In der vorliegenden Arbeit wird Bewegung anhand qualitativer Merkmale nach Kurt Meinel beschrieben, sowie eine Analyse einer Bewegungsaufgabe durchgeführt und ein Portrait eines Kindes erstellt.
In diesem Text geht es nicht darum die Begriffe „zu polarisieren oder das Eine gegen das Andere auszuspielen“. Vielmehr möchte er Denkanstöße in Form von „geeigneten Ausbildungsbereichen und stimmigen Anwendungsgebieten“ zur Lösungssuche geben. Der Begriff „Sport“ hat in den letzten Jahren unter Negativschlagzeilen gelitten. So werfen Doping, zunehmende Kommerzialisierung sowie Umweltzerstörung ihre dunklen Schatten auf den Sport. Darunter leidet nicht nur die Identifikation mit dem Sport, auch lässt sich so der Sport schwer mit dem pädagogischen Hintergrund einer Schule vereinbaren.
Balz beklagt, dass dem Sport die Abgrenzung und Überschaubarkeit verloren gegangen ist, da nach gängigen Definitionen auch Schach oder Saunieren dazu zurechnen wären. So sei der Sport, der im Ursprung nur eine Form der Bewegungskultur war, stark ausgeweitet und sogar widersprüchlich geworden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Gegenstand des Studienfaches
2.1 Argumente der Literatur von Eckart Balz (2000)
2.2 Diskussionsverlauf
3. Bewegung als Gegenstand wissenschaftlicher Analyse
3.1 Beschreibung von Bewegung anhand qualitativer Merkmale nach Kurt Meinel
3.1.1 Phasenstruktur
3.1.2 Bewegungsrhythmus
3.1.3 Bewegungskopplung
3.1.4 Bewegungsfluss und Bewegungselastizität
3.1.5 Bewegungspräzision
3.1.6 Bewegungskonstanz
3.1.7 Bewegungsumfang
3.1.8 Bewegungstempo
3.1.9 Bewegungsstärke
3.2 Analyse einer Bewegungsaufgabe
3.3 Portraitieren eines Kindes
4. Bewegungstheoretische Ansätze
physikalische und funktionelle Betrachtungsweise
5. Dialogisches Bewegungskonzept als Grundlage des Lernens
5.1 Lehrversuch: Gegenstände in der Luft halten
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen den Begriffen „Sport“ und „Bewegung“ im Kontext der Sportlehrerausbildung und analysiert grundlegende bewegungspädagogische Konzepte. Ziel ist es, angehenden Sportpädagogen einen Perspektivwechsel vom aktiven Sportler zum reflektierten Sportlehrer zu ermöglichen und die Bedeutung des „sich bewegenden Kindes“ in der pädagogischen Praxis zu verdeutlichen.
- Debatte um die Begriffe „Sport“ und „Bewegung“ als Studiengegenstand
- Wissenschaftliche Bewegungsanalyse nach Kurt Meinel
- Funktionelle versus physikalische Bewegungsbetrachtung
- Einführung in das dialogische Bewegungskonzept nach Gordijn
- Praktische Erprobung bewegungspädagogischer Ansätze durch Lehrversuche
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Phasenstruktur
Die Phasenstruktur umfasst die dynamische, räumliche – zeitliche Gliederung eines Bewegungsablaufes. Sie ist als Grundstruktur sportlicher Bewegungsakte zu verstehen und besteht aus Teilprozessen, die jeweils „bestimmte Teilfunktionen erfüllen und durch funktionelle Beziehungen verknüpft sind“ (Meinel, 2004, S. 78). Es wird zwischen zyklischen und azyklischen Bewegungsabläufen unterschieden. Eine azyklische Bewegung beinhaltet das einmalige Ausführen einer sportlichen Handlung. Diese ist in eine Vorbereitungs-, Haupt-, und Endphase gegliedert, welche voneinander abhängig sind. Die zyklische Bewegung zeichnet sich durch viele homogene Einzelzyklen aus (vgl. Meinel, 2004, S. 83). Hier ist durch eine Phasenverschmelzung eine Gliederung in nur zwei Phasen möglich. Die Hauptphase und die Zwischenphase, die sowohl die Funktion der Vorbereitungs-, als auch der Endphase enthält (vgl. Meinel, 2004, S. 84).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Das Kapitel führt in die Aufgabenstellung eines zukünftigen Sportlehrers ein und betont die Notwendigkeit eines Perspektivwechsels vom aktiven Sportler zur pädagogischen Diagnostik.
2. Gegenstand des Studienfaches: Hier wird die kontroverse Debatte um die Begriffe „Sport“ und „Bewegung“ als zentrale Inhalte des Studiums unter Bezugnahme auf Eckart Balz erörtert.
3. Bewegung als Gegenstand wissenschaftlicher Analyse: Dieses Kapitel erläutert die qualitativen Bewegungsmerkmale nach Kurt Meinel und wendet diese auf eine konkrete Bewegungsaufgabe sowie eine Fallstudie (Portrait eines Kindes) an.
4. Bewegungstheoretische Ansätze: Es werden die physikalische und die funktionelle Betrachtungsweise von Bewegung einander gegenübergestellt, basierend auf den Ausführungen von Buytendijk und Tamboer.
5. Dialogisches Bewegungskonzept als Grundlage des Lernens: Dieses Kapitel präsentiert Gordijns dialogisches Bewegungskonzept als pädagogischen Ansatz und dokumentiert einen Lehrversuch zum Thema Jonglieren.
Schlüsselwörter
Sportpädagogik, Bewegungserziehung, Bewegungsmerkmale, Kurt Meinel, Sportunterricht, dialogisches Bewegungskonzept, Bewegungsdialog, motorische Entwicklung, Bewegungsanalyse, Sporterziehung, funktionelle Betrachtungsweise, Bewegungslehre, sportliches Handeln.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen und praktischen Auseinandersetzung der Sportpädagogik, insbesondere mit der Frage, wie Bewegung sinnvoll vermittelt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Abgrenzung der Begriffe Sport und Bewegung, die wissenschaftliche Analyse von Bewegungsqualität und die Einführung des dialogischen Lernens.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den angehenden Sportpädagogen zur kritischen Reflexion über ihre Lehre und zur Entwicklung eines tieferen Verständnisses für die Bewegungsbedürfnisse von Kindern zu bewegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf Literaturanalyse, die Anwendung qualitativer Bewegungsmerkmale nach Meinel sowie die dokumentierte Durchführung und Reflexion von Lehrversuchen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die qualitativen Merkmale der Bewegungslehre, die theoretischen Ansätze nach Tamboer/Buytendijk und das dialogische Bewegungskonzept ausführlich dargestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Sportpädagogik, Bewegungserziehung, Bewegungsanalyse und das dialogische Bewegungskonzept.
Wie unterscheidet sich die physikalische von der funktionellen Bewegungsbetrachtung?
Während die physikalische Sichtweise die Bewegung rein als Ortsveränderung von Körperteilen analysiert, betrachtet die funktionelle Perspektive den Sinn der Bewegung und das Verhältnis des Subjekts zur Umwelt.
Was genau bedeutet der Begriff „Leib“ im dialogischen Bewegungskonzept?
Der Begriff „Leib“ beschreibt das konkrete Weltverhältnis eines Subjekts und fungiert als Instrument des Dialogs, über das sich der Mensch mit seiner Umwelt verständigt.
Welche Erkenntnisse lieferte der Lehrversuch zum Jonglieren?
Der Lehrversuch zeigte, dass durch zielgerichtete Intentionen und die Berücksichtigung der „imaginären Grenze zwischen Welt und Mensch“ Kinder auch bei komplexen Aufgaben in ihrer motorischen Entwicklung unterstützt werden können.
- Arbeit zitieren
- Jonas Arndt (Autor:in), 2010, Bewegung als Gegenstand wissenschaftlicher Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/456733