, Steuerminimierung, Fremdvergleichsprinzip, OECD-Richtlinien, Profit Center, Konzernsteuerplanung, Erfolgsermittlung, Kostenaufschlagsmethode, Koordinationsfunktion, Doppelbesteuerung, Transferpreise, Ressourcenallokation, Steuerliche Compliance, Betriebswirtschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Spannungsfelder und Einflüsse bei der Bestimmung von Verrechnungspreisen in multinationalen Unternehmen, insbesondere das Zusammenspiel zwischen betriebswirtschaftlichen Controlling-Zielen und steuerrechtlichen Vorgaben.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentral sind die Funktionen von Verrechnungspreisen (wie Steuerung und Erfolgszuweisung), die steuerlichen Risiken (wie Doppelbesteuerung), die OECD-Methoden sowie deren tatsächliche Anwendung in der Praxis.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu ermitteln, ob die Bestimmung von Verrechnungspreisen stärker durch betriebswirtschaftliche Methoden des Controlling oder durch steuerrechtliche Reglementierungen beeinflusst wird.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse der relevanten wissenschaftlichen Grundlagen sowie einer Auswertung empirischer Umfragedaten zur Methodenwahl in der Unternehmenspraxis.
Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Controlling-Funktionen, die Auswirkungen des Steuerrechts auf die Preisfindung, einen theoretischen Methodenvergleich und eine Praxisanalyse mittels Umfragedaten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Wesentliche Begriffe sind Verrechnungspreise, Fremdvergleichsprinzip, Controlling, Steueroptimierung und OECD-Richtlinien.
Warum ist die Wahl der Verrechnungspreismethode für Konzerne so riskant?
Falsch gewählte Preise können zu Konflikten mit Steuerbehörden, Steuernachzahlungen und Reputationsschäden durch negative Medienberichterstattung führen.
Wie gehen Konzerne laut der Umfrage mit dem Zielkonflikt zwischen Controlling und Steuerrecht um?
Die Analyse zeigt eine Tendenz zur beidseitigen Erfüllung der Funktionen, wobei die Kostenaufschlagsmethode als häufigste Lösung gewählt wird, da sie Vorteile beider Welten vereint.
Welche Rolle spielt die "Verhandlung" bei der Preisfindung?
Verhandelte Preise werden erstaunlich häufig genutzt, obwohl sie nicht immer dem strengen Fremdvergleichsprinzip entsprechen; dies deutet auf einen gewissen Spielraum bei der internen Preisbildung hin.
Was ist das Fazit der Arbeit bezüglich der verschiedenen Ansätze?
Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass betriebswirtschaftliche und steuerrechtliche Ansätze keinen Widerspruch darstellen, sondern sich ergänzen, wobei die Controlling-Methoden oft als Grundlage für steuerkonforme Lösungen dienen.
- Citation du texte
- Gleb Romanchuk (Auteur), 2016, Verrechnungspreise eines internationalen Unternehmens aus Sicht des Controlling, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/454234