Eine Hausarbeit im Fach Deutsch zu dem Buch "Ben liebt Anna". Es wird ein literarischer und sprachlicher Vergleich zwischen der Originallektüre und der vereinfachten Version gezogen.
Im Kontext der momentanen politischen Lage in einigen Ländern und der damit einhergehenden Zunahme von Menschen, die Zuflucht in Deutschland suchen, wird die Frage nach einem innovativen und konstruktiven Unterricht, der Deutsch als Muttersprache und Deutsch als Zweitsprache miteinander verknüpft, immer zentraler. Diese Thematik soll in der vorliegenden Arbeit in einem Dreischritt aufgegriffen und verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt werden. Zunächst wird die Frage geklärt, wie der Erwerb der Erstsprache verläuft und daran anknüpfend werden mögliche Unterschiede und Schwierigkeiten beim Zweitspracherwerb aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. (Zweit-) Spracherwerb
2. a) Allgemeiner Spracherwerb
2. b) Grammatikerwerb
2. c) Unterschiede & Schwierigkeiten beim Zweitspracherwerb
3. Analyse der Lektüre „Ben liebt Anna“
3. a) Literarische Analyse
3. b) Sprachliche Analyse
3. c) Detaillierte sprachliche Analyse des Textauszugs
4. Unterrichtsbeispiel
4. a) Lerngruppe & Lernziele
4. b) Einbettung in die Unterrichtseinheit
4. c) Didaktische und methodische Überlegungen
4. d) Verlaufsskizze
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie sprachliches und literarisches Lernen in heterogenen Grundschulklassen, insbesondere unter Berücksichtigung von Deutsch als Zweitsprache (DaZ), durch den Einsatz von Lektüren effektiv verknüpft werden kann. Ziel ist es, durch einen Vergleich zwischen einer "easy readers"-Ausgabe und der Originalfassung eines Kinderromans didaktische Möglichkeiten aufzuzeigen, die sowohl die sprachliche Förderung als auch die literarische Identifikation unterstützen.
- Vergleich von Erst- und Zweitspracherwerb mit Fokus auf Grammatik
- Literarische Analyse des Romans „Ben liebt Anna“
- Sprachwissenschaftliche Untersuchung von Vereinfachungspotenzialen in Textausgaben
- Konzeption eines inklusiven Unterrichtsbeispiels für heterogene Klassen
- Förderung von Empathie und Textverständnis durch kreative Schreibaufgaben
Auszug aus dem Buch
3. a) Literarische Analyse
Peter Härtlings Kinderroman gliedert sich in 15 Kapitel und ist eine realistische Erzählung. Das Erzählverhalten ist subjektiv personal und wird aus Bens Sicht in der dritten Person geschrieben. Der Wissenshorizont des Erzählers entspricht Bens, wodurch der Leser in seine Gefühls- und Gedankenwelt mitgenommen wird. Die Handlung wird linear im Präsens erzählt, wobei sich die ER-Ausgabe von der Originalversion unterscheidet, welche im Präteritum geschrieben ist. Der geschilderte Zeitraum umfasst ungefähr ein Schuljahr, von Annas Ankunft zum Schuljahresbeginn bis zu ihrem Wegzug kurz vor den Sommerferien, allerdings liegen zwischen den einzelnen Kapiteln größere Zeitsprünge, die beim ersten Lesen nicht auffallen. Die Schauplätze sind vorrangig die Schule, Bens Zuhause und die Barracken, in denen Anna mit ihrer Familie wohnt. Eine wichtige Szene spielt zusätzlich in Annas Versteck.
Die Hauptfiguren Ben und Anna kann man guten Gewissens als round characters beschreiben, da sie sehr vielfältige Charaktereigenschaften haben, die dennoch kindgerecht bleiben. So erlebt der Leser zu Beginn eine zurückgezogene, traurige Anna (Härtling 2007, S. 7), die jedoch im Verlauf der Geschichte zunehmend selbstbewusster agiert (ebd., S. 38). Ben schwankt stark in seinen Emotionen, kann sie anfangs selbst kaum verstehen (ebd., S.9), was sich mit der Zeit bessert. Härtling bricht mit traditionellen Geschlechterrollen, indem er Anna sehr selbstbestimmt zeichnet (ebd., S. 7), Ben hingegen sehr sensibel und zuweilen tief verletzt darstellt (ebd., S. 35). Sowohl in Annas, als auch in Bens Familie werden die Mitglieder durchgehend freundlich und verständnisvoll charakterisiert (ebd., S 27 & 45).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit, Deutsch als Muttersprache und Zweitsprache im Unterricht zu verbinden, und stellt den dreistufigen Aufbau der Arbeit von der Spracherwerbstheorie über die Lektüreanalyse bis hin zur unterrichtspraktischen Umsetzung vor.
2. (Zweit-) Spracherwerb: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen des Erst- und Zweitspracherwerbs, wobei insbesondere grammatikalische Herausforderungen und die unterschiedlichen Erwerbstypen betrachtet werden.
3. Analyse der Lektüre „Ben liebt Anna“: Es folgt eine literarische sowie sprachwissenschaftliche Untersuchung des Romans, bei der die Originalfassung und die „easy readers“-Ausgabe hinsichtlich Struktur, Wortschatz und Grammatik verglichen werden.
4. Unterrichtsbeispiel: Das Kapitel skizziert eine konkrete Unterrichtsplanung für eine heterogene 4. Klasse, die Lektürearbeit mit grammatischen Übungen verknüpft.
5. Fazit: Die Arbeit zieht ein Resümee über die Chancen, die der Einsatz differenzierter Lektüreversionen für den inklusiven Deutschunterricht bietet, und betont die Notwendigkeit einer multimodalen Vorbereitung.
Schlüsselwörter
Deutsch als Zweitsprache, DaZ, Sprachförderung, Literarisches Lernen, Ben liebt Anna, Heterogene Lerngruppe, Grammatikerwerb, Inklusiver Unterricht, Textvereinfachung, Sprachstandserhebung, Migrationshintergrund, Peter Härtling, Konjugation, Sprachdidaktik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Verknüpfung von sprachlichem und literarischem Lernen in heterogenen Schulklassen anhand des Kinderromans „Ben liebt Anna“.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen den Erst- und Zweitspracherwerb, die literarische Analyse, die sprachwissenschaftliche Untersuchung von Textausgaben und die praktische Unterrichtsgestaltung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Ausgaben eines Buches (Original und einfache Version) im Unterricht genutzt werden können, um allen Lernenden – unabhängig vom Sprachniveau – Zugang zu Literatur und grammatikalischem Lernen zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, einen direkten sprachwissenschaftlichen Vergleich zweier Buchausgaben sowie eine didaktische Planung auf Basis aktueller bildungspolitischer Rahmenbedingungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Basis des Spracherwerbs, die detaillierte literarische und sprachliche Analyse des Romans sowie die praktische Konzeption einer Unterrichtseinheit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Deutsch als Zweitsprache (DaZ), Sprachförderung, Inklusion, literarisches Lernen und die Differenzierung im Unterricht.
Warum wird die „easy readers“-Ausgabe der Originalfassung gegenübergestellt?
Der Vergleich dient dazu, die didaktische Effektivität der Vereinfachungen zu bewerten, um zu sehen, ob diese tatsächlich zur besseren Textorientierung und zum Verständnis für DaZ-Lernende beitragen.
Welche Rolle spielt die Konjugation starker Verben in der Arbeit?
Die Konjugation starker Verben in der dritten Person Singular dient als praktisches Beispiel für ein grammatikalisches Phänomen, das im Unterrichtsbeispiel gezielt geübt und in das literarische Lernen eingebettet wird.
- Arbeit zitieren
- Luise Kischel (Autor:in), 2016, Sprachliches und literarisches Lernen im heterogenen Klassengefüge am Beispiel der Lektüre "Ben liebt Anna", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455439