Das Meridiansystem und die Akupunktur in der traditionellen chinesischen Medizin


Ausarbeitung, 2017

7 Seiten


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

Abstract

1. Einleitung

2. Definitionen
2.1 NPO
2.2 Abgrenzung zu NGO
2.3 Der dritte Sektor

3. Modelle für die Zusammenarbeit zwischen Staat und NPOs
3.1 Gidron, Kramer und Salamon
3.2 Coston
3.3 Brinkerhoff

4. Zusammenarbeit in der Praxis
4.1 Zusammenarbeit in der Schweiz
4.2 Lungenliga
4.3 Beispiel: Leistungsvertrag Tuberkulose

5. Diskussion

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

8. Abbildungsverzeichnis

Abstract

Die öffentliche Debatte im Bereich Wohlfahrt und soziale Dienste dreht sich häufig darum, welchen Bereich der Staat, der Markt oder der gemeinnützige Sektor übernehmen soll. Nicht selten wird dabei vergessen, inwieweit die drei Sektoren miteinander verflochten sind. Stattdessen dienen Vorurteile und Stereotypen als vereinfachte Erklärungsversuche. Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf dem Ausmass der Verknüpfungen und Beziehungen zwischen dem ersten Sektor, dem Staat, und dem dritten Sektor, dem Nonprofit-Sektor. Diese Zusammenarbeit soll anhand eines Fallbeispiels der Beziehung zwischen dem Schweizer Staat und der Lungenliga bei der Tuberkulosebekämpfung veranschaulicht werden. Dafür werden drei Theorien von Gidron et al., Coston und Brinkerhoff erörtert, die ihrerseits unterschiedliche Prioritäten setzen. Dabei wird das Fazit gezogen, dass sich die Theorie von Jennifer Coston die genauste Kategorisierung des Fallbeispiels zulässt.

1. Einleitung

Der öffentliche Diskurs im Bereich Wohlfahrt und soziale Dienste dreht sich häufig darum, welchen Bereich der Staat, der Markt oder der gemeinnützige Sektor übernehmen soll. Dabei wird die Debatte häufig von Stereotypen und Vorurteilen dominiert. Dem Staat wird nachgesagt, er sei monolithisch, aufdringlich, unbeholfen und aufgebläht. Vertreter der freien Marktwirtschaft fordern daher Downsizing und die Einführung Business-ähnlicher Praktiken. Der freie Markt wird dagegen so wahrgenommen, dass er die Ressourcen am effektivsten aufteilt und stets die kostengünstigste Lösung zu nutzen versucht. Allerdings wird Märkten auch vorgehalten, dass sie kompromisslos und gleichgültig seien und ihre wirtschaftlichen Interessen über jene der Gesellschaft stellen. Im Gegensatz dazu gelten NPOs als nachsichtige und gutherzige Akteure, denen es gelingt Freiwillige zu motivieren, die mit der Gemeinschaft verbunden und von Idealen angetrieben sind. Wenn der eine Sektor den anderen gegenüber in der Debatte bevorzugt wird, geht häufig vergessen, inwieweit die drei Sektoren miteinander verflochten sind (Brinkerhoff/Brinkerhoff 2002: 3).

Grundsätzlich sind sich Experten einig, dass kein Sektor alleine fähig ist alle Bedürfnisse abzudecken. Ein genauerer Blick macht die Zusammenhänge und Verknüpfungen zwischen allen drei Sektoren offensichtlich und betont nicht nur ihre Unterschiede, sondern auch deren gemeinsame Interessen (Brinkerhoff/Brinkerhoff 2002: 3). Der Schwerpunkt in dieser Arbeit liegt auf dem Ausmass der Staat/Nonprofit-Beziehungen. Das Verständnis davon, wie Nonprofit-Organisationen und die Regierungen zusammenarbeiten, hat sich dabei stets gewandelt. Das Fazit war jeweils dasselbe: Die Arten der Interaktionen zwischen den beiden sind nicht nur vielfältig, sondern variieren während unterschiedlicher Zeitperioden und in verschiedenen Dienstfeldern (Ramanath 2011: 530).

Ziel dieser Arbeit ist es, die Zusammenarbeit zwischen dem Staat und NPOs in der Schweiz anhand eines Fallbeispiels zu veranschaulichen. Bei der ausgesuchten Organisation handelt es sich um die Lungenliga, einem national bekannten Verband, der sich für die Anliegen und Interessen von Lungenerkrankten einsetzt.

Dabei soll die folgende Frage im Zentrum stehen:

- Inwieweit eignen sich soziologische Modelle zur Erklärung von Staat/Nonprofit- Beziehungen um die Zusammenarbeit zwischen dem Schweizer Staat und der Lungenliga bei der Tuberkulosebekämpfung zu beschreiben?

Um dies Frage zu beantworten werden zuerst die wichtigsten Begriffe rund um das Thema NPOs und den dritten Sektor genauer erläutert. In einem zweiten Schritt werden verschiedene Modelle vorgestellt, die die Zusammenarbeit und Partnerschaften zwischen dem Staat und dem dritten Sektor möglichst umfassend zu erklären versuchen. Namentlich werden eine Theorie von Gidron, Kramer und Salamon, eine von Jennifer Coston, sowie eine weitere von Jennifer Brinkerhoff vorgestellt. Im Anschluss daran werden Hintergrundinformationen über die verschiedenen Möglichkeiten der Zusammenarbeit in der Schweiz und ein konkretes Beispiel über die Beziehung zwischen dem Schweizer Staat und der Lungenliga bei der Tuberkulosebekämpfung beschrieben. In Kapitel 5 wird dann die Relevanz der vorgestellten Modelle im Zusammenhang mit dem Fallbeispiel und dem erweiterten Kontext betrachtet. Schliesslich wird noch ein Fazit über die gesamte Thematik gezogen.

2. Definitionen

Um den Nonprofit-Sektor und dessen Organisationen zu beschreiben und zu definieren, existieren vielseitige Begriffe, die sich je nach Art der Literatur stark überschneiden. Im Laufe der Zeit haben sich zahlreiche Synonyme eingeschlichen, überwiegend im angelsächsischen Raum. Beispiele hierfür sind major group, Interessengruppe, private Freiwilligenorganisation, unabhängiger Freiwilligensektor, Zivilgesellschaftsorganisation, Dritter-Sektor-Organisation, Graswurzelorganisation, Aktivistenorganisation, gemeinnützige Einrichtung oder professionelle Bürgerorganisation. (Frantz/Martens 2006: 22). Eine ausführliche Begriffsdiskussion würde den Rahmen dieser Arbeit überschreiten. Trotzdem wird hier aus Gründen der Verständlichkeit kurz auf die am häufigsten verwendeten Begriffe NPO, NGO und dritter Sektor und deren zentrale Unterschiede eingegangen.

2.1 NPO

Allgemein ist die Definition von Nonprofit-Organisationen sehr breit und oftmals werden sie als all jene Organisationen verstanden, die weder privatwirtschaftliche Firmen noch öffentliche Behörden des Staats- oder Kommunalapparats sind. Überdies werden NPOs als Organisationen bezeichnet, die einen gesellschaftlich als sinnvoll und notwendig angesehen Leistungsauftrag ausführen, dabei aber nicht primär auf die Profitmaximierung fokussiert sind. Darüber hinaus dürfen NPOs keine Überschüsse an ihre Eigentümer oder Mitglieder ausschütten. Sie weisen ein Minimum an Selbstverwaltung und Entscheidungsautonomie auf und sind ferner durch einen gewissen Grad an Freiwilligkeit charakterisiert. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben benötigen NPO sowohl professionelle als auch freiwillige Arbeitskraft. Daneben gilt es Finanz- und Betriebsmittel rationell zu beschaffen und einzusetzen, um die effizienteste Zweckerfüllung zu geringstmöglichen Kosten zu erreichen (Gabler Wirtschaftslexikon a). Zu den Tätigkeitsfeldern der NPO zählen hauptsächlich folgende Bereiche: Kultur- und Erholungsbereich, Bildungs- und Erziehungswesen, Gesundheits- und Katastrophenhilfewesen, Entwicklungszusammenarbeit, Sozialwesen und die Politische Landschaft. Zu ihren Aufgaben gehören dabei: Erstens die kollektive Selbsthilfe von Gruppen, das heisst die direkte Unterstützung, Förderung der Mitglieder durch Leistungen wie Informationen, Beratung, Schulung, Versicherung und ähnlichem. Zweitens die karitative Fremdhilfe, das heisst beispielsweise die Abgabe von Dienst- oder Finanzleistungen an bedürftige Dritte, oft unentgeltlich oder zu geringen Gebühren. Drittens die Interessenvertretung, das heisst die Durchsetzung der Trägerinteressen oder -ideologien durch die Beeinflussung politischer Prozesse - das Lobbying (Gabler Wirtschaftslexikon a).

2.2 Abgrenzung zu NGO

Ebenfalls häufig wird in diesem Zusammenhang von NGOs gesprochen, was sich als Akronym des englischen Begriffs Non-Governmental Organization herleitet. Im deutschen Sprachraum ist auch die Übersetzung Nichtregierungsorganisation oder die Abkürzung NRO gebräuchlich. Der Begriff ist auf den Artikel 71 der UNO-Charta zurückführen. In diesem Artikel wurde das grundsätzliche Prinzip der Konsultation von NGOs mit der UNO niedergeschrieben. Seit dessen Einführung stieg die Bekanntheit des Begriffs stetig (Frantz/Martens 2006: 20).

Trotz dieser zunehmenden Popularität im Verlaufe der Jahre sucht man vergebens nach einer einheitlichen Definition. Statt darzulegen, was den Organisationstyp charakterisiert und auszeichnet, wird primär erläutert, was nicht unter den Sammelbegriff fällt (Frantz/Martens 2006: 21). Oftmals führt dies zu Verwechslungen mit dem Begriff NPO und sie werden synonym verwendet. In dieser Arbeit sollen die Begriffe jedoch klar voneinander abgegrenzt werden. Als NGO soll daher eine international agierende Organisation bezeichnet werden, die sich auf politischer Ebene für die Rechte Dritter einsetzt. Somit bildet eine NGO eine Unterkategorie der NPOs und des dritten Sektors (von Schnurbein 2008: S13).

2.3 Der dritte Sektor

Wie bereits eingangs erwähnt, lassen sich Organisationen und Institutionen grundsätzlich in drei Sektoren unterteilen. Beim ersten Sektor, dem Staatssektor, lassen sich Institutionen des politischen Systems und der Gerichtsbarkeit zuordnen, sowie einem verfassungsrechtlichen

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Details

Titel
Das Meridiansystem und die Akupunktur in der traditionellen chinesischen Medizin
Hochschule
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung Konstanz
Autor
Jahr
2017
Seiten
7
Katalognummer
V455566
ISBN (eBook)
9783668872387
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kultur China, Akupunktur, Meridiane, Meridiansystem, Traditionelle Chinesische Medizin
Arbeit zitieren
Manu Hilgard (Autor), 2017, Das Meridiansystem und die Akupunktur in der traditionellen chinesischen Medizin, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455566

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