The mass market is dead“. In einer zunehmend dynamischen und komplexen Umwelt, unter anderem gekennzeichnet durch eine steigende Macht und Heterogenität der Nachfrager, die Fragmentierung von Märkten, sinkende Produktlebenszyklen und unterschiedlichste gesetzliche Bestimmungen, haben viele Unternehmen schmerzhaft erfahren müssen, dass es im heutigen Wettbewerb nicht mehr ausreicht, „nur“ technologisch hochwertige Leistungen zu offerieren, sondern dass der Schlüssel für einen dauerhaften Markterfolg vielmehr darin liegt, dem Kunden möglichst individuelle Problemlösungen anzubieten und dabei gleichzeitig geringe Kosten und Preise zu realisieren.
Da dieser Anpassungsprozess vor allem durch die Abwicklung von Einzelaufträgen und Großprojekten umsetzbar ist, gleichzeitig aber in der Vergangenheit nur rund 9% dieser individuellen Fertigungsprozesse „on-time and on-budget“ abgewickelt wurden,3 ist es insbesondere die einzelauftragsorientierte Erfolgsrechnung, die einen elementaren Einfluss auf die Sicherung des Unternehmenserfolgs und damit auf das Fortbestehen von Unternehmen ausübt. Das frühzeitige Erkennen erfolgswirtschaftlicher Einflüsse vor dem Hintergrund einer tragfähigen Beurteilung von Einzelaufträgen und Großprojekten stellt dabei einen wichtigen Schlüssel zum Erreichen der Unternehmensziele dar.
Im Rahmen dieser Arbeit soll daher im Kern beleuchtet werden, wie ein Konzept zur Beurteilung von Einzelaufträgen und Großprojekten mit Hilfe der Kosten- und Erlösrechnung aussehen kann, wo die kalkulatorische Erfolgsrechnung hierbei an ihre Grenzen stößt und welche alternativen Ansätze für eine erfolgreiche Beurteilung zur Verfügung stehen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Erläuterung der begrifflichen Grundlagen
2.1 Charakteristische Merkmale von Einzelaufträgen und Großprojekten
2.2 Anwendungsorientierte Anforderungen und Probleme eines kosten- und erlösorientierten Beurteilungskonzeptes
3 Konstruktionsbegleitende Kalkulation als kosten- und erlösorientierter Ansatz zur Beurteilung von Einzelaufträgen und Großprojekten
3.1 Entwicklung eines Bezugsrahmens
3.2 Die Vorkalkulation als wichtiges Element der konstruktionsbegleitenden Kalkulation
3.3 Problemadäquate Kostenrechnungssysteme im Rahmen der konstruktionsbegleitenden Kalkulation
3.4 Kritische Würdigung der vorliegenden Konzeption und Entwicklung neuerer Lösungsansätze
4 Zukünftige Bedeutung und Entwicklungstendenzen der Beurteilung von Einzelaufträgen und Großprojekten
Zielsetzung und Themenfelder
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie ein Konzept zur Beurteilung von Einzelaufträgen und Großprojekten mittels Kosten- und Erlösrechnung gestaltet sein muss, wo die Grenzen der kalkulatorischen Erfolgsrechnung liegen und welche alternativen Ansätze für eine fundierte Beurteilung existieren.
- Herausforderungen der einzelauftragsorientierten Erfolgsrechnung
- Anforderungen an die konstruktionsbegleitende Kalkulation
- Bedeutung der Vorkalkulation als Entscheidungsgrundlage
- Problematiken der Gemeinkostenverrechnung und des Zeitaspekts
- Integration dynamischer Investitionsrechnungsverfahren
Auszug aus dem Buch
3.1 Entwicklung eines Bezugsrahmens
Zur Erfüllung der oben erläuterten Planungs-, Dokumentations- und Kontrollaufgaben der Kosten- und Leistungsrechnung bei Einzelfertigung sind im internen Rechnungswesen eigene, über die traditionelle Erfolgsrechnung hinausgehende Rechnungsformen entstanden, die sich an den spezifischen Anforderungen dieser Auftragsart entlang entwickelt haben. Eine derartige Rechnungsform ist beispielsweise die konstruktionsbegleitende Kalkulation mit der ihr prozessual gesehen inhärenten Vor-, Zwischen- und Nachkalkulation, deren zentrales Charakteristikum die „stückbezogene und frühzeitige Kosteninformationsbereitstellung für Entscheidungsalternativen im Verlauf des Leistungserstellungsprozesses“ ist. Mit dieser Eigenschaft berücksichtigt die konstruktionsbegleitende Kalkulation die Forderung nach einer möglichst frühzeitigen Annahme und Ablehnungsentscheidung, trotz einer erst später hinreichend konkretisier- und validierbaren Informationsgrundlage, als auch das Ermöglichen einer rechtzeitigen Einleitung von Gegenmaßnahmen zur Erfüllung der geplanten Soll-Vorgaben in der Phase der Auftragsrealisierung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Arbeit beleuchtet die Notwendigkeit einer präzisen Erfolgsrechnung für Einzelaufträge und Großprojekte in einem dynamischen Wettbewerbsumfeld.
2 Erläuterung der begrifflichen Grundlagen: Es werden die Merkmale von Einzelaufträgen und Großprojekten definiert und Anforderungen an ein kosten- und erlösorientiertes Beurteilungskonzept abgeleitet.
3 Konstruktionsbegleitende Kalkulation als kosten- und erlösorientierter Ansatz zur Beurteilung von Einzelaufträgen und Großprojekten: Dieses Kapitel analysiert Methoden der konstruktionsbegleitenden Kalkulation, einschließlich Vorkalkulation und geeigneter Kostenrechnungssysteme, sowie deren kritische Würdigung.
4 Zukünftige Bedeutung und Entwicklungstendenzen der Beurteilung von Einzelaufträgen und Großprojekten: Das Kapitel schließt mit einem Ausblick auf die Weiterentwicklung der Methoden, insbesondere durch die Integration zahlungsorientierter Ansätze.
Schlüsselwörter
Einzelauftrag, Großprojekt, Kostenrechnung, Erlösrechnung, konstruktionsbegleitende Kalkulation, Vorkalkulation, Projektcontrolling, Erfolgsrechnung, Investitionsrechnung, Kostenfrüherkennung, Einzelfertigung, Gemeinkostenverrechnung, Leistungsrechnung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie Unternehmen die Wirtschaftlichkeit von Einzelaufträgen und komplexen Großprojekten durch den Einsatz der Kosten- und Erlösrechnung fundiert beurteilen können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der konstruktionsbegleitenden Kalkulation, der Abgrenzung zwischen Angebots- und Auftragsvorkalkulation sowie den Herausforderungen bei der Zurechnung von Kosten in mehrperiodigen Fertigungsprozessen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein Konzept zur Beurteilung solcher Projekte vorzustellen, die Grenzen der traditionellen kalkulatorischen Erfolgsrechnung aufzuzeigen und alternative Ansätze, etwa aus der Investitionsrechnung, zu diskutieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse auf Basis der einschlägigen Fachliteratur zur Kostenrechnung und zum Projektcontrolling.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Vorkalkulation, die Eignung verschiedener Kostenrechnungssysteme und kritisiert die Mängel der aktuellen Praxis, wie die mangelnde Berücksichtigung von Zeitaspekten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Einzelauftrag, Großprojekt, konstruktionsbegleitende Kalkulation, Vorkalkulation und Erfolgsrechnung.
Warum ist die Vorkalkulation für Großprojekte so problematisch?
Da in der frühen Phase bereits ca. 70% der späteren Kosten fixiert werden, während notwendige Informationen zu technischen Mengengerüsten oft noch nicht vorliegen, ist eine präzise Schätzung unter Zeitdruck extrem schwierig.
Welchen Lösungsansatz schlägt die Arbeit ergänzend vor?
Die Arbeit diskutiert die Einführung einer dynamischen Projekterfolgsrechnung auf Zahlungsbasis in Anlehnung an Verfahren der Investitionsrechnung, um die Kapitalbindung und Zinsaspekte besser abzubilden.
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- Jan Boruszewski (Author), 2004, Beurteilung von Einzelaufträgen und Großprojekten mit Hilfe der Kosten- und Erlösrechnung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45480