Rainer Maria Rilke "Duineser Elegien". Mensch und Tier. Die Ordnung und das Offene in der vierten und achten Elegie


Hausarbeit, 2018

30 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Seite

1. Einleitung

2. Menschliches Bewusstsein im Gegensatz zum Tier
2.1. Auf der Bühne des Herzens

3. Rühmung der Kindheit

4. Klage und Bejahung des Hierseins

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Wie der Titel bereits ankündigt, gehören die Duineser Elegien zu der Gattung der Elegien. Auch die klagende Grundhaltung lässt sich dort zuordnen. Die formalen Kriterien einer Elegie werden allerdings nicht immer erfüllt. Die vierte und achte Elegie heben sich von den anderen Elegien besonders ab, da sie im Blankvers geschrieben sind. Durch dieses spezifische Metrum sind die beiden Elegien miteinander verbunden und entsprechen dem Kriterium der Elegie am wenigsten. Die Duineser Elegien wechseln zwischen elegischer Klage und Lobpreisung des Lebens. Die vierte und achte Elegie sind vor allem von Klage geprägt. Durch das Metrum wirkt diese jedoch sehr reflektiert.

Die vierte Elegie ist durch eine Kritik des menschlichen Bewusstseins gekennzeichnet, die im Gegensatz zum Tier dargestellt wird. Es wird beklagt, dass der Mensch uneins mit sich ist und es kein Entkommen vor dem Tod gibt. Die Tiere hingegen hätten dieses Wissen nicht ständig vor Augen und sind deshalb mit sich im Reinen. Für das Bewusstsein des Tieres werden Termini wie das „Offene“1, „[E]inig[keit]“ (IV, V. 2) und das „Frei[e]“ (VIII, V. 30) verwendet. Das menschliche Bewusstsein hingegen wird mit negativen Metaphern wie der „Falle[]“ (VIII, V. 4), das „Überwachen“ (vgl. VIII, V. 18) und „[V]erdunkel[n]“ (VIII, V. 32) beschrieben. Allerdings tauchen auch eigentlich positive Bezeichnungen auf wie „[O]rdnen[]“ (VIII, V. 68, 69) und „Gestalt[en]“ (VIII, 8), die in der Elegie jedoch ebenso negativ konnotiert sind. Die Spaltung des menschlichen Bewusstseins entsteht einerseits durch Erinnerung, was in der achten Elegie weiter thematisiert wird, und andererseits durch flüchtige zwischenmenschliche Beziehungen. Die innere Zerrissenheit des Menschen wird auf der Puppenbühne symbolisch dargestellt. Die Puppe und der Engel werden als Gegenbilder zum Menschen beschrieben. Dabei entspricht die Puppe der reinen Äußerlichkeit und dem Objekt, während der Engel die reine Innerlichkeit verkörpert und Subjekt ist. Kinder seien von dieser Zerrissenheit noch verschont.

Auch die achte Elegie verhandelt den Vergleich zwischen Mensch und Tier. Der Mensch sei dem Tier an innerer Sicherheit weit unterlegen, da die Dinglichkeit unser Bewusstsein völlig durchdrungen hat. Der Begriff des Offenen ist in dieser Elegie von großer Bedeutung. Die Blickrichtung des Menschen geht immer nur zum Begrenzten, Einmaligen und Vergänglichen hin. Der Blick ins Offene und Wirkliche, den Kinder noch haben, ist für den erwachsenen Menschen unmöglich geworden. Das liege an unseren Erinnerungen.

Damit sind die beiden Elegien nicht nur durch das Metrum verbunden, sondern auch durch eine inhaltliche Verwandtschaft. Während in der vierten Elegie vor allem das Innere des Ichs ergründet wird, verhandelt die achte Elegie das Offene. In beiden wird die Einigkeit des Tieres und des Kindes mit unserer Uneinigkeit gegenübergestellt.

2. Menschliches Bewusstsein im Gegensatz zum Tier

Die vierte Elegie beginnt mit der elliptischen Frage: „O Bäume Lebens, o wann winterlich?“ (IV, V. 1). Es fehlen die Artikel sowie ein Verb. Die Interjektionen deuten von Unsicherheit und Verzagtheit, weil das lyrische Ich die Antwort auf diese Frage nicht weiß. In diesem ersten Vers werden das Leben und der Winter gegenübergestellt. Die Genitivmetapher „Bäume Lebens“ (IV, V. 1) eröffnet gleich zu Beginn der Elegie den Gegensatz der Natur zum Menschen, der im zweiten Vers mit dem Personalpronomen „Wir“ (IV, V. 2) eingeführt wird. Die Naturmetaphorik verweist hier kontrastierend auf die Sonderstellung des Menschen. Romano Guardini hat diesen ersten Vers ausführlich interpretiert. Er versteht diese Zeile als eine Frage nach der rechten Zeit und ob der Mensch wisse, wann die rechte Zeit für etwas ist.2 Letzteres wird in den darauf folgenden zwei Versen verneint. Der Mensch sei nicht so verständig „wie die Zug- / vögel“ (IV, V. 2f.), sondern immer „[ü]berholt und spät“ (IV, V. 3). Der Instinkt der Zugvögel lässt sie aufbrechen, wenn der Winter naht. Die Notwendigkeit der Natur und ihr Verhalten, das durch ihren Instinkt angetrieben ist, sind „einig“ (IV, V. 2). Der Mensch wird mit dem Bild von kranken Zugvögel verglichen, die erst losfliegen, wenn sie von der Jahreszeit schon überholt wurden und zu spät sind, um noch gut anzukommen. Der Mensch weiß zwar von den Winterzeiten, die auch das menschliche Leben betreffen, allerdings weiß er nicht, wann genau diese stattfinden. Unser Instinkt ist nicht zuverlässig. Deshalb müssen wir uns Winden aufdrängen, die nicht günstig für uns stehen und die nicht für uns geeignet sind. Rast müssen wir auf Teichen machen, die uns nicht teilnehmen lassen, da sie schon gefroren sind und somit keine Wasseraufnahme bieten.3 In den Duineser Elegien tauchen gehäuft Alliterationen und Binnenreime auf. Ein Beispiel ist der „teilnahmslose[] Teich“ (IV, V. 5). Dadurch bilden die Naturdinge eine Einheit, an der die Menschen nicht teilhaben können. Die Personifikation, dass der Teich teilnahmslos ist, unterstreicht die Gleichgültigkeit der Natur gegenüber dem Handeln des Menschen. Gleich zu Beginn der Elegie wird das menschliche Bewusstsein und die Gebrochenheit durch das Wissen um Vergänglichkeit mit Hilfe von Vergleichen, Metaphern und Beispielen aus Tier- und Pflanzenreich verdeutlicht. Der Vergleich des Menschen mit den Zugvögeln verweist aber nicht nur auf Unterschiede, sondern auch auf Ähnlichkeiten, wie die Flüchtigkeit des Menschen. Außerdem wird der Mensch verglichen mit den im Schwarm auftretenden Tiere, was auf die Massengesellschaft anspielt. Die Zugvögel sind auch ein Bild der Einheit. Sie verstehen sich unterinander, leben im Einklang unter sich und mit der Natur.4 Die Kommunikation der Menschen allerdings funktioniert nicht so gut, wie die der Zugvögel, die alle gleichzeitig und gemeinsam losfliegen. Das verstärkt die Uneinigkeit mit unseren Mitmenschen und der Welt.5

Guardini bezieht die Einigkeit im zweiten Vers auf die Verbindung zwischen Natur und dem inneren Bewusstsein oder Instinkt, was in der achten Elegie weiter ausgeführt wird. Diese Formulierung kann aber auch auf zwischenmenschliche Beziehungen verweisen. Es wird beklagt, dass die Menschen zerrissen sind. Sie bleiben unverbunden, da ihre Beziehungen nur flüchtig sind. Darauf bezieht sich auch die zweite Strophe mit der Aussage: „Feindschaft / ist uns das Nächste“ (IV, V. 10f.).

Wichtig ist in beiden Fällen, dass der Mensch im Kontrast zum Tier beschrieben wird. Auch das Bild des Löwen dient dazu, das „[H]errlich[e]“ (IV, V. 8) und Majestätische der Tiere darzustellen. Die Löwen gehen, ohne von einer Ohnmacht beeinflusst zu werden. Der Löwe ist außerdem ein Einzelgänger, was dem Bild der Einheit der Zugvögel entgegensteht. Trotz dieser Einsamkeit gibt es immer noch einen Gegensatz zwischen Tier und Mensch. Das Tier ist sicher und handelt nach seinen eigenen Instinkten, während der Mensch durch seine Vereinzelung unsicher ist.6

Die Zugvögel und die Löwen werden durch ihr Nicht-Wissen charakterisiert. Sie lassen sich von ihrem Gespür leiten. Der Mensch hingegen will alles wissen und reflektieren und ist dadurch von einer „Ohnmacht“ (IV, V. 8) befallen. Die menschliche Zeit ist auch nicht, wie die der Tiere und der Natur allgemein, von Zyklen geprägt. Der Mensch sieht immer nur den linearen Prozess von der Geburt bis zum Tod, sodass der Endpunkt immer sichtbar ist.7 Der Einstieg der zweiten Strophe verstärkt diesen Gegensatz zwischen Mensch und Tier: „Uns aber“ (IV, V. 9).

Die Gefühle bereiten den Menschen Probleme. Wir wissen welche äußeren Ereignisse sie formen, aber nicht welche Form diese Gefühle annehmen: „Wir kennen den Kontur / des Fühlens nicht“ (IV, V. 17f.). Diese Negation beschreibt, dass wir Menschen in einer erklärbaren Dingwelt leben. Die unmittelbar fühlbare Welt ist uns fremd. Unser Bewusstsein ist nur Zuschauer und beobachtet den Gefühlsvorgang von außen. Die Kontur ist der Umriss eines Dinges und durch diese Grenze wird das Ding definiert. Wir können unser Empfinden nicht durch uns selbst von innen her umreißen. Es wird uns nur von außen her bewusst durch das Angrenzen von Fremden.8

Während es dem Tier leichtfällt, bereiten uns Gefühle Mühe.9 Das Thema der Leichtigkeit wird im Bild des Tänzers weitergeführt (vgl. IV, V. 22 - 25). Dadurch werden die Gefühle zu einem Schauspiel und sind somit keine echten, sondern nur gespielte Empfindungen. Unser Wesen wird zu einer Maske. Das lyrische Ich will „diese halbgefüllten Masken“ (IV, V. 26) nicht, sondern lieber eine Vorführung mit Puppen.10 Das Marionettentheater dient hier als Gleichnis oder Bild. Weil dem Mensch nicht von innen her bewusst ist, was in seinem Herzen vorgeht, wird sein Herz zu einer Bühne und sein inneres Leben zum Schauspiel. Die rhetorische Frage „Wer saß nicht bang vor seines Herzens Vorhang?“ (IV, V. 19) unterstreicht die Allgemeingültigkeit dieser Situation. Der Mensch bleibt als Zuschauer vor „seines Herzens Vorhang“ (IV, V. 19) und sieht ängstlich der Konfrontation mit dem eigenen Inneren entgegen, während Tänzer, Puppe und Schauspieler hinter dem Vorhang sind.11 Dieser öffnet sich und „die Szenerie war Abschied“ (IV, V. 20). Da der Vorhang das Ich von seinem Inneren trennt, kann er als „Kontur / des Fühlens“ (IV, V. 17f.) gelesen werden. Damit gibt es einen Bezug zur achten Elegie, an deren Schluss es heißt: „so leben wir und nehmen immer Abschied“ (VIII, V. 75). Für den Mensch ist das Ende immer schon sichtbar, nichts ist für immer, alles ist vergänglich.12 Da dies als Grundhaltung des Menschen beschrieben wird, ist es „[l]eicht zu verstehen“ (IV, V. 21).

Der Schein des Tänzers und das fehlende Bewusstsein des Tieres werden in der Figur der Puppe verbunden zu einem Bild der Leichtigkeit.13 Die Puppe stellt dabei ein reines Objekt dar, einen vom Bewusstsein getrennten und objektivierten Gefühlsvorgang. Diesen kann man sachlich beobachten, ohne selbst berührt zu werden. Dieses Trennen von Bewusstsein und Gefühl ist spezifisch menschlich. Der grundlegende Vorwurf an das menschliche Bewusstsein in der vierten Elegie ist, dass es immer von Differenz geprägt ist. Wir Menschen sind „nicht einig“ (IV, V. 2). Durch diese Zerrissenheit kann der Mensch sich nie hundertprozentig sicher fühlen.14 Wenn wir Eines meinen, „ist schon des andern Aufwand fühlbar“ (IV, V. 10). Uns ist immer bewusst, dass auch das Gegenteil von unserem Ziel möglich wäre. Nie gibt es nur Eins, immer ist auch das „Gegenteil“ (IV, V. 15) oder ein anderes mit vorhanden. „Alles ist nicht es selbst“ (IV, V. 64f.), sondern gleichzeitig auch ein Anderes. Dies wird symbolisiert in der Spaltung von Erlebenden und Zuschauer. Durch die Erinnerung an das Vergangene und das Wissen um das Zukünftige durch den Beobachtenden ist das unmittelbare Erleben im Jetzt unmöglich. Folglich ist der Mensch von der Natur entfremdet und lebt nicht mehr nach dessen Rhythmus, wie es die Tiere tun.

Auch in der achten Elegie werden Mensch und Tier kontrastiert. Zunächst ist jedoch nicht von dem Tier die Rede, sondern von der „Kreatur“ (VIII, V. 1), die für das allgemeine Geschöpf steht. Ihm gegenüber steht der Mensch als ein besonderes Lebewesen. In der ersten Strophe besteht der Kontrast aus dem Offenen und dem Verschlossenen. Das Verhältnis zwischen der Kreatur und den Menschen sei „umgekehrt“ (VIII, V. 3). Beide Sichtweisen definieren sich durch die Gegenüberstellung. Während die Menschen auf objektive Dinglichkeiten fixiert sind, ist das Tier dem „Offene[n]“ (VIII, V. 2) zugewandt. Wobei von Bedeutung ist, dass die Formulierung „sieht […] das Offene“ (VIII, V. 1f.) anstatt ‚ins Offene‘ lautet. Die Kreatur sieht die bloße Offenheit und nichts anderes.15 Das Offene ist eine unmittelbare Metapher, die auch ein Zentralbegriff der Duineser Elegien ist. Im Verlauf der Elegie wird dieser weiterentwickelt zum „reinen Raum“ (VIII, V. 15). Rilke selbst erklärt, dass es sich dabei nicht um Himmel, Luft und Raum handelt. Es geht um das Bewusstsein, dass es dem Tier ermöglicht, sich nicht andauernd gegenüber zu stellen, wie wir Menschen es tun. Das Tier kann einfach in der Welt sein, während wir vor dieser stehen und uns immer vergleichen.16 Janke nennt das Offene treffend „ein Transzendentes, das alle Bezüge der gedeuteten und gestalteten Welt übersteigt“17, womit es eben genau das Gegenteil vom menschlichen Bewusstsein ist. Das Tier sieht überall um sich nur das Offene, das frei ist von Unterschieden, Bestimmungen und Interpretationen. „Mit allen Augen“ (VIII, V. 1) sieht es den reinen Raum.

Der Begriff „Kreatur“ verweist hier auf das von Gott geschaffene Wesen und damit auf eine Ursprünglichkeit. Damit verbunden ist außerdem Zeitlosigkeit. Die ursprüngliche Blickrichtung des Menschen ist verstellt oder umgedreht. Das lyrische Ich spricht aus der Sicht des Menschen und dementsprechend von „unsre[n] Augen“ (VIII, V. 2). Der Blick des Menschen ist auf das Gestaltete gerichtet, sodass unsere Augen wie „Fallen“ (VIII, V. 4) sind. Diese Fallen sowie der Ausdruck „ganz um sie gestellt“ (VIII, V. 3) beziehen sich auf die tierischen Wesen, die der Mensch belauert und einfängt. Der Mensch umstellt das Tier mit seinen Bestimmungen, um das Offene zu erfassen. Dementsprechend kann sich das Pronomensieauch auf die Kreatur, das Ursprüngliche, in unserem Inneren beziehen. Das würde eine Rückwendung auf uns selbst bedeuten. Wir Menschen ordnen uns selbst ein und stellen Bezüge her. Dadurch wird unsere Ursprünglichkeit umschlossen und wir verlieren das Offene, wie es Britta Fuchs beschreibt und noch weiter ausführt.18

Die Blickrichtung des Tieres geht zum Offenen. Das Tier hat „freien Ausgang“ (VIII, V. 4), weil ihm die Zeitlichkeit nicht bewusst ist. Der Mensch hingegen besitzt nur reflektiertes und interpretiertes Wissen. Die Dinge selbst sehen wir gar nicht.19 Alle Dinge sind unmittelbar auf etwas Anderes bezogen. Wir sehnen uns zurück nach dem Ursprung, den wir im Antlitz des Tieres sehen (vgl. VIII, V. 5f.).20 In deren Augen sehen wir, „was draußenist“ (VIII, V. 5). Das Verbistwird durch die Kursivschreibung betont und ist somit zu deuten als das wirkliche Sein außerhalb des menschlichen Lebens, das durch unsere Deutungen verstellt wurde.

Der große Unterschied zwischen Tier und Mensch ist, dass das Tier „[f]rei von Tod“ (VIII, V. 9) ist. Das Leben des Menschen ist jedoch immer auf den Tod bezogen, denn ihn „sehen wir allein“ (VIII, V. 10). Diese unterschiedlichen Verhältnisse zum Tod werden durch einen Zeilensprung getrennt. Der erste Vers endet mit dem Tod und der zweite Vers beginnt mit dem Tod, jedoch vertreten durch ein Pronomen. Dieses Pronomenihnwird betont durch die Anfangsstellung sowie durch die Kursivschreibung. Dies wiederum akzentuiert die ständige Fokussierung des menschlichen Bewusstseins auf den Tod.21 Die Vergänglichkeit steht im Mittelpunkt des menschlichen Lebens, denn er ist sich seines Sterbens immer bewusst. Damit trägt er seine Sorge immer vor sich und hat den Tod nicht „hinter sich“ (VIII, V. 11) wie das Tier. Das Tier kennt die Grenzen seines Lebens nicht, sondern lebt immer nur im Augenblick. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind für ihn eins. Dadurch ist das Tier sorglos und unbekümmert.

Das Tier hat den „Untergang“ (VIII, V. 11) hinter sich und „vor sich Gott“ (VIII, V. 12). Der Tod ist für das Tier der Weg zu Gott und somit sieht er vor sich nur das Ewige und Göttliche. Der Untergang liegt mit der Geburt bereits hinter ihm, sodass Geburt und Tod im Gegensatz zum menschlichen Bewusstsein vertauscht sind.22 Bei Gott ist der „reine[] Raum“ (VIII, V. 15), der geprägt ist von dem „Unüberwachte[n], das man atmet und / unendlichweißund nicht begehrt“ (VIII, V. 18f.) und wo er den

[...]


1 Rainer Maria Rilke: Duineser Elegien, in: Werke. Kommentierte Ausgabe in vier Bänden, Bd. 2, hgg. von Manfred Engel und Ulrich Fülleborn, Frankfurt am Main 1996, S. 224, Elegie VIII, V. 2, 8. Im Folgenden direkt im Haupttext mit Nummer der Elegie und Versangabe zitiert.

2 Vgl. Romano Guardini: Rainer Maria Rilkes Deutung des Daseins. Eine Interpretation der Duineser Elegien, 4. Auflage Mainz 1996, S. 122.

3 Vgl. Guardini: Rainer Maria Rilkes Deutung des Daseins, S. 123.

4 Vgl. Franz Josef Brecht: Schicksal und Auftrag des Menschen. Philosophische Interpretationen zu Rainer Maria Rilkes Duinesr Elegien, Basel 1949, S. 116.

5 Vgl. Britta A. Fuchs: Poetologie elegischen Sprechens. Das lyrische Ich und der Engel in Rilkes „Duineser Elegien“, Würzburg 2009, S. 200f..

6 Vgl. Brecht: Schicksal und Auftrag des Menschen, S. 117.

7 Vgl. Rainer Maria Rilke: Werke. Kommentierte Ausgabe in vier Bänden, Bd. 2, hgg. von Manfred Engel und Ulrich Fülleborn, Frankfurt am Main 1996, S. 648.

8 Vgl. Guardini: Rainer Maria Rilkes Deutung des Daseins, S. 128.

9 Vgl. Bernd Oei: Rilke und die Magie des Ortes. Von der Inspiration der Reisen in seiner Lyrik, Berlin 2010, S. 11

10 Vgl. Arnold Trapp: R. M. Rilkes Duineser Elegien, Gießen 1936, S. 34.

11 Vgl. Oei: Rilke und die Magie des Ortes, S. 119.

12 Vgl. Guardini: Rainer Maria Rilkes Deutung des Daseins, S. 129.

13 Vgl. Oei: Rilke und die Magie des Ortes, S. 120.

14 Vgl. Trapp: R. M. Rilkes Duineser Elegien, S. 35.

15 Vgl. Wolfram Malte Fues: Schwere Transporte. Überlegungen mit der achtenDuineser Elegie, in: Interpretationen. Gedichte von Rainer Maria Rilke, hg. von Wolfram Groddeck, Stuttgart 1999, S. 158.

16 Vgl. Ulrich Fülleborn und Manfred Engel (Hgg.): Rilkes Duineser Elegien. Erster Band. Selbstzeugnisse, Frankfurt am Main 2009, S. 326, M. 264.

17 Wolfgang Janke: Archaischer Gesang. Pindar – Hölderlin – Rilke. Werke und Wahrheit, Würzburg 2005, S. 230.

18 Vgl. Fuchs: Poetologie elegischen Sprechens, S. 290f., Bezug zu Rudolf Kassners Abhandlung „Zahl und Gesicht“.

19 Vgl. Oei: Rilke und die Magie des Ortes, S. 153.

20 Vgl. Fues: Schwere Transporte, S. 159.

21 Vgl. Fuchs: Poetologie elegischen Sprechens, S. 293.

22 Vgl. Trapp: R. M. Rilkes Duineser Elegien, S. 65.

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Details

Titel
Rainer Maria Rilke "Duineser Elegien". Mensch und Tier. Die Ordnung und das Offene in der vierten und achten Elegie
Hochschule
Universität Erfurt
Note
2,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
30
Katalognummer
V455710
ISBN (eBook)
9783668869974
ISBN (Buch)
9783668869981
Sprache
Deutsch
Schlagworte
rainer, maria, rilke, duineser, elegien, mensch, tier, ordnung, offene, elegie
Arbeit zitieren
Annalena Held (Autor), 2018, Rainer Maria Rilke "Duineser Elegien". Mensch und Tier. Die Ordnung und das Offene in der vierten und achten Elegie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455710

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