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Dante und die Medizin. Krankheit, Verletzung und Körperlichkeit in der "Divina Commedia"

Titel: Dante und die Medizin. Krankheit, Verletzung und Körperlichkeit in der "Divina Commedia"

Seminararbeit , 2013 , 24 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Johanna Mandelartz (Autor:in)

Romanistik - Italianistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Commedia ist ein Werk, das fast ausschließlich im Jenseits spielt, und bis auf Dante kommen in ihr keine lebenden Menschen, sondern nur Tote und einige Fabel- und Zauberwesen vor. Da liegt die Frage nahe, weshalb sich in einem solchen Text Bezüge zur Medizin, zu Krankheiten oder überhaupt zum menschlichen Körper finden sollten, obwohl dieser nach dem Tod doch nicht mehr gebraucht wird und zerfällt.
Erstaunlicherweise ist aber genau das in der Commedia zuhauf der Fall – es wimmelt nur so von Krankheiten, Verletzungen, Blut, Eingeweiden und Schmerz. Die Methoden der Medizin kommen zwar nicht unmittelbar zur Anwendung, doch werden bekannte Mediziner thematisiert und das Thema Heilung spielt zumindest im übertragenen Sinn eine Rolle.
Welchen Zweck diese Darstellungen des Körperlichen verfolgen, wie ihr Vorhandensein erklärt wird und welche Differenzen sich in den drei Teilen der Commedia, im Inferno, im Purgatorio und im Paradiso feststellen lassen, soll im Folgenden untersucht werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung: Dantes Verbindung zur Medizin

Historischer Hintergrund: Stand der Medizin zu Dantes Lebzeiten

Die medizinische Lehre

Methoden der Medizin

Wirkung der Medizin

Umgang mit Krankheit und Medizin in der Bevölkerung

Krankheit, Verletzung und Körperlichkeit in der Commedia

Krankheit, Verletzung und Körperlichkeit im Inferno

Krankheit, Verletzung und Körperlichkeit im Purgatorio

Krankheit, Verletzung und Körperlichkeit im Paradiso

Mediziner und Heiler in der Commedia: die privilegierte Stellung der medizinischen Gelehrten im Inferno

Schluss: Die drei Seelenzustände in der Commedia

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die vielschichtige Darstellung von medizinischen Fachbegriffen, körperlichen Leiden und Krankheit in Dantes Divina Commedia, um zu ergründen, wie diese Elemente trotz des jenseitigen Schauplatzes als Spiegel für das seelische Befinden und die moralische Verfassung der dargestellten Charaktere dienen.

  • Wissenschaftliche Aufarbeitung des medizinischen Wissens und der Ausbildung im mittelalterlichen Italien.
  • Analyse der körperlichen Manifestationen in den drei Jenseitsbereichen: Inferno, Purgatorio und Paradiso.
  • Untersuchung der Differenz zwischen irdischer destitutio (Mangelzustand) und jenseitiger restitutio (Wiederherstellung).
  • Bewertung der Rolle von medizinischen Gelehrten im Limbus als Ausdruck einer würdigenden Haltung des Autors.
  • Erörterung der aktiven Rolle des Einzelnen bei der „Heilung“ durch Läuterung im Purgatorium.

Auszug aus dem Buch

Krankheit, Verletzung und Körperlichkeit im Inferno

Tatsächlich fällt beim Lesen der Commedia schon zu Beginn auf, dass das Inferno sich mit Abstand am meisten, und vor allem auf negative Weise, nämlich anhand von Krankheit und Leid, mit dem menschlichen Körper beschäftigt. Dies lässt sich dadurch erklären, dass dieser – obwohl die „Schatten“ doch eigentlich ohne ihre irdischen Körper dort ankommen! – als Mittel der Bestrafung für die Sünden der Verstorbenen dient.

Zwar haben die Menschen, die das Inferno bevölkern, nur einen Schattenkörper, der weder etwas wiegt noch einen Schatten werfen kann, doch wird dieser ebenso gequält, wie es auch mit einem physischen Körper im Diesseits möglich wäre: er wird von Insekten und Krankheiten befallen, verletzt, zerkratzt, aufgeschnitten, sogar gegessen und empfindet bei alldem Schmerz. Es ist also recht eindeutig, dass die Seelen sich hier in einem Zustand der destitutio befinden.

Selbst Blut und innere Organe, die aus dem Körper herausquellen, wenn er aufgeschlitzt wird, sind vorhanden, und auch Schmutz haftet an den Schatten. Zudem sind sie in der Lage, Gegenstände anzufassen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dantes Verbindung zur Medizin: Diese Einleitung beleuchtet Dantes medizinisches Fachwissen, das er sich trotz fehlender praktischer Ausübung durch Studium und Kontakte zu Fachleuten angeeignet hat.

Historischer Hintergrund: Stand der Medizin zu Dantes Lebzeiten: Hier wird der Kontext der mittelalterlichen Medizin an den frühen Universitäten (studia) sowie die Lehrmethoden und die Stellung des Arztes in der Gesellschaft erläutert.

Krankheit, Verletzung und Körperlichkeit in der Commedia: Dieses Kapitel führt in die Dreiteilung des Gesundheitsbegriffs (constitutio, destitutio, restitutio) ein und begründet deren Relevanz für das Verständnis der Jenseitsreise.

Krankheit, Verletzung und Körperlichkeit im Inferno: Analyse der extremen körperlichen Qualen der Verdammten als Instrument des Contrapasso und Spiegel ihrer seelischen Verfassung.

Krankheit, Verletzung und Körperlichkeit im Purgatorio: Untersuchung des Läuterungsberges als Ort, an dem körperliche Anstrengung als notwendiges „Medikament“ zur seelischen Heilung dient.

Krankheit, Verletzung und Körperlichkeit im Paradiso: Beschreibung der körperlosen, lichtvollen Existenz der Seligen, bei der Leid und Krankheit vollständig durch Freude und göttliche Harmonie ersetzt sind.

Mediziner und Heiler in der Commedia: die privilegierte Stellung der medizinischen Gelehrten im Inferno: Erörterung der speziellen Position berühmter antiker Ärzte und Denker, die als „spiriti magni“ trotz ihres Heidentums einen privilegierten Status im Limbus genießen.

Schluss: Die drei Seelenzustände in der Commedia: Zusammenfassung der Entwicklung der Körperlichkeit vom Leiden in der Hölle über die Anstrengung im Purgatorium bis zur vollkommenen Erlösung im Paradies.

Schlüsselwörter

Dante Alighieri, Divina Commedia, mittelalterliche Medizin, Contrapasso, Körperlichkeit, Schattenkörper, Jenseitsvorstellung, Inferno, Purgatorio, Paradiso, status deficiens, Heilung, Läuterung, Taddeo Alderotti, Limbus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Dante Alighieri in seinem Hauptwerk, der Divina Commedia, medizinische Konzepte, Krankheitsbilder und das Verständnis des menschlichen Körpers nutzt, um die Zustände der Seelen im Jenseits zu charakterisieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die mittelalterliche Medizinlehre, die körperliche Manifestation von Sünde und Strafe sowie die metaphorische Gleichsetzung von Läuterung und Heilung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Dante das mittelalterliche Verständnis von Körper und Krankheit einsetzt, um die moralische Verfassung der Seelen in den drei Jenseitsreichen Inferno, Purgatorio und Paradiso greifbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse des Textes in Verbindung mit einer historischen Untersuchung des medizinischen Standes im mittelalterlichen Italien.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen körperlichen Zustände der Seelen, die medizinischen Hintergründe zu Dantes Lebzeiten sowie die spezifische Rolle und Behandlung von Ärzten und Heilern in der Commedia.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere die Trias aus constitutio, destitutio und restitutio, der Begriff des Contrapasso, die Beschaffenheit der Schattenkörper und die Transformation der Seelen durch das göttliche Licht.

Warum finden sich medizinische Bezüge bei Dante, obwohl er kein Arzt war?

Dante verfügte durch sein Studium und den Austausch mit zeitgenössischen Medizinern über ein breites Fachwissen, das er gezielt einsetzte, um das Leiden der Seelen realitätsnah und anschaulich darzustellen.

Wie unterscheidet sich das Leiden im Purgatorio von dem im Inferno?

Während im Inferno die körperlichen Qualen als dauerhafte Strafe dienen, ist die Anstrengung im Purgatorio ein notwendiger, produktiver Prozess, der der Läuterung und der letztendlichen Heilung der Seele dient.

Welchen Status haben Ärzte im Inferno?

Antike Mediziner und Gelehrte werden als „große Seelen“ im Limbus verortet, wo sie zwar von Gott getrennt leben müssen, aber im Gegensatz zu anderen Verdammten nicht unter körperlichen Schmerzen oder Hoffnungslosigkeit leiden.

Warum verschwindet die Körperlichkeit im Paradies?

Im Paradies sind die Seelen vollständig von ihren Sünden gereinigt. Die irdische Körperlichkeit, die im Mittelalter oft als Quelle von Schmerz und Mangel verstanden wurde, ist hier nicht mehr nötig; die Harmonie zwischen Seele und Gott steht im Zentrum.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Dante und die Medizin. Krankheit, Verletzung und Körperlichkeit in der "Divina Commedia"
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Romanistik)
Veranstaltung
Masterseminar „Dante und die Ordnung des Wissens“
Note
1,0
Autor
Johanna Mandelartz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
24
Katalognummer
V455731
ISBN (eBook)
9783668865464
ISBN (Buch)
9783668865471
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medizin Körper Krankheit Verletzung Arbeit Schmerz Hölle Vorhölle Himmel
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Johanna Mandelartz (Autor:in), 2013, Dante und die Medizin. Krankheit, Verletzung und Körperlichkeit in der "Divina Commedia", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455731
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Leseprobe aus  24  Seiten
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