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Konflikte in Briefen - Die Funktion des Briefwechsels für die Liebesbeziehung Marieluise Fleißers mit Hellmut Draws-Tychsen

Title: Konflikte in Briefen - Die Funktion des Briefwechsels für die Liebesbeziehung Marieluise Fleißers mit Hellmut Draws-Tychsen

Term Paper , 2004 , 20 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Janine Dahlweid (Author)

German Studies - Modern German Literature
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In dem Aufsatz „Zur Geschichtlichkeit des Liebesbriefs. Eine dissonante Dokumentation aus dem Jahre 1930“ beschäftigt sich Anke Bennholdt-Thomsen mit der Bedeutung des Briefes nach dem Aufkommen neuer Kommunikationsmedien (Telegramm, Telefon) zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Da zahlreiche Briefwechsel in dieser Zeit belegen, dass der Brief entgegen anderer Behauptungen nicht verdrängt wurde, „muß ihm“ - so Bennholdt-Thomsen - „im Rahmen der menschlichen Kommunikationsformen ein neuer Stellenwert zugekommen sein, der seinen Inhalt und seine Form betrifft.“ Ihre Untersuchung gründet auf einer Reihe von Liebesbriefen, die am 25. Dezember 1930 im „Berliner Tageblatt“ veröffentlicht wurden. Die Redaktion hatte einige deutsche Schriftstellerinnen und Schriftsteller zu dem Beweis aufgefordert, dass die Fähigkeit zum Schreiben von Briefen, insbesondere von Liebesbriefen, noch vorhanden ist. Dass die Redaktion mit dem Ergebnis zwar zufrieden, aber davon überrascht gewesen ist, kommt laut Bennholdt-Thomsen durch ihre Einschätzung der Briefe als „zeitgenössisch“ zum Ausdruck. Aus dieser Reaktion schließt sie, dass die Redaktion die Briefe als Abweichung vom herkömmlichen Liebesbrief wahrgenommen hat, denn erwartet wurde offensichtlich der klassische Werbungsbrief, in dem die Liebesgefühle der Liebenden ausgedrückt werden. Der Frage nach dem Charakter des Kriteriums „zeitgenössisch“ sowie der Frage nach dem Wandel der Liebe und des Liebesbriefes geht Bennholdt-Thomsen in ihrer Analyse der eingeschickten Briefe von Joe Lederer, Robert Walser, Marieluise Fleißer, Robert Musil, Manfred Hausmann, Joachim Ringelnatz, Erich Kästner und Ilse Faber nach.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Phasen der Beziehung und des Briefwechsels

3. Liebeskonzept

4. Trennung und Distanzierung

5. Endgültiger Bruch

6. Resümee

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit untersucht die Funktion der schriftlichen Korrespondenz innerhalb der konfliktreichen Liebesbeziehung zwischen Marieluise Fleißer und Hellmut Draws-Tychsen. Ziel ist es zu analysieren, wie briefliche Kommunikation zur Reflexion, Distanzierung und Selbstbehauptung innerhalb einer krisengefährdeten Partnerschaft eingesetzt wurde.

  • Analyse der Liebesbriefe als Medium zur Konfliktbewältigung und Reflexion.
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen räumlicher Distanz und emotionaler Nähe.
  • Hinterfragung geschlechtsspezifischer Rollenbilder im Briefverkehr der 1930er Jahre.
  • Prüfung der These von Anke Bennholdt-Thomsen an Hand eines realen Briefwechsels.
  • Erarbeitung der Bedeutung von Distanz für die individuelle Emanzipation der Autorin.

Auszug aus dem Buch

3. Liebeskonzept

Der im „Berliner Tageblatt“ veröffentlichte Brief vom 25. Dezember 1930 verrät zwar deutlich, dass er zum Zwecke der Publikation verfasst wurde, denn er gibt einen wohl überlegten Aufbau zu erkennen, der sich in anderen Briefen von Fleißer nicht in der Form feststellen lässt. Außerdem verfügt er über eine literarische Sprache, die geprägt ist von Beschreibungen sinnlicher Eindrücke und ihrer Gefühle, die ihrer sonstigen Alltagskommunikation fern stehen. Zweifellos gehört er auch zum literarischen Schaffen der Schriftstellerin.

Trotzdem spiegelt er die konfliktbeladene Liebesbeziehung zu Draws-Tychsen wider, denn zum einen bildet die Reflexion über die Beziehung inhaltliche Parallelen zu ‘realen’ Briefen an Draws-Tychsen, zum anderen entspricht die beschriebene räumliche Situation den Gegebenheiten der gemeinsamen Wohnung in der Barfußgasse 7. Beide haben nämlich ihr eigenes möbliertes Zimmer. Zudem spricht sie den Adressaten des Briefes mit „Lieber D...!“ an, was sich mit der Anrede in den sonstigen Briefen an Draws-Tychsen, die meistens „Lieber Draws!“ lautet, deckt. Da Marieluise Fleißer diesen Brief als Liebesbrief an die Redaktion des „Berliner Tageblattes“ schickt, lässt sich darin ihre Auffassung der Liebe in der Beziehung zu Draws-Tychsen ablesen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Forschungsgrundlage basierend auf Anke Bennholdt-Thomsen und Einführung in die Analyse des konkreten Briefwechsels zwischen Fleißer und Draws-Tychsen.

2. Phasen der Beziehung und des Briefwechsels: Überblick über die biografischen Stationen der Liebesbeziehung von 1929 bis 1935 und die chronologische Einordnung der Korrespondenz.

3. Liebeskonzept: Untersuchung des publizierten Liebesbriefs vom 25. Dezember 1930 als Ausdruck von Fleißers Verständnis von Liebe, Differenz und christlicher Metaphorik.

4. Trennung und Distanzierung: Analyse der Phase nach Fleißers Umzug nach Ingolstadt, in der sie die räumliche Trennung zur bewussten Reflexion und Selbstbehauptung nutzt.

5. Endgültiger Bruch: Untersuchung der Phase ab August 1933, in der die Versuche von Draws-Tychsen, Druck auf Fleißer auszuüben, zum endgültigen Scheitern der Beziehung führen.

6. Resümee: Zusammenfassende Bestätigung der Thesen zur Brief-Funktion und Reflexion über die Möglichkeiten und Grenzen des Mediums in krisenhaften Beziehungen.

Schlüsselwörter

Marieluise Fleißer, Hellmut Draws-Tychsen, Liebesbrief, Korrespondenz, Liebesbeziehung, Distanzierung, Emanzipation, Krisenbewältigung, Anke Bennholdt-Thomsen, Briefanalyse, Rollenverständnis, 1930er Jahre, Konfliktbewältigung, literarischer Brief, Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Funktion von Briefen als Kommunikationsmittel in der schwierigen Liebesbeziehung zwischen der Schriftstellerin Marieluise Fleißer und Hellmut Draws-Tychsen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Rolle der schriftlichen Kommunikation in Krisenzeiten, der Einfluss räumlicher Distanz auf Liebesbeziehungen und der Kampf um Selbstbehauptung und Emanzipation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu analysieren, ob und wie der Briefwechsel produktiv genutzt wurde, um Konflikte zu reflektieren und Entscheidungen für den eigenen Lebensweg zu treffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Analyse, die den Briefwechsel in biografische Phasen einteilt und die Thesen von Anke Bennholdt-Thomsen auf die vorliegenden Primärquellen anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt das Liebeskonzept Fleißers, die Dynamik der Trennungsphase sowie den finalen Bruch durch den Versuch von Draws-Tychsen, Fleißer durch das Medium Brief zu dominieren.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Liebeskonzept, Distanzierung, Selbstbehauptung, Brief-Reflexion und geschlechtsspezifische Rollenverteilung.

Welche Rolle spielt Gott in Fleißers Briefen?

Fleißer nutzt religiöse Metaphern, um der Leidvollen Beziehung einen höheren Sinn, wie die Veredelung des Charakters und Prüfung, zuzuschreiben, was als Strategie zur Konfliktbewältigung gedeutet wird.

Warum wird der Briefwechsel als "Medium des Konflikts" diskutiert?

Weil der Brief ermöglicht, komplexe Gedanken zu strukturieren und dem Partner aus der Distanz zu begegnen, ohne sofort durch unmittelbare, emotionale Reaktionen unterbrochen zu werden.

Wie unterscheidet sich Draws-Tychsens Schreibstil von dem Fleißers?

Während Fleißer sachlich und reflektiert argumentiert, nutzt Draws-Tychsen Briefe vermehrt als Druckmittel, beleidigend und undifferenziert, um Fleißer gefügig zu machen.

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Details

Title
Konflikte in Briefen - Die Funktion des Briefwechsels für die Liebesbeziehung Marieluise Fleißers mit Hellmut Draws-Tychsen
College
Free University of Berlin  (Deutsche Philologie)
Course
Paar-Briefe / Brief-Paare
Grade
1,7
Author
Janine Dahlweid (Author)
Publication Year
2004
Pages
20
Catalog Number
V45629
ISBN (eBook)
9783638430005
Language
German
Tags
Konflikte Briefen Funktion Briefwechsels Liebesbeziehung Marieluise Fleißers Hellmut Draws-Tychsen Paar-Briefe Brief-Paare
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janine Dahlweid (Author), 2004, Konflikte in Briefen - Die Funktion des Briefwechsels für die Liebesbeziehung Marieluise Fleißers mit Hellmut Draws-Tychsen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45629
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