Die vorliegende Arbeit stellt einen Projektbericht über das Bildungsmanagement im Bereich kleine und mittlere Unternehmen (KMU) dar. Die betriebliche Bildungsarbeit unterliegt seit jeher gewissen Legitimationszwängen und so scheint John F. Kennedys Zitat "Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung: Keine Bildung." an Aktualität nicht verloren zu haben. Denn die Unternehmen befinden sich stetig in einem Spannungsfeld des gesellschaftspolitischen Imperativs Bildung und ihrer Wirtschaftlichkeit.
Zwar können laut des Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung die im Vorjahr erzielten hohen Wirtschaftswachstumsraten nicht erzielt werden, allerdings wächst die deutsche Wirtschaft auch künftig über dem Durchschnitt.
Dennoch dürften sich die bestehenden Verunsicherungen durch den Handelsstreit u.a. mit den USA und der Brexit auch hierzulande bemerkbar machen). Die darauffolgenden Einsparungen der Unternehmen betreffen dann oftmals die betriebliche Weiterbildung und können dazu führen, dass vor allem KMU, die, wie sich in der vorliegenden Seminararbeit zeigen wird, im Vergleich zu größeren Unternehmen, genuin weniger in der betrieblichen Weiterbildung vertreten sind, sich gegen eine Implementierung entscheiden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Theoretische Auseinandersetzung
2.1. Human Ressourcen Management, Bildungsmanagement & Bildungsprozessmanagement: Der Versuch einer Begriffsklärung
2.2. Ausgangslage des Projekts Heimatbräu & Hemmfaktoren betrieblicher Weiterbildung im Bereich KMU
3. Digitalisierung und digitale Lernwelten in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)
3.1 Mehrwert (digitales) Bildungsmanagement im Bereich KMU
3.2 Hemmfaktor Digitalisierung
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen betrieblichem Bildungsmanagement und Digitalisierung in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Das primäre Ziel ist es, Hemmfaktoren für die Implementierung digitaler Weiterbildungsmaßnahmen aufzuzeigen und Lösungsansätze zu diskutieren, um die Wettbewerbsfähigkeit von KMU in Zeiten des digitalen Wandels zu sichern.
- Herausforderungen des Bildungsmanagements in KMU
- Bedeutung der Digitalisierung als strategischer Wettbewerbsfaktor
- Analyse von Hemmfaktoren bei der Einführung digitaler Lernwelten
- Strategien zur Förderung der Medienkompetenz und Wissenssicherung
- Einsatz digitaler Tools zur Organisationsentwicklung
Auszug aus dem Buch
3. Digitalisierung und digitale Lernwelten in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)
Die Digitalisierung – auch als vierte industrielle Revolution oder Industrie 4.0 bezeichnet – (vgl. Ternès & Schieke, 2018, S. VII) durchdringt alle gesellschaftliche Bereiche und verschafft den Unternehmen neue Handlungsoptionen, um ihr „Geschäftsmodell zukunftsfähig zu machen“ (ebd., 2018, S. VII). Vor allem die Kund*Innen sind auf Grund des Internets mündiger und informierter denn je. Vergleichsportale erlauben den Abgleich von Preisen, Qualität und Service. Über positive wie negative Erfahrungen bei Geschäftsabwicklungen wird sich mit anderen Verbraucher*Innen via Social Media oder Internetforen ausgetauscht, kritisiert und vernetzt (vgl. ebd., 2018, S.1). Die Relevanz der fortschreitenden Digitalisierung für die Unternehmen ist somit allgegenwertig zu spüren und wird zudem in den nationalen und europäischen Digitalisierungsgipfeln (vgl. Schrader & Gensicke, S. 241) deutlich.
Meister und Kamin (2010) arbeiten die Vorteile und Chancen des digitalen Lernens explizit heraus und halten fest: „Neben lernmethodischen Gesichtspunkten spielen auch technologische, organisatorische und monetäre Gründe eine Rolle. Die innovativen technischen Möglichkeiten, (...), ermöglichen ein anschauliches und praxisnahes Lernen. Zeitliche und örtliche Unabhängigkeit von der Lerngruppe bieten Anwendern die Chance, das Lerntempo, die Lernzeiten und den Lernort individuell und flexibel zu bestimmen. Die ubiquitäre Verfügbarkeit von Online-Medien ermöglicht den Zugriff auf aktuelle Informationen und Wissensbestände „just in time“ und „on demand“, wo sie gefordert sind, und die Zugriffe können zeitnah zum Auftreten eines Wissensbedarfs der Mitarbeiter in unterschiedlichsten Arbeits- und Lernzusammenhängen erfolgen“ (Meister & Kamin, 2010, S.132).
Um Adressat*Innen den Aufbau von sozialen Kontakten, Austausch und eine Ganzheitlichkeit des Lernens zu ermöglichen, bietet sich hierbei das Konzept des Blended Learnings an. Hierbei werden die Vorteile des E-Learnings und von Präsenzveranstaltungen vereint. „Für das Lernen und die Bildung eröffnen sich damit ganz neue Möglichkeiten, sowohl für alltagsgebundene Lernkontexte als auch für intentionale Vermittlungsaktivitäten, da nun lernbereite Personen dort erreicht werden können, wo sie sich gerade befinden – zu Hause, bei der Arbeit oder unterwegs (Meister & Kamin, 2010, S.134).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet den Legitimationsdruck betrieblicher Bildung im Spannungsfeld von Wirtschaftlichkeit und demografischem Wandel, insbesondere unter Berücksichtigung der speziellen Ausgangslage von KMU.
2. Theoretische Auseinandersetzung: Dieses Kapitel klärt grundlegende Begriffe des Bildungsmanagements und des Human Resource Managements und analysiert die spezifischen Hemmfaktoren für Weiterbildung in KMU anhand des Beispiels „Heimatbräu“.
3. Digitalisierung und digitale Lernwelten in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU): Hier werden die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung für KMU erörtert, wobei der Fokus auf digitalen Lernkonzepten wie Blended Learning liegt.
3.1 Mehrwert (digitales) Bildungsmanagement im Bereich KMU: Dieser Abschnitt beschreibt, wie ein digitales Bildungsmanagement durch erhöhte Flexibilität und informelle Lernmöglichkeiten den betrieblichen Anforderungen gerecht werden kann.
3.2 Hemmfaktor Digitalisierung: Es wird analysiert, warum KMU trotz der Potenziale digitaler Angebote oft zögerlich agieren und welche Rolle professionelle Qualifizierungsberatung dabei spielt.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, identifiziert Forschungsdesiderate und betont die Notwendigkeit, ökonomische Argumentation mit bildungstheoretischer Reflexion zu verbinden.
Schlüsselwörter
Bildungsmanagement, Digitalisierung, KMU, betriebliche Weiterbildung, digitales Lernen, Blended Learning, Personalentwicklung, Humankapital, Medienkompetenz, Wissenssicherung, Qualifizierungsberatung, Strukturwandel, Industrie 4.0, Lernwelten, Unternehmenskultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Herausforderungen und Potenziale des Bildungsmanagements in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) im Kontext der fortschreitenden Digitalisierung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen Begriffe des Bildungsmanagements, die Analyse von Hemmfaktoren für Weiterbildung in KMU sowie digitale Lernstrategien und Beratungsansätze.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, den Mehrwert digitaler Bildungsmaßnahmen für KMU zu beleuchten und aufzuzeigen, wie Unternehmen trotz kultureller oder struktureller Hürden digitale Kompetenzen aufbauen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Diskussion mittels Literaturanalyse und bezieht sich zur Veranschaulichung der Praxis auf ein fiktives Projektbeispiel namens „Heimatbräu“.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Fundierung, eine Analyse von Weiterbildungsbarrieren in KMU und eine detaillierte Auseinandersetzung mit digitalen Lernwelten und deren Implementierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Bildungsmanagement, Digitalisierung, KMU, betriebliche Weiterbildung, Blended Learning und Qualifizierungsberatung.
Welche Rolle spielt die Unternehmensgröße bei der Digitalisierung?
Die Arbeit zeigt, dass KMU im Vergleich zu Großunternehmen seltener über Digitalisierungsstrategien verfügen, was oft auf mangelnde IT-Kompetenzen und Ressourcen zurückzuführen ist.
Was ist das „Projekt Heimatbräu“?
Es handelt sich um ein im Rahmen der Seminararbeit entworfenes Fallbeispiel eines KMU mit 140 Mitarbeitern, das durch digitale Beratung seine Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität für junge Fachkräfte steigern möchte.
- Quote paper
- Florian Rauschert (Author), 2018, Bildungsmanagement im Bereich kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit dem Schwerpunkt Digitalisierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455373