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Die Totengespräche Arno Schmidts

Title: Die Totengespräche Arno Schmidts

Scientific Essay , 2011 , 19 Pages , Grade: o.N.

Autor:in: Tina Grahl (Author)

German Studies - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Die folgende Arbeit befasst sich mit den Totengesprächen Arno Schmidts. Ziel der Arbeit ist es, die Gespräche vorzustellen, sie miteinander in Vergleich zu setzen und in den Kontext der Gattung einzuordnen, um hieraus einen Begriff des Totengesprächs der Moderne herzuleiten. Analysiert werden die Texte Dichtergespräche im Elysium (1940/41), Tina oder über die Unsterblichkeit (1955) sowie Goethe und Einer seiner Bewunderer (1956).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Dialogische Totengespräche

2. 1. Die Dichtergespräche im Elysium

3. Prosaische Totengespräche

3.1. Tina oder über die Unsterblichkeit

3.2 Goethe und Einer seiner Bewunderer

4. Vergleich

4.1 Personal

4.2. Körperlichkeit

4.3. Topographie

4.4. Mythologischer Apparat

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit analysiert die moderne Ausprägung der literarischen Gattung des Totengesprächs am Beispiel der Werke von Arno Schmidt. Ziel ist es, die spezifische Gestaltung des Jenseits sowie die Fiktion der Kommunikation zwischen Toten und Lebenden bei Schmidt zu untersuchen, die Texte in einen gattungsspezifischen Kontext zu stellen und einen modernen Begriff des Totengesprächs herzuleiten.

  • Die Entwicklung des Totengesprächs von der Tradition bis zur Moderne.
  • Die Analyse der Texte "Dichtergespräche im Elysium", "Tina oder über die Unsterblichkeit" und "Goethe und Einer seiner Bewunderer".
  • Die Untersuchung der Darstellung von Personal, Körperlichkeit und Topographie im schmidtschen Jenseits.
  • Der Einfluss des Realismusanspruchs auf die gattungstypische Mythologie.
  • Die intertextuelle Einordnung der Werke in Schmidts literarisches Gesamtwerk.

Auszug aus dem Buch

3.1. Tina oder über die Unsterblichkeit

Die Erzählung der Tina beginnt in einer Apotheke, in welcher der Ich-Erzähler von seinem zukünftigen 'Unterweltgastgeber' angesprochen wird. Der Erzähler hält den Fremden, da er dessen Aussagen über den Tod 'noch' nicht deuten kann, zunächst für einen Christen, vermutet dann die Absicht auf einen Raub oder Fememord und versucht ihm auszuweichen. Die Einladung „dieses Fortleben nach dem Tode mal in natura zu sehen“ wird nebenher ausgesprochen und trotz weiterer Bedenken überlegt der Erzähler nur kurz, ob er noch verderbliche Lebensmittel im Haus habe und willigt dann ein. Denn sowohl die Namen Jansen, Wildhayn und Fouqué locken, als auch mit Sicherheit eine gewisse Neugier, was sich hinter den Aussagen des Fremden wie „alles, was keinen Namen hat ist glücklich“ oder dem Rat, weniger zu schreiben, um sich die Qual nach dem Tod zu ersparen, verbirgt.

Die Einladung, für 36 Stunden im Elysium zu weilen, dürfen dessen Bewohner aller 10 Jahre aussprechen. Die Verbindung zur Unterwelt bildet eine Litfaßsäule, die tagsüber als Kiosk fungiert und von Tina Halein besetzt wird. In ihr gleitet man in einer Art Fahrstuhl ins Totenreich, sodass sie die Funktion des Nachen einnimmt. In der Enge des Fahrstuhls händigt Tina dem Ich-Erzähler auch direkt ihre Adresse zur Übernachtung aus, obwohl für Gäste des Elysiums auch Hotels zur Verfügung stehen. Hier eröffnet Schmidt das Thema der Sexualität, das in der Tina elementar ist und sich auch im 'lüsternen' Goethe wiederfindet. Im Totenreich angekommen müssen Gast und Gastgeber zur Anmeldung verschiedenste Formulare ausfüllen. Verlegen gibt der Gastgeber dabei seinen Namen an: Jan Althing – bekannt unter dem eigentlichen Namen Christian August Fischer, der 1821 die erste umfangreiche Cooper-Ausgabe herausbrachte, aus der Stifter seinen Hochwald plagiierte. Unter seinem Pseudonym aber verfasste er erotische Novellen und muss durch die Zitation in Jean Pauls Vorschule und Grabbes Isis noch an die 500 Jahre länger im Elysium ausharren, wie es die Unterweltutopie verlangt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definiert die Gattung des Totengesprächs und umreißt das Vorhaben, die entsprechenden Werke Arno Schmidts zu untersuchen und einen modernen Gattungsbegriff abzuleiten.

2. Dialogische Totengespräche: Analysiert die "Dichtergespräche im Elysium" als konventionell gestaltete, dialogische Auseinandersetzung mit Literatur und Dichterbiographien.

3. Prosaische Totengespräche: Betrachtet "Tina oder über die Unsterblichkeit" und "Goethe und Einer seiner Bewunderer" als moderne, satirische und prosaische Grenzfälle der Gattung.

4. Vergleich: Stellt die Texte hinsichtlich ihrer Darstellung von Personal, Körperlichkeit, Topographie und mythologischem Apparat gegenüber, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten hervorzuheben.

5. Fazit: Führt die Ergebnisse zusammen und konstatiert, dass Schmidts moderne Totengespräche durch eine hybride, realistische Darstellung und eine innovative, teils ironisch gebrochene Erzählweise bestechen.

Schlüsselwörter

Arno Schmidt, Totengespräch, Elysium, Moderne Literatur, Gattungstheorie, Intertextualität, Hohlerdetexte, Nekyia, Dichtergespräche, Tina oder über die Unsterblichkeit, Goethe, Satire, Realismus, Literaturgeschichte, Jenseitsdarstellung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Arno Schmidt die klassische literarische Gattung des Totengesprächs in seinem Werk aufgreift, weiterentwickelt und modernisiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Konzepte des Jenseits, die Kommunikation zwischen Toten und Lebenden, sowie die satirische Auseinandersetzung mit Literaturgeschichte und Literaturbetrieb.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die spezifischen Totengespräche Arno Schmidts zu analysieren, sie miteinander zu vergleichen und daraus einen modernen Begriff des Totengesprächs zu definieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die die Texte vergleichend betrachtet und sie in den Kontext gattungsspezifischer Traditionen einordnet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse dialogischer Frühwerke ("Dichtergespräche im Elysium") und prosaischer Spätwerke ("Tina", "Goethe und Einer seiner Bewunderer") sowie einen anschließenden komparativen Vergleich.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Intertextualität, Realismusanspruch, Elysium, moderne Gattungstransformation und autobiographische Fiktion.

Wie unterscheidet sich "Tina oder über die Unsterblichkeit" von den früheren "Dichtergesprächen"?

Während die "Dichtergespräche" eher konventionell und dialogisch strukturiert sind, führt "Tina" eine ausführliche, prosaische Unterweltutopie mit satirischen Zügen und einer komplexen Bürokratie ein.

Welche Rolle spielt die "Hohlerde" in der Darstellung der Unterwelt?

Die Hohlerde dient Schmidt als zentrales Motiv für eine Unterwelt, die als irdisch nachempfundenes und idyllisiertes (oder satirisch gebrochenes) Gegenstück zur Oberwelt fungiert.

Warum wird "Goethe und Einer seiner Bewunderer" als Parodie eingeordnet?

Der Text parodiert das Totengespräch, indem er die Fiktion der Unterwelt aufgibt und stattdessen den toten Goethe in das Darmstadt der 1950er Jahre zurückholt, womit er die klassischen Gattungsmerkmale unterwandert.

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Details

Title
Die Totengespräche Arno Schmidts
Grade
o.N.
Author
Tina Grahl (Author)
Publication Year
2011
Pages
19
Catalog Number
V455601
ISBN (eBook)
9783668866164
ISBN (Book)
9783668866171
Language
German
Tags
Arno Schmidt Totengespräch David Fassmann menippeische Satire Lukian Hadesfahrt Die Frösche Aristophanes Goethe und Einer seiner Bewunderer Tina oder über die Unsterblichkeit Dichtergespräche im Elysium
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tina Grahl (Author), 2011, Die Totengespräche Arno Schmidts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455601
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