Konzept zur Pflegedokumentation. Verfahrensanweisung der strukturierten Informationssammlung SIS im stationären Altenpflegebereich


Akademische Arbeit, 2018
13 Seiten, Note: sehr gut

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2.Ziele

3.Pflegeprozess

4.Verfahrensanweisung

5.Themenfelder

6.Risikomatrix

7.Verständigungsprozess und Maßnahmenplanung

8. Dokumentation und Berichteblatt

9.Evaluation

10. Eigene Einschätzung

Literaturverzeichnis:

1.Einleitung

Hilfe, ich bin mit der Pflegedokumentation überlastet, ich habe das Gefühl ich dokumentiere nur noch für den MDK. Dies ist ein Satz, den ich in den vergangenen Jahren in meiner Tätigkeit als Staatlich geprüfter Altenpfleger in der Funktion als Wohnbereichsleitung und Praxisanleiter nur zu oft gehört habe. In vielen Gesprächen mit meinen Kollegen habe ich erfahren, dass sie schon fast angstgetrieben dokumentieren, um den Anforderungen des Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) und den Prüfbehörden wie der Prüfstelle des Landes Rheinland-Pfalz nach dem Landeswohnformen- und Teilhabegesetz (LWTG) gerecht zu werden. Es galt bis dato die Divise: Wer schreibt der bleibt und was nicht dokumentiert wurde, wurde auch nicht erbracht! Mir kommt es manchmal vor, als habe speziell die Altenpflege ihre Fachlichkeit in irgendeine abgeschlossene Schublade gesteckt und käme nicht, an diese heran, weil der Schlüssel verlegt wurde. Denn mit Fachlichkeit kann sich jeder Mitarbeiter erklären. Wir haben viel zu lange unsere vorgelegten Skalen und Tabellen ausgefüllt und dabei vergessen unsere Fachlichkeit zu verbalisieren und zu verschriftlichen.

Umso mehr habe ich mich als Verfasser dieser Arbeit gefreut, als ich von meinen Vorgesetzten vor einem Jahr erfahren habe, dass man das Strukturmodell als neuen Pflegeprozess und der damit verbundenen Pflegedokumentation in unseren drei Einrichtungen einführen will und diese mittlerweile implementiert hat. Viele meiner Kollegen haben nach wie vor Angst, dies nicht zu schaffen, weil es sich um einen Paradigmenwechsel in der Pflege handelt. Viele sind nach Jahren froh, den sechs Phasigen Pflegeprozess nach Fichter und Meier 1981 größtenteils zu kennen und diesen in den 13 Aktivitäten und Erfahrungen des Lebens (AEDLs) nach Monika Krohwinkel umsetzen zu können.

All diesen Kollegen möchte ich mit dieser Abschlussarbeit und dem ansetzen einer Verfahrensanweisung in unseren Einrichtungen die Angst nehmen, sich mit dem Strukturmodell auseinanderzusetzen, dieses zu verstehen und dann zukünftig in unseren Einrichtungen als verbindliche Vorschrift anzuwenden.

Es war ein großer Vorstoß des Bundesministeriums für Gesundheit unter der Federführung des Pflegebeauftragten Karl- Josef Lauermann in Zusammenarbeit mit dem Projetbüro EinStep die Entbürokratisierung der Pflegedokumentation zu etablieren und damit die Pflegedokumentation, wieder auf ein akzeptables Maß zurückzuführen und vor allem doppelt und dreifach Dokumentationen zu vermeiden.

Die Benutzung der SIS setzt fachliche Kompetenzen und pflegefachliche Entscheidungsspielräume voraus, die optimal und Bewohnerbezogen genutzt werden müssen.

2.Ziele

Die Bezugspflegefachkraft:

hat fachliche Kompetenzen und nutzt ihre Entscheidungspielräume. versteht die Plausibilität zwischen den SIS Themenfelder und der Risikomatrix. versteht die Entbürokratisierung und kann diese als neue Dokumentation annehmen. versteht die Themenfelder und kann diese in der Tagesstruktur umsetzen. führt die Dokumentation auf ein akzeptables Maß zurück. eruiert ihre Entscheidungen im interdisziplinären Team.

Zum erreichen dieser Ziele, werden in unseren Einrichtungen verschiedene Fort und Weiterbildungen durchgeführt. Da die SIS in einer EDV gestützten Dokumentation mit der Tagesstruktur verbunden wird, finden hier separate Schulungen durch den Hersteller der Dokumentation statt.

Das Projektbüro EinStep und das interne Qualitätsmanagement stehen allen Mitarbeiter für Fragen jederzeit zur Verfügung.

3.Pflegeprozess

Seit einem längeren Zeitraum, gab es immer wieder Versuche und Initiativen, die sich mit der Veränderung des Pflege Prozesses und der Pflegedokumentation beschäftigt haben. Im Juli 2013 legten Frau Elisabeth Beikirch und Martina Roes im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit, so genannte Eckpunktpapiere und Empfehlungen zur Entbürokratisierung vor, damit verwendete Dokumentationsmodelle abgelöst werden können. Dabei schlugen sie auch den alten, jedoch evaluierten neuen vier Phasigen Pflegeprozess vor.

Im weiteren Verlauf entstand aus dem Projekt eine feste Implementierung des Strukturmodells im ambulanten und stationären Pflegebereich. Daraus abgeleitet ist der neue vierphasige Pflegeprozess der auf, dass vier Phasenmodell der WHO 1974/1987 zurückgeht und neu interpretiert wurde. Dieser Pflegeprozess durchläuft vier Phasen und endet immer wieder mir der Evaluierung von Inhalten, entweder aus der turnusgemäßen Evaluierung der Risikomatrix, einer Fallbesprechung und oder einer Pflegevisite. Auch die Kontrolle der Berichteblätter kann hier neue Informationen bringen, da zuvor nur noch das dokumentiert wurde, was Abweichungen von der Tagesstruktur beinhaltete. Daraus lassen sich Informationen gewinnen, die einen neuen Beginn des Kreislaufs hervorrufen. Auch kann die Einschätzung des Bewohners ganz neu oder verändert sein, dies ist mit diesem zu besprechen, ganzheitlich zu betrachten und in neue Massnahmen zu planen.

Im Folgenden zeige ich den vier phasigen Pflegeprozess, anhand einer eigen erstellten Graphik dar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 Der vierphasige Pflegeprozess. (Selbst erstellte Darstellung)

4.Verfahrensanweisung

Im Rahmen des Einzugsmanagements, ist ein Stammblatt zu erfassen. Es wird mit dem Bewohner am Einzugstag eine Uhrzeit für ein Gespräch in seinem Zimmer vereinbart.

Die Strukturierte Informationssammlung wird als Vorlage aus dem internen Qualitätsordner ausgedruckt und dient der Gesprächsvorlage. Das Gespräch wird durch die zugeordnete Bezugspflegefachkraft durchgeführt.

Die SIS wird am Einzugstag begonnen und ist innerhalb einer Woche fertigzustellen. Es wird dabei darauf geachtet, ob Erfassungsprotokolle angelegt werden müssen. Darunter zählen das Ernährungsprotokoll, das Trinkprotokoll, das Lagerungsprotokoll oder das Vitalwerte und Diabetesprotokoll. Diese müssen sofort geführt werden. Die Mitarbeiter orientieren sich dabei am Schaubild der SIS Version 2.0 2017 (Abb.2)

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Konzept zur Pflegedokumentation. Verfahrensanweisung der strukturierten Informationssammlung SIS im stationären Altenpflegebereich
Veranstaltung
Weiterbildung zur Pflegedienstleitung
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2018
Seiten
13
Katalognummer
V455094
ISBN (eBook)
9783668862968
ISBN (Buch)
9783668862975
Sprache
Deutsch
Schlagworte
konzept, pflegedokumentation, beispiel, verfahrensanweisung, strukturierten, informationssammlung, altenpflegebereich
Arbeit zitieren
Karl-Heinz Nickel (Autor), 2018, Konzept zur Pflegedokumentation. Verfahrensanweisung der strukturierten Informationssammlung SIS im stationären Altenpflegebereich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455094

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