In Folge der zunehmenden schweren Wirtschaftssituation ist die Wirtschaftsförderung vermehrt in das Blickfeld der Öffentlichkeit und der Politiker insbesondere auf kommunaler Ebene gerückt. Oft werden an die Wirtschaftsförderung (Wifö) große Erwartungen hinsichtlich der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Generierung von Steuereinnahmen geknüpft. Diese Seminararbeit soll einen groben Überblick über die Aufgaben und Möglichkeiten der kommunalen Wirtschaftsförderung geben.
Zunächst wird im 2. Kapitel die Wifö in ihrer „klassischen“ Form so vorgestellt, wie sie auch in der aktuelleren Literatur beschrieben wird. Kapitel 3 soll das Thema der kommunalen Wirtschaftsförderung anhand eines realen Praxisbeispiels einer Wirtschaftsförderungsgesellschaft beschreiben und verdeutlichen. Im 4. Kapital wird ein Modell zur Effizienzsteigerung vom IfM Bonn vorgestellt, dass sich kritisch mit der aktuellen Handhabung kommunaler Wirtschaftsförderung beschäftigt und Handlungsempfehlungen aufzeigt. Ein paar abschließende Bemerkungen spannen im 5. Kapitel einen Bogen vom Praxisbeispiel (Kapitel 3) zum Model des IfM Bonn (Kapitel 4).
Gliederung
1 Einleitung
2 Die „klassische“ Wirtschaftsförderung
2.1 Abgrenzung und Ziele kommunaler Wirtschaftsförderung
2.2 Traditionelle Aufgabenfelder
2.3 Instrumente der Wirtschaftsförderung
2.4 Organisationsformen kommunaler Wirtschaftsförderung
3 Vorstellung einer Wirtschaftsförderungsgesellschaft (Praxisbeispiel)
3.1 Kurzporträt der WFG
3.1.1 Der Standort
3.1.2 Geographische Lage
3.2 Ziele und Aktivitäten der WFG
3.2.1 Strategien zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes
3.2.2 Strategien zur Stärkung der Attraktivität durch Realisierung des integrativen Innenstadtmarketings
4 Modell zur Effizienzsteigerung vom IfM Bonn
4.1 Aufgaben und Organisationsstruktur
4.2 Örtliche Netzwerkarbeit
4.3 Regionale Zusammenarbeit
5 Abschließende Bemerkungen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, einen grundlegenden Überblick über die Aufgaben, Möglichkeiten und Organisationsformen der kommunalen Wirtschaftsförderung zu geben, wobei der Fokus auf einem Vergleich zwischen der traditionellen Praxis und modernen Modellen zur Effizienzsteigerung liegt.
- Grundlagen der kommunalen Wirtschaftsförderung und deren Abgrenzung
- Analyse traditioneller Aufgabenfelder sowie Instrumente der Wirtschaftsförderung
- Praxisbeispiel einer Wirtschaftsförderungsgesellschaft
- Kritische Betrachtung von Ansätzen zur Effizienzsteigerung nach dem Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn
Auszug aus dem Buch
2.3 Instrumente der Wirtschaftsförderung
Alle Maßnahmen, die ansässigen bzw. potentiellen Unternehmen zu einer positiven Entwicklung verhelfen sollen, kann man als Instrumente der Wifö zusammenfassen. Dabei sind direkte Maßnahmen und indirekte Maßnahmen zu unterscheiden.
Unter direkten Maßnahmen versteht man Maßnahmen, die auf einzelne Unternehmen abzielen und sich direkt auf deren Vermögenslage auswirken. Dazu zählen bspw. Bürgschaften, Garantien, Finanzhilfen (Subventionen) oder auch gezielte Beschleunigung von behördlichen Genehmigungsverfahren. Indirekte Maßnahmen zielen auf die Entwicklung von Rahmenbedingungen ab, die Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung der Standortfaktoren haben.
Standortfaktoren werden in weiche und harte unterschieden. Dabei ist festzuhalten, dass die Grenzen ineinander übergehen. Eine strikte Trennung ist also nicht möglich. Eine Übersicht bietet die Abbildung 1. Eine zentrale Bedeutung für die Standortwahl haben sicherlich harte Standortfaktoren, wie die Flächenverfügbarkeit, Infrastruktur oder Lage zu den Absatzmärkten. Mit der Zeit hat die Bedeutung der weichen Standortfaktoren stark zugenommen. Eine unternehmerfreundliche Verwaltung oder auch das Image einer Region sind für die Standortwahl immer relevanter.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die steigende Relevanz der kommunalen Wirtschaftsförderung aufgrund der schwierigen Wirtschaftslage und gibt einen Ausbau über die Struktur der Seminararbeit.
2 Die „klassische“ Wirtschaftsförderung: Dieses Kapitel definiert die Ziele, Aufgaben und Instrumente der klassischen Wirtschaftsförderung und unterscheidet zwischen verschiedenen Organisationsformen sowie harten und weichen Standortfaktoren.
3 Vorstellung einer Wirtschaftsförderungsgesellschaft (Praxisbeispiel): Anhand eines konkreten Praxisbeispiels wird dargestellt, wie eine Wirtschaftsförderungsgesellschaft ihre Ziele durch Vermarktung von Gewerbeflächen, Netzwerkarbeit und Innenstadtmarketing in der Realität umsetzt.
4 Modell zur Effizienzsteigerung vom IfM Bonn: Das Kapitel stellt ein Modell des IfM Bonn vor, das eine strategische Neuausrichtung der Wirtschaftsförderung hin zur Initiator- und Moderatorfunktion sowie eine stärkere Serviceorientierung empfiehlt.
5 Abschließende Bemerkungen: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Praxisnähe des IfM-Modells und diskutiert die Herausforderungen bei der Implementierung von Controlling- und Frühwarnsystemen.
Schlüsselwörter
Kommunale Wirtschaftsförderung, Standortfaktoren, Wirtschaftsförderungsgesellschaft, WFG, Infrastruktur, Bestandspflege, Existenzgründung, Innenstadtmarketing, Verwaltungsflexibilität, IfM Bonn, Standortwettbewerb, Gewerbeflächen, Netzwerkarbeit, Wirtschaftspolitik, Mittelstand.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Aufgaben, Ziele und Organisationsformen der kommunalen Wirtschaftsförderung und vergleicht diese mit modernen Effizienzmodellen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die klassische Wirtschaftsförderung, die Arbeit einer Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Praxisvergleich sowie die theoretischen Ansätze zur Effizienzsteigerung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen Überblick über die Möglichkeiten der kommunalen Wirtschaftsförderung zu geben und die Übertragbarkeit wissenschaftlicher Modelle auf die kommunale Praxis zu prüfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen zur theoretischen Fundierung und ergänzt diese durch eine deskriptive Fallstudie einer realen Wirtschaftsförderungsgesellschaft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der klassischen Konzepte, ein ausführliches Praxisbeispiel und die Vorstellung eines Modells zur Effizienzsteigerung vom IfM Bonn.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Kommunale Wirtschaftsförderung, Standortfaktoren, WFG, Bestandspflege, Innenstadtmarketing und Effizienzsteigerung.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen harten und weichen Standortfaktoren?
Harte Standortfaktoren sind messbar, wie Infrastruktur oder Flächen, während weiche Faktoren, wie Image oder Verwaltungsflexibilität, subjektiver und zunehmend wichtiger für die Standortwahl sind.
Was sind die zentralen Kritikpunkte am IfM-Modell gemäß der Arbeit?
Kritisiert wird, dass die Implementierung von Frühwarn- und Controllingsystemen oft einen unverhältnismäßig hohen Aufwand erfordert und es an zweckmäßigen Kennzahlen für die Praxis mangelt.
- Quote paper
- Sebastian Schlüter (Author), 2005, Kommunale Wirtschaftsförderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45535