Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung

Eine Zusammenfassung


Hausarbeit, 2017
16 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung
2.1 Rahmengrundsätze
2.1.1 Rahmengrundsatz der Richtigkeit
2.1.2 Rahmengrundsatz der Vergleichbarkeit
2.1.3 Rahmengrundsatz der Klarheit und Übersichtlichkeit
2.1.4 Rahmengrundsätze der Vollständigkeit
2.1.4.1 Bilanzstichtag
2.1.4.2 Periodisierung
2.1.5 Rahmengrundsatz der Wirtschaftlichkeit
2.2 Dokumentationsgrundsätze
2.2.1 systematischer Aufbau
2.2.2 Beleggrundsatz und Einzelerfassung
2.2.3 Einhalten der Aufbewahrungs- und Aufstellungsfristen
2.2.4 Sicherung der Zuverlässigkeit und Ordnungsmäßigkeit
2.2.5 Dokumentation und Sicherung des IÜS
2.3 Ansatzgrundsätze in der Bilanz
2.4 Systemgrundsätze
2.4.1 Unternehmensfortführung
2.4.2 Pagatorik
2.4.3 Einzelbewertung
2.5 Abgrenzungsgrundsätze
2.5.1 Vorsichtsprinzip
2.5.2 Realisationsprinzip
2.5.3 Imparitätsprinzip

3 Konsequenzen bei Nichteinhaltung der GoB

4 Fazit

1 Einführung

Diese Arbeit befasst sich mit den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung.

Die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung, kurz GoB, spielen eine zentrale Rolle in der Gestaltung von Buchführung und Bilanzierung einer Unternehmung. Der Gesetzgeber stellt durch Diese bestimmte Ansprüche an das Rechnungswesen, daher sollten die GoB jedem Buchhalter und Mitarbeiter in diesem Bereich bekannt sein und nach bestem Gewissen umgesetzt werden.

Diese Arbeit soll einen Überblick über den Umfang der GoB schaffen und die Konsequenzen bei Nichteinhaltung dieser übersichtlich darstellen und erklären. Abschließend folgt eine Einschätzung bezüglich der zukünftigen Entwicklung der GoB und der Gerechtigkeit bei der Bewertung von Buchführung und Bilanz seitens der Finanzverwaltung.

2 Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung

Als Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sind alle für die Buchführung und Bilanzierung geltenden Regelungen nach dem Handelsrecht zu bezeichnen. Demnach ist sowohl die Buchführung (§ 239 HGB) als auch der Jahresabschluss (§ 243 (1) HGB) "nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung aufzustellen"1. Die Definition des Begriffs der GoB ist im Gesetz nicht zu finden und stellt demnach einen „unbestimmten Rechtsbegriff“2 dar, zusätzlich ist der Umfang der GoB nicht ohne weiteres bestimmbar. konkretisiert wird der Begriff durch Praxis, Theorie und Rechtsprechung. Mittlerweile ist ein Großteil der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung im HGB kodifiziert, der restliche Teil ist aber teilweise sehr stark von der Auslegung des Anwenders abhängig, wobei es sich „nicht etwa um eine Gesetzteslücke, [ ]vielmehr handelt es sich um einen planvollen Verweis des Gesetzgebers“3. Dies ermöglicht eine hohe Flexibilität, sodass die Buchführung und der Jahresabschluss auch bei neunen Entwicklungen in der Wirtschaft weiterhin den GoB entsprechen.

Das verbreitete System der GoB nach Beatge bildet die Grundlage für die folgende detaillierte Erläuterung der einzelnen Gruppen inklusive deren Untergruppen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4 „Das System der handelsrechtlichen GoB als Ergebnis und Grundlage der Zwecke von Buchführung und Jahresabschluss“

2.1 Rahmengrundsätze

Die Rahmenbedingungen legen Anforderungen fest, die für einen aussagekräftigen Jahresabschluss notwendig sind, damit bilden diese die Grundvoraussetzung einer jeden Buchführung.

2.1.1 Rahmengrundsatz der Richtigkeit

Nach § 239 (2) HGB ist jede Buchführung "vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet" zu führen. Entscheidend ist hierbei, dass trotz den verschiedensten, nach dem Gesetz festgelegten Wahlrechten und Schätzungen, die Buchführung „intersubjektiv nachprüfbar“5 bleibt. Die von Beatge genannten Grundsätze der Objektivität und der Willkürfreiheit werden durch eine realistische und zutreffende Darstellung der tatsächlichen Umstände im Unternehmen im Jahresabschluss eingehalten. Hierbei ist zu beachten, dass erlaubte Schätzungen sachgerecht durchzuführen sind.

2.1.2 Rahmengrundsatz der Vergleichbarkeit

Dieser Grundsatz unterteilt sich erneut in zwei Teile - Stetigkeit und Erläuterung von Unstetigkeit.

Grundsätzlich ist soll jeder Jahresabschluss eines Unternehmens mit einem willkürlich gewählten, anderen Jahresabschluss vergleichbar sein. Um diese Vergleichbarkeit zu gewährleisten, sind vor allem die Stetigkeit in der Bewertung (§ 252 (1) Nr. 6 HGB) und dem Ansatz (§ 246 (3) HGB) entscheidend. Durch die geforderte Erläuterung von Unstetigkeit gem. §284 (2) Nr. 3 HGB wird gewährleistet, dass Veränderungen in der Bilanz gegenüber der Vorjahre erläutert wird. Die Pflicht zur Erläuterungen wird „nur von Kapitalgesellschaften und haftungsbeschränkten Personengesellschaften verlangt“6.

2.1.3 Rahmengrundsatz der Klarheit und Übersichtlichkeit

Dieser Grundsatz ist im § 243 (2) HGB geregelt. Durch diese Norm wird gewährleistet, dass die Buchführung und der daraus resultierende Jahresabschluss, in einer verständlichen und gegliederten Form dargestellt werden und daher "so beschaffen [ist], dass sie einem sachverständigen Dritten innerhalb angemessener Zeit einen Überblick über die Geschäftsvorfälle und über die Lage des Unternehmens vermitteln kann"7. Um die Übersichtlichkeit zu gewährleisten, ist zusätzlich das Saldierungsverbot (§ 246 (2) HGB) einzuhalten, wodurch die Verrechnung von Aktiv- und Passivposten miteinander verhindert wird. Zusätzlich halte ich den § 146 Abs. 1 AO, als Ordnungsgrundsatz für entscheidend um die Klarheit und Übersichtlichkeit gewährleisten zu können.

2.1.4 Rahmengrundsätze der Vollständigkeit

Nach dem § 246 (1) HGB sind sämtliche, für den Jahresabschluss und die GuV relevanten Fakten des Geschäftsjahres zu berücksichtigen. Ergänzt wird der Grundsatz der Vollständigkeit durch das im Folgenden erklärte Bilanzstichtagsprinzip und das Periodisierungsprinzip.

2.1.4.1 Bilanzstichtag

Alle Vorgänge des Unternehmens sind bis zur Erstellung des Jahresabschlusses zu buchen. Entscheidend ist hierbei die Berücksichtigung aller relevanten Vorgänge bis zum Bilanzstichtag. Nach § 252 (1) Nr. 4 HGB, "sind alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, [auch wenn sie erst zwischen dem Bilanzstichtag und der Erstellung des Jahresabschlusses liegen], die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, zu berücksichtigen". Somit bilden die sogenannten wertaufhellenden Ereignisse, welche vor dem Bilanzstichtag eintreten, aber erst zwischen dem Bilanzstichtag und der Abschlusserstellung bekannt werden, eine Ausnahme.

2.1.4.2 Periodisierung

"Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahres [sind] unabhängig von den Zeitpunkten der entsprechenden Zahlung im Jahresabschluss zu berücksichtigen, Aufwendungen und Erträge sind nach dem Periodisierungsprinzip dem Geschäftsjahr zuzuordnen, in dem sie entstanden sind"8. Dadurch wird die Vollständigkeit des Jahresabschlusses und auch die Einhaltung des Bilanzstichtags Grundsatzes zusätzlich sichergestellt. Eine komplette

Trennung von Vollständigkeit, Bilanzstichtag und Periodisierung ist nicht möglich, da diese Grundsätze sich gegenseitig implementieren.

2.1.5 Rahmengrundsatz der Wirtschaftlichkeit

Der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit gehört zu den nicht kodifizierten Normen. Hierbei soll es für bestimmte Geschäftsvorfälle Erleichterungen geben um die Wirtschaftlichkeit einer Unternehmung, beim hohen Aufwand der Bereitstellung von unnötig genauen Informationen nicht zu gefährden. Ein Beispiel hierfür sind "größenabhängige Erleichterungen"9 für kleine und mittelgroße Kapitalgesellschaften.

2.2 Dokumentationsgrundsätze

Diese Grundsätze regeln den Aufbau der Buchführung und das Vorgehen bei der Durchführung der Jahresabschlussaufstellung. Aus Vereinfachungsgründen werden im Folgenden nur einzelne, zentrale Grundsätze aus dieser Gruppe erläutert, da viele bereits durch den Punkt 2.1 ausreichend erläutert wurden.

2.2.1 systematischer Aufbau

Die Buchführung ist anhand eines gängigen Kontenplans aufzustellen, dieser ermöglicht zugleich die Einhaltung des Rahmengrundsätze der Klarheit und Übersichtlichkeit. Durch die korrekte Buchung auf mit einem systematischen Kontenplan wird der Buchführung eine gewisse Struktur und Nachvollziehbarkeit verliehen.

2.2.2 Beleggrundsatz und Einzelerfassung

In der Buchführung gilt der Grundsatz "keine Buchung ohne Beleg"10, demnach ist grundsätzlich jeder Buchung eine Rechnung, Quittung, ein Kontoauszug oder gegebenenfalls ein selbstangefertigter Eigenbeleg zu Grunde zu legen. Durch die einzelne Erfassung der jeweiligen Belege wird die Nachvollziehbarkeit der Buchung gewährleistet und somit der Möglichkeit der Verfolgung nach § 238 (1) S. 3 HGB entsprochen. Die Einzelerfassung ist abzugrenzen von dem Systemgrundsatz der Einzelbewertung, welcher auf den folgenden Seiten behandelt werden wird.

[...]


1 Handelsgesetzbuch § 243 Abs. 1

2 3 Beatge/Kirsch/Thiele „Bilanzen“ 13. Auflage S. 111

4 Beatge/Kirsch/Thiele „Bilanzen“ 13. Auflage S. 150

5 Beatge/Kirsch/Thiele „Bilanzen“ 13. Auflage, S. 123

6 Beatge7kirsch/Thiele „Bilanzen“ 13. Auflage, S. 126

7 Mustermann & Partner Steuerberater - GoB - Überblick über die Geschäftslage http://www.steuerlex24.de/demoseite/information_rechnungswesen-lexikon/index/xid/504258,0

8 Gerhard Scherrer „Rechnungslegung nach neuem HGB“ 3. Auflage, S. 18

9 Handelsgesetzbuch § 288

10 Gabler Wirtschaftslexikon, Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung (GoB), III. Abs. 3 http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/grundsaetze-ordnungsmaessiger-buchfuehrung-gob.html

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung
Untertitel
Eine Zusammenfassung
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, München früher Fachhochschule
Note
1,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
16
Katalognummer
V456234
ISBN (eBook)
9783668867260
ISBN (Buch)
9783668867277
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Buchführung, GoBs, GoB, Zusammenfassung, Überblick, Grundsätze, HGB, Steuern, Betreibsprüfung, Compliance
Arbeit zitieren
Oliver Zeidler (Autor), 2017, Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/456234

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