In der vorliegenden Arbeit wird der Film Winchester 73 von Regisseur Anthony Mann auf filmwissenschaftlicher Basis untersucht. Dabei wird insbesondere anhand der Hauptfiguren des Films untersucht werden, welche Werte und Normen im Film präsentiert und vertreten werden und ob Regisseur Mann eine gesellschaftliche und psychologische ‚Nabelschau’ seiner Protagonisten verwirklichte, die insbesondere seine Werke aus den 40er und frühen 50er Jahre auszeichnete. Im ersten Kapitel dieser Arbeit soll zunächst in aller Kürze die filmwissenschaftliche Methodik dargestellt werden. Dabei wird zu klären sein, welche Bestandteile eines Films analysiert werden und in Verbindung zueinander gebracht werden können. Im zweiten Kapitel werden zunächst die Geschichte und die Konventionen des Westerngenres beschrieben. Es wird zu klären sein, inwieweit das Vorhandensein des Genres der Filmproduktion ein enges Korsett bereitstellt oder ob es sich um einen Orientierungsrahmen handelt, der durchaus Variationen und individuelle Klasse zulässt. Im 2. Kapitel werden zunächst die Rahmenhandlung und wichtigsten Rollen des Films vorgestellt. Bereits an dieser Stelle ist darauf zu achten, inwieweit Normen und Werte in Geschichte und Personen reflektiert werden. Im letzten Teil des 2. Kapitels werden die filmtechnischen Mittel Manns in Winchester ’73 analysiert. Wichtige Bestandteile sind hier das Setting, die Ausleuchtung und die Bildkomposition und wie diese Elemente die Rahmenhandlung unterstützen. Das dritte Kapitel widmet sich exklusiv den in Winchester ’73 diskutierten Normen und Werten. Im ersten Unterkapitel soll zunächst geklärt werden wie Soziologen Werte und Normen definieren und was ihre gesellschaftliche Funktion ist. Zudem wird dargestellt, welche Funktion Medien bei der Übertragung und Rezeption von Werten und Normen haben.
Im dritten Kapitel der Arbeit wird die Methodik der Inhaltsanalyse dargestellt, mithilfe derer die bereits im 2. Kapitel hervorgehobenen und in den Protagonisten manifestierten Werte und Normen näher analysiert werden sollen. Im letzten Teil der Arbeit werden die Ergebnisse der Inhaltsanalyse nochmals der Frage aus der Einleitung gegenübergestellt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Theoretische Grundlagen: Gegenstand und Ziele der Filmanalyse
2. Film und Genre
2.1 Das Westerngenre
2.2 Der Film „Winchester 73“
2.2.1 Handlungsverlauf
2.2.2 Filmische Mittel
2.3 Charakterisierung der Hauptfiguren
2.3.1 Lin Mc Adam (James Stewart)
2.3.2 Dutch Henry Brown (Stephen McNally)
2.3.3 Lola Manners (Shelley Winters)
2.3.4 Waco Johny Dean (Dan Duryea)
3. Analyse
3.1 Vorgehensweise und Begründung der Methodenauswahl
3.2 Ausgewählte Werte und Normen
3.2.1 Rache
3.2.2 Macht, Stärke und Gerechtigkeit
3.2.3 Familie und Freundschaft
3.2.4 Sonstiges
4. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Film "Winchester '73" von Regisseur Anthony Mann auf einer filmwissenschaftlichen Basis, um herauszuarbeiten, welche Werte und Normen in diesem Werk präsentiert werden und inwiefern der Regisseur eine gesellschaftliche und psychologische Nabelschau seiner Protagonisten vornimmt.
- Filmwissenschaftliche Grundlagen und Methodik der Analyse
- Konventionen und Wandel des Westerngenres
- Charakterisierung der Protagonisten und ihre Rollenverteilung
- Analyse von Werten wie Rache, Gerechtigkeit, Macht und Familie
- Filmtechnische Inszenierung von Spannung und moralischen Konflikten
Auszug aus dem Buch
2.2.2 Filmische Mittel
Während aktuelle Kinoproduktionen einen Plot überwiegend aus der Interaktion oder Kommunikation der handelnden Akteure entwickeln, wurden insbesondere in den 40er bis 60er Jahren Techniken des filmerischen Handwerks wie Beleuchtung, Schnitt oder Kameraeinstellungen benutzt, um die Handlung einer Szene bildhaft-metaphorisch zu unterstreichen. Ziel war es, einen Handlungsverlauf fühlbar zu machen. Anthony Mann entwickelte eine sehr subtile Art, solche filmischen Mittel zu nutzen. Nach dem Vorspann erscheint ein Zoom des in der Sonne blinkenden Schildes am Gewehrkolben, welches einst den Namen des Gewinners des Wettbewerbs tragen soll. Der Zoom öffnet sich und gibt den Blick auf das ganze Gewehr und die Menschen frei, die vor der Glasscheibe stehen und die einzigartige Waffe bewundern. Nicht zufällig erscheint diese in der Sonne scheinend und wie ein Schatz hinter Glas. Es ist auch kein Zufall, dass im Fenster, welches sich hinsichtlich des Blickwinkels hinter der Waffe befindet, drei Jungen und drei Männer zu sehen sind. Es ist als wolle Anthony Mann damit ausdrücken, dass die Waffe das Kind zum Manne macht oder dass Jungen und Männer ihr Spielzeug lieben.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung legt das Ziel der Arbeit fest, den Film Winchester 73 unter filmwissenschaftlichen Aspekten und in Bezug auf vermittelte Werte und Normen zu untersuchen.
1. Theoretische Grundlagen: Gegenstand und Ziele der Filmanalyse: Dieses Kapitel führt das Instrumentarium der Filmanalyse nach Werner Faulstich ein und diskutiert die Herausforderungen des Genrebegriffs.
2. Film und Genre: Es erfolgt eine detaillierte Beschreibung des Westerngenres, der Rahmenhandlung, der wichtigsten Rollen sowie der eingesetzten filmischen Mittel in Anthony Manns Werk.
3. Analyse: Das Kapitel widmet sich der konkreten Untersuchung der filmischen Methodik sowie der Analyse spezifischer Werte wie Rache, Macht und Familie innerhalb des Films.
4. Schluss: Im Schlusskapitel werden die Ergebnisse zusammengefasst und die Bedeutung des Films für die Vermittlung von gesellschaftlichen Normen und Werten reflektiert.
Schlüsselwörter
Winchester 73, Anthony Mann, Filmanalyse, Westerngenre, Werte, Normen, Rache, Macht, Gerechtigkeit, Filmwissenschaft, Protagonisten, Gesellschaft, Moral, Filmtechnik, Kinogeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert den Western "Winchester 73" von Anthony Mann unter filmwissenschaftlicher Perspektive, wobei ein besonderer Fokus auf den präsentierten Werten und Normen sowie der psychologischen Darstellung der Figuren liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden untersucht?
Zentrale Themen sind die Genremusik des Westerns, die Charakterentwicklung der Hauptfiguren, die filmtechnische Umsetzung sowie soziologische Aspekte von Moral, Macht und sozialen Bindungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Anthony Mann durch filmische Mittel und Genre-Konventionen komplexe moralische Fragestellungen und die innere Zerrissenheit seiner Protagonisten verhandelt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die vierstufige Filmanalyse, ergänzt durch soziologische und medientheoretische Ansätze, um sowohl die filmischen Ebenen als auch die dahinterliegenden moralischen Konzepte zu deuten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Filmanalyse, eine Auseinandersetzung mit dem Westerngenre, die Vorstellung der Rollen und filmischen Mittel sowie die spezifische Analyse von Werten wie Rache, Gerechtigkeit und familiären Bindungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Filmanalyse, Westerngenre, Anthony Mann, Moral, Rache, Macht und soziologische Integration charakterisiert.
Wie spielt die "Waffe" als zentrales Symbol im Film eine Rolle?
Die Winchester fungiert als roter Faden und Symbol, das laut Analyse die Vaterfigur repräsentiert und die Charaktere in ihrem Streben nach Macht, Besitz und Rache maßgeblich beeinflusst.
Welche moderne Rolle weist der Autor der Figur Lola Manners zu?
Der Autor identifiziert Lola Manners als Prototyp einer für die 50er Jahre modernen, emanzipierten Frau, die unabhängig handelt, sich selbst zur Wehr setzt und aktiv versucht, ihr Schicksal zu bestimmen.
Warum spielt die Landschaft in Anthony Manns Western eine so wichtige Rolle?
Die Landschaft wird als existenzieller Schauplatz genutzt, der die psychologische Verfassung der Charaktere spiegelt und als "Bühne" für den mythologischen Kampf zwischen Gut und Böse dient.
Wie bewertet der Autor das Ende des Films im Kontext der Moral?
Der Autor hinterfragt, ob die Rache des Helden tatsächlich eine Befreiung darstellt oder ob der Protagonist durch seine Tat selbst auf die moralische Stufe des Mörders absteigt, was das Ende als "zweischneidiges Schwert" erscheinen lässt.
- Arbeit zitieren
- MA Guido Maiwald (Autor:in), 2010, Filmanalyse "Winchester ’73". Normen und Werte im Film, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455231