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Der alltägliche Blick zurück. Zum Umgang mit der DDR-Geschichte, am Beispiel der Ostalgie

Titel: Der alltägliche Blick zurück. Zum Umgang mit der DDR-Geschichte, am Beispiel der Ostalgie

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2016 , 17 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Dominik Eichert (Autor:in)

Politik - Allgemeines und Theorien zur Internationalen Politik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Fast 30 Jahre nach dem Mauerfall von 1989 sind die Fragen nach dem Umgang mit der DDR-Vergangenheit und dem Verhältnis der (Ost-)Deutschen gegenüber dem ehemaligen Diktaturstaat ebenso zahlreich wie auch vielfältig. Die DDR lebt in vielen Erinnerungen und Erzählungen weiter und wirkt als scheinbar Vergangenes weiterhin auf die Gegenwart, indem sie die Menschen in ihren Vorstellungen und ihrem Handeln noch heute prägt. Dabei geht es nicht ausschließlich um die faktenbegründete Auseinandersetzung mit der DDR. Vielmehr stehen hier Aspekte der Vergangenheitsaufarbeitung, der Identitätssuche oder des emotionalen Erinnernd, z.B. durch sog. Nostalgie-Shows, im Vordergrund.

Diese wissenschaftliche Ausarbeitung beschäftigt sich mit Erinnerungstheorien, der historischen Entwicklung der DDR-Nostalgie sowie deren gesellschaftlichen Auswirkungen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Erinnerungstheorien

2.1 Das soziale Gedächtnis

2.2 Das kollektive Gedächtnis

3 Das Phänomen der Ostalgie

3.1 Begriffsbestimmung – Zeitliche Einordnung – Definition

3.1.1 Ostidentität

3.1.2 (DDR-)Nostalgie

3.1.3 Ostalgie

3.2 Ausprägungen der Ostalgie

3.2.1 Film/TV

3.2.2 Konsumgüter

4 Heutige Bilder von der DDR

5 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den ambivalenten Umgang mit der DDR-Geschichte und die damit verbundene Nostalgie, auch bekannt als Ostalgie. Ziel ist es, zu analysieren, welche Bilder der ehemaligen DDR heute in der Bevölkerung existieren und wie kollektive sowie soziale Gedächtnisprozesse diese Wahrnehmung beeinflussen.

  • Erinnerungstheorien und die Rolle des sozialen/kollektiven Gedächtnisses
  • Begriffsabgrenzung zwischen Ostidentität, DDR-Nostalgie und Ostalgie
  • Die mediale und kommerzielle Ausprägung der Ostalgie in Film, TV und Konsumgütern
  • Empirische Einblicke in die heutige Wahrnehmung der DDR durch die deutsche Bevölkerung

Auszug aus dem Buch

3.1 Begriffsbestimmung – Zeitliche Einordnung - Definition

Die Sehnsucht nach der DDR-Vergangenheit, welche Fritze (1995) im Umkehrschluss als Flucht vor der Gegenwart interpretiert, wird in der öffentlich-publizistischen Diskussion am häufigsten mit den Bezeichnungen Ostidentität, DDR-Nostalgie oder mit dem Neologismus Ostalgie umschrieben. Allerdings soll an dieser Stelle eine genauere Unterscheidung der Begriffe vorgenommen werden, um der Gefahr von Missverständnissen, die die übliche austauschbare Begriffsverwendung birgt, entgegen zu wirken. Dafür wird zunächst einmal ein Blick auf die historische Herleitung, die ursprüngliche Bedeutung und aktuelle Verwendung der Begriffe geworfen, bevor näher auf das Phänomen der Ostalgie eingegangen wird.

3.1.1 Ostidentität

Wie bereits erwähnt, wird der Begriff Ostidentität häufig in enger Verbindung oder sogar als Synonym für die Rückblickseuphorie der Ostdeutschen gebraucht (vgl. Neller 2006). Neller (ebd.) stellt dabei fest, dass dieser Terminus in der Literatur zum Teil oft Gegensatzliches umfasst. Daher wird sich nun genauer mit diesem Konzept auseinandergesetzt.

Neller bezeichnet Ostidentität als "Separatbewusstsein der Ostdeutschen" (2006, S. 53), welches eine teilnationale Identifikation zum Ausdruck bringt, die sich eben nicht auf die gesamte, sondern nur auf einen Teil der politischen Gemeinschaft nach der Wiedervereinigung bezieht. Bezüglich der Fragestellung, ob sich die Ostidentität erst nach der Wiedervereinigung herausgebildet hat oder ob sie schon vor der Wende existierte, gibt es unterschiedliche Auffassungen (vgl. ebd.). Misselwitz etwa beschreibt die Ostidentität als "reflexive, neu erworbene Identität der Ostdeutschen, die auf einer Mischung aus DDR-Erfahrungen und Erfahrungen im wiedervereinigten Deutschland basiert" (1993, S. 111) und sich daher erst nach 1990 entwickelte. Des Weiteren repräsentiert sie das "neue Selbstbewußtsein der Ostdeutschen" (1996 in Neller 2006, S. 54), so Misselwitz. Kollmorgen (2005 in Neller 2006) bewertet dies gänzlich anders: Ihm zufolge ist die Ostidentität auf die 1960er Jahre zurückzuführen und entstand somit vor der deutsch-deutschen Wiedervereinigung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Umgangs mit der DDR-Vergangenheit ein und verdeutlicht durch ein Zitat von W. Faulkner die fortdauernde Präsenz vergangener Ereignisse.

2 Erinnerungstheorien: Dieses Kapitel erläutert grundlegende Theorien zum sozialen und kollektiven Gedächtnis, um die Mechanismen hinter der Wahrnehmung und Tradierung von DDR-Erinnerungen zu verstehen.

3 Das Phänomen der Ostalgie: Dieses Kapitel definiert und differenziert die Begriffe Ostidentität, DDR-Nostalgie sowie Ostalgie und analysiert deren mediale und kommerzielle Erscheinungsformen.

4 Heutige Bilder von der DDR: Basierend auf Umfrageergebnissen wird untersucht, wie die DDR heutzutage in der deutschen Bevölkerung wahrgenommen wird und welche Faktoren diese Sichtweise prägen.

5 Resümee: Das Resümee fasst die theoretischen Erkenntnisse sowie die empirischen Ergebnisse zusammen und reflektiert die Ambivalenz zwischen positiver Erinnerung und der historischen Realität des Unrechtsstaats.

Schlüsselwörter

DDR, Ostalgie, Ostidentität, Erinnerungskultur, kollektives Gedächtnis, soziales Gedächtnis, Wiedervereinigung, DDR-Nostalgie, Aufarbeitung, Identität, Zeitgeschichte, mediale Wahrnehmung, Konsumkultur, Ostdeutschland, Unrechtsstaat.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem zwiespältigen Umgang der deutschen Bevölkerung mit der DDR-Geschichte und beleuchtet die Entstehung und Bedeutung von Ostalgie.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die Erinnerungstheorie, die begriffliche Abgrenzung von Identitätskonzepten im Kontext der DDR sowie die mediale und kommerzielle Verarbeitung der Vergangenheit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, welche Bilder von der ehemaligen DDR in der Bevölkerung existieren und warum sich bestimmte nostalgische Sehnsuchtsmuster entwickelt haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen theoretischen Rahmen aus dem Bereich der Gedächtnisforschung und zieht bestehende empirische Befragungsergebnisse heran, um die Thesen zu untermauern.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch Erinnerungstheorien, die definitorische Klärung der Begriffe und die Analyse von Medien (Film/TV) und Konsumgütern sowie die Auswertung von Umfragedaten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Ostalgie, kollektives Gedächtnis, DDR-Vergangenheit, Erinnerungskultur, Identität und die Aufarbeitung des Unrechtsstaats.

Worin liegt der Unterschied zwischen Ostidentität und Ostalgie?

Während die Ostidentität ein komplexes Identitätsbewusstsein der Ostdeutschen beschreibt, bezeichnet Ostalgie spezifischer die Sehnsucht nach bestimmten Lebensformen und Alltagsgegenständen der ehemaligen DDR.

Wie bewerten die Autoren die Rolle von Medien bei der Entstehung von Ostalgie?

Medien und Unterhaltungsformate wie Ostalgie-Shows werden kritisch gesehen, da sie dazu neigen, den autoritären DDR-Alltag zu verharmlosen und ein romantisiertes Bild der Vergangenheit zu vermitteln.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der alltägliche Blick zurück. Zum Umgang mit der DDR-Geschichte, am Beispiel der Ostalgie
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal  (Hochschule)
Note
1,7
Autor
Dominik Eichert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
17
Katalognummer
V455789
ISBN (eBook)
9783668883628
ISBN (Buch)
9783668883635
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Politik Politisches System DDR Nostalgie Ostalgie DDR geschichte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dominik Eichert (Autor:in), 2016, Der alltägliche Blick zurück. Zum Umgang mit der DDR-Geschichte, am Beispiel der Ostalgie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455789
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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