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Der mongolische Tsam. Zwischen Religion und Theater

Titel: Der mongolische Tsam. Zwischen Religion und Theater

Hausarbeit , 2014 , 10 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Asienkunde, Asienwissenschaften
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Mongolei ist ein großes Land und ihr Name ist weltweit berühmt. Trotzdem ist dieser Staat immer noch ein unbekanntes Land und wird in den meisten Fällen mit endlosen Ebenen und Steppen verbunden. Zu einem großen Teil stimmt das auch, reicht aber nicht um die wahre Natur dieses spannenden asiatischen Landes zu beschreiben.

Im 13. Jahrhundert war die Mongolei das Zentrum des mongolischen Reiches - der größte in der weltlichen Geschichte. Dschingis Khan hat es geschafft, nicht nur die mongolischen Stämme um eine Staatsidee zu vereinigen, sondern als Beweis für ihre Vitalität, die Grenzen breit durch den asiatischen Kontinent auszudehnen. Das Imperium fiel einen Jahrhundert später in sich zusammen, womit für die Mongolen eine lange Periode der internen feudalen Zersplitterung begann. Das Land trennte sich in zwei, damit begannen auch die ethnische und politische Streiten zwischen dem Osten und Westen. Dies ermöglichte die Mandschu-Eroberung der Inneren Mongolei im Jahre 1636 und den Rest des Landes - die Äußere Mongolei im Jahre 1691. Die beiden Teile erklärten Unabhängigkeit im 1911, aber dies ist nur der Äußeren Mongolei mit russischer Hilfe gelungen. Erst im 1924 wurde die Mongolische Volksrepublik als erstes kommunistisches Land in Asien gegründet. Mit der am 12. Februar 1992 beschlossenen neuen Verfassung geht die Mongolei als erstes sozialistisches Land in Asien den Weg der Freiheit eines demokratischen Rechtsstaates mit marktwirtschaftlicher Ordnung.

Dieser kleine Teil der Geschichte der Mongolei zeigt nur wenig von den ständigen inkonstanten Beziehungen des Landes mit ihren Nachbarn, als auch von den zahlreichen Prozessen, die innerstaatlich stattgefunden haben. Es ist aber unbestreitbar, dass diese Geschichte als Voraussetzung für eine vielfältige Kultur dient. Es gibt nur wenige Länder in der Welt mit einem so krassen Unterschied zwischen der ländlichen und städtischen Bevölkerung. Während die Mongolen auf dem Lande immer noch ein nomadisches Leben leben, sind die Bürger in Ulaanbaatar auf dem Weg zu Modernisierung- die Hauptstadt verändert sich rasant in Richtung Weltwirtschaft, Kapitalismus und technische Entwicklung. Trotz dieses Modernisierungsprozesses leben die nationalen mongolischen Bräuche und Sitten mit ihren beeindruckenden Unterscheidungsmerkmalen weiter.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Schamanismus und Buddhismus in der Mongolei

2.1 Der Schamanismus

2.2 Der Buddhismus

3. Der Tsam

3.1 Definition und Arten

3.2 Besonderheiten des mongolischen Tsam

3.2.1 Maske

3.2.2 Kostüme

3.2.3 Musik und Instrumente

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Arbeit ist es, das rituelle Tanzspektakel des mongolischen Tsam zu beschreiben, seine historischen Wurzeln in den Religionen der Mongolei zu erläutern und die charakteristischen Elemente sowie die Nähe zum Theaterspiel aufzuzeigen.

  • Historische Entwicklung des Schamanismus und Buddhismus in der Mongolei.
  • Definition und verschiedene Arten des Tsam-Tanzes.
  • Die symbolische Bedeutung von Masken und Kostümen im rituellen Kontext.
  • Die Rolle der Musik und der eingesetzten Instrumente.
  • Die wechselseitige Beziehung zwischen religiösem Ritual und theaterähnlicher Aufführung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Definition und Arten

Ursprünglich ist der Tsam- Tanz (cham auf Tibetisch bedeutet “tanzen” oder “Tänzer”) ein buddhistischer Ritual. Einige Untersuchungen weisen darauf hin, dass der erste Tsam in Tibet im Jahre 881 durchgeführt wurde (Geshe Luvsangenden 2007). Dieses alttibetische Maskenspiel fand an bestimmten Feiertage zwei- bis dreimal im Jahr statt und “wurde von den damaligen Bekennern des Bonglaubens als "Der Tanz des roten Tigers" bezeichnet“ (Steiner 2006). In den meisten Fällen ist der Tsam Teil von den Neujahrfestlichkeiten (Batmunkh 2010). Es wird behauptet, dass der Tsam indische Wurzeln hat, dies ist aber nur eine Vermutung, da schriftliche Quellen dafür fehlen. Soweit bekannt ist, wurde der Tsam als Fruchtbarkeitritual oder für Zerstörung von bösen Kräften etabliert und von tibetischen Mönchen außerhalb von Klöstern durchgeführt. Unterscheidungsmerkmal sind die Masken die während des Rituals getragen werden, auf diese Merkmale wird sich der Essay später konzentrieren.

In der Mongolei wurde der Tsam durch die gelbe Kirche erst in dem 16en Jahrhundert verbreitet, was aber genau der Tanz bedeutet und wie er aufgeführt wurde war sowohl in der Mongolei als auch in Tibet geheim (Nebesky- Wojkowitz 1955). Was der mongolische Tsam wesentlich von dem tibetischen unterscheidet, sind die schamanischen Elemente, mithilfe von denen das Ritual eine einzigartige Form annimmt. Obwohl es viele Varianten der Geschichte gibt, die meinst verbreitete Behauptung lautet, dass der erste Tsam- Tanz in der Mongolei im Jahre 1786 im Karakorum (die alte mongolische Hauptstadt) in dem Erdenezuu Kloster (der erste buddhistische Kloster in der Mongolei) stattgefunden hat (Geshe Luvsangenden 2007). Seit der Gründung der mongolischen Volksrepublik im 1924, wurde der Tsam in mehr als 500 Klöster eingeführt, später aber, während der Sowjetherrschaft, wurde das Ritual bis zur Wende verboten (Batmunkh 2007).

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Diese Einleitung gibt einen historischen Abriss über die Mongolei und definiert den Tsam-Tanz als einen wichtigen Bestandteil des kulturellen Erbes, der religiöse Tiefe mit theaterähnlichen Elementen verbindet.

2. Schamanismus und Buddhismus in der Mongolei: Dieses Kapitel beleuchtet die autochthone schamanistische Tradition (Tengrismus) und den Einfluss des tibetischen Buddhismus als Grundlagen für das Verständnis des Tsam-Rituals.

3. Der Tsam: Hier werden Ursprung, Definition, verschiedene Ausprägungen des Rituals sowie dessen spezifische Komponenten wie Masken, Kostüme und die rituelle Musik detailliert analysiert.

4. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass der Tsam primär ein religiöses Ritual zur Götterverehrung ist, das jedoch aufgrund seiner Inszenierung und Dynamik stark an ein Theaterspiel erinnert.

Schlüsselwörter

Tsam, Mongolei, Schamanismus, Buddhismus, Tengrismus, Maskentanz, Ritual, Maske, Kostüm, Kloster, Kultur, Tradition, Aufführung, Religion, Götterverehrung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem mongolischen Tsam-Tanz, einer bedeutenden kulturellen Tradition, die eine Brücke zwischen religiöser Praxis und darstellender Kunst schlägt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf den religiösen Fundamenten der Mongolei, der Geschichte und Definition des Tsam sowie der detaillierten Analyse ritueller Elemente wie Masken, Kleidung und Musik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Tsam als rituellen Brauch zu beschreiben, seine Verwurzelung in der schamanistischen und buddhistischen Weltanschauung aufzuzeigen und die Ähnlichkeiten sowie Unterschiede zum klassischen Theater zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene historische und ethnologische Quellen heranzieht, um die Entwicklung und die Merkmale des Tsam-Tanzes wissenschaftlich einzuordnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst der Schamanismus und der Buddhismus als religiöse Stützpfeiler erörtert, gefolgt von einer Definition des Tsam und einer detaillierten Beschreibung seiner Besonderheiten, einschließlich der materiellen Komponenten wie Masken und Kostüme.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Tsam, Mongolei, Schamanismus, Buddhismus, Ritual, Maskentanz und kulturelles Erbe.

Welche Rolle spielt der Schamanismus für den Tsam-Tanz?

Der Schamanismus lieferte wesentliche Elemente, die den mongolischen Tsam vom tibetischen unterscheiden, wie etwa bestimmte Tierkleider und die Verehrung von Naturgeistern, die in das buddhistische Ritual integriert wurden.

Warum wird der Tsam oft mit einem Theaterstück verglichen?

Der Vergleich rührt von der Inszenierung her: Es gibt Kostüme, Masken, ein Orchester, Vorbereitungen (Proben) und eine klare Abfolge von Handlungen, die das Publikum als Spektakel wahrnimmt.

Was ist das "Sor" im Kontext des Tsam?

Das Sor ist ein rituelles Gebäck, das im Rahmen der Zeremonie als Opfergabe an die Götter dargebracht wird.

Welche Bedeutung haben die Masken beim Tsam?

Die Masken repräsentieren Gottheiten und dienen rituell dem Schutz; sie sind künstlerisch aufwendig gestaltet und werden oft nach einem symbolischen Kampf zerstört.

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Details

Titel
Der mongolische Tsam. Zwischen Religion und Theater
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
10
Katalognummer
V455460
ISBN (eBook)
9783668887190
ISBN (Buch)
9783668887206
Sprache
Deutsch
Schlagworte
tsam zwischen religion theater
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2014, Der mongolische Tsam. Zwischen Religion und Theater, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455460
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Leseprobe aus  10  Seiten
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