Heilung der blutflüssigen Frau


Hausarbeit, 2000

13 Seiten, Note: bestanden


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die einzelne Perikope
2.1 Die Textgrundlage
2.1.1 Die Textstelle abgrenzen
2.1.2 Vergleich der Übersetzungen
2.2 Gliederung und Textanalyse
2.2.1 Gliederung
2.2.2 Narrative Analyse
2.2.3 Wortfeldanalyse
2.3 Synoptischer Vergleich

3. Geistes-, religions- und sozialgeschichtliche Einordnung

4. Literarischer Zusammenhang von Markus 624b-34

5. Die Wirkung des Textes

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die vorliegende Exegese beschäftigt sich mit der blutflüssigen Frau im Markus-Evangelium 524b-34. Es handelt von einer Frau, die krank ist und bis zur Begegnung mit Jesus keine Heilung erzielen konnte. Ziel ist es, den Text unter verschiedenen Aspekten zu betrachten und so ein umfassendes Verständnis von der Geschichte zu erhalten.

Im anschließenden Teil wird die einzelne Textstelle näher betrachtet. Um die Erzählung deuten und verstehen zu können, wird zunächst in 2.1 die Textgrundlage erörtert. Die Textstelle wird abgegrenzt und verschiedene Übersetzungen werden miteinander verglichen, um herauszufinden, welche Fassung dem Originaltext am nächsten kommt. In den Abschnitten zu 2.2 wird der Text gegliedert, der Handlungsverlauf der Geschichte näher betrachtet und nach Begriffen geschaut, die den Text durchziehen. Anschließend wird in 2.3 die Erzählung von Markus mit den anderen Evangelisten, hier Matthäus und Lukas, verglichen. So werden unterschiedliche Erzählabsichten deutlich.

Der dritte Abschnitt stellt den geistes-, religions- und sozialgeschichtlichen Hintergrund des Textes dar. Begriffe, Personen und Zusammenhänge werden erklärt und Bezüge hergestellt.

Abschnitt vier untersucht den literarischen Kontext in dem die Erzählung steht. Es wird geklärt, warum der Text genau an der Stelle steht, an der er vorzufinden ist.

Abschließend beschäftigt sich der fünfte Abschnitt mit der Botschaft, die die Geschichte vermitteln will.

Nachdem nun der Aufbau dieser Ausarbeitung dargestellt wurde, sei der nachfolgenden Arbeit noch ein Zitat vorangestellt, das als Leitmotiv für die Geschichte der blutflüssigen Frau dienen kann:

„Am Ende sein – das ist der Beginn eines neuen Weges: Die Mitte der Nacht ist der Anfang des Tages!“ (Niggemeyer, Seite 43).

2. Die einzelne Perikope

2.1 Die Textgrundlage

2.1.1 Die Textstelle abgrenzen

Als Textgrundlage für die Bearbeitung dient der Text aus der revidierten Elberfelder Übersetzung von 1992. Zur Begründung dieser Wahl wird auf den anschließenden Teil 2.1.2, Vergleich der Übersetzungen, verwiesen. Der Anfang der Geschichte ist gekennzeichnet durch eine lockere Aneinanderreihung der Sätze mit der mehrfachen Verwendung der Konjunktion „und“. In Mk 524 ist der Anfang eindeutig zu erkennen durch folgende Worte: „Und er ging mit ihm, und eine große Volksmenge folgte ihm, und sie drängten ihn.“ Hier beginnt mit dem Teilsatz „...und eine große Volksmenge folgte ihm, und sie drängten ihn.“ die eigenständige Erzählung der blutflüssigen Frau. Dies ist auch daran zu erkennen, dass zu den vorhandenen Personen nun eine weitere Person kommt, nämlich die Frau. Die eigentliche Erzählung beginnt ebenfalls mit dem Wort „und“. Die unmittelbar vorausgehende Geschichte wird zunächst nicht weiter erzählt. Es ist auch zu erkennen, dass mit Beginn des Verses 24 sich der Erzähltempus ändert (Melzer-Keller, Helga, Jesus und die Frauen, 1997, S. 21), welcher sich am Ende des Stückes in Vers 35 wiederum ändert und dann die unterbrochene Geschichte der Auferweckung der Tochter des Jairus weitergeführt wird. Es handelt sich hier um eine Verschachtelung. Durch das Einfügen der völlig selbstständigen Geschichte der blutflüssigen Frau in Mk 524-34 ist das Stück der Auferweckung der Tochter des Jairus unterbrochen. Der Schluss der hier betrachteten Geschichte ist eindeutig festgelegt mit den Worten: „Geh hin in Frieden und sei gesund von deiner Plage!“ (Vers 34c).

Aus dieser Bibelstelle lässt sich keine Zeit- und Ortsangabe erkennen. Die Verse vorher lassen erkennen, dass Jesus mit dem Boot unterwegs ist und zum „...jenseitigen Ufer hinübergefahren war...und er war am See.“ Daraus lässt sich schließen, dass sich die zu betrachtende Geschichte am Ufer in Seenähe zugetragen hat.

Anwesende Personen bei der Heilung der blutflüssigen Frau sind Jesus, der Synagogenvorsteher Jairus, eine große Volksmenge, die blutflüssige Frau und Jesu´ Jünger, die in Vers 31 erstmals wieder seit Mk 434 erwähnt werden. Sie tauchen im weiteren Verlauf der Geschichte nicht mehr auf.

2.1.2 Vergleich der Übersetzungen

Zum Vergleich der Bibelstelle wurden verschiedene Übersetzungen betrachtet. A die revidierte Lutherbibel (1984), B die Einheitsübersetzung (1988), C die revidierte Elberfelder Übersetzung (1992) sowie D die Interlinearübersetzung (1986). Es wurden zum Vergleich nur die Ausführungen des Markus-Evangeliums betrachtet, da dieses nach der Zwei-Quellen-Theorie[1] das erste schriftlich vorliegende Evangelium war.

Es fällt auf, dass in den verschiedenen Bibelfassungen, mit Ausnahme der Interlinearübersetzung, die Texte mit Abschnittsüberschriften versehen wurden. Bei den drei mit Überschriften versehenden Fassungen ist kein Unterschied in diesen zu erkennen. Hierauf soll aber nicht näher eingegangen werden, da die Einteilung der Abschnitte mit Überschriften im griechischem Originaltext nicht vorhanden ist und wahrscheinlich von den jeweiligen Übersetzern eingefügt wurden, was schon als Interpretation betrachtet werden kann. Ausgangstext für die weitere Bearbeitung der Textstelle wird die Elberfelder Übersetzung sein, da sich die Elberfelder Übersetzung am Original orientiert. Nach dem Vergleich der vier Übersetzungen sind keine größeren Unterschiede zu erkennen. Es fallen lediglich kleinere sprachliche Abweichungen auf. Als Beispiel dafür, sei Vers 24b erwähnt, in dem bei A von einer „großen Menge“, bei B von „vielen Menschen“, bei C von einer „großen Volksmenge“ und bei D von einer „zahlreichen Menge“ gesprochen wird. Dies stellt aber keine inhaltliche Veränderung dar, da diese vier Umschreibungen synonym verwendbar sind. Ein weiteres Beispiel für die nur geringen Abweichungen ist in Vers 28b zu finden, in dem in A und D von „Kleider“ und in B und C von „Gewand“ gesprochen wird. Dadurch wird der Sinn des Verses aber nicht verändert. In Vers 29 wird in A und C der Blutfluss als „Plage“ bezeichnet, während in B und D die Erkrankung eher abgeschwächt als „Leiden“ benannt wird. Diese Bezeichnungen wiederholen sich in den entsprechenden Übersetzungen schließlich in den Worten Jesu in Vers 34c. Ein kleiner Unterschied ist in Vers 32b in der Einheitsübersetzung im Gegensatz zu A, C und D zu finden. In B schaut Jesus sich um, „...um zu sehen, wer es getan hatte.“ Dieser Satz ist geschlechtsneutral gehalten. „Wer“ könnte eine Frau oder ein Mann sein. In den drei anderen Übersetzungen schaut Jesus sich um, um die zu sehen, die dies getan hat. Hier geht Jesus explizit davon aus, dass eine Person weiblichen Geschlechts sein Gewand berührt hat.

2.2 Gliederung und Textanalyse

2.2.1 Gliederung

Einleitung 24b-25

Die für die Handlung wesentlichen Akteure werden eingeführt. Es sind Jesus, eine große Volksmenge und die an Blutfluss leidende Frau (Verse 24b-25)

Exposition 26-28 und 30-33

Expositionelle Motive tauchen in dieser Erzählung sowohl vor als auch nach der Heilung auf. In den Versen 26-28 wird die Krankheitsgeschichte der Frau geschildert und dargestellt, was sie alles versucht und bezahlt hat, um von dieser Krankheit geheilt zu werden. Zur letzten Hoffnung ist Jesus geworden. Die Frau glaubt, wenn sie sein Gewand berührt, werde sie geheilt. Nach der Heilung wird das expositionelle Motiv wieder aufgenommen in den Versen 30-33, in denen Jesus gemerkt hat, dass jemand sein Gewand berührt hat Nun nimmt er Kontakt mit der Frau auf und macht die Heilung öffentlich. So werden ihr Zuspruch und Anteilnahme Jesu zuteil.

[...]


[1] Die Zwei-Quellen-Theorie besagt, dass das Markus-Evangelium das älteste Evangelium ist und von Matthäus und Lukas als Quelle benutzt wurde (Lührmann, 1987, Seite 12)

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Heilung der blutflüssigen Frau
Hochschule
Universität Kassel
Note
bestanden
Autor
Jahr
2000
Seiten
13
Katalognummer
V45536
ISBN (eBook)
9783638429252
Dateigröße
1288 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heilung, Frau
Arbeit zitieren
Christine Müller (Autor), 2000, Heilung der blutflüssigen Frau, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45536

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