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Die Funktion der Träume im Rolandslied

Titel: Die Funktion der Träume im Rolandslied

Hausarbeit , 2016 , 13 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Saskia Mewes (Autor:in)

Germanistik - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Funktion der Träume im mittelhochdeutschen Epos „Das Rolandslied des Pfaffen Konrad“. Das Rolandslied des Pfaffen Konrad wurde um 1170 verfasst und gehört zu der Gattung der Chanson de geste. Die Chanson de Roland von 1110, dem Bekanntesten der französischen Heldenepen, mag wohl die Vorlage für Konrad gewesen sein. Der Pfaffe Konrad nennt sich selbst den Übersetzer des Rolandliedes, der es vom Französischen in das Deutsche übersetze.
Das Rolandslied erzählt, wie Kaiser Karl seit einigen Jahren erfolgreiche Kreuzzüge in Spanien führt, um die dortigen Heiden zum Christentum zu bekehren. Nur die Stadt Sarraguz, welche vom heidnischen König Marsilie beherrscht wird, ist noch nicht erobert. Weil Marsilie weiß, dass sein eigenes Heer nicht die geringste Chance gegen das Heer des Kaisers hätte, trickst er ihn mit einer List aus, indem er ihm ein Bekehrungswillen vorspielt. Genelun wird nun auf Vorschlag Rolands, dem Neffen des Kaisers, als Bote zu Marsilie geschickt. Aus einem gemeinsamen Rachewunsch verbünden sich die beiden mit dem Ziel Roland zu töten. Auf Geneluns Vorschlag hin, ernennt Karl Roland zum Statthalter von Spanien. Während die restliche Armee des Kaisers abzieht, greift Genelun mit der Unterstützung des heidnischen Königs das zurückgebliebene Heer von Roland an. Roland stirbt zusammen mit seinem Heer den Märtyrertod. Der Kaiser kehrt mit seinem Heer zurück und es beginnt ein unerbittlicher Kampf zwischen ihm und dem König aller Heiden, Paligan. Dieser stirbt jedoch am Ende und Genelun muss sich als Verräter vor dem Kaiser geschlagen geben. Er und seine Anhänger werden nach einem Prozess in Aachen hingerichtet.

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit den drei Träumen des Kaisers Karl. Dabei sollen die Funktion der Träume hinsichtlich ihres Zweckes und der Intention erörtert werden. Um die Träume des Kaisers genauer einordnen zu können, wird zunächst auf Steinmeyers Traumkategorien und Traumvorstellungen eingegangen. Im zweiten Punkt werden nacheinander die Träume Karls hinsichtlich des Kontextes und des Inhalts betrachtet, während jeder Traum auch auf verschiedenen Ebenen analysiert wird. Danach wird vor allem ein Blick auf die Reaktionen Karls auf seine Träume geworfen, um ihre Funktion innerhalb des Epos zu klären.
Abschließend werden die Ergebnisse zu der untersuchten Fragestellung zusammen getragen und in einem Fazit beurteilt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Steinmeyers Traumkategorien

2. Analyse und Vergleich der Träume

2.1 Erster Traum

2.1.1 Kontext und Inhalt

2.1.2 Analyse: Lanzensymbolik, Warnungsfunktion

2.2 Zweiter Traum

2.2.1 Kontext und Inhalt

2.2.2 Analyse: Tierallegorie, Vorausdeutungsfunktion

2.3 Dritter Traum

2.3.1 Kontext und Inhalt

2.3.2 Analyse: Apokalyptische Bilder, Tierallegorie, Vorhersagefunktion

3. Die Funktionen der Träume

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktion der drei Träume des Kaisers Karl im mittelhochdeutschen "Rolandslied des Pfaffen Konrad", wobei insbesondere deren Zweck und Intention analysiert werden, um Karls Passivität gegenüber den göttlichen Warnungen zu ergründen.

  • Analyse der Traumkategorien nach Karl-Joseph Steinmeyer
  • Interpretation der Lanzensymbolik und Tierallegorien
  • Untersuchung der Warnungs-, Vorausdeutungs- und Vorhersagefunktionen
  • Diskussion der Passivität des Kaisers im Kontext des göttlichen Willens
  • Einordnung in die Gattung der Chanson de geste

Auszug aus dem Buch

2.1.2 Analyse: Lanzensymbolik, Warnungsfunktion

Die Forschung ist zu dem Schluss gekommen, dass der scaft der von Genelun zerbrochen wird, eindeutig auf Roland bezogen werden kann. Steinmeyer identifizierte die Lanze als eine „typische Stoß- und Angriffswaffe“ eines mittelalterlichen Ritters. Wie ein solcher wurde auch Roland in dem Epos dargestellt. Doch Steinmeyer bemerkte auch, dass die Lanze zwei Bedeutungen trage. Einmal die Zerstörung von Karls Militärkraft , aber auch den Tod Rolands. Er bezieht die Lanze direkt auf Roland, denn wenn man die Unterredung bei König Marsilie berücksichtigt, bei der Roland und sein Kampfesgeist als die Hauptverantwortlichen für die erfolgreichen Eroberungszüge des Kaisers gesehen werden, spricht Steinmeyer zurecht Roland dieselbe Funktion wie der Lanze zu. Geith fügte hier hinzu, das durch den Tod Rolands, die zerbrochene Lanze die Bedeutung der zerbrochenen Macht Karls bekommt. Zudem wurde die Lanze schon im 8. Jahrhundert als ein Herrschaftssymbol bezeugt und gilt als Hoheitszeichen im Mittelalter. In mittelalterlichen Traumbüchern gilt das Zerbrechen eines Stabes als ein unheilvolles Omen. Steinmeyer assoziiert das zerbrochene Teilstück der Lanze, die Genelun in den Himmel wirft, als Rolands Seele, die in den Himmel aufsteigt. Was der Leser schon weiß, aber im ersten Traum nochmal verdeutlicht oder sogar erneut aufgegriffen wird, ist die Tatsache, dass sich Geneluns Racheabsichten nicht gegen Karl richten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Steinmeyers Traumkategorien: Einführung in die drei mittelalterlichen Traumtypen – von Gott gesandt, vom Teufel oder physiologisch bedingt – sowie Erläuterung der allegorischen Verschlüsselung.

2. Analyse und Vergleich der Träume: Detaillierte Untersuchung der drei Träume Karls hinsichtlich ihres Kontextes und ihrer symbolischen Bedeutung, insbesondere der Tierallegorien.

3. Die Funktionen der Träume: Reflexion über die gemeinsame Wahrheit der Träume und kritische Betrachtung der Passivität Kaiser Karls gegenüber diesen göttlichen Botschaften.

Schlüsselwörter

Rolandslied, Pfaffe Konrad, Kaiser Karl, Traumdeutung, Steinmeyer, Tierallegorie, Lanzensymbolik, Genelun, Mittelalter, Epik, Chanson de geste, göttlicher Wille, Vorhersage, Sarazenen, Passivität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Funktion der drei Träume, die Kaiser Karl im mittelhochdeutschen "Rolandslied" erlebt, und wie diese die weitere Erzählung beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen Traumtheorie im Mittelalter, die Interpretation von Symbolik und Allegorien sowie das Verhalten christlicher Herrscher in literarischen Epen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den Zweck und die Intention der Träume zu erörtern und zu erklären, warum Karl trotz seiner Träume passiv bleibt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Analyse, insbesondere unter Rückgriff auf Traumkategorien von Steinmeyer und ikonologische Studien von Geith und van Well.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die drei Träume einzeln kontextualisiert, ihre Symbolik wie Lanzen und Tiere gedeutet und die Reaktion des Kaisers diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Rolandslied, Traumdeutung, Tierallegorie, Lanzensymbolik, Genelun und der göttliche Wille.

Warum erscheint Genelun im ersten Traum persönlich?

Geneluns direktes Erscheinen dient laut Steinmeyer als Erleichterung für den Leser, um den Trauminhalt als Warnung vor dem Verrat des Boten eindeutig zu identifizieren.

Wie lässt sich Karls Passivität erklären?

Die Arbeit legt nahe, dass Karl seine Träume zwar versteht, aber die dargestellten Ereignisse als gottgewollt akzeptiert und daher nicht aktiv in den vorherbestimmten Lauf der Geschichte eingreift.

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Details

Titel
Die Funktion der Träume im Rolandslied
Hochschule
Universität Potsdam  (Institut für Germanistik)
Note
2,0
Autor
Saskia Mewes (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
13
Katalognummer
V455110
ISBN (eBook)
9783668860452
ISBN (Buch)
9783668860469
Sprache
Deutsch
Schlagworte
funktion träume rolandslied
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Saskia Mewes (Autor:in), 2016, Die Funktion der Träume im Rolandslied, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455110
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  13  Seiten
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