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Dyskalkulie - Ursachen, Bedingungen, Erscheinungsformen und Diagnose der Rechenschwäche

Title: Dyskalkulie - Ursachen, Bedingungen, Erscheinungsformen und Diagnose der Rechenschwäche

Term Paper , 2002 , 24 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Kathrin Morawietz (Author)

Didactics - Mathematics
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Summary Excerpt Details

Mathematik nimmt im Schulunterricht eine bedeutende Stellung ein, ist jedoch für viele Schüler ein wahres Angstfach. Viele von ihnen vertreten den Standpunkt, Mathematik könne man gar nicht verstehen, das Fach sei viel zu abstrakt, spreche nur den Verstand an und blende das Gefühl völlig aus, weshalb Jungen auch besser rechnen könnten als Mädchen. Wer in diesem systematisch aufgebauten Fach gut abschneidet, wird sogleich als Genie angesehen und man bewundert seine außerordentlichen Fähigkeiten.
Was passiert jedoch, wenn der Schulerfolg ausbleibt, Kinder Schwierigkeiten im Rechnen haben, sich die schlechten Mathematiknoten häufen oder sogar eine Rechenschwäche diagnostiziert wird? Eltern und Lehrer reagieren dann meist mit der altbewährten Forderung nach mehr Übung. Viele Schüler erzielen dennoch keine besseren Erfolge im Umgang mit Zahlen. Das mag daran liegen, dass noch immer eine Lücke im Behandlungsangebot besteht, so dass eine Rechenschwäche in vielen Fällen zu eskalieren droht bzw. gravierende Folgestörungen eintreten können, insbesondere dann, wenn die rechenschwachen Kinder aufgrund der vielen Misserfolge eine Vermeidungs- bzw. Abwehrhaltung dem Rechnen gegenüber entwickeln. Falls Kinder mit Zahlen aus irgendwelchen Gründen unangenehme Gefühle verbinden, ist es durchaus vorstellbar, dass sie in der Schule keine mathematischen Informationen an sich heranlassen. Rechengestörte Kinder können die mathematischen Anforderungen in der Schule nicht bewältigen, schneiden bei Tests und Klassenarbeiten mit schlechten Noten ab und brauchen sehr lange, um die Hausaufgaben in Mathematik zu bearbeiten, wobei in anderen Schulfächern keinerlei Schwierigkeiten auftreten müssen. Eltern und Lehrer werden solche Kinder zunächst dazu anhalten, mehr zu üben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Das Angstfach Mathematik

2. Der Begriff der Dyskalkulie

3. Verschiedene Ursachen einer Dyskalkulie

3.1 Biologisch-organische Beeinträchtigungen

3.2 Psychische, emotionale und soziale Beeinträchtigungen

3.3 Schulische Belastungen

3.4 Beeinträchtigung der Raumwahrnehmung

4. Kritische Einwände

4.1 Quantitative und qualitative Eigenschaften von Fehlern

4.2 Gleichsetzung von Intelligenz und Leistung

4.3 Die Annahme einer Normalschulfähigkeit

4.4 Rechenschwäche vs. Teilleistungsschwäche

5. Erste Hinweise auf das Vorliegen einer Rechenschwäche

6. Diagnose von Dyskalkulie

7. Der Mathematikstoff der ersten Grundschuljahre

8. Spezifische Probleme von rechenschwachen Kindern

8.1 Schwierigkeiten bei Bewegungsabläufen

8.2 Wahrnehmungsschwierigkeiten

8.3 Schwierigkeiten beim Rechnen

8.3.1 Schwierigkeiten beim Erfassen einer Menge

8.3.2 Schwierigkeiten mit Kardinal- und Ordinalzahlen

8.3.3 Schwierigkeiten mit dem Stellenwertsystem

8.3.4 Schwierigkeiten bei arithmetischen Aufgaben

8.3.5 Schwierigkeiten bei Textaufgaben

9. Typische Verhaltensmerkmale von rechenschwachen Kindern

10. Umgang mit Anschauungsmaterial und Hilfsmitteln

11. Fehlerermittelung

12. Nachhilfeunterricht in Mathematik

13. Rechenförderung – Zum Aufbau einer Förderkultur

13.1 Lerntherapie oder Förderunterricht?

13.2 Zur Behandlung einer Rechenschwäche

13.3 Ziele einer Rechentherapie

14. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Dyskalkulie (Rechenschwäche), um Ursachen, Erscheinungsformen und diagnostische Möglichkeiten aufzuzeigen. Dabei wird kritisch hinterfragt, wie Lehrkräfte und Eltern betroffene Kinder frühzeitig identifizieren und durch gezielte Förderkonzepte sowie eine veränderte Förderkultur unterstützen können, um einen dauerhaften Leidensdruck zu vermeiden.

  • Multifaktorielle Ursachen der Rechenschwäche (biologisch, psychisch, schulisch).
  • Kritische Analyse bisheriger Diagnosemethoden und Definitionen.
  • Detaillierte Darstellung spezifischer Lernschwierigkeiten in Mathematik.
  • Ansätze zur Fehleranalyse und Optimierung von Förderstrategien.
  • Plädoyer für eine Öffnung des Mathematikunterrichts zur Unterstützung schwächerer Lerner.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung: Das Angstfach Mathematik

Mathematik nimmt im Schulunterricht eine bedeutende Stellung ein, ist jedoch für viele Schü ler ein wahres Angstfach. Viele von ihnen vertreten den Standpunkt, Mathematik könne man gar nicht verstehen, das Fach sei viel zu abstrakt, spreche nur den Verstand an und blende das Gefühl völlig aus, weshalb Jungen auch besser rechnen könnten als Mädchen. Wer in diesem systematisch aufgebauten Fach gut abschneidet, wird sogleich als Genie angesehen und man bewundert seine außerordentlichen Fähigkeiten.

Was passiert jedoch, wenn der Schulerfolg ausbleibt, Kinder Schwierigkeiten im Rechnen haben, sich die schlechten Mathematiknoten häufen oder sogar eine Rechenschwäche diag nostiziert wird? Eltern und Lehrer reagieren dann meist mit der altbewährten Forderung nach mehr Übung. Viele Schüler erzielen dennoch keine besseren Erfolge im Umgang mit Zahlen. Das mag daran liegen, dass noch immer eine Lücke im Behandlungsangebot besteht, so dass eine Rechenschwäche in vielen Fällen zu eskalieren droht bzw. gravierende Folgestörungen eintreten können, insbesondere dann, wenn die rechenschwachen Kinder aufgrund der vielen Misserfolge eine Vermeidungs- bzw. Abwehrhaltung dem Rechnen gegenüber entwickeln.

Falls Kinder mit Zahlen aus irgendwelchen Gründen unangenehme Gefühle verbinden, ist es durchaus vorstellbar, dass sie in der Schule keine mathematischen Informationen an sich he r anlassen. Rechengestörte Kinder können die mathematischen Anforderungen in der Schule nicht bewältigen, schneiden bei Tests und Klassenarbeiten mit schlechten Noten ab und brau chen sehr lange, um die Hausaufgaben in Mathematik zu bearbeiten, wobei in anderen Schul fächern keinerlei Schwierigkeiten auftreten müssen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Das Angstfach Mathematik: Die Einleitung beleuchtet die emotionale Belastung durch Mathematik in der Schule und skizziert die Problematik, dass trotz Übungsbemühungen oft keine nachhaltigen Erfolge erzielt werden, was in Dyskalkulie münden kann.

2. Der Begriff der Dyskalkulie: Dieses Kapitel definiert Dyskalkulie als eine behandlungsbedürftige Teilleistungsstörung und grenzt sie von allgemeinen Lernschwierigkeiten ab.

3. Verschiedene Ursachen einer Dyskalkulie: Hier werden diverse Erklärungsmodelle diskutiert, von biologisch-organischen Faktoren bis hin zu psychischen, sozialen und schulischen Einflüssen.

4. Kritische Einwände: Es werden zentrale Fragen zu Diagnosekriterien, der Intelligenz-Leistungs-Problematik und der Objektivität von Normalschulfähigkeit kritisch beleuchtet.

5. Erste Hinweise auf das Vorliegen einer Rechenschwäche: Das Kapitel beschreibt frühe Anzeichen und das Verhalten rechenschwacher Kinder im Schulalltag.

6. Diagnose von Dyskalkulie: Es wird erläutert, wie durch Intelligenztests und spezielle Diagnostikaufgaben ein individuelles Mathematikprofil erstellt werden kann.

7. Der Mathematikstoff der ersten Grundschuljahre: Der Autor verdeutlicht die Bedeutung der mathematischen Grundlagenbildung für das Verständnis in höheren Klassenstufen.

8. Spezifische Probleme von rechenschwachen Kindern: Detaillierte Analyse von Defiziten bei Wahrnehmung, Zahlenverständnis, Stellenwertsystem und Textaufgaben.

9. Typische Verhaltensmerkmale von rechenschwachen Kindern: Das Kapitel befasst sich mit der schematischen Arbeitsweise und den psychischen Folgen wie Angst und Vermeidung.

10. Umgang mit Anschauungsmaterial und Hilfsmitteln: Die Rolle von Lernhilfen wird als Übergangslösung dargestellt, um eine schädliche Abhängigkeit zu vermeiden.

11. Fehlerermittelung: Hier wird die Bedeutung der Ursachenforschung bei Rechenfehlern anstelle von oberflächlicher Korrektur betont.

12. Nachhilfeunterricht in Mathematik: Kritische Betrachtung der Effektivität von herkömmlichem Nachhilfeunterricht, wenn die zugrundeliegenden Fehlerursachen ignoriert werden.

13. Rechenförderung – Zum Aufbau einer Förderkultur: Dieses Kapitel plädiert für individuelle Lerntherapien und zeigt Ziele und Strategien für eine erfolgreiche Rechenförderung auf.

14. Ausblick: Der Autor fordert eine Öffnung des Mathematikunterrichts durch neue organisatorische und stoffliche Ansätze, um alle Lerner besser zu erreichen.

Schlüsselwörter

Dyskalkulie, Rechenschwäche, Teilleistungsstörung, Lerntherapie, Mathematikunterricht, Fehleranalyse, Stellenwertsystem, Förderkultur, Diagnose, Arithmasthenie, Wahrnehmung, Schulleistung, Rechenfertigkeiten, Angstfach, Mathematische Grundlagen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Entstehung, Diagnose und Behandlung der Rechenschwäche (Dyskalkulie) unter Berücksichtigung sowohl kognitiver als auch emotionaler und schulischer Faktoren.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die verschiedenen Ursachen der Rechenstörung, die Problematik der Diagnose, spezifische Schwierigkeiten rechenschwacher Kinder sowie moderne Ansätze der therapeutischen Förderung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie betroffene Kinder frühzeitig erkannt werden können und welche therapeutischen sowie unterrichtlichen Maßnahmen notwendig sind, um ihre mathematische Lernfähigkeit nachhaltig zu verbessern.

Welche methodischen Ansätze werden zur Diagnose verwendet?

Es wird der Einsatz von Intelligenztests in Kombination mit speziellen Diagnostikaufgaben empfohlen, um ein detailliertes "Mathematikprofil" des Kindes zu erstellen.

Welche Aspekte werden im Hauptteil vertieft?

Der Hauptteil behandelt ausführlich die verschiedenen Ursachen (von biologisch bis schulisch), spezifische Lernprobleme wie Mengenverständnis oder Stellenwertsystem sowie die notwendige Fehleranalyse in der Lerntherapie.

Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?

Die Arbeit lässt sich besonders durch Begriffe wie Dyskalkulie, Lerntherapie, Fehleranalyse, Förderkultur und mathematische Teilleistungsschwäche beschreiben.

Warum ist das Verständnis von Kardinal- und Ordinalzahlen laut Buch so problematisch?

Rechenschwache Kinder scheitern oft an der abstrakten Verknüpfung von Fingern als Zählhilfen mit der ordinalen oder kardinalen Bedeutung einer Zahl, was zu fehlerhaften Rechenwegen führt.

Was unterscheidet eine "falsche subjektive Logik" von Flüchtigkeitsfehlern?

Während Flüchtigkeitsfehler zufällig entstehen, basiert die "falsche subjektive Logik" auf einer vom Kind zielstrebig entwickelten, aber inhaltlich falschen Strategie, die konsequent angewendet wird.

Welche Rolle spielt die Öffnung des Mathematikunterrichts?

Durch organisatorische und stoffliche Freiräume sollen Schüler individueller arbeiten können, was den Druck nimmt, Ängste abbaut und eine heterogene Lerngruppe besser fördert.

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Details

Title
Dyskalkulie - Ursachen, Bedingungen, Erscheinungsformen und Diagnose der Rechenschwäche
College
University of Koblenz-Landau
Grade
2,0
Author
Kathrin Morawietz (Author)
Publication Year
2002
Pages
24
Catalog Number
V45675
ISBN (eBook)
9783638430333
Language
German
Tags
Dyskalkulie Ursachen Bedingungen Erscheinungsformen Diagnose Rechenschwäche
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kathrin Morawietz (Author), 2002, Dyskalkulie - Ursachen, Bedingungen, Erscheinungsformen und Diagnose der Rechenschwäche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45675
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