Über die handlungsleitende Erkenntnis, dass sich mit dem Fehlverhalten schwerwiegende Konsequenzen ergeben können, weil der Patient einem Leidensdruck unterliegt, der über die typische Verlaufskurve nachvollzogen werden kann, wird der gehobene Anspruch an die Pflegequalität direkt eingefordert. Indem das Vorgehen auf fachwissenschaftlicher Grundlage zu rechtfertigen ist, lässt sich die Handlungssicherheit herstellen. Wenn es dann doch zur weiteren Entwicklung kommt und die Abkehr vom einmal eingeschlagenen Weg dementsprechend nicht erreicht wird, kann die persönliche Schuld über die Einhaltung der erwarteten Rolle abgewendet werden, sodass der Beruf trotz des erhöhten Risikos für die eigene geistige Gesundheit mit höchster Wahrscheinlichkeit langfristig auszuüben ist.
Zum beidseitigen Schutz wird das Professionell Clinical Reasoning gerade in Bezug auf die besonderen Bedürfnisse, die sich durch die Zielgruppe von Jugendlichen mit suizidalen Absichten ergeben, daher unbedingt notwendig. Über den medizinischen Zugang der Pädiatrie ist der Gegenstand durch die Abweichung von einer als normal zu erachtenden und somit altersgerechten Entwicklung zu begründen, die deshalb auch der Störung zugeschrieben werden kann. Wie wird die konkrete Methode in diesem Zusammenhang erklärt? Letztendlich geht das Interesse der vorliegenden Hausarbeit dann vor allem vom Konflikt aus, der sich mit den eingeschränkten Möglichkeiten zur Intervention logisch nachvollziehen lässt...
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Theoretische Begriffs- und Gegenstandsbestimmung
1.1 Pädiatrie
1.2 Verhaltensauffälligkeit
1.3 Psychische Störungen
1.4 Suizid
1.5 Professionelles Clinical Reasoning
2 Besondere Bedürfnisse von Jugendlichen mit suizidalen Absichten
3 Professionelles Handeln
3.1 Bedürfnisorientierung
3.2 Biographisches Fallverstehen
3.3 Konfliktbewältigung
4 Methodisches Vorgehen
4.1 Vertrauensvolles Arbeitsbündnis
4.2 Aktives Zuhören
4.3 Förderung der sozialen Kompetenz
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, den therapeutischen Ansatz des "Clinical Reasoning" für die pflegerische Versorgung von Jugendlichen mit suizidalen Absichten zu analysieren und als fundiertes professionelles Handlungsmodell darzustellen.
- Grundlagen der Pädiatrie und psychischer Störungen bei Jugendlichen
- Einsatz von Clinical Reasoning als therapeutisches Verfahren
- Bedeutung von Arbeitsbündnissen und biographischem Fallverstehen
- Herausforderungen der Konfliktbewältigung im stationären Kontext
- Förderung der sozialen Kompetenz zur Suizidprävention
Auszug aus dem Buch
1.5 Professionelles Clinical Reasoning
In der wörtlichen Übersetzung heißt Clinical Reasoning so viel wie klinisches Urteilen und erklärt sich damit weniger mit dem medizinischen Gegenstand, sondern wird viel mehr durch die Beziehung zum Patienten begründet, über die ein positiver Einfluss auf die psychische Gesundheit genommen werden soll.
„Unter Clinical Reasoning sind Denkvorgänge und die Entscheidungsfindungen des Therapeuten während der Untersuchung und Behandlung zu verstehen.“
Jene Entscheidungsfindungs- und Denkprozesse können über den jeweiligen Rahmen, anhand der folgenden Kategorien voneinander abgegrenzt werden, die dementsprechend eine richtungsweise Funktion übernehmen:
- „Ethisches Reasoning“ durch Einstellungen, Haltungen und Werte bestimmtes Denken
- „Pragmatisches Reasoning“ sachliches anwendungsbezogenes Denken, das auf den Kontext und die Rahmenbedingungen der Therapie gerichtet ist.
Indem der Jugendliche in das soziale Gefüge eingebettet ist und die selbstschädigende Handlung somit als Folge der verfehlten Möglichkeit gewertet werden kann, sich in angemessener Art und Weise zu verhalten, um darüber dann auch die positive Konsequenz erwarten zu können, lässt sich die zentrale Handlungsorientierung, im konkreten Bezug zur Fallproblematik, vor allem über den Ansatz des Ethischen Reasoning bestimmen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Es wird die Notwendigkeit fachwissenschaftlich fundierten Handelns in der Pflege begründet, um suizidgefährdete Jugendliche professionell zu unterstützen.
1 Theoretische Begriffs- und Gegenstandsbestimmung: Die für das Verständnis relevanten Konzepte wie Pädiatrie, Verhaltensauffälligkeit, psychische Störungen, Suizidalität und Clinical Reasoning werden definiert.
2 Besondere Bedürfnisse von Jugendlichen mit suizidalen Absichten: Hier liegt der Fokus auf der Stärkung des Selbstbewusstseins und der bedingungslosen Anerkennung der Individualität als Basis für den therapeutischen Erfolg.
3 Professionelles Handeln: Dieses Kapitel erläutert die Grundsätze der Bedürfnisorientierung, des biographischen Fallverstehens und der Konfliktbewältigung als professionelle Richtlinien.
4 Methodisches Vorgehen: Konkrete Techniken wie das vertrauensvolle Arbeitsbündnis, aktives Zuhören und die Förderung sozialer Kompetenz werden als Instrumente der Behandlung vorgestellt.
5 Fazit: Die Arbeit resümiert, dass Clinical Reasoning bei suizidalen Jugendlichen essenziell ist, da die Aktivierung persönlicher Ressourcen eine Abkehr vom Suizidgedanken begünstigt.
Schlüsselwörter
Clinical Reasoning, Suizidprävention, Jugendliche, Pädiatrie, Psychische Störungen, Pflegequalität, Biographisches Fallverstehen, Ethisches Reasoning, Pragmatisches Reasoning, Arbeitsbündnis, Aktives Zuhören, Soziale Kompetenz, Borderline, Selbstbewusstsein, Handlungsorientierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die professionelle pflegerische Betreuung von Jugendlichen, die suizidale Absichten äußern oder bereits Versuche unternommen haben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die theoretische Bestimmung psychischer Erkrankungen im Jugendalter, die Methoden des Clinical Reasoning sowie die praktische Gestaltung der therapeutischen Beziehung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch ein professionelles, auf Clinical Reasoning basierendes Handeln eine positive Entwicklung und eine Abkehr von suizidalen Mustern bei Jugendlichen erreicht werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse zu pflegerischen und psychologischen Konzepten, ergänzt durch die Anwendung des Modells "Clinical Reasoning" auf die Zielgruppe.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse der besonderen Bedürfnisse dieser Jugendlichen sowie die Darstellung professioneller Handlungsansätze und methodischer Vorgehensweisen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Clinical Reasoning, Suizidprävention, pädiatrische Pflege und biographisches Fallverstehen geprägt.
Welche Rolle spielt das "biographische Fallverstehen"?
Es dient dazu, das aktuelle Verhalten des Jugendlichen als logische Konsequenz früherer Erfahrungen zu begreifen, anstatt es vorschnell zu werten, um so eine vertrauensvolle Basis für Veränderungen zu schaffen.
Warum ist das "Arbeitsbündnis" laut Autor so schwierig?
Aufgrund des Entwicklungsstandes der Jugendlichen und möglicher negativer Vorerfahrungen mit Erwachsenen ist es oft schwierig, ein gegenseitiges Vertrauen aufzubauen, welches jedoch die zwingende Voraussetzung für jede therapeutische Intervention darstellt.
- Quote paper
- Jonas Lang (Author), 2018, Professionelles "Clinical Reasoning" anhand der pflegerischen Versorgung von Jugendlichen mit suizidalen Absichten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455781