Kurz- und mittelfristige Fremdfinanzierung


Referat (Ausarbeitung), 2004

32 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Einleitung

1. Möglichkeit zur Beschreibung von Fremdkapital
1.1. Finanzierungsformen
1.1.1. Übersicht der Finanzierungsformen
1.1.2. Warum müssen Unternehmen finanzieren?
1.1.3. Übersicht über die Einflussfaktoren des finanziellen Gleichgewichts:

2. Kapitalstrukturregeln / Bilanzstrukturregeln

3. Merkmale Fremdkapital zu Eigenkapital

4. Kreditwürdigkeit und Kreditbesicherung

5. Formen der kurzfristigen Fremdfinanzierung
5.1. Übersicht
5.2. Handelskredite
5.2.1. Lieferantenkredit
5.2.2. Kundenkredit
5.3. Bankkredite
5.3.1. Geldleihe
5.3.1.1. Kontokorrentkredit
5.3.1.2. Lombardkredit
5.3.1.3. Diskontkredit
5.4. Kreditleihe
5.4.1. Akzeptkredit
5.4.2. Avalkredit
5.5. Kredite im Außenhandel
5.5.1. Rembourskredit (mit Akzeptakkreditiv)
5.5.2. Negoziierungskredit
5.6. Sonderformen
5.6.1. Factoring
5.6.2. Forfaitierung

6. Berechnungsbeispiel

Verzeichnisse
Literaturverzeichnis
Sonstige Quellen

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung 1 Strukturierung Fremdkapital

Abbildung 2 Übersicht der Finanzierungsformen

Abbildung 3 Einflussfaktoren des finanziellen Gleichgewichtes

Abbildung 4 Darstellung der Besicherungsmöglichkeiten

Abbildung 5 Übersicht kurzfristige Fremdfinanzierungen

Abbildung 6 Zeitdiagramm für Skontodarstellung

Abbildung 7 Darstellung Grundformen der Wechselfinanzierung

Tabelle 1 Abgrenzung von Factoring und Forfaitierung

Hinweis:

Die vorstehenden Graphiken basieren auf allgemein zugänglichen Schaubildern, die für diese Arbeit aufgearbeitet worden sind.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einleitung

Unter Finanzierung ist grundsätzlich die Bereitstellung von Geld / Kapital zu verstehen. Finanzierungsentscheidungen sind eng mit Investitionsentscheidungen[1] verknüpft. Vor der Kreditvergabe erfolgt eine Prüfung der Kreditwürdigkeit (siehe auch unter 4.):

1) Rechtlicher Gesichtspunkt: Darf er einen Kredit aufnehmen?
2) Persönlich: Erscheint der Kreditnehmer als Person vertrauenswürdig, integer, zuverlässig? Erscheint es wahrscheinlich, dass der Kreditnehmer willens ist seinen Verpflichtungen nachzukommen?
3) Wirtschaftlich: Erscheint es wahrscheinlich, dass der Kreditnehmer in der Lage sein wird, seinen vertraglichen Verpflichtungen zu Zinszahlungen und Tilgungen nachzukommen? Ein Investor überlegt, ob die Rentabilität einer Investition höher ist, als die Kosten der Finanzierung. Das heißt, dass der Kapitalgeber genau prüft, ob der Fremdkapitalnehmer in der Lage sein wird, den daraus resultierenden Verpflichtungen nachzukommen.
4) Möglichkeit der Finanzierung. Welche Finanzierung ist machbar?

Merkmale der Finanzierung mit Fremdkapital:

Bei der Fremdfinanzierung fließen, im Gegensatz zur Eigenfinanzierung, dem Unternehmen Finanzmittel von außen hin zu. Die Mittel kommen von Unternehmensfremden. Das heißt, es wird Fremdkapital bei einer Unternehmung berührt. Es entsteht die Verpflichtung das Geld zurückzuzahlen, wodurch Gläubigerrechte entstehen (z.B. Zins- u. Tilgungsanspruch).

Beispiel :

Inanspruchnahme eines Lieferantenkredites oder Bankkredites, Emission von Schuldtiteln usw.

Die verschiedenen Kreditformen lassen sich nach unterschiedlichen Kriterien unterscheiden:

- nach der Kapitalherkunft (z.B. Lieferanten- oder Bankkredit)
- nach juristischen Merkmalen (z.B. Form der Sicherung: sach- oder schuldrechtlich)
- nach dem Gegenstand der Übertragung (Sachkredit, Geldkredit, Kreditleihe)
- nach der Fristigkeit des Kapitals

Merkmale der kurzfristigen Fremdfinanzierung:

Anhand der Dauer der Kreditüberlassung wird die Fremdfinanzierung in kurz-, mittel- und langfristig eingeteilt:

- kurzfristige Kredite haben i.d.R. eine Laufzeit von bis zu einem Jahr
- mittelfristige Kredite von über einem Jahr bis zu vier Jahren
- langfristige Kredite über vier Jahre.

Die Grenzen zwischen den einzelnen Unterteilungen sind jedoch fließend.

Kurzfristige Fremdfinanzierung ist die Zuführung von Fremdkapital, dessen Verfügbarkeit im Unternehmen zumeist ein Jahr nicht übersteigt. Unabhängig davon werden Warenkredite aller Art der kurzfristigen Fremdfinanzierung zugerechnet.

1.1. Möglichkeit zur Beschreibung von Fremdkapital

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Strukturierung Fremdkapital[2]

1.2. Finanzierungsformen

1.2.1. Übersicht der Finanzierungsformen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Übersicht der Finanzierungsformen

1.2.2. Warum müssen Unternehmen finanzieren?

Um die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens zu gewährleisten, bzw. das strukturelle finanzwirtschaftliche Gleichgewicht zu wahren, setzt es voraus, dass mindestens alle langfristigen Erträge die Aufwendungen decken, bzw. die Rentabilitätssituation des Unternehmens erfasst wird.

Dass heißt, dass die Fähigkeit eines Unternehmens, seinen Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen zu können, für das Unternehmen die Vorraussetzung ist zu überleben!

Beispiel:

Ein Unternehmen ist langfristig rentabel, hat aber kurzfristig eine Deckungslücke. Daraus entsteht ein Finanzierungsbedarf.

Aussagekräftig dafür ist die Liquidität des Unternehmens, welche besagt, ob das Unternehmen die Fähigkeit besitzt, jederzeit „zwingend fällige Verbindlichkeiten“[3] uneingeschränkt erfüllen kann.

Demnach ist Liquidität die Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens. Weiter noch lassen sich in der Literatur vier Definitionsmöglichkeiten auffinden, die sich im Wesentlichen aus folgendem zusammensetzen[4]:

(1) Liquidität als positiver Zahlungsmittelbestand;
(2) Liquidität als Deckungsverhältnis von Vermögensobjekten zur Rückverwandlung in Geld (Liquidierbarkeit);
(3) Liquidität als Eigenschaft von Wirtschaftssubjekten, ihren Zahlungsverpflichtungen bei Aufforderung in jedem Zeitpunkt nachkommen zu können;
(4) Liquidität als Deckungsverhältnis von Vermögensteilen zu Verbindlichkeiten (Liquiditätsgrade, siehe Auflistung weiter unten).

Beim Liquiditätsbegriff, welcher sich auf das Deckungsverhältnis von kurzfristigen Vermögensteilen zu kurzfristigen Verbindlichkeiten beruft, wird die Zahlungsfähigkeit als Beziehungsverhältnis angesehen. Dadurch können verschiedene Grade der Liquidität unterschieden werden, da variable Teile des kurzfristigen Vermögens in die Betrachtung mit einbezogen werden können.

Die Kennzahlen der Liquidität haben einen formalen Charakter und sind insofern wichtig, als dass ein Unternehmen anhand der Grade von Außenstehenden bewertet wird. Für die interne Unternehmenssteuerung sind sie allerdings nicht ausreichend.

1.2.3. Übersicht über die Einflussfaktoren des finanziellen Gleichgewichts:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 Einflussfaktoren des finanziellen Gleichgewichtes[5]

Kennzahlen der dispositiven Liquidität:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Kapitalstrukturregeln / Bilanzstrukturregeln

Kennzahlen der strukturellen Liquidität:

Die strukturelle Liquidität – dargestellt durch Kapitalstrukturregeln – soll Auskunft über die langfristige Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens geben. Die vertikale Finanzierungsregel zielt auf das Verhältnis von Eigen- zu Fremdkapital, wobei allgemein gilt:[6]

Eigenkapital zu Fremdkapital = 1 : 1 (erstrebenswert)

Eigenkapital zu Fremdkapital = 1 : 2 (solide)

Eigenkapital zu Fremdkapital = 1 : 3 (noch zulässig)

Die horizontale Finanzierungsregel hingegen zielt auf die Fristenkongruenz ab. Die generelle Forderung, dass langfristiges Vermögen langfristig und kurzfristiges Vermögen kurzfristig finanziert werden sollte („Goldene Bankregel“), wird durch die „Goldene Bilanzierungsregel“ konkretisiert.

Eigenkapital > Analagevermögen

Eigenkapital + langfr. Fremdkapital > Anlagevermögen + langfr. Umlaufvermögen

Die Eignung von Kennzahlen der strukturellen Liquidität zur Beurteilung der zukünftigen Zahlungsfähigkeit ist zweifelhaft. Die Einhaltung der Finanzierungsregeln garantiert nicht die Zahlungsfähigkeit. Umgekehrt kann ein Unternehmen trotz einer Umgehung dieser „Spielregeln der Kreditierung“[7] im Einzelfall zahlungsfähig bleiben, wenn Anschlussfinanzierungen möglich sind.[8] Dennoch haben Kapitalstrukturregeln u.a. für die Kreditwürdigkeitsprüfung ebenfalls einen normativen Charakter. Eine Missachtung dieser Größen könnte gerade für junge Unternehmen Konsequenzen,[9] wie z.B. Herabsetzung der Kreditlinie, vorzeitige Kündigung eines Kredites bzw. verschlechterte Verhandlungsbasis mit Banken, zur Folge haben. Immerhin werden Verhandlungen mit Banken vom Gründer als bedeutende Belastungsfaktoren wahrgenommen.[10]

3. Merkmale Fremdkapital zu Eigenkapital

Nominalanspruch:

Im Gegensatz zum Eigenkapital hat der Gläubiger den Anspruch auf Rückzahlung des Nominalwertes des Darlehens.

Fester Zinsanspruch:

Im Gegensatz zum Eigenkapital hat der Gläubiger unabhängig von der Erfolgslage des Unternehmens Anspruch auf einen festen Zinsanspruch.

Fristigkeit:

Im Gegensatz zum Eigenkapital steht das Fremdkapital einem Unternehmen in der Regel nur befristet zur Verfügung. Es werden feste Tilgungs- und Rückzahlungsmodalitäten vereinbart.

Keine Haftung:

Im Gegensatz zum Eigenkapital ist der Gläubiger ist lediglich Haftungsberechtigter.

Keine Leitung / formalen Entscheidungsrechte:

Im Gegensatz zum Eigenkapital hat der Gläubiger grundsätzlich keinen Einfluss auf die Führung der Unternehmung.

Zinsen sind Betriebsausgaben:

Sie sind als solche steuerlich abzugsfähig und mindern das „steuerpflichtige Einkommen“.

Voraussetzungen:

Kreditsicherheit und Kreditwürdigkeit.

[...]


[1] Unter einer Investition ist die Umwandlung von Geldvermögen in Sachvermögen zu verstehen, wobei auch immaterielle Vermögenswerte Gegenstand einer Investition sein können. Vgl. Wall, F.: „Planungs- und Kontrollsysteme: informationstechnische Perspektiven für das Controlling“, Gabler Verlag, Wiesbaden (1999), S. 170.

[2] Quelle: Dr. Dr. Ann-Kristin Achleitner, EUROPEAN BUSINESS SCHOOL Schloss Reichartshausen, MBA-Vorlesung: Finanzierung, 08.01.2002

[3] Perridon, L. und Steiner, M., Finanzwirtschaft d. Unternehmung, 10. Auflage, S. 6,

[4] Perridon, L. und Steiner, M., Finanzwirtschaft d. Unternehmung, 10. Auflage, S. 9

[5] Quelle: Perridon, L. / Steiner, M.: „Finanzwirtschaft der Unternehmung“, 10. Auflage, Verlag Franz Vahlen, München (1999), S. 521.

[6] Vgl. Wöhe, G., G.: „Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre“, 21. Auflage, Verlag Franz Vahlen München (2002), S. 745.

[7] Perridon, L. und Steiner, M., a.a.O., S. 532.

[8] Vgl. Wöhe, G., a.a.O., S. 748 f.

[9] Für die Rechtsform einer GmbH – und damit auch für den Gründer persönlich – ergibt sich die Bedeutung der vorstehenden Kennzahlen aus § 64 GmbHG (1) HGB. Demnach hat der Geschäftsführer „ohne schuldhaftes Zögern“, spätestens nach drei Wochen, bei Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu beantragen. Eine Missachtung des finanziellen Gleichgewichtes hat u.U. im Falle einer Insolvenz für den Geschäftsführer persönlich rechtliche Konsequenzen.

[10] Vgl. Lang von Wins, Th. / Leiner, R. / von Rosenstiel, L. / Schmude, J. „Aufgaben und ihre Bewältigung in der Vorgründungs-, Gründungs- und Nachgründungsphase“, in: Schmude, J. / Leiner, R. (Hrsg.): Unternehmensgründungen – Interdisziplinäre Beiträge zum Entrepreneurship Research, Physica-Verlag Berlin (2001), Seiten 97 – 137, S. 128 f.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Kurz- und mittelfristige Fremdfinanzierung
Veranstaltung
Vorlesung
Note
1,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
32
Katalognummer
V45601
ISBN (eBook)
9783638429740
Dateigröße
603 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kurz-, Fremdfinanzierung, Vorlesung
Arbeit zitieren
Caroline Braitinger (Autor), 2004, Kurz- und mittelfristige Fremdfinanzierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45601

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