Deutschlands Versorgung mit Energieressourcen und die Bedeutung Russlands beim Energiehandel mit Europa

Entwicklung theoretischer Ansätze und Kooperationsperspektiven


Bachelorarbeit, 2016

61 Seiten, Note: 1,0

Anna Frank (Autor)


Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Problemstellung

2. Energienutzung in Deutschland
2.1 Fossile Energieressourcen
2.2 Energiemix in Deutschland
2.3 Energieversorger in Deutschland

3. Öl- und Gasmärkte und die Energiemacht Russland
3.1 Wirtschaftsentwicklung seit dem Jahr
3.2 Energieressourcenausstattung in Russland
3.3 Hauptakteure des russischen Ressourcenhandels
3.4 Internationale Öl-und Gasmärkte

4. Theorie des Außenhandels
4.1 Absolute Kostenvorteile
4.2 Komparative Kostenvorteile

5. Beziehung zwischen Russland und der EU
5.1 Außenwirtschaftliche Beziehungen zwischen der EU und Russland
5.2 Entwicklungen der Energiepartnerschaft
5.2.1 Seit der UdSSR
5.2.2 Seit
5.3 Energieimporte aus Russland
5.3.1 Projekte
5.3.2 Verträge und die EU-Energiecharta
5.4 Probleme einseitiger Exportabhängigkeit für Russland

6. Energiesicherheit in Deutschland
6.1 Transitrouten und resultierende Probleme
6.2 Konflikte der Vergangenheit
6.2.1 Meinungsverschiedenheiten zwischen EU und Gazprom
6.2.2 Russisch-ukrainischer Gaskonflikt
6.3.3 Sanktionen
6.3 Politische und wirtschaftliche Risiken

7. Kooperationsperspektiven

8. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Primärenergieverbrauch in Deutschland

Abb. 2: Die Entwicklung der russischen Wirtschaft

Abb. 3: Erdöl/ Erdgas- Gebiete in Russland

Abb. 4: Russische Erdöl- und Gaspipelines

>Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Problemstellung

Die ausreichende, stabile und bezahlbare Verfügbarkeit von Energie ist für hoch entwickelte Industrieländer die grundlegende Voraussetzung für ihr Wirtschaftswachstum. Dies gilt für alle Bereiche einer Volkswirtschaft; den Produktionssektor, den Transport- und Dienstleistungssektor und schließlich für die privaten Haushalte.1 Die enorme Bedeutung von Rohstoffen, vor allem von Erdöl spiegelt sich in den negativen Auswirkungen der Ölkrisen der 1970er-Jahre auf die Wirtschaft der Industrieländer wider. Die Begehrlichkeit nach Rohstoffen ist in allen Ländern extrem hoch. So ging es bei vielen Kriegen in der Vergangenheit primär um Öl. Der Kampf um Wohlstand ist der Kampf um Rohstoffe.

Auch für das Industrieland Deutschland spielt die Versorgung mit Ressourcen eine bedeutsame Rolle, denn Deutschland hat einen Anteil von 20 Prozent am europäischen Energieverbrauch, was 3 Prozent am Weltenergieverbrauch ausmacht.2 Allerdings verfügt Deutschland nicht über die notwenigen Ressourcen zur Deckung des Energieverbrauchs. Der hohe Energieverbrauch und die fehlende Verfügbarkeit von Rohstoffen im Inland zwingen Deutschland, Energie zu importieren. Dabei bietet sich Russland, das im Gegenteil zu Deutschland als ein ressourcenreiches Land qualifiziert wird, aufgrund der geografischen Lage zu Europa als Energielieferant an.

Die vorliegende Arbeit stellt die Energiebeziehung Russlands zu Europa dar. In diesem Kontext spielt Deutschland eine besondere Rolle, denn die deutschen Energiebeziehungen zu Russland sind enger als die jedes anderen Landes; kein anderes Land verbraucht so viel russisches Gas wie Deutschland. Es wird außerdem die Bedeutung Russlands beim Energiehandel mit Europa analysiert. Daraus folgt die Erkenntnis, dass Russland der wichtigste Energielieferant für die EU ist. Aus diesem Grund spielt die Energiebeziehung zu Russland eine enorme Rolle. Das Thema erfordert einen Schritt in die politische Ebene, denn in der Vergangenheit wurde das Thema Energieversorgung sehr oft diskutiert, insbesondere in Bezug auf die Energieversorgung.

Dabei wird die Arbeit sich auf die Energieträger Erdöl und Erdgas beschränken, da diese extrem wichtig für die Energieversorgung in Europa sind und den Kern der Energiebeziehung zwischen EU und Russland bilden. Auf den Strommarkt wird nicht eingegangen, da dies den Rahmen der Arbeit sprengen würde.

Den Kern der Arbeit bildet die Analyse der Energiebeziehungen zwischen der EU und Russland, mit besonderer Rolle Deutschlands. Die Analyse der Energiebeziehung erfolgt in Hinblick auf die historischen Entwicklungen der Partnerschaft. Es wird die Struktur der Projekte und Verträge betrachtet und schließlich werden Probleme und Perspektiven erarbeitet.

Die Arbeit analysiert außerdem das Risiko aus der Abhängigkeit von russischen Energielieferungen und versucht dies einzuschätzen bezüglich der in den Medien immer wieder kommunizierten Befürchtung, Russland könnte seine Energiemacht als eine politische Waffe einsetzen.

Zu Beginn ist es erforderlich, die fossilen Energieressourcen zu definieren, anschließend wird deren Bedeutung für den Primärenergiebedarf in Deutschland untersucht. Daraufhin wird die Marktstruktur der Energieversorgung in Deutschland analysiert. Daraus folgt, dass die Versorgung mit Energie nicht nur von inländischen Firmen, sondern auch von ausländischen Firmen, darunter insbesondere von dem russischen Konzern Gazprom abhängig ist. Kapitel 3 analysiert nicht nur die Bedingungen in Russland, sondern auch die Funktion der globalen Energiemärkte, auf denen der Energiehandel erfolgt. Im Kapitel 4 folgen theoretische Ansätze zum Verständnis des Handels und zur Beantwortung der Frage: Warum handeln die Länder miteinander?

So wird im Kapitel 6 der wohl wichtigste Aspekt der Energiepolitik, die Energiesicherheit, diskutiert. Es werden Konflikte der Vergangenheit, der russisch-ukrainische Gaskonflikt und schließlich die Sanktionen gegenüber Russland, analysiert, die den Ruf nach der europäischen Energiesicherheit auslösen. Schließlich werden politische und wirtschaftliche Risiken aus der Abhängigkeit von den russischen Energielieferungen vorgestellt und gleichzeitig bewertet.

Zum Schluss werden in Hinblick auf die Konfliktpotenziale zwischen Russland und EU und die zukünftige Bedeutung Russlands als Energieexporteur für Europa Kooperationsperspektiven zwischen der EU und Russland entwickelt.

2. Energienutzung in Deutschland

Deutschland befindet sich aufgrund der globalen Verteilung von Rohstoffen in einer schwierigen Position. Zur Deckung seines Energiebedarfs ist Deutschland auf Importe angewiesen. Dabei ist der wichtigste Energielieferant sowohl für Erdgas als auch für Erdöl Russland. Der Anteil Russlands an den deutschen Erdölimporten lag in den letzten Jahren zwischen 33 und 39 Prozent und an den Erdgasimporten bei 40 Prozent.3 Weitere wichtige europäische Energielieferanten sind Norwegen und die Niederlande, mit einem geringen Anteil auch Großbritannien.4 In der Energiepolitik arbeitet Deutschland eng mit der EU zusammen, sie verfolgen gemeinsam die Ziele: Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Umweltschutz. Im Inland hat es in Deutschland auf dem Energiemarkt Veränderungen gegeben. Die Energiemärkte wurden liberalisiert. In diesem Kapitel wird auf die Marktstruktur der deutschen Energieversorger eingegangen. Davor werden fossile Energieressourcen präsentiert und deren Bedeutung für den Energiebedarf herausgestellt.

2.1 Fossile Energieressourcen

Fossile Energieträger sind konzentrierte Energieträger, die in sehr langen Zeiträumen aus tierischen und pflanzlichen Überresten entstehen. Zu den fossilen Energieträgern zählen Erdöl, Erdgas, Steinkohle, Braunkohle und Torf. Die Ausgangsstoffe fossiler Energieträger können nur durch Umwandlung von Sonnenstrahlung über Jahrmillionen entstehen und stellen deswegen aus menschlicher Sicht begrenzte Ressourcen dar.5

Den wichtigsten Energieträger mit einem Anteil am weltweiten Primärenergieverbrauch von 32,6 Prozent stellt heute das Erdöl dar. Erdöl ist ein Sammelbegriff für ein Gemisch von Kohlenwasserstoffen, das vor der Nutzung raffiniert werden muss und anschließend in unterschiedlicher Qualität gehandelt wird. Beim Erdöl wird zwischen konventionellem und nicht konventionellem Erdöl unterschieden.6 Das konventionelle Erdöl ist bereits in Reservoirs gespeichert und kann mithilfe gewöhnlicher Produktionsmethoden gewonnen werden. Bei unkonventionellem Erdöl dagegen ist die Förderung wesentlich schwieriger und teurer. Dazu gehören zähflüssiges Schweröl sowie schwere Rohöle und Teervorkommen.7 Das Erdöl kann nicht oder nur mit hohen Kosten ersetzt werden. Man unterscheidet beim Erdöl zwischen „Upstream“ und „Downstream“. Unter „Upstream“ fallen die Suche, die Erschließung und die Förderung von Erdöl. Downstream bezeichnet den Transport, die Verarbeitung und den Vertrieb der verschiedenen Ölprodukte, aus denen Heizöl, Benzin und Diesel entstehen.8 Erdöl ist darüber hinaus das meist transportierte Gut weltweit und das wichtigste globale Handelsgut.

Erdöl bietet sich ideal zum Transport an, da dieser aufgrund der hohen Energiedichte und dem flüssigen Aggregatzustand relativ einfach ist. Der Transport erfolgt überwiegend in Tankschiffen, ist aber auch via Eisenbahn oder Pipeline möglich. Seit Beginn der industriellen Erdölförderung bis Ende 2012 wurden weltweit etwa 171 Mrd. t Erdöl gefördert und damit etwa 44 Prozent der ursprünglichen Reserven von 387 Mrd. t verbraucht. Allerdings stellt Erdöl auch das größte Problem der Zukunft im Bereich der Energieversorgung dar, denn die steigende Nachfrage wird in Zukunft nicht mehr gedeckt werden können.

Beim Erdgas stehen die Aussichten um einiges besser, denn Erdgas ist aus geologischer Sicht in ausreichenden Mengen vorhanden und wird in den nächsten Jahrzehnten die globale Nachfrage ohne weiteres decken können. Erdgas stellt mit einem Anteil von 24 Prozent am globalen Primärenergieverbrauch im Jahre 2012 den drittwichtigsten Energieträger nach Erdöl und Kohle dar. In den letzten Jahren trug Erdgas außerdem verstärkt zur Stromversorgung in Deutschland bei. Im Wärmemarkt ist Erdgas in der Lage, mit den niedrigsten CO2-Vermeidungskosten einen Beitrag zu einer sehr schnellen Reduzierung der Treibhausgasemissionen zu leisten. Erdgas wird in zwei verschiedenen Gasqualitäten gehandelt, L-Gas ( low calorific gas) und H-Gas ( high calorific gas).9 Der Transport erfolgt entweder per Pipeline oder als Flüssiggas (LNG) per Schiff. Zurzeit wird der überwiegende Teil per Pipeline verschickt, da diese Transportart die günstigsten Kosten verursacht. Die heutigen Reserven weisen bei Erdöl eine Reichweite von 40 Jahren und beim Erdgas eine Reichweite von 60 Jahren auf.10 Außerdem ist erkennbar, dass die fossilen Energieressourcen zwischen den einzelnen Gebieten auf der Erde äußerst ungleich verteilt sind. Die größten Erdgasvorkommen sind in drei Ländern zu finden: Russland, Iran und Katar. Ebenso sind auch bei Erdöl die größten Vorkommen in den Förderregionen des Nahen Ostens, Nordamerikas und der GUS-Staaten vorzufinden. Nach Einschätzungen der Internationalen Energieagentur werden die drei wichtigsten Energierohstoffe weiterhin eine bedeutsame Rolle spielen. Zum Jahr 2030 soll der Anteil von Erdöl abnehmen, der Anteil von Erdgas soll weiterhin zunehmen.11

2.2 Energiemix in Deutschland

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Primärenergieverbrauch in Deutschland

Quelle: BMWi Statistiken (2015)12

Als Energiemix wird die prozentuale Aufteilung der Primärenergieformen für die Energieversorgung verstanden. Der Energiemix stellt die Relevanz der einzelnen Rohstoffe für den Primärenergieverbrauch dar. Die Zusammenstellung des Energiemix ergibt sich außerdem aus den verschiedenen Prioritäten für Energieträger in den einzelnen Ländern. Der Energiemix in Deutschland durchlief eine große Veränderung. Anfang des 20. Jahrhunderts sah dieser noch relativ einfach aus und bestand aus Holz und Kohle. Mit dem Übergang von Planwirtschaft zur Marktwirtschaft wurden Energiemärkte liberalisiert, und das billige Mineralöl verdrängte die Steinkohle. Des Weiteren nahm in den 1970ern die Bedeutung von Erdgas weiter zu. Diese Veränderungen vervielfältigten das Spektrum der Energieträger.13

Die Abbildung 1 stellt die Anteile der Energieträger am Primärenergieverbrauch in Deutschland dar und lässt deutlich erkennen, dass fossile Energieträger mit einem Anteil von 80 Prozent am Energieverbrauch im Jahr 2015 auch weiterhin dominieren. Der Anteil der erneuerbaren Energien wächst zwar, trägt aber lediglich 12,6 Prozent zur Energieversorgung bei. Die staatliche Förderung bewirkt einen Zuwachs der erneuerbaren Energien. Allerdings lässt sich ganz deutlich erkennen, dass diese noch lange nicht in Lage sind, ein essenzielles Substitutionsgut für die fossilen Ressourcen zu bilden. Erdgas allein deckt rund ein Fünftel des Energieverbrauchs, Steinkohle deckt etwa ein Viertel, und Mineralöle leisten einen Beitrag von rund einem Drittel zur Energieversorgung. So bleibt der Mineralölverbrauch im Jahr 2015 unverändert und beträgt 153.9 Mio. t SKE.14 Dagegen stieg der Erdgasverbrauch gegenüber dem Vorjahr. Die Bundesrepublik verbrauchte im Jahr 2014 455,0 Mio. t SKE Energie, sodass der Verbrauch eine Steigerung um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr aufweist. Der Primärenergieverbrauch stellt Deutschland in der Rangliste der größten Energiemärkte nach China, USA, Russland, Indien, Japan und Kanada auf Platz sieben.15

2.3 Energieversorger in Deutschland

Eine entscheidende Veränderung für die Struktur des deutschen Energiemarktes bewirkte die europäische Liberalisierung des Energiemarktes im Jahre 1998. Vor dieser war die deutsche Energiewirtschaft von monopolistischen Marktstrukturen geprägt. Handels- und Transportfunktionen waren in große Ferngasgesellschaften integriert. Diese sind die Ruhrgas AG, die nach der Fusion mit E.ON ein Teil des Konzerns wurde, Thyssengas und WINGAS. Diese Konzerne kauften Erdgas von ausländischen und inländischen Unternehmen ein. Die zweite Stufe bildeten die Ort- und Regionalversorger, die bis 2005/2006 eine Monopolstellung hatten.16 Die großen Energiekonzerne verfügten über den Zugang zu den Versorgungsnetzen. Diese waren geprägt durch die Eigenschaften der natürlichen Monopole.17 Der Zugang zu den Netzen, die klassische Eigenschaften der Bottlenecks aufwiesen, stellten ein Problem dar. Die Errichtung der Netze war mit Sunk costs verbunden, sodass hohe Markteintrittsbarrieren den Zutritt für neue Anbieter erschweren. Außerdem war aufgrund der festen Demarkationslinien jeweils nur ein Unternehmen für die Verteilung der Netze und den Vertrieb zum Endkunden zuständig. Die europäischen Vorgaben 1998 sollten die monopolitischen Marktstrukturen ändern und einen Wettbewerb auf dem europäischen Binnenmarkt eröffnen. In Folge unterlagen alle Netzbetreiber einer Regulierung im Sinne eines angemessenen Netzzugangs.18 Die Monopolmacht der etablierten Unternehmen sollte reduziert werden. Dafür wurden Transport und die Produktion von Energie entkoppelt. Ein Resultat, das für die EU-Bürger entstand, ist die Möglichkeit, seit 2007 den Erdgas- und Elektrizitätslieferanten frei zu wählen. Die Regulierungen sollten zur Entflechtung von Netzbetrieb und Vertrieb dienen. Die Änderungen des europäischen Binnenmarktes während der Energiemarktliberalisierung 1998 eröffnen den Unternehmen die Möglichkeit, Produkte und Dienstleistungen in allen EU-Mitgliedsländern anzubieten. Außerdem ermöglicht die Liberalisierung den Wettbewerb, eine kostengünstige Energieversorgung und letztendlich den Handel mit Energie. Die Liberalisierung leitete darüber hinaus eine Marktöffnung für ausländische Anbieter ein.19

Die vier größten Energiekonzerne auf dem deutschen Energiemarkt sind: E.ON, Rheinisch Westfälisches Elektrizitätswerk (RWE), Energie Baden-Württemberg (EnBW) und das schwedische Unternehmen Vattenfall. Diese verfügen über 80 Prozent der Kraftwerke in Deutschland, und zusammen produzieren sie konventionellen Strom aus fossilen Brennstoffen und Kernenergie. E.ON ist nach der Übernahme von Ruhrgas das größte Energieunternehmen in Westeuropa. Um die Rolle auf dem Markt zu stärken, betreiben die Energiekonzerne starke Expansionspolitik, dazu halten E.ON und RWE Minderheitsbeteiligungen an Stadtwerken.20 In Deutschland waren bereits vor der Liberalisierung ausländische Energieunternehmen tätig, dazu gehören die wichtigsten Ölkonzerne für Deutschland, die amerikanische Exxon Mobil und die englische Royal Dutch Shell. Die internationalen Ölkonzerne dominierten bereits lange vor der Liberalisierung auf dem deutschen Markt vor den inländischen Ölkonzernen DEA und Wintershall. Einen direkten Zugang zum deutschen Markt verschaffte sich der russische Monopolist Gazprom durch die Beteiligung am führenden Gashandelsunternehmen Wingas. Das Unternehmen Wingas war ursprünglich ein gemeinsames Unternehmen von Gazprom und der BASF-Tochter Wintershall. Auch weiterhin strebt Gazprom eine Expansion auf dem deutschen Markt an. Der aktuelle Gasmarkt in Deutschland besteht aus drei Stufen mit über 700 Netzwerken und 800 Gasversorgern. Die erste Stufe bilden sowohl nationale auch internationale Großhandelsunternehmen wie E.ON, RWE, GDF Suez und Gasunie. Die zweite Stufe bilden etwa 30 regionale Gasversorger, die das Gas zu kommunalen Unternehmen liefern. Auf der dritten Stufe stehen die Stadtwerke, die den Endverbraucher beliefern.21

Es ist deutlich zu erkennen, dass der deutsche Energiemarkt durch eine breite Anzahl von Anbietern geprägt ist, wobei in Ländern wie Russland nach wie vor monopolistische und duopolitische Marktstrukturen herrschen. Bei Betrachtung der Marktstrukturen der Energieversorgung ist besonders wichtig zu betonen, dass in Deutschland die Sicherung der Energieversorgung Aufgabe der Energieunternehmen ist. Der Staat und die EU sollen dabei nur unterstützend eingreifen. Die europäische und deutsche Energiepolitik setzt dabei auf Mechanismen der Marktwirtschaft.22 Im weiteren Verlauf der Arbeit wird der deutsche Energiemarkt stets in Verbindung mit den europäischen Nachbarmärkten betrachtet, da eine Trennung aufgrund der gemeinsamen Energiepolitik nur bedingt erfolgen kann. Wie bereits erwähnt ist Deutschland zur Deckung des Energiebedarfs auf den Import angewiesen. Denn nur 2 Prozent des Erdöls und etwa 13 Prozent des Erdgases stammen beispielsweise im Jahr 2011 aus der heimischen Förderung. Deutschland verfügt nur über große wirtschaftlich gewinnbaren Mengen bei Braunkohle.23 Die Abbildungen Nr. 5 und 6 im Anhang zeigen, dass der größte Beitrag der Energielieferungen aus Russland kommt.

3. Öl- und Gasmärkte und die Energiemacht Russland

In Hinblick auf die Energieversorgung in Deutschland sollen die Rahmenbedingungen auf den Öl- und Gasmärkten analysiert werden sowie die Bedeutung Russlands im Handel mit Ressourcen. Nachdem im letzten Kapitel der Fokus auf Deutschland lag, wird sich dieses Kapitel mit Russland beschäftigen. Zwar hat Russland bereits zu Zeiten der Sowjetunion mit Energie gehandelt, doch die enorme Bedeutung im Handel mit Energie erlangte Russland seit der Amtszeit von Wladimir Putin und dem zeitgleichen Anstieg des Ölpreises. Deswegen beginnt die Analyse der Wirtschaftsentwicklung in Russland ab dem Jahr 2000. Das vorherige Kapitel stellte dar, dass Deutschland zur Deckung seines Energiebedarfs auf Importe angewiesen ist. Um die Rolle Russlands als Energielieferant sowohl für Deutschland als auch für die Europäische Union zu betonen, werden Vorkommen des Landes präsentiert und verglichen mit anderen rohstoffreichen Ländern. Bevor schließlich eine Analyse der globalen Energiemärkte stattfindet, werden die Hauptakteure des russischen Ressourcenhandels vorgestellt.

3.1 Wirtschaftsentwicklung seit dem Jahr 2000

Das Wachstum der Wirtschaft in einem Land wird mit der Veränderung des Bruttoinlandproduktes (BIP) gegenüber dem Vorjahr gemessen. Die internen Bestimmungsfaktoren des Wachstums sind Investitionen, die Verbesserung der Infrastruktur sowie die demografische Entwicklung. Diese Faktoren beeinflussen die langfristige Wirtschaftsentwicklung eines Landes. Auch externe Faktoren wie Ölpreisfall oder fallende Weltwirtschaftskonjunktur können Einfluss auf eine Volkswirtschaft nehmen.24 Zur Erklärung der Wirtschaftsentwicklung ist vor allem die Entwicklung des Ölpreises relevant. Die Analyse des Wirtschaftswachstums erfordert einen Einblick in die Situation Russlands in den 1990er-Jahren.

Die Auflösung der Sowjetunion 1991 hatte den Einbruch der Produktion zur Folge. In den ersten fünf Jahren nach der Auflösung der Großmacht war ein ständiger Fall des Bruttoinlandsprodukts zu beobachten. Hinzu kam die asiatische Finanzkrise im Jahr 1997, die sich negativ auf den Kurs des Rubels ausgewirkt hatte.25 Einen erheblichen Einfluss auf den Rückgang des Wirtschaftswachstums hatte außerdem der niedrige Ölpreis zu dieser Zeit, der in den Jahren 1992–1998 (siehe Abb. 2) nur bei 15 Dollar pro Barrel lag.

Die ersten Jahre des 21. Jahrhunderts brachten für Russland sowohl politische als auch wirtschaftliche Veränderungen. Diese waren verbunden mit der ersten Amtszeit des Präsidenten Wladimir Putin, die im März 2000 begann. Der ehemalige Direktor des Inlandgeheimdienstes FSB26 stoppte die Privatisierung, die mit den Reformen der Perestroika und Glasnost eingeleitet wurde. Putin begann eine Umstrukturierung der Herrschaftsordnung. Sein autoritäres Regime zielte auf die Verdrängung der Oligarchen27 aus den politischen Entscheidungsprozessen. Ein wichtiges Ereignis war die Zerschlagung des Ölkonzerns Jukos28 und seine Eingliederung in den staatlichen Konzern Rosneft.29 Auch die privatwirtschaftliche Ölfirma Sibneft, geführt von dem Oligarchen Abromowitsch, wurde von der staatlichen Firma Gazprom aufgekauft. Laut Putin sollte der russische Staat alles zurückkaufen, was ihm schon einmal gehört hatte.30 Somit wurde die Ölförderung unter Putin in staatliche Hände gelegt. Mit der Erlangung der parlamentarischen Mehrheit im Jahr 2003 seiner Partei Edinaja Rossia (Einiges Russland) konnte Putin relevante Wirtschaftsreformen wie die Steuerreform, Zollgesetze, Gesetze zur Entbürokratisierung der Wirtschaft zum Erwerb der Industriegrundstücke umsetzen.31

Eine weitere Änderung durch Putin ist die Verlängerung der Amtszeit des Präsidenten der Russischen Föderation von vier Jahren auf sechs Jahre. Nachdem er zwei Amtszeiten das Amt des Präsidenten innehatte, wurde er 2008 von dem Ministerpräsidenten Dmitrij Medwedew abgelöst. Seit 2012 besetzt Putin wieder das Amt des Präsidenten und Dmitrij Medwedew erneut das des Ministerpräsidenten.32 Außerdem verstand Putin es, den stetig wachsenden Energiepreis für wirtschaftliche und politische Ziele zu nutzen. Unter ihm wurde der Energiehandel zum Standbein der russischen Wirtschaft. Dazu profitierte Putin zu Beginn seiner Amtszeit 2000 von dem gestiegenen Ölpreis auf dem Markt und setzte sich für die Exploration der russischen Energiekonzerne auf dem Weltmarkt ein.

Der gestiegene Ölpreis erhöhte die russischen Staatseinnahmen und bewirkte in den Jahren 1999–2008 ein Wachstum des BIP mit einer durchschnittlichen Rate von 5 bis 10 Prozent. Somit zeigte sich der Ölpreis als Lokomotive der russischen Wirtschaft.33 Die folgende Abbildung zeigt die Entwicklung des russischen Bruttoinlandproduktes in Zusammenhang mit der Entwicklung des globalen Ölpreises. Es lässt sich erkennen, dass das russische BIP stark mit dem Ölpreis korreliert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Entwicklung der russischen Wirtschaft

Quelle: Welt, Wie der Ölpreis nun Putins Schicksal beeinflusst34

Die Jahre 2000–2008 des steigenden Ölpreises bedeuteten die größten Erfolgsjahre der russischen Wirtschaft. Mit dem Anstieg des BIP waren ein Anstieg der Produktion verbunden und schließlich die Steigerung der Einkommen der privaten Haushalte und Renten. So ist ein Großteil der russischen Bevölkerung der Auffassung: „Putin brachte Wohlstand“. Allerdings haben weniger die Wirtschaftsreformen des Präsidenten den Wirtschaftserfolg des Landes herbeigerufen, sondern wie die Abbildung zeigt, war der Anstieg des Ölpreises dafür verantwortlich. So sagt der Osteuropa-Experte Roland Götz: „Dies war kein Erfolg von Putins Wirtschaftspolitik, sondern des gewaltigen Ölpreisanstiegs auf dem Weltmarkt, der in Russland einen ausgeprägten Ölboom bewirkte.“35

Für die langfristige Entwicklung einer Wirtschaft spielen wie bereits aufgeführt allerdings nachhaltige Faktoren wie z. B. die Investitionsquote eine Rolle. Diese war jedoch im Jahr 1998 mit 18 Prozent im Vergleich zu anderen Schwellenländern sehr gering.36 Ein weiteres Hindernis für die Entwicklung der Wirtschaft in Russland blieb der unterentwickelte Banken- und Finanzsektor. Russische Unternehmen verfügten über einen begrenzten Zugang zum Finanzmarkt und mussten Finanzierungen fast ausschließlich mit Eigenkapital durchführen.37 Mit der immer größer werdenden Bedeutung Russlands im Handel mit Energie wuchs das Selbstverständnis Russlands als „Energiemacht“, damit aber auch die Angst des Westens vor den Folgen einer zu hohen Abhängigkeit von russischen Energielieferungen. Diese Diskussion begann mit russischen Lieferunterbrechungen von Erdgas an die Ukraine im Jahr 2006 infolge eines Preiskonfliktes.38

Das bis 2008 erreichte Wirtschaftswachstum Russlands wurde in Folge der Wirtschaftskrise 2008 (s. Abb. 2) gebremst. Aufgrund des gesunkenen Rohstoffpreises während der Weltwirtschaftskrise befand sich die russische Wirtschaft in einer Rezession. Die Krise löste einen Kapitalabfluss aus Russland, sodass die russische Währung auf 36 Rubel pro Dollar sank.39 Vor diesem Hintergrund entwickelte das Wirtschaftsministerium einen Plan zur Diversifizierung und Modernisierung der Wirtschaft bis 2020. Einen Einfluss auf die Wirtschaftsentwicklung hatten außerdem politische Entwicklungen. Die Sanktionen zwangen Russland, alternative Beziehungen zu suchen.

Die Sanktionen und der zeitgleiche Rückgang des Ölpreises im Jahr 2014 trafen die russische Wirtschaft. Mit den Sanktionen litten die Investitionstätigkeit und der schwach entwickelte Bankensektor in Russland. Seit Anfang August 2015 fiel der Ölpreis und erreichte zu Beginn des Jahres 2016 einen Tiefpunkt. Demzufolge wurde der Rubel so schwach wie noch nie zuvor, sodass ein Dollar Anfang 2016 über 80 Rubel wert war. Somit rechnet das Institut für Weltwirtschaft (IFW) mit einem Rückgang der russischen Wirtschaft um drei Prozent.40 Insgesamt befindet sich die russische Wirtschaft bereits seit sechs Jahren in einer Krise.

3.2 Energieressourcenausstattung in Russland

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Erdöl - / Erdgas Gebiete in Russland

Quelle: Elsner, Huy et al.(2009), S. 9

Russland gehört zu den ressourcenreichsten Ländern der Welt. Nach Angaben hält das Land 15–17 Prozent der weltweiten Rohstoffvorräte.41 Der Rohstoffreichtum Russlands besteht aus einer Vielfalt von Ressourcen. Dabei spielen die Energieressourcen eine besondere Rolle, da diese die Hälfte der Exportausfuhren ausmachen. Die Ressourcen befinden sich in Russland im Staatseigentum, die Nutzung gewährt der Staat in Form von Lizenzen.42 Russland verfügt beim Erdöl über einen Anteil von 6,3 Prozent an den Weltreserven und nimmt den siebten Platz nach den OPEC-Ländern43 ein. Beim Erdgas verfügt Russland über 26,1 Prozent an den Weltreserven und steht somit im globalen Vergleich auf Platz eins. Damit ist Russland beim Erdgas mit einem Anteil von 22 Prozent an der Weltförderung der größte Erdgasproduzent und mit einem Anteil von 13 Prozent an der Weltförderung des Erdöls der zweitgrößte Erdölproduzent nach Saudi Arabien.

Somit produziert Russland 11 Prozent der globalen Energie44. Laut dem Russlandexperten Roland Götz verdient Russland den Titel der „Energiesupermacht“.45

Die sowjetische Produktion vor 1970 begann im Wolgagebiet, im Ural, in der Republik Komi und der Region Doneck sowie in den zentralasiatischen Republiken Turkmenistan und Aserbaidschan. Heute sind die größten Vorkommen an Ressourcen im asiatischen Teil Russlands vorzufinden. Die größten Ressourcenvorkommen, etwa 70 Prozent, sind in der Region Sibirien vorhanden, wo sowohl Erdöl als auch Erdgas gefördert werden. Für die Belieferung Westeuropas mit Erdgas befinden sich die wichtigsten Felder in Westsibirien. Die Abbildung 3 zeigt die Förderregionen Novij Uregoj, Jamburg, Medvez, wo im Jahr 2004 etwa 75 % des Gases produziert wurden. Allerdings ist die Förderung in diesen Gebieten rückläufig, sodass 2012 weitere Vorkommen in Zapoljarnoje, auf der nordsibirischen Jamal-Halbinsel, der Insel Sachalin und im Barensee (Schtokman) erschlossen wurden.46 Eine besonders wichtige Region für die zukünftige Förderung ist die Region Jamal. Bis zum Jahr 2028 soll die Förderung der Jamal-Halbinsel bis auf 250 Mrd. Kubikmeter erhöht werden, dies würde dann 50 Prozent der Gazprom-Produktion ausmachen.

3.3 Hauptakteure des russischen Ressourcenhandels

In den 1990er-Jahren waren die Hauptakteure des russischen Ressourcenhandels vor allem private Unternehmen. Die privaten Konzerne verfolgen kommerzielle Interessen, ohne die geopolitischen Interessen des Kremls zu berücksichtigen. Die neuen Besitzer der Ölressourcen wurden in den 1990er-Jahren durch Exportgewinne schnell zu Milliardären. Der Staat hingegen war nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion hoch verschuldet und hatte nicht die Möglichkeit, von den Gewinnen aus den Energiegeschäften zu profitieren. Eine grundlegende Veränderung erfolgte zu Beginn der Amtszeit von Wladimir Putin.47 Der neue Staatsmann befahl, den Staat wieder in den Mittelpunkt aller strategischen Entscheidungen im Energiebereich zu stellen.48 Die drei größten Energiekonzerne in Russland sind Gazprom, Lukoi und Rosneft. Der wichtigste Akteur auf dem russischen Energiemarkt ist der 1989 gegründete Konzern Gazprom. Gazprom und Kreml bilden heute in Russland eine Einheit.

Der staatliche Einfluss in der Energiewirtschaft lässt sich dadurch erkennen, dass viele staatliche Funktionsträger zugleich Vorsitzende in den staatlichen Unternehmen sind, so war z. B. Medwedew Ministerpräsident und Aufsichtsratsvorsitzender von Gazprom zugleich.49 Seit Mitte der 2000er-Jahre besetzten vor allem Vertrauenspersonen von Wladimir Putin und dem Vorstandsvorsitzenden Alexej Miller die Führungspositionen von Gazprom. Heute ist Gazprom ein mehrheitlich staatlicher Konzern und bewältigt 90 Prozent der Gasförderung. Im Inland trägt Gazprom mit einem Anteil von 74 Prozent zur Gasversorgung bei. Doch das größte Standbein des Konzerns ist das Auslandsgeschäft. Europa ist der wichtigste Markt für Gazprom. Darunter ist Deutschland der größte Kunde (s. Abb. 7 im Anhang).50 Dabei arbeitet Gazprom seit Jahren vor allem mit deutschen Firmen in Joint Ventures zusammen. Gazprom legt zur Erzielung seiner Einnahmen den Fokus auf lukrative Märkte in der EU und der Türkei. Zur Versorgung seiner Kunden ist Gazprom mit dem größten Gaspipelinenetz mit ca. 160.400 km Hochdruckpipelines ausgestattet. In Deutschland, Polen, Litauen, Estland, Lettland, Finnland und Belgien hält Gazprom Beteiligungen an Pipelines. Um seine Einnahmen und Gasreserven zu erhöhen, greift Gazprom auf Rohstoffvorkommen der zentralasiatischen Staaten zurück. So betreibt Gazprom vor allem in Zentralasien Erkundung:, und zwar in Kirgistan, Tadschikistan, Kasachstan und Usbekistan.51 Durch Ankäufe energiewirtschaftlicher Unternehmen, Pipelines, Raffinerien und Infrastruktur stärkte Gazprom seine strategische Position in Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Die Staaten zahlen geringere Preise für Erdgas, wobei Europa die ölfixierten Preise zahlen muss.

Die Monopolstellung Gazproms verhindert den Wettbewerb in der Produktion von Gas, wohingegen für die Produktion von Öl mehrere Konzerne zuständig sind.52 Der größte Ölkonzern in Russland und der sechstgrößte weltweit ist Lukoi, das sowohl auf die Förderung und Verarbeitung als auch den Verkauf von Erdöl spezialisiert ist und etwa 2 Prozent des weltweiten Erdöls vermarktet. Dabei verfolgt das Unternehmen das Ziel, sich von Konjunkturschwankungen des Ölmarktes zu lösen.53 Lukoi ist das meist internalisierte Unternehmen unter den Energieunternehmen in Russland. Anders als Gazprom ist Lukoi im Ausland nicht nur auf Absatzmärkten, sondern auch in der Öl- und Gasförderung tätig. Genauso wie Gazprom greift auch Lukoi zur Stärkung seiner Position auf die Vorkommen zentralasiatischer Staaten zurück und kontrolliert dort die Exportrouten.54 Ein weiterer wichtiger Konzern ist Rosneft. Dieser ist mehrheitlich staatlich organisiert und steht in Zusammenarbeit mit Gazprom. Rosneft betreibt die Erkundung und Förderung von Erdöl und produziert in Russland das meiste Erdöl: Im Jahr 2007 wurden 40 Prozent des russischen Erdöls von Rosneft produziert. Dabei geht es den Hauptakteuren und damit der russischen Regierung selbst hauptsächlich um die Monopolisierung der eigenen Ressourcen, wobei die Energieunternehmen, sowohl die staatlichen Konzerne als auch der nicht staatlich gelenkte Lukoi, sich schon immer für den direkten Zugang zum Endverbraucher bemüht haben.55

[...]


1 Vgl. Albrecht, Gronwald et al. (2011), S. 11ff.

2 Vgl. Würfel (2015), S. 44ff.

3 http://m.bmwi.de/DE/Themen/energie,did=159668.html

4 Gasimporte: 22 % aus Norwegen , 26 % aus Niederlandanden , 4 % von weiteren Lieferanten wie Dänemark und Großbritannien. Weltenergierat Deutschland (2015)

5 Vgl. Quaschning (2008), S. 16

6 Vgl. Grätz (2012), S. 93

7 Vgl. Erdmann und Zweifel (2008), S. 178

8 Vgl. Czakainski, Lamprecht et al. (2010), S. 14

9 Vgl. BMWi, Monitoring Bericht (2015), S. 8

10 Vgl. Erdmann, Hake (2010), S. 46

11 Vgl. Erdmann, Hake (2010), S. 46

12 https://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/E/energiestatistiken-energiegewinnung-energieverbrauch,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf

13 Vgl. Heuterkes, Pfaffenberger et al. (2012), S. 8ff.

14 SKE: Steinkohleinheit

15 Vgl. Weltenergierat Deutschland ( 2015), S. 85

16 Vgl. Heuterkes, Pfaffenberger et al. (2012), S. 170

17 Natürliche Monopole: wenn ein Unternehmen den Markt kostengünstiger versorgen kann als mehrere Unternehmen.

18 Vgl. Groebel (2010), S. 6ff.

19 Vgl. Würfel (2015), S. 5ff

20 Vgl. Czakainski, Lamprecht et al. (2010), S. 55

21 Vgl. Kopp (2014), S. 190ff.

22 Vgl. Nötzold (2009) , S. 44 ff.

23 Vgl. Andruleit, Babies et. al. (2011)

24 Vgl. Blanchard, Illing (2009), S. 309ff.

25 http://www.ereport.ru/articles/weconomy/russia.htm

26 FSB: Föderaler Dienst für Sicherheit der Russischen Föderation

27 Oligarchen = Unternehmer, die aufgrund ihres Reichtums eine hohe Position in der Wirtschaft und Politik eines Landes haben. Diese erschienen in Russland nach der Auflösung der UdSSR.

28 Jukos-Chef Chodorkowski angeklagt wegen Steuerhinterziehung

29 Vgl. Götz (2006), S. 4-8

30 Vgl. Rahr (2008), S. 89

31 Vgl. Welfens (2009), S. 212

32 Aufgrund der verlängerten Amtszeit wird Putin bis 2018 der Regierungschef im Kreml sein können, und sollte er danach wieder gewählt werden, kann er bis 2024 das Amt des Präsidenten besetzen.

33 Vgl. Götz (06/2008), S. 5ff.

34 http://www.welt.de/wirtschaft/article151076115/Wie-der-Oelpreis-nun-Putins-Schicksal-besiegelt.html

35 http://www.welt.de/wirtschaft/article151076115/Wie-der-Oelpreis-nun-Putins-Schicksal-besiegelt.html

36 http://mail.iwh-halle.de/e/publik/wiwa/4-06-3.pdf, S.114

37 Vgl. Welfens, Wiegert (2002), S. 102ff.

38 Vgl. Götz (06/2006), S. 7

39 Im Jahr 2007 lag der Kurs im Schnitt bei 24 Rubel pro Dollar. http://www.onvista.de/devisen/Dollar-Rubel-USD-RUB

40 http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/russland-rubel-faellt-auf-rekordtief-a-1072969.html

41 Vgl. Elsner, Huy et al. (2009), S. 9

42 Vgl. Götz (06/2006), S. 7

43 OPEC(Organization of the Petroleum Exporting Countries): Iran, Irak, Kuwait, Saudi-Arabien, Venezuela, Katar, Libyen, Vereinigte Arabische Emirate, Algerien, Nigeria, Ecuador kontrollieren zusammen 40 Prozent der weltweiten Erdölproduktion. Heuterkes, Pfaffenberger (2012), S. 129

44 Vgl. Elsner, Huy et al. (2009), S. 8ff.

45 Vgl. Götz (07/2006), S. 3

46 Vgl. Götz (06/2006), S. 5

47 Vgl. Rahr (2008), S. 85ff.

48 Vgl. Götz (06/2006), S. 6

49 Vgl. Götz (07/2006), S. 14

50 Vgl. Heinrich (2015)

51 Vgl. Grätz (2012), S. 118-110

52 Vgl. Gould, Murray et al. (2008), S. 12ff.

53 http://www.lukoil.ru/static_6_5id_29_.html

54 Vgl. Grätz (2011), S. 13

55 Vgl. Rahr (2011), S. 125ff.

Ende der Leseprobe aus 61 Seiten

Details

Titel
Deutschlands Versorgung mit Energieressourcen und die Bedeutung Russlands beim Energiehandel mit Europa
Untertitel
Entwicklung theoretischer Ansätze und Kooperationsperspektiven
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
61
Katalognummer
V456763
ISBN (eBook)
9783668921672
ISBN (Buch)
9783668921689
Sprache
Deutsch
Schlagworte
deutschlands, versorgung, energieressourcen, bedeutung, russlands, energiehandel, europa, entwicklung, ansätze, kooperationsperspektiven
Arbeit zitieren
Anna Frank (Autor), 2016, Deutschlands Versorgung mit Energieressourcen und die Bedeutung Russlands beim Energiehandel mit Europa, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/456763

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