Innerhalb dieser Hausarbeit soll das Konzept der Weltrisikogesellschaft erläutert werden, um dadurch zu zeigen, inwiefern es sich heute bereits um Risiken globalen Ausmaßes handelt. Um eine Aussage darüber treffen zu können, soll zunächst auf die Risikogesellschaft und die für sie typischen Risiken eingegangen werden.
In Abgrenzung dazu wird in Kapitel 3 die darauf aufbauende Weltrisikogesellschaft charakterisiert, wodurch die Perspektive globaler wird. Verschiedene Risikobegriffe, die von unterschiedlichen Soziologen verwendet werden, die sich ebenfalls dieser Diagnose widmen, werden in Kapitel 3.2 aufgeführt. Anschließend wendet sich der Blick auf den praktischen Umgang mit den behandelten globalen Risiken.
Zum Abschluss wird ein Fazit über die gewonnenen Erkenntnisse gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2. Die Risikogesellschaft
2.1 Diagnostik neuartiger Risiken
2.2 Die Bedeutung der Risikowahrnehmung
3. Weltrisikogesellschaft
3.1 Abgrenzung zur Risikogesellschaft
3.2 Risikobegriffe
3.3 Umgang mit globalen Risiken
4. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Hausarbeit analysiert das soziologische Konzept der Weltrisikogesellschaft, um zu untersuchen, inwiefern sich moderne Risiken heute als Phänomene globalen Ausmaßes charakterisieren lassen. Dabei wird der Übergang von der Risikogesellschaft hin zur Weltrisikogesellschaft nachvollzogen und der Einfluss medialer sowie kultureller Konstruktionen auf die Wahrnehmung dieser Risiken diskutiert.
- Theoretische Grundlagen der Risikogesellschaft nach Ulrich Beck
- Unterschiede zwischen lokalen und globalen Risikostrukturen
- Rolle der medialen Konstruktion und Risikowahrnehmung
- Typologien globaler Krisensituationen (ökologisch, terroristisch, finanziell)
- Instrumente und Herausforderungen des politischen Umgangs mit transnationalen Risiken
Auszug aus dem Buch
2.1 Diagnostik neuartiger Risiken
Menschen sehen sich seit jeher mit Risiken konfrontiert, jedoch hat sich die Art dieser Risiken gewandelt. Im 19. Jahrhundert ging es beispielsweise um Gesundheitsrisiken oder um das Risiko in Armut zu leben, während in der heutigen Zeit viele Risiken nicht mehr unmittelbar sinnlich wahrnehmbar sind. Darunter fallen unter anderem atomare Gefährdungen oder Luftverschmutzungen (vgl. Beck 1986: 29).
Es handelt sich, wie auch in den genannten Beispielen, meist um Nebenfolgen des Modernisierungsprozesses, genauer gesagt, um latente Nebenfolgen, die insbesondere durch die technisch-ökonomische Entwicklung hervorgebracht wurden (vgl. Beck 1986:26). „Der Modernisierungsprozess wird >>reflexiv<<, sich selbst zum Thema und Problem“ (Beck 1986:26). Dies geschieht vor allem auch dadurch, dass die daraus resultierenden Schäden meist irreversibel sind.
Aufgrund dieser nicht direkten Wahrnehmung bieten die Modernisierungsrisiken Interpretations- und Definitionsmöglichkeiten, welcher sich häufig in den Medien in unterschiedlichem Ausmaß bedient wird (Beck 1986: 30). Sie können Risiken dramatisieren und sie als eine akute Bedrohung darstellen oder ihnen wenig Aufmerksamkeit widmen und den Menschen so das Gefühl verleihen, es handle sich nicht um einen Sachverhalt, der Eingriffe erfordert. Nicht nur im medialen Bereich, auch in der Wirtschaft spielen sie oft eine Rolle, denn „Modernisierungsrisiken sind big business. Sie sind die von den Ökonomen gesuchten unabschließbaren Bedürfnisse. Hunger kann man stillen, Bedürfnisse befriedigen. Zivilisationsrisiken sind ein Bedürfnis-Faß ohne Boden, unabschließbar, unendlich, selbstherstellbar“ (Beck 1986: 30). Viele wirtschaftliche Akteure legen also die selbst hergestellten Risiken wiederum zu ihrem Nutzen aus.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Gesellschaftsdiagnose ein und umreißt die Zielsetzung der Arbeit, das Konzept der Weltrisikogesellschaft zu erläutern.
2. Die Risikogesellschaft: Hier werden die Grundlagen von Ulrich Becks Konzept der Risikogesellschaft erarbeitet, insbesondere die Natur moderner Nebenfolgen und die Rolle der Risikowahrnehmung.
3. Weltrisikogesellschaft: Dieses Kapitel charakterisiert den Übergang zur globalen Perspektive, definiert den Risikobegriff und analysiert den Umgang mit grenzüberschreitenden Risiken.
4. Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse über die Globalität heutiger Risiken zusammen und bewertet deren Bedeutung für die gesellschaftliche Entwicklung.
Schlüsselwörter
Weltrisikogesellschaft, Risikogesellschaft, Ulrich Beck, Modernisierungsrisiken, Risikowahrnehmung, Globalisierung, Transnationale Risiken, Nebenfolgen, Klimawandel, ökologische Krise, Risikopolitik, Mediale Konstruktion, Unsicherheit, Gesellschaftsdiagnose, Katastrophe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die soziologische Theorie der Weltrisikogesellschaft und die Frage, wie sich Risiken in der heutigen Zeit durch ihre globale Reichweite und ihre Beschaffenheit von früheren Gefährdungslagen unterscheiden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die Definition moderner Risiken, die Rolle des Wissens und der Medien bei ihrer Entstehung, der kulturelle "Clash of Risk Cultures" sowie die politischen Strategien im Umgang mit grenzüberschreitenden Bedrohungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, herauszuarbeiten, inwiefern sich heute von "globalen Risiken" sprechen lässt und welche soziologischen Konzepte zur Erklärung dieses Phänomens beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Hausarbeit, die auf einer Literaturanalyse soziologischer Standardwerke (u.a. Ulrich Beck, Anthony Giddens) basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird zunächst die klassische Risikogesellschaft diagnostiziert, gefolgt von einer Abgrenzung zur Weltrisikogesellschaft, der Erörterung verschiedener Risikobegriffe und einer Analyse der praktischen Steuerungsinstrumente für globale Risiken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Weltrisikogesellschaft, Modernisierungsrisiken, Risikowahrnehmung, Globalisierung sowie die Unterscheidung zwischen Risiko und Katastrophe.
Wie unterscheidet sich die Risikogesellschaft von früheren Gesellschaftsformen?
Im Gegensatz zu früheren Klassengesellschaften sind moderne Risiken nicht mehr auf soziale Gruppen oder Regionen begrenzt; sie sind oft irreversibel, entziehen sich der unmittelbaren sinnlichen Wahrnehmung und treffen sowohl Produzenten als auch Opfer.
Welche Rolle spielen die Medien bei der Entstehung von Risiken?
Medien konstruieren Risikowahrnehmung, indem sie bestimmte Gefahren dramatisieren und andere vernachlässigen, was dazu führt, dass die öffentliche Aufmerksamkeit nicht notwendigerweise dem tatsächlichen Gefährdungspotenzial entspricht, sondern der medialen Präsenz.
- Arbeit zitieren
- Maximiliane Lechtenberg (Autor:in), 2016, Weltrisikogesellschaft. Risiken globalen Ausmaßes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/454794