In der heutigen Zeit gehört der Apostroph zu einem Thema in der deutschen Sprache, welches ständig neu aufgegriffen wird und in das Diskussionszentrum der Gesellschaft hinein getragen wird. Allein in Zeitschriften und Diskussionsforen findet man eine Vielzahl an Beiträgen, Publikationen und Kommentare über den Apostroph und seine Verwendung. Auch in der Öffentlichkeit trifft man oftmals auf den Apostroph, unter anderem bei Besitzrelationen, wie beispielsweise Petra’s Friseurladen oder Lisa’s Fotostudio.
Diese Apostrophsetzung, auch Genitiv-Apostroph genannt, steht immens in der Kritik der Sprache. Nicht immer ist die Nutzung des Apostrophs einer Genitivkonstruktion legitim und korrekt, sodass man das Phänomen der Apostrophsetzung im Genitiv als sprachlichen Zweifelsfall beschreiben könnte, da es bestimmte Regeln einzuhalten gilt.
In dieser empirischen Arbeit möchte ich mich mit eben diesem Apostroph bei Genitivformen von Eigennamen auseinandersetzen. Die Fragestellung, ob sich die Akzeptanz der korrekten Apostrophsetzung zwischen Studenten im ersten und letzten Semester (positiv) verändert, soll dabei beantwortet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund – Der Apostroph
2.1 Der Genitiv-Apostroph bei Eigennamen
2.2 Normsetzung
3. Entwickelte Fragestellung
4. Hypothesen
5. Methode
6. Datenerfassung und Analyse der Ergebnisse
7. Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Akzeptanz und korrekte Verwendung des Genitiv-Apostrophs bei Eigennamen im deutschen Sprachraum durch einen Vergleich zwischen Bachelor- und Masterstudierenden. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, ob ein höheres akademisches Ausbildungsniveau mit einer sichereren Anwendung der komplexen Regelungen zur Apostrophsetzung korreliert.
- Historische Entwicklung und grammatische Funktion des Apostrophs
- Die aktuelle Normsetzung nach dem Rat für deutsche Rechtschreibung
- Empirische Untersuchung der Akzeptanzurteile mittels Fragebogen
- Vergleich der Fehleranfälligkeit bei Eigennamen mit und ohne s-Laut
- Analyse der Überkorrektur-Tendenzen bei fortgeschrittenen Studierenden
Auszug aus dem Buch
2.1 Der Genitiv-Apostroph bei Eigennamen
Seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts begann die Nutzung des Apostrophs als Genitivapostroph bei Eigennamen in dem deutschen Sprachraum (vgl. Nübling 2014: 103), doch entwickelten sich im 19. Jahrhundert auch Genitiv-Apostrophe im Bereich der Toponyme und Appellative. Auch bei Pluralflexiven wurde begonnen, den Apostroph als Grenze zum Wortstamm zu nutzen (vgl. ebd.). Ebenfalls begann sich zu dieser Zeit auch der Derivationsapostroph bei -sch-Derivaten zu manifestieren (beispielsweise Grimm’sche Märchen) (vgl. Scherer 2013: 78f.).
Bereits im 18. Jahrhundert machte der Germanist Johann Christoph Adelung den Vorschlag, den Apostroph bei einem Genitiv-s nach einem finalen gespannten Vollvokal zu setzen, um so eine Verhinderung der falschen Betonung auf der Endsilbe zu gewährleisten (vgl. Scherer 2013: 78). Doch diese aufgestellte Regel von den großen zeitgenössischen Grammatikern, wie Grimm oder Duden, abgelehnt (vgl. Nübling 2014: 104) und auch die Rechtschreibkommission der ersten Orthographischen Konferenz im Jahre 1876 verbannte Adelungs Regelvorschlag (vgl. Scherer 2013: 79). Trotz dessen etablierten sich die Apostrophe bei Eigennamen in Texten des 18. und 19. Jahrhunderts von großen Autoren, wie beispielsweise Humboldt und Schiller (vgl. Nübling 2014: 104).
Ganz allgemein zeigt sich, dass das Phänomen der Nutzung des Apostrophs bei Eigennamen im Genitiv nicht erst seit kurzer Zeit aufgetaucht ist, sondern seine Wurzeln tief in der Vergangenheit verankert hat (vgl. ebd.: 103). Dichter, wie beispielsweise Opitz, setzten den Grundstein für das Aufkommen von Genitiv-Apostrophen, denn „[...] einsilbige Formen wie
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Apostrophsetzung bei Eigennamen ein und definiert das Ziel der empirischen Untersuchung.
2. Theoretischer Hintergrund – Der Apostroph: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung des Apostrophs sowie die grammatischen Grundlagen seiner Verwendung.
2.1 Der Genitiv-Apostroph bei Eigennamen: Hier wird der historische Gebrauch und die Entwicklung des Apostrophs spezifisch bei Eigennamen im Genitiv erörtert.
2.2 Normsetzung: Dieses Kapitel erläutert die aktuell gültigen Rechtschreibregeln gemäß dem Regelwerk des Rates für deutsche Rechtschreibung.
3. Entwickelte Fragestellung: Das Kapitel definiert das Forschungsinteresse hinsichtlich der Kompetenzunterschiede zwischen Studienanfängern und Masterstudierenden.
4. Hypothesen: Hier werden die Erwartungen an das Testergebnis bezüglich Wissenszuwachs und Überkorrektur formuliert.
5. Methode: Das Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen, insbesondere die Erstellung und Zielsetzung des verwendeten Fragebogens.
6. Datenerfassung und Analyse der Ergebnisse: Hier erfolgt die deskriptive Darstellung der erhobenen Daten aus den verschiedenen Probandengruppen.
7. Diskussion: Das abschließende Kapitel interpretiert die Ergebnisse im Hinblick auf die aufgestellten Hypothesen.
Schlüsselwörter
Apostroph, Genitiv-Apostroph, Eigennamen, Rechtschreibung, Sprachwissenschaft, Empirie, Überkorrektur, Normsetzung, Grammatik, Sprachbewusstsein, Bachelorstudium, Masterstudium, Fehleranalyse, morphologische Ebene, Genitivflexion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der korrekten Verwendung des Apostrophs bei Eigennamen im Genitiv und untersucht, wie Studierende unterschiedlicher Fachsemester diese Regeln wahrnehmen und anwenden.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung des Apostrophs, den aktuellen orthografischen Normen und der empirischen Überprüfung der Anwendungspraxis durch Studierende.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob fortgeschrittene Studierende (Master) eine höhere Kompetenz bei der korrekten Apostrophsetzung aufweisen als Studienanfänger (Bachelor) oder ob bei ihnen Anzeichen einer Überkorrektur vorliegen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Es wurde eine quantitative empirische Untersuchung mittels eines Fragebogens durchgeführt, in dem die Probanden die Korrektheit verschiedener Beispielsätze bewerten mussten.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil setzt sich aus einer theoretischen Fundierung der Apostroph-Problematik, der Formulierung von Hypothesen, der detaillierten Beschreibung der gewählten Methode sowie der Auswertung der erhobenen Daten zusammen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Apostrophsetzung, Genitiv, Überkorrektur, orthografische Normen und empirische Sprachforschung charakterisiert.
Warum wurde zwischen Eigennamen auf s-Laute und anderen Endungen unterschieden?
Die Unterscheidung ist für die Rechtschreibregeln entscheidend: Während bei Eigennamen auf s-Laute im Genitiv der Apostroph zwingend zur Verdeutlichung ist, ist er bei anderen Endungen meist fakultativ oder sogar als falsch einzustufen.
Welches überraschende Ergebnis lieferte die Untersuchung?
Überraschend war, dass sich kein einheitliches Bild der Kompetenzsteigerung durch das Studium ergab und beide Gruppen teilweise ähnliche Unsicherheiten bei der Beurteilung der Korrektheit zeigten.
Welche Konsequenz zieht die Autorin aus der Schwäche der Untersuchung?
Die Autorin weist darauf hin, dass der Fragebogen für eine präzisere Auswertung hätte anders konzipiert werden müssen, etwa durch weniger Akzeptanzstufen, um eine Tendenz zur Mitte zu vermeiden.
- Quote paper
- Luise Jelinek (Author), 2018, Max' Stift, Andrea's Motorrad und Anna's Mutter. Der Apostroph bei Genitivformen von Eigennamen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/456625