Gesundheitsmanagement im Sport. Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen


Einsendeaufgabe, 2018

16 Seiten, Note: 2,8


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 BEDARFSANALYSE3
1.1 Bewegungsempfehlungen und Bewegungsverhalten

2 WIRKSAMKEIT KÖRPERLICHER AKTIVITÄT

3 ZIELGRUPPE9

4 ZIELE UND INHALTE

5 LITERATURVERZEICHNIS14

6 TABELLENVERZEICHNIS

1 Bedarfsanalyse

Im Folgenden geht es um die Bedarfsanalyse für ein Konzept zur Reduzierung von Be - wegungsmangel und Prävention von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Ju- gendlichen durch gesundheitssportliche Aktivität, welches heutzutage ein sehr wichtiges Thema für langfristige Gesundheit der Gesellschaft darstellt. Adipöse Erkrankungen und Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen bilden ein Gesundheitsproblem, wel- ches sich mittlerweile weltweit ausgebreitet hat und schwerwiegende gesundheitliche und gesellschaftliche Folgen mit sich bringt.

1.1 Bewegungsempfehlungen und Bewegungsverhalten

Die World Health Organization (WHO) hat in der Publikation „Global Recommendati- ons on Physical Activity on Health“ (2018) einige Empfehlungen dargestellt, wie viel körperliche Bewegung für Kinder und Jugendliche nötig sind, um physische und psy- chische Gesundheit dauerhaft zu gewährleisten. Zunächst muss der Begriff „körperliche Aktivität“ definiert werden. Laut der WHO (2018) umfasst körperliche Aktivität Spiele, Sport, Hausarbeit, Erholung, Sportunterricht in der Schule und geplante Aktivitäten im Familien- oder Freundeskreis. Kinder und Jugendliche im Alter von 5-17 Jahren sollten täglich mindestens 60 Minuten sportliche Aktivität mit mittlerer bis hoher Intensität in ihrem Alltag haben. Alles, was darüber hinaus geht, bringt weitere gesundheitliche Vor- teile mit sich (WHO, 2018). Hierbei ist hinzuzufügen, dass die 60 Minuten durchaus aufgeteilt werden können, z.B. zweimal 30 Minuten Fußball spielen im Garten. Außer- dem ist es wichtig, die Knochenstruktur und die Muskulatur von Kindern und Jugendli- chen zu stärken. Für gewöhnlich nutzen Kinder und Jugendliche in dem angegebenen Alter keine Fitnessstudios, um die Muskulatur zu stärken. Durch einfache Spiele wie z.B. „Fangen spielen“ können Knochen und Muskulatur dennoch gestärkt werden, da die Kinder sich hier schnell drehen, abbremsen oder springen. Ähnliche Empfehlungen kommen auch von Alfred Rüttner und Klaus Pfeifer (2016), die die Altersklassen noch genauer differenzieren. Säuglinge und Kleinkinder sollen ihren natürlichen Bewegungs- drang so weit wie möglich ausleben. Hierbei gibt es keine zeitlichen Vorgaben, da es insbesondere bei Säuglingen nur nichtangeleitete Bewegungen sind. Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren sollen sich insgesamt 180 Minuten am Tag bewegen und mög - lichst nur maximal 30 Minuten mit sitzenden Tätigkeiten beschäftigt sein. Grundschul - kinder und Jugendliche (im Alter von sechs bis 18 Jahren) sollen sich täglich mindes- tens 90 Minuten bei moderater bis hoher Intensität bewegen und höchstens 60 bzw. 120 Minuten pro Tag mit sitzenden Tätigkeiten zu tun haben.

Die Eltern mit eher inaktiven Kindern sollten das Training moderat steigern, bis sie das empfohlene Ziel erreicht haben. Angemessen wäre es hier, in kleineren Mengen die kör- perliche Aktivität zu steigern und sich bestenfalls täglich zu verbessern.

Die Kiggs ( Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland) ist eine Langzeitstudie des Robert-Koch-Instituts und untersucht die gesundheitliche Lage von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Laut dieser Studie aus dem Jahr 2012 erfüllen 27,5 % der Kinder und Jugendlichen in Deutschland die WHO-Empfehlungen und bewegen sich täglich mindestens 60 Minuten. Auffällig ist hierbei, dass sich die Jungen (29,4%) generell mehr bewegen als die Mädchen (25,4%), doch beide Ge- schlechter bewegen sich mit zunehmenden Alter und Eintreten der Pubertät wesentlich weniger. Generell spielt die körperliche Aktivität von Kindern und Jugendlichen im All - tag eine immer geringere Rolle und sitzende Tätigkeiten vor dem Fernseher oder dem Computer nehmen stetig zu (Lampert, T., Mensink, G., Romahn, N., Woll, A., 2007, S.643). Bereits 2007 hat ein Viertel der befragten Grundschulkinder angegeben, maxi- mal einmal die Woche im Freien zu verbringen und ungefähr neun Stunden pro Tag vor dem Fernseher oder Computer (Lampert, T., Mensink, G., Romahn, N., Woll, A., 2007, S.634). 2014 fand erneut eine Studie zu dem behandelten Thema statt. Hierbei zeigte sich, dass bundesweit 77,5% der Kinder und Jugendlichen Sport treiben, aber lediglich 27,5% die von der WHO empfohlenen 60 Minuten Bewegung täglich erreichen (Manz, K., Schlack, R., Poethko-Müller, C., Mensink, G., Finger, J. Lampert, T., 2014, S.845). Darüber hinaus wurde ein Zusammenhand zwischen der körperlichen Aktivität von Kindern und Jugendlichen und der Nutzung von elektronischen Medien festgestellt. Je mehr Zeit die Heranwachsenden mit der Nutzung von Bildschirmmedien verbringen, desto geringer wird die sportliche Aktivität.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass sich der Ist-Zustand signifikant vom Soll- Zustand unterscheidet. 60 Minuten Bewegung täglich sind eine Minimum-Angabe und viel zu viele Kinder und Jugendliche erfüllen dies noch nicht. Durch die voranschreiten - de Digitalisierung bewegen sich junge Menschen immer weniger und das Spielen im Freien wird zur Seltenheit. Vielmehr wird heutzutage Zeit vor dem Fernseher oder iPad verbracht. Die Ergebnisse der Studien zeigen deutlich, dass dort Handlungsbedarf be- steht. Auf lange Sicht gesehen hat die körperliche Inaktivität von jungen Menschen gro- ße Auswirkungen auf deren Gesundheit.

1.2 Datenlage zum Gesundheitsproblem

Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen ist mittlerweile ein ernstes Problem geworden. Die Statistiken zeigen, dass der Anteil der übergewichtigen Kinder stetig ansteigt. In Deutschland sind 8,7% der Heranwachsenden im Alter zwischen 3 und 17 übergewichtig und 6,3% sind adipös (Bundesministerium für Gesundheit, 2018). Weltweit sind rund 124 Millionen Kinder und Jugendliche fettleibig und rund 213 Milli- onen sind übergewichtig, aber noch nicht fettleibig. Diese Zahlen haben sich seit 1975 verzehnfacht (Spiegel, 2017).

Die Ursachen für Übergewicht im Kindes- und Jugendalter sind verschieden. Eine Ursa- che ist das elterliche Übergewicht, bei dem die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass auch die Kinder übergewichtig werden. Der Grund hierfür liegt darin, dass bei überge- wichtigen Eltern meistens kein gesundheitsbewusster Lebensstil vorliegt und die Kinder sich an ihren Eltern orientieren. Eine weitere Ursache, die einen gesundheitsbewussten Lebensstil ausschließt, ist das Rauchen der Eltern bzw. das Rauchen der Mutter während der Schwangerschaft. Auch dies ist häufig eine Ursache für übergewichtige Kinder, da wenig Achtung auf die Gesundheit der Familie genommen wird (Robert-Koch-Institut, 2008). Der Medienkonsum bei Heranwachsenden ist in den vergangenen Jahren extrem gestiegen, sodass mehr Zeit vor dem Handy oder dem Computer verbracht wird, als un - ter freiem Himmel. Daraus resultiert ein gravierender Bewegungsmangel, der dazu führt, dass ein Großteil der Kinder und Jugendlichen nicht die von der WHO empfohle - nen 60 Minuten körperliche Aktivität in ihren Alltag einbinden. Den Kindern fehlt die Bewegung, die für die psychische und physische Entwicklung unabdingbar ist (ro- bert-Koch-Institut, 2008).

Eine weitere Ursache ist die ungesunde Ernährung, die das Gewicht vieler Kinder nega- tiv beeinflusst. Mittlerweile gibt es an jeder Ecke ein Fast-Food-Restaurant, an dem sich die Heranwachsenden für wenig Geld schnell eine Zwischenmahlzeit kaufen können. Der Grund hierfür liegt darin, dass die Eltern meistens nicht für ein ausgewogenes Mit- tagessen sorgen, weil sie nicht Zuhause sind oder sich nicht um entsprechende Betreu - ung und Versorgung ihrer Kinder kümmern. Daraus folgt dann, dass die Kinder und Ju- gendlichen hungrig sind und es dann eben schnell gehen muss, sodass es kein selbst ge- kochtes Mittagessen wird, sondern eben nur der Burger aus dem Fast-Food-Restaurant. Die Ursache ist dann also die fehlende Struktur der Familie. Kinder, die mehr als zwei- mal wöchentlich gemeinsam mit der Familie essen, haben ein gesünderes und bewusste- res Essverhalten und sind eher normalgewichtig ( Bzga).

Je höher das Gewicht der Heranwachsenden, desto weiter steigt die Anzahl an Risiko- faktoren.

Starkes Übergewicht und Adipositas bringen schwere psychische und physische Risiko- faktoren mit sich. Übergewichtige Kinder leiden oft unter Krankheiten, an denen nor- malerweise erst Erwachsene erkranken. Es erkranken immer mehr übergewichtige Kin- der an Diabetes – Typ 2, Leberverfettung oder Bluthochdruck (Robert-Koch-Institut, 2008). Hinzu kommen Krankheiten, die oftmals erst mit jahrelanger Verzögerung auf- treten, Herz- Kreislauf-Erkrankungen. Insgesamt lässt sich sagen, dass Übergewicht und Adipositas die Lebenserwartung verringert (Robert-Koch-Institut, 2008). Des Weiteren hat Übergewicht im Kindesalter auch Folgen für die seelische Gesundheit, da überge- wichtige Kinder oft Hänseleien ausgesetzt sind oder im Sportunterricht ausgeschlossen werden (Bzga). Daraus resultieren dann im schlimmsten Fall Depressionen oder Angst- störungen, die bis in Erwachsenenalter bestehen bleiben.

Menschen mit Übergewicht verursachen für das Gesundheitssystem ungefähr 50% mehr Kosten als Normalgewichtige (aerzteblatt, 2016). Adipositas zählt weltweit zu den aus - geprägtesten Volkskrankheiten und birgt damit die größten Herausforderungen für das Gesundheitswesen, denn allein in Deutschland fallen durch die Folgen der Krankheit jährlich ungefähr 20 Milliarden Euro an (BVMed, 2016).

Anhand der genannten Daten wird deutlich, dass nach wie vor Handlungsbedarf besteht und Familien besser aufgeklärt werden müssen, um präventiv Maßnahmen zu ergreifen. Außerdem muss weiterhin daran gearbeitet werden, dass gesunde Lebensmittel für alle sozialen Schichten erschwinglich sind. Sport- und Freizeitangebote sind für die Präven- tion von Übergewicht und Adipositas ein sehr wichtiger Aspekt, der weiter ausgebaut und verbessert werden muss. Die Bundesregierung hat sich als Ziel gesetzt, bis 2020 den Anteil der adipösen Menschen zu reduzieren (Robert-Koch-Institut, 2015, S.205).

Es müssen Maßnahmen abgeleitet werden, die die Hauptrisikofaktoren „Fehlernährung“ und „Bewegungsmangel“ behandeln. Die Gesellschaft muss definitiv genauer aufgeklärt werden und schon in Kindergärten und Schulen muss dieses sensible Thema genauer thematisiert werden, damit die Kinder durch Verhaltensprävention die Wichtigkeit eines gesunden Lebensstils erkennen. In den Gemeinden und Städten sollte der Zugang zu sportlichen Aktivitäten einfacher und noch finanzierbarer werden, damit auch Kinder aus finanziell schwächeren Familien, ein gesundes Leben führen können. In diesen Punkten gibt es noch sehr viel Handlungsbedarf.

2 Wirksamkeit körperlicher Aktivität

Im Folgenden werden in Tabellenform zwei recherchierte Studien zu dem, in der Ein- sendeaufgabe, behandelten Thema dargestellt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Gesundheitsmanagement im Sport. Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen
Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Note
2,8
Autor
Jahr
2018
Seiten
16
Katalognummer
V455798
ISBN (eBook)
9783668885172
ISBN (Buch)
9783668885189
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gesundheitsmanagement, Sport, Adipositas im Kindesalter, Bewegungsempfehlungen, Adipositat
Arbeit zitieren
Saskia Schmidt (Autor), 2018, Gesundheitsmanagement im Sport. Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455798

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