Die in der Vergangenheit aufgetretenen Unternehmenskrisen und Bilanzskandale führten zu einem weltweiten Umdenken der bestehenden Überwachungs- und Kontrollstrukturen in den Unternehmen. Um den Anforderungen eines nachhaltigen Wirtschaftens gerecht werden zu können, wurde daher in Deutschland der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) verabschiedet. Dieser soll zu einer kontinuierlichen Verbesserung der deutschen Corporate Governance (CG) beitragen. Kernpunkt des DCGK ist der Transparenzgedanke, der schon in den Reformgesetzen KonTraG und TransPuG zum Ausdruck kommt.
Anders als der DCGK, dessen Kernstück Empfehlungen an die Unternehmen bilden, wurde in den USA der Sarbanes-Oxley Act (SOA) verabschiedet. Dieser richtet sich an alle Unternehmen, die bei der US-amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde notiert sind. Er gibt strenge Vorschriften vor, die bei Verletzung mit empfindlichen Geld- und Freiheitsstrafen geahndet werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Vorgehensweise
2 Grundlagen der Corporate Governance
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Entstehung und Entwicklung
2.3 Ziele der Corporate Governance
2.4 Interessensgruppen
2.4.1 Shareholder
2.4.2 Stakeholder
2.5 Principal-Agent-Theorie
3 Die Corporate Governance Modelle
3.1 Corporate Governance-Modelle
3.2 Das dualistische Modell in Deutschland
3.3 Das monistische Modell in USA
3.4 Vergleich der beiden Modelle
3.5 Der Sarbanes-Oxley Act
4 Der Deutsche Corporate Governance Kodex
4.1 Inhalt und Ziele des DCGK
4.2 Aktionäre und Hauptversammlung
4.3 Zusammenwirken von Vorstand und Aufsichtsrat
4.4 Vorstand
4.5 Aufsichtsrat
4.6 Transparenz
4.7 Rechnungslegung und Abschlussprüfung
5 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Unterschiede zwischen den Corporate-Governance-Modellen in Deutschland und den USA. Ziel ist es zu klären, ob die durch Schwachstellen in den Modellen entstandenen Gesetze und freiwilligen Selbstverpflichtungen zu einer wirksameren Unternehmenskontrolle geführt haben oder führen können.
- Grundlagen und historische Entwicklung der Corporate Governance
- Analyse der Akteure (Shareholder vs. Stakeholder) und der Principal-Agent-Theorie
- Vergleich zwischen dualistischem (Deutschland) und monistischem (USA) Modell
- Untersuchung des Sarbanes-Oxley Act als Reaktion auf US-Bilanzskandale
- Detaillierte Betrachtung des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK)
Auszug aus dem Buch
2.5 Principal-Agent-Theorie
Die Principal-Agent-Theorie behandelt die Schwierigkeiten bei der Gestaltung der Vertragsbeziehungen zwischen Principal und Agenten. Als Principal werden die Aktionäre und als Agent der Vorstand bezeichnet.
Das Grundproblem der Principal-Agent-Theorie stellt die Trennung von Eigentum und Entscheidungsmacht des Unternehmens dar. Die Interessen der Agenten können von den Interessen der Principals abweichen, da die finanzielle Entwicklung der Agenten im Gegensatz zu der der Principals nicht oder nur unzureichend an den Erfolg bzw. Misserfolg des Unternehmens gekoppelt ist. Ein weiteres zentrales Problem der Principal-Agent-Beziehung ist die asymmetrische Informationsverteilung zwischen Principal und Agenten.
Hierbei wird zwischen „Hidden Information“ und „Hidden Action“ unterschieden. Im Fall der Hidden Information spricht man auch von einem ex-ante Informationsproblem. Der Agent verfügt vor Vertragsabschluss über einen Wissensvorsprung gegenüber dem Principal. Das Problem des Principals besteht nun darin, dass er seine Entscheidung u. U. auf Grundlage fehlerhafter oder unvollständiger Informationen trifft.
Hidden Action bedeutet, dass die Informationsasymmetrien erst ex-post, also nach Vertragsabschluss auftreten. Die Handlungen des Agenten können hier vom Principal nicht oder nur unvollständig beobachtet und nachvollzogen werden. Das bewusste Ausnutzen eines Informationsvorsprunges oder hinwegsetzen über getroffene vertragliche Vereinbarungen zum eigenen Vorteil seitens des Agenten wird daher als moralisches Fehlverhalten oder moral hazard bezeichnet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Entstehung von Unternehmenskrisen und stellt das Ziel der Arbeit vor, die Corporate-Governance-Modelle Deutschlands und der USA zu vergleichen.
2 Grundlagen der Corporate Governance: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Corporate Governance, beleuchtet seine historische Entwicklung und diskutiert die Interessen von Stakeholdern sowie die Principal-Agent-Theorie.
3 Die Corporate Governance Modelle: Hier werden das dualistische Modell Deutschlands und das monistische Modell der USA gegenübergestellt und der Einfluss des Sarbanes-Oxley Act analysiert.
4 Der Deutsche Corporate Governance Kodex: Dieses Kapitel erläutert Inhalt, Ziele und die konkrete Anwendung des Kodex sowie die Rollenverteilung zwischen Vorstand, Aufsichtsrat und Aktionären.
5 Ausblick: Der Ausblick resümiert die Bedeutung verantwortungsvoller Unternehmensführung und schätzt die zukünftigen Auswirkungen von Regulierungen wie dem SOA ein.
Schlüsselwörter
Corporate Governance, Unternehmensführung, Aufsichtsrat, Vorstand, Principal-Agent-Theorie, Shareholder, Stakeholder, Sarbanes-Oxley Act, DCGK, Transparenz, Unternehmenskontrolle, Bilanzskandale, Informationsasymmetrie, Kapitalmarkt, Aktiengesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Strukturen und Kontrollmechanismen der Corporate Governance in Deutschland und den USA.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Vergleich von dualistischen und monistischen Modellen sowie die Ausgestaltung von Kodizes und Gesetzen zur Sicherung der Unternehmenskontrolle.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu untersuchen, ob regulatorische Maßnahmen wie der Sarbanes-Oxley Act oder der Deutsche Corporate Governance Kodex eine verbesserte Unternehmenskontrolle ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und analysierende Seminararbeit, die auf Basis von Fachliteratur und offiziellen Regelwerken eine vergleichende Untersuchung der Governance-Systeme durchführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den theoretischen Grundlagen, dem Vergleich der Systeme, dem US-amerikanischen Sarbanes-Oxley Act sowie den Details des deutschen Kodex (DCGK).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Corporate Governance, Principal-Agent-Theorie, Transparenz, Aufsichtsrat, Vorstand und Unternehmenskontrolle.
Welche Rolle spielt die Principal-Agent-Theorie konkret in dieser Arbeit?
Sie dient als theoretisches Erklärungsmodell für die Interessenkonflikte zwischen Aktionären (Principals) und Vorständen (Agenten) sowie für die daraus resultierenden Informationsasymmetrien.
Welche Bedeutung hat der Sarbanes-Oxley Act im Kontext dieser Arbeit?
Der Act wird als unmittelbare Reaktion auf US-Bilanzskandale wie Enron analysiert und als strenges, sanktionsbasiertes Modell dem empfehlungsorientierten deutschen Ansatz gegenübergestellt.
- Arbeit zitieren
- Daniel Kaumanns (Autor:in), 2005, Corporate Governance. Deutscher Corporate Governance Kodex (DCGK), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45449