Im Rahmen dieser Arbeit soll erarbeitet werden, ob und inwieweit sich Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit symbiotisch ergänzen und bereichern oder aber durch parasitäre Abhängigkeitsverhältnisse gefährden. Hierzu sollen zunächst die wesentlichen Forschungsansätze im Einzelnen genauer vorgestellt werden, um in einer anschließenden Diskussion unterschiedliche Fallbeispiele anhand dieser einordnen zu können. In einem abschließenden Fazit sollen die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit zusammengefasst sowie Anregungen für künftige Forschungen festgehalten werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Symbiose: Von der Determinationsthese zum Intereffikationsmodell
3. Parasitismus: Homo oeconomicus, Aufmerksamkeitsökonomie und Interpenetration
4. Diskussion: Anwendbarkeit der Ansätze in der heutigen Medienlandschaft
5. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit, um zu erörtern, ob es sich dabei um eine symbiotische Ergänzung oder ein parasitäres Abhängigkeitsverhältnis handelt. Durch die Analyse theoretischer Forschungsansätze und konkreter Fallbeispiele wird aufgezeigt, wie diese Akteure innerhalb der modernen Medienlandschaft agieren und sich gegenseitig beeinflussen.
- Theoretische Modelle der Beziehungsgestaltung (Determination, Intereffikation, Interpenetration)
- Die Rolle ökonomischer Faktoren und der Aufmerksamkeitsökonomie
- Analyse von Fallbeispielen: Krisen-PR (Brent Spar) und politische Öffentlichkeitsarbeit (Elterngeld)
- Problematiken der journalistischen Unabhängigkeit und Quellennutzung
- Herausforderungen durch strukturelle Veränderungen im Mediensystem
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Journalismus „[…] soll zu Angelegenheiten von öffentlichem Interesse Nachrichten beschaffen und verbreiten, dazu Stellung nehmen und Kritik üben und damit an der Meinungsbildung mitwirken.“ (Kunczik & Zipfel, 2005: 198). Somit ist klar: Journalismus soll vor allem dem Gemeinwohl dienen. Doch so simpel diese Vorgaben auch formuliert sein mögen, die praktische Umsetzung gestaltet sich im heutigen Mediensystem als weitaus komplexer.
Der traditionelle Journalismus muss sich in der modernen Medienlandschaft mehr behaupten denn je. Dort, wo die Anzahl an Medienoutlets ständig wächst, wo eine unüberschaubare Informationsflut herrscht und die Zahlungsbereitschaft für traditionelle Medien gerade innerhalb jüngerer Generationen sinkt, im Zeitalter von Suchmaschinen und sozialen Netzwerken, die online immer präziser zielgruppengerechte und ökonomische Werbung schalten können, einhergehend mit dem Abbau von Redaktionen, Zeitknappheit bei der Recherche und der schlechten Bezahlung freier Mitarbeiter – genau dort blüht die Öffentlichkeitsarbeit auf und besticht mit qualitativ aufbereiteten und exklusiven Informationen von hohem öffentlichem Interesse sowie Relevanz, die gleichzeitig innovative Formate und Themenvielfalt mit sich bringen und nicht zuletzt den Selektionsprozess der Journalisten verkürzen und vereinfachen (Özbicerler & Plank, 2012: 262).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik des sich wandelnden Verhältnisses zwischen Journalismus und PR ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Art dieser Beziehung.
2. Symbiose: Von der Determinationsthese zum Intereffikationsmodell: Hier werden die theoretischen Grundlagen von der einseitigen Determination bis hin zum Intereffikationsmodell beleuchtet, welches die wechselseitige Abhängigkeit als symbiotisch beschreibt.
3. Parasitismus: Homo oeconomicus, Aufmerksamkeitsökonomie und Interpenetration: Dieses Kapitel diskutiert kritische Perspektiven, in denen PR als Parasit agiert und eine zunehmende Interpenetration der beiden Systeme stattfindet.
4. Diskussion: Anwendbarkeit der Ansätze in der heutigen Medienlandschaft: Anhand der Fallbeispiele „Brent Spar“ und der politischen Kampagne zum Elterngeld wird die praktische Anwendbarkeit der theoretischen Modelle überprüft.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass sowohl symbiotische als auch parasitäre Prozesse parallel existieren, was zukünftigen Forschungsbedarf aufzeigt.
Schlüsselwörter
Journalismus, Öffentlichkeitsarbeit, Determinationsthese, Intereffikationsmodell, Interpenetration, Aufmerksamkeitsökonomie, Homo oeconomicus, Krisen-PR, politische Kommunikation, Medienlandschaft, PR-Akteure, Medienlogik, Themenvielfalt, Quellenabhängigkeit, Transaktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen dem klassischen Journalismus und der Öffentlichkeitsarbeit (PR) im heutigen Mediensystem.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die theoretischen Erklärungsmodelle für diese Beziehung, der Einfluss von ökonomischen Zwängen auf die Berichterstattung sowie die Rolle der PR als Informationsquelle.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es zu erörtern, ob die Beziehung zwischen Journalismus und PR als symbiotische Ergänzung oder als parasitäre Abhängigkeit charakterisiert werden kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Forschungsansätze und wendet diese exemplarisch auf zwei spezifische Fallbeispiele an.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Darstellung der Konzepte (Determination, Intereffikation, Interpenetration) und eine Diskussion der Anwendbarkeit dieser Modelle auf aktuelle mediale Phänomene.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Determinationsthese, Intereffikationsmodell, Aufmerksamkeitsökonomie und Medienlogik bilden den theoretischen Kern der Arbeit.
Welche Rolle spielt die "Brent Spar" als Fallbeispiel?
Die Besetzung der Brent Spar dient als Beispiel für eine symbiotische Interaktion, bei der PR (Greenpeace) exklusive Informationen lieferte und der Journalismus durch Eigenrecherche eine kritische Distanz wahrte.
Wie unterscheidet sich die politische PR im Fall des Elterngeldes?
Im Gegensatz zum ersten Beispiel zeigt der Fall des Elterngeldes eine parasitäre Struktur, in der die PR die Berichterstattung durch fertige Beiträge und gezielte Manipulation nahezu vollständig kontrollierte.
- Arbeit zitieren
- Olivia Frey (Autor:in), 2018, Journalismus und Public Relations. Parasitäre Abhängigkeit oder symbiotische Ergänzung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/456764