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Zum Verhältnis von Natur und Zivilisation in Friedrich de la Motte Fouqués "Undine"

Title: Zum Verhältnis von Natur und Zivilisation in Friedrich de la Motte Fouqués "Undine"

Seminar Paper , 2005 , 17 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Julia Rauland (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Die tragische Geschichte der Wasserfrau Undine, erzählt von Friedrich de la Motte Fouqué um 1811, hat nicht nur die Zeitgenossen Fouqués bezaubert, sondern blieb bis heute erfolgreich und einflussreich. Die Geschichte handelt von dem Wasserwesen Undine, das, aus dem Reich der Elementargeister kommend, einen Menschen heiratet, um eine Seele zu erlangen. Nachdem sie ihrem Gatten, dem Ritter Huldbrand, von der einsamen Landzunge, auf der sie bis dahin glücklich lebte, in die Stadt gefolgt ist, zeigt sich jedoch schnell, dass sich das Naturwesen Undine nicht in die Welt der Zivilisation integrieren kann. Innerhalb des Geschehens besteht dabei eine klare Trennung der beiden Sphären der Natur und der Zivilisation, die sich auch im Aufbau des Textes deutlich widerspiegelt. Aufgrund dieses Gegensatzes scheint es sinnvoll, die beiden Sphären und ihr Verhältnis zueinander zu untersuchen sowie die Frage danach zu stellen, was der Autor möglicherweise mit dieser Gegenüberstellung ausdrücken wollte.
Zur Beantwortung der Frage nach dem Verhältnis von Natur und Zivilisation in Fouqués „Undine“ sollen zunächst die Sphären einzeln betrachtet werden. Dies geschieht hier hauptsächlich anhand einer Untersuchung der Charaktere, die in der Geschichte als Vertreter der jeweiligen Sphären gekennzeichnet sind und die diese repräsentieren. Somit wende ich mich zuerst der Natursphäre mit ihrer Hauptvertreterin Undine zu und werde dann zu einer Analyse der Sphäre der Zivilisation übergehen, die im Wesentlichen von den Charakteren des Ritters sowie Undines Nebenbuhlerin Bertalda vertreten wird. Danach soll die Beziehung der beiden Sphären zueinander diskutiert werden, bevor in einer zusammenfassenden Betrachtung eine Antwort auf die vorher gestellten Fragen gefunden werden soll.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Sphäre der Natur

2.1. Undine

2.2. Kühleborn

2.3. Das Fischerehepaar

3. Die Sphäre der Zivilisation

3.1.Bertalda

3.2.Huldbrand

4. Die Beziehung zwischen den Sphären

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das gegensätzliche Verhältnis von Natur und Zivilisation in Friedrich de la Motte Fouqués Märchen "Undine". Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Fouqué diese beiden Sphären durch seine Charakterdarstellung voneinander abgrenzt und durch eine kritische Beleuchtung gesellschaftlicher Konventionen die Überlegenheit der natürlichen, unverdorbenen Menschlichkeit gegenüber einer durch Zivilisation korrumpierten Gesellschaftsordnung herausarbeitet.

  • Charakterisierung der Sphäre der Natur durch die Protagonistin Undine und Kühleborn.
  • Die Mittlerrolle des Fischerehepaares zwischen den Welten.
  • Analyse der Zivilisationssphäre und deren negative Ausprägung in Huldbrand und Bertalda.
  • Die Liebesbeziehung als Konfliktpunkt zwischen Naturwesen und menschlicher Gesellschaft.
  • Gesellschaftskritische Absicht des Autors durch die Gegenüberstellung beider Sphären.

Auszug aus dem Buch

2.1. Undine

Als wichtigste Vertreterin des Naturreiches fungiert in Fouqués Werk das Wasserfräulein Undine. Als Elementargeist ist sie selbst Teil der Natur und so bis zuletzt eng mit ihr verbunden. Auf diese Verbindung weist schon der Vergleich Undines mit dem See hin, die der Fischer zur Beschreibung des Charakters seiner Pflegetochter heranzieht. (S. 11) In ihren Charakterzügen spiegelt sich die zweigeteilte Darstellung der Natursphäre. Besonders im ersten Teil der Geschichte wird die Zweiteilung zwischen Wildheit und Anmut, Ungezogenheit und Liebenswürdigkeit in der Beschreibung Undines hervorgehoben.

Einerseits scheint ihr Wesen ungezähmt, wild, launisch, bisweilen sogar animalisch triebhaft, beispielsweise wenn sie den Ritter Huldbrand aus Eifersucht beißt. (S. 24) Ihr Benehmen ist ungezogen und frech, sie kümmert sich kaum um Regeln und Anstand und tut was sie will – frei von Zwängen und Konventionen aber auch ohne Rücksicht auf andere Menschen. In ihrer egoistischen Lebensart kennt sie weder Reue noch Mitgefühl mit den Menschen, die ihr nahe stehen und reagiert oft sehr herzlos: Dass der Fischer sie im Sturm bitterlich weinend anfleht, doch in die Hütte zurückzukehren, „schien sie nicht sonderlich zu rühren“ (S. 22). An anderer Stelle tritt ihr Egoismus noch deutlicher zutage, als sie ihre Pflegeeltern mit der Äußerung schockiert: „ Denn jeder ist sich doch selbst der Nächste und was gehn einen die andern Leute an.“ (S. 33) Ihr fehlen aber auch menschliche Emotionen wie Trauer und Angst, was zum Beispiel an ihrem nächtlichen Fernbleiben von der Hütte der Eltern deutlich wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung von Fouqués "Undine" ein, skizziert die Ausgangssituation des Naturwesens in der Menschenwelt und definiert das Ziel der Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen Natur und Zivilisation.

2. Die Sphäre der Natur: Dieses Kapitel analysiert die zwiespältige Darstellung der Natur als Lebensraum und Bedrohung, wobei Undine, Kühleborn und das Fischerehepaar als zentrale Repräsentanten für die natürliche Sphäre fungieren.

3. Die Sphäre der Zivilisation: Hier wird die Zivilisation als ein starres System von Konventionen beschrieben, wobei die Charaktere Bertalda und Huldbrand als Beispiele für die negativen Einflüsse gesellschaftlicher Zwänge dienen.

4. Die Beziehung zwischen den Sphären: Dieser Abschnitt beleuchtet das Scheitern der Verbindung zwischen Natur und Zivilisation anhand der Liebesbeziehung und der Unvereinbarkeit von elementarem Wesen und menschlicher Gesellschaftsstruktur.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht Fouqués gesellschaftskritische Absicht, die in der Parteinahme für die Natursphäre und der impliziten Verurteilung menschlicher Entfremdung gipfelt.

Schlüsselwörter

Undine, Friedrich de la Motte Fouqué, Natur, Zivilisation, Elementargeist, Huldbrand, Bertalda, gesellschaftliche Konventionen, Naturmythos, Entfremdung, Kunstmärchen, Romantik, Menschwerdung, Moral, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das zentrale Spannungsverhältnis zwischen der Welt der Natur und der Welt der Zivilisation im Märchen "Undine" von Friedrich de la Motte Fouqué.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die Themenfelder umfassen die Charakterisierung von Naturwesen, den Einfluss gesellschaftlicher Normen auf das Individuum und die moralische Gegenüberstellung von naturnaher Unschuld und zivilisierter Korruption.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu untersuchen, welches Bild Fouqué von den Sphären Natur und Zivilisation zeichnet und ob eine Intention zur Gesellschaftskritik erkennbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Arbeit nutzt eine textnahe Analyse und Interpretation der Charaktere, um deren Funktion als Repräsentanten der jeweiligen Sphären (Natur vs. Zivilisation) zu bestimmen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der Natursphäre, der Zivilisationssphäre sowie der Konfliktpunkte, die aus ihrer gegenseitigen Beziehung resultieren.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Natur, Zivilisation, Undine, Entfremdung, Gesellschaftskritik, Konventionen und moralische Überlegenheit.

Wie positioniert die Arbeit das Fischerehepaar im Vergleich zu den anderen Charakteren?

Das Fischerehepaar fungiert als Mittlerposition, da es zwar menschlich ist, aber durch die Abgeschiedenheit von der Gesellschaft seine natürliche Sittlichkeit bewahren konnte.

Warum scheitert die Beziehung zwischen Undine und Huldbrand laut der Analyse?

Das Scheitern wird als unausweichlich dargestellt, da Undine die starren gesellschaftlichen Regeln nicht durchschauen und Huldbrand sich diesen Werten nicht entziehen kann, was zur Entfremdung führt.

Welche Rolle spielt die Eitelkeit im Kontext der Figur Bertalda?

Bertaldas Eitelkeit und ihr Standesdünkel werden als Symptome der durch die Zivilisation korrumpierten Menschlichkeit gedeutet, die den Kontrast zu Undines Natürlichkeit schärfen.

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Details

Title
Zum Verhältnis von Natur und Zivilisation in Friedrich de la Motte Fouqués "Undine"
College
University of Trier  (Fachbereich II - Germanistik)
Course
Neuere deutsche Literaturwissenschaft - Proseminar III: Märchendichtung
Grade
1.0
Author
Julia Rauland (Author)
Publication Year
2005
Pages
17
Catalog Number
V45591
ISBN (eBook)
9783638429689
ISBN (Book)
9783638772891
Language
German
Tags
Verhältnis Natur Zivilisation Friedrich Motte Fouqués Undine Neuere Literaturwissenschaft Proseminar Märchendichtung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Rauland (Author), 2005, Zum Verhältnis von Natur und Zivilisation in Friedrich de la Motte Fouqués "Undine", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45591
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