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Die Bedeutung des Investiturstreits

Konflikt um die rechte Ordnung auf Erden zwischen sacerdotium und regnum

Title: Die Bedeutung des Investiturstreits

Seminar Paper , 2004 , 11 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Robert Schütte (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Der Investiturstreit bezeichnet den vom Tod Heinrichs III. (1056) bis zum Ausgang der Regierung Heinrichs V. (1125) andauernden Konflikt zwischen Papsttum und Königtum, in dessen Verlauf es zu einer Neubestimmung des Verhältnisses der beiden Universalgewalten kam. Er entzündete sich ursprünglich an den Modalitäten der Einsetzung von Bischöfen und Reichsäbten, hatte jedoch darüber hinaus weit tiefergehende ideologisch-politische Ursachen. Die vorliegende Arbeit wird den im Investiturstreit zu Tage getretenen Ordnungskonflikt zwischen Regnum und Sacerdotium beleuchten und auf diesem Weg zu einer Einschätzung der Bedeutung des Investiturstreits gelangen. Hierzu wird zuerst das Selbstbild der beiden Universalgewalten vor dem Investiturstreit zu untersuchen und gegenüberzustellen sein. In einem zweiten Schritt wird die vorliegende Arbeit auf ausgesuchte Aspekte und Ereignisse des Investiturstreits eingehen, welche geeignet sind, ein adäquates Bild der Vorkommnisse, ihrer Perzeption und Bedeutung zu liefern. In diesem Zusammenhang wird die Arbeit den Wandel der gelasianischen Zweigewaltenlehre aus Sicht des Papsttums und des Königtums, das Dictatus Papae und den Gang nach Canossa behandeln. In einem letzten Schritt wird in der vorliegenden Abhandlung ein Resümee gezogen, in welchem die Ergebnisse der Arbeit und ihre Bedeutung für das Verhältnis von Sacerdotium und Regnum in Kürze erläutert werden. Auf Grund des begrenzten Umfangs dieser Arbeit musste es im Vorhinein zu einer Selektion jener zu untersuchenden Aspekte des Investiturstreits kommen, welche dem Verfasser als für diese Themenstellung besonders aussagekräftig und bedeutend erschienen. Aus diesem Grund erhebt diese Arbeit auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Kapitel I: Einleitung

Kapitel II: Selbstbilder der Universalgewalten vor dem Investiturstreit

Kapitel III: Die Bedeutung des Dictatus Papae

Kapitel IV: Die Bedeutung des Gangs nach Canossa

Kapitel V: Umwandlung der gelasianischen Zweigewaltenlehre

Kapitel VI: Resümee und Ergebnisse

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit analysiert den Investiturstreit als ideologisch-politischen Ordnungskonflikt zwischen dem mittelalterlichen Königtum (Regnum) und dem Papsttum (Sacerdotium), um die grundlegende Verschiebung der Machtverhältnisse und das veränderte Staatsverständnis dieser Epoche aufzuzeigen.

  • Das Selbstbild der beiden Universalgewalten vor Ausbruch des Konflikts.
  • Die Rolle des Dictatus Papae als Instrument zur Stärkung des päpstlichen Jurisdiktionsprimats.
  • Die symbolische und politische Bedeutung des Gangs nach Canossa.
  • Der Wandel der gelasianischen Zweigewaltenlehre von der Neben- zur Überordnung.
  • Die langfristigen Folgen für die Sakralität der Königsherrschaft und die Staatsvorstellung.

Auszug aus dem Buch

II.1.: Selbstbild des Königtums vor dem Investiturstreit

Das Königtum wurde in der Zeit vor dem Investiturstreit stark sakral aufgefasst, der König selbst als mit einer besonderen Mission von Gott auf Erden wahrgenommen. Die Legitimation der Herrschergewalt des Königs wurde nach damaliger Ansicht direkt von Gott hergeleitet, was sich in der mit der Salbung verbundenen Herrscherweihe und der Dei-gratia-Formel manifestierte.

Die Person des Monarchen wurde gemeinhin als geheiligt angesehen, in welcher der „Herrscherwille Gottes in eigener Weise kräftig“ sei; in diesem Sinne unterschied sich der König nach damaligem Glauben auch wesentlich von gewöhnlichen Laien: So ist beispielsweise von einigen Merowingerkönigen bekannt, dass sie ihre Würde als priesterlich auffassten, auch wenn dies nicht immer wörtlich zu verstehen ist, da ja kein König tatsächlich priesterlichen Weihegrad besessen hatte. Einigkeit bestand in der Auffassung, dass „der Herrscher durch seinen Königsnamen den Typus des Heilands darstelle“.

Zusammenfassung der Kapitel

Kapitel I: Einleitung: Definiert den zeitlichen Rahmen des Investiturstreits und legt die methodische Vorgehensweise zur Untersuchung des Ordnungskonflikts fest.

Kapitel II: Selbstbilder der Universalgewalten vor dem Investiturstreit: Kontrastiert die sakrale Auffassung des Königtums mit dem wachsenden Anspruch der Kirche auf eine geistliche Vorrangstellung.

Kapitel III: Die Bedeutung des Dictatus Papae: Analysiert die Sätze 12, 17 und 27 des Schriftstücks als radikale Neuerung zur Festigung päpstlicher Macht.

Kapitel IV: Die Bedeutung des Gangs nach Canossa: Bewertet die Ereignisse um den Bußgang Heinrichs IV. als entscheidende Zäsur, die zur Entsakralisierung des Königtums führte.

Kapitel V: Umwandlung der gelasianischen Zweigewaltenlehre: Beschreibt den Übergang von der ursprünglichen Zweischwerterlehre hin zu einem System der päpstlichen Überordnung.

Kapitel VI: Resümee und Ergebnisse: Fasst die dauerhafte Entmachtung der Laien in kirchlichen Ämtern und den Übergang zu einer abstrakteren Staatsauffassung zusammen.

Schlüsselwörter

Investiturstreit, Regnum, Sacerdotium, Papsttum, Königtum, Dictatus Papae, Canossa, Zweigewaltenlehre, Entsakralisierung, Mittelalter, Gregor VII., Heinrich IV., Herrscherwille Gottes, Jurisdiktionsprimat, Staatsvorstellung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den historischen Investiturstreit zwischen 1056 und 1125 als einen tiefgreifenden ideologischen Konflikt zwischen der weltlichen Herrschaft des Königs und der geistlichen Autorität des Papstes.

Welches ist das zentrale Themenfeld der Untersuchung?

Das zentrale Thema ist der Ordnungskonflikt um die Vorherrschaft im mittelalterlichen Europa und wie sich dadurch das Verständnis von Herrschaft und Religion nachhaltig verändert hat.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, durch die Analyse der Selbstbilder und bedeutender Ereignisse wie Canossa aufzuzeigen, wie das päpstliche Jurisdiktionsprimat das sakrale Königtum verdrängte.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Der Autor führt eine gezielte historische Analyse und Selektion wichtiger Quellen und Ereignisse durch, um den ideologischen Wandel der Zeit zu belegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Machtansprüche der beiden Universalgewalten, den Dictatus Papae, die Symbolkraft des Ganges nach Canossa und die Transformation der Zweigewaltenlehre.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Wesentliche Begriffe sind Investiturstreit, Regnum, Sacerdotium, Entsakralisierung sowie die Rolle von Papst Gregor VII. und Kaiser Heinrich IV.

Inwiefern veränderte der Gang nach Canossa das Königtum dauerhaft?

Der Akt führte laut der Arbeit zur Entheiligung der Kaiseridee, indem das Königtum nicht mehr als unmittelbar göttlich legitimiert, sondern als vom Priestertum verliehenes Amt neu definiert wurde.

Warum spielt die gelasianische Zweigewaltenlehre eine so wichtige Rolle?

Sie dient als Referenzpunkt, um zu zeigen, wie sich das Verständnis von einer prinzipiellen Nebenordnung der beiden Mächte hin zu einer strikten Hierarchie unter päpstlicher Führung wandelte.

Welche Bedeutung haben die Sätze des Dictatus Papae für den Konflikt?

Die Sätze 12 und 27 markieren laut dem Autor einen bewussten Bruch mit dem alten Kirchenrecht, da sie dem Papst die Kompetenz zur Absetzung von Königen und zur Lösung von Treueiden einräumten.

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Details

Title
Die Bedeutung des Investiturstreits
Subtitle
Konflikt um die rechte Ordnung auf Erden zwischen sacerdotium und regnum
College
University of Cologne  (Historisches Seminar)
Course
Rom und Romidee im Mittelalter
Grade
1,0
Author
Robert Schütte (Author)
Publication Year
2004
Pages
11
Catalog Number
V45546
ISBN (eBook)
9783638429320
ISBN (Book)
9783638750561
Language
German
Tags
Bedeutung Investiturstreits Romidee Mittelalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Robert Schütte (Author), 2004, Die Bedeutung des Investiturstreits, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45546
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