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Entstehung und Verlauf der Balkankriege (1991 - 1995). Die Rolle der NATO

Title: Entstehung und Verlauf der Balkankriege (1991 - 1995). Die Rolle der NATO

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dipl.-Hdl. Michael Schießl (Author)

Politics - Region: Southeastern Europe
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Das Erkenntnisinteresse in dieser Arbeit ist zweigeteilt. In einem ersten Teil soll das relativ komplexe und undurchschaubare Phänomen der Balkankriege zwischen 1991 und 1995 analysiert und verständlich gemacht werden. Darauf aufbauend beschäftigt sich der zweite Teil dieser Arbeit mit der Fragestellung, warum sich die NATO erst relativ spät im Jahre 1995 dazu durchrang, die schweren Menschenrechtsverletzungen im ehemaligen Jugoslawien durch militärische Gewaltanwendung von außen zu beenden.
Zur Verdeutlichung des vielschichtigen Kriegsgeschehens werden im zweiten Abschnitt zunächst die unterschiedlichen Phasen der Balkankriege dargestellt. Zu Beginn werden hierin exemplarisch ausgewählte Aspekte aus der Kriegsvorgeschichte skizziert, um den Staatszerfall der jugoslawischen Föderation und den Weg in die daraus resultierenden kriegerischen Auseinandersetzungen aufzeigen zu können, bevor sich die daran anschließende Betrachtung schwerpunktmäßig mit den unterschiedlichen Kriegsphasen und –hintergründen auseinandersetzt.
Nachdem die Auslöser und die wichtigsten Eckpunkte der drei Kriegsverläufe geklärt wurden, widmet sich das dritte Kapitel der Rolle der NATO in den Balkankriegen. Entsprechend der oben skizzierten Hauptfragestellung werden hierbei primär die wichtigsten Motive analysiert, warum sich die NATO trotz intensiver Forderungen führender westlicher Völkerrechtler zu Beginn der 90er Jahre erst nach einer längeren Phase des Zögerns im September 1995 dazu durchringen konnte, die jahrelang andauernden Kampfhandlungen, Vertreibungen und ethnischen Säuberungen auf dem Balkan im Rahmen umfassender militärischer Zwangsmaßnahmen zu beenden. Zum Abschluss werden die zentralen Erkenntnisse im vierten Kapitel noch kurz und bündig zusammengefasst.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Phasen der Balkankriege

2.1 Exemplarische Aspekte aus der Vorgeschichte zu den Kriegen

2.1.1 Jugoslawien als „unvollkommene Staatsgründung“

2.1.2 Der Staatszerfall der jugoslawischen Föderation

2.1.3 Gewalteskalation durch den Ethnonationalismus

2.2 Der „kleine Krieg“ in Slowenien

2.3 Der Krieg in Kroatien

2.4 Der Krieg in Bosnien-Herzegowina

3. Die Rolle der NATO in den Balkankriegen

3.1 Das militärische Machtmonopol der NATO

3.2 Motive für das verzögerte Eingreifen der NATO

3.2.1 Politische und militärische Gründe

3.2.2 Das neue Selbstverständnis der NATO und ihr Verhältnis zu Russland

3.2.3 Das out-of-area-Problem

3.2.4 Das unausgeglichene Kosten-Nutzen-Verhältnis

4. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die komplexen Geschehnisse der Balkankriege zwischen 1991 und 1995 zu analysieren und die Gründe für das zögerliche Eingreifen der NATO in diesen Konflikt zu eruieren.

  • Historische Ursachen und sozioökonomische Faktoren des Staatszerfalls Jugoslawiens
  • Differenzierte Darstellung der Kriegsphasen in Slowenien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina
  • Analyse der Rolle der NATO als militärischer Akteur in der Krisenregion
  • Untersuchung der politischen, militärischen und strukturellen Hemmnisse für eine Intervention

Auszug aus dem Buch

2.1.3 Gewalteskalation durch den Ethnonationalismus

Neben den rein nationalistisch-separatistischen Strömungen in der Republik Slowenien, die aufgrund des hohen slowenischen Bevölkerungsanteils von mehr als 95 Prozent als monoethnische Teilrepublik identifiziert werden kann, erstarkten jedoch nahezu zeitgleich in vielen gemischethnischen Landesteilen der zerfallenden SRFJ ethnonationalistische Bewegungen, die vehement die Segregation der multiethnischen Gesellschaften forderten und unablässig Hass gegen die jeweils anderen Ethnien schürten.

Mit intensiver Hasspropaganda versuchten diese ethnonationalistischen Kräfte, ihre von Stereotypen und rassistischen Ressentiments geprägte Vision einer ethnisch-kulturellen Homogenisierung und der damit verbunden Ausgrenzung ethnischer Minderheiten aus den jeweiligen Landesteilen gegenüber einer breiten Masse der Bevölkerung zu legitimieren. Dies gelang ihnen vor allem dadurch, dass sie ethnische Konflikte entweder real provozierten oder sogar zum Teil künstlich inszenierten. Die aus dieser realen oder fiktiven Bedrohung erwachsenden punktuellen Gewaltakte der generischen Seite wurden schließlich von den Agitatoren instrumentalisiert, um von ihrer strikt geheim gehaltenen Aggressorenrolle offiziell in eine Beschützerrolle für die eigene Bevölkerung zu schlüpfen. Unter der von ihnen arrangierten Atmosphäre der Feinseligkeit zwischen den verschiedenen Ethnien, die vorher über mehrere Jahrzehnte in friedlicher Nachbarschaft zusammenlebten, gelang es ihnen, aus den tatsächlichen oder vermeintlichen Gewalt- und Gräueltaten der ehemaligen Nachbarn ein sicherheitspolitisches Risiko und damit einen Rechtfertigungsgrund für die Vertreibung von Minderheiten aus gemischethnischen Gebieten zu konstruieren.

Diese strategisch provozierten interethnischen Konflikte lösten vor allem im Vorfeld und während der zweiten und dritten Phase der Balkankriege, also im Kroatenkrieg und im Krieg um Bosnien-Herzegowina, eine Endlosspirale aus, die immer wieder neue Gewalt und Gegengewalt evozierte und damit die jeweiligen Machthaber in die Lage versetzte, territoriale Eroberungen und Vertreibungen zu legitimieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den Zerfall Jugoslawiens, die daraus resultierenden kriegerischen Auseinandersetzungen sowie die zentrale Fragestellung nach der verspäteten militärischen Intervention der NATO.

2. Die Phasen der Balkankriege: Dieses Kapitel erläutert die Ursachen des Staatszerfalls, den Ethnonationalismus und die spezifischen Verläufe der Kriege in Slowenien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina.

3. Die Rolle der NATO in den Balkankriegen: Das Kapitel analysiert die strategischen, politischen und rechtlichen Hürden, die das Eingreifen der NATO in den Balkankonflikt über Jahre verzögerten.

4. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Erkenntnisse über die Ursachen des Konflikts und die Gründe für die zögerliche Haltung der NATO bei ihren ersten out-of-area-Einsätzen.

Schlüsselwörter

Balkankriege, Jugoslawien, NATO, Staatszerfall, Ethnonationalismus, Sezessionskrieg, Bosnien-Herzegowina, out-of-area, Intervention, Krisenmanagement, Menschenrechte, militärische Strategie, Dayton-Friedensvertrag, Intervention, Völkerrecht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Entstehung und den Verlauf der Balkankriege zwischen 1991 und 1995 und hinterfragt kritisch die zögerliche Rolle der NATO als intervenierende Organisation.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Felder sind der Zerfall der jugoslawischen Föderation, der Aufstieg des Ethnonationalismus sowie die strategischen Überlegungen und Hemmnisse der NATO während dieser Zeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, das komplexe Phänomen der Balkankriege zu systematisieren und zu analysieren, warum die NATO erst so spät, im September 1995, militärisch gegen die Aggressoren eingriff.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf einer fundierten Auswertung von politikwissenschaftlicher und historischer Fachliteratur sowie Dokumenten basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Kriegsphasen (Slowenien, Kroatien, Bosnien) und eine Untersuchung der politischen und militärischen Motive der NATO, inklusive Themen wie dem out-of-area-Problem.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Balkankriege, Zerfall Jugoslawiens, NATO-Intervention, Ethnonationalismus und out-of-area charakterisieren.

Welche Rolle spielt das "out-of-area-Problem" für die NATO in diesem Kontext?

Es stellte eine enorme strukturelle Hürde dar, da die NATO ihre Mission primär als Verteidigung des Bündnisgebiets gemäß Artikel 6 sah und erst lernen musste, Einsätze außerhalb dieser Grenzen politisch zu legitimieren.

Warum war der Einfluss Russlands ein Hemmnis für das Eingreifen der NATO?

Aufgrund der historisch-kulturellen Verbundenheit Russlands mit Serbien fürchtete die NATO, durch eine Intervention das neu aufgebaute partnerschaftliche Verhältnis zu Moskau zu gefährden und Spannungen zwischen Ost und West neu zu entfachen.

Wie bewertet der Autor den Einfluss von Kollateralschäden auf die Entscheidung der NATO?

Die NATO-Strategen befürchteten, dass militärische Angriffe erhebliche zivile Opfer in den dicht besiedelten Zielgebieten fordern würden, was vor der kritischen Öffentlichkeit nur schwer zu rechtfertigen gewesen wäre.

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Details

Title
Entstehung und Verlauf der Balkankriege (1991 - 1995). Die Rolle der NATO
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg
Course
Die NATO: Entwicklung, Strukturen, Perspektiven
Grade
1,0
Author
Dipl.-Hdl. Michael Schießl (Author)
Publication Year
2005
Pages
26
Catalog Number
V45671
ISBN (eBook)
9783638430296
ISBN (Book)
9783638692700
Language
German
Tags
Entstehung Verlauf Balkankriege Welche Rolle NATO Entwicklung Strukturen Perspektiven Thema Balkankrieg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Hdl. Michael Schießl (Author), 2005, Entstehung und Verlauf der Balkankriege (1991 - 1995). Die Rolle der NATO, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45671
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