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Die gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg

Eine qualitative Evaluation eines Schülertrainings

Titel: Die gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg

Masterarbeit , 2015 , 138 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Andreas Spannl (Autor:in)

Pädagogik - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Konflikte löst man am besten, indem man sie gar nicht erst entstehen lässt (ANDERS).“ Anhand des Zitats, welches der Philosoph und Künstler Jerome ANDERS prägte, könnte man leicht den Eindruck gewinnen, dass Konflikte trivial zu lösen sind. Einfach könnte der Umgang bzw. die Bewältigung erst dann sein, wenn man die richtige Kommunikationsstrategie wählt.

Ist von einem Konflikt beziehungsweise Streit die Rede, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit jeder von uns sofort eine Situation vor Augen, die schon einmal im Alltag erlebt wurde. Konflikte begegnen uns in allen denkbaren Bereichen, in der Partnerschaft, in der Öffentlichkeit oder sogar international zwischen verschiedenen Ländern. Als ein zentraler Brennpunkt für Konfliktentstehungen kann der Berufsalltag gesehen werden. Hierbei gibt es vielerlei Ursachen, die zu Spannungen unter den Mitarbeitern führen und sich zu Konflikten entwickeln können. Dabei kann ein möglicher Faktor in den Machthierarchien liegen, wenn z.B. um eine besondere Position gerungen wird. Ebenso können Konflikte durch unterschiedliche Rollen bzw. Aufgabenbereiche verursacht werden, wenn z.B. ein Mitarbeiter schwierigere oder uninteressantere Aufgaben als ein anderer Mitarbeiter zugeteilt bekommt. Oftmals spielen sich diese Gegensätze auf verschiedenen Ebenen ab. Auf der Beziehungsebene können Konflikte durch emotionale Dissonanzen verursacht werden. Solche Konflikte sind im Arbeitsleben schwieriger zu beheben, denn die Thematisierung der Beziehungsebene wird in vielen Unternehmen oft vernachlässigt und nicht zur Sprache gebracht. Konflikte und Streitigkeiten können sich u.U. zu schlimmeren und in nicht seltenen Fällen zu schwerwiegenderen Ausprägungen entwickeln. Die psychische Gewalt wird als ein stark zunehmendes gesellschaftliches Problem wahrgenommen. Oft erleben die Betroffenen wiederholte feindselige Äußerungen oder Angriffe, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken und zum Teil nonverbal stattfinden können. Hierbei zu nennen ist das Mobbing am Arbeitsplatz. Laut einer Studie aus dem Jahre 2014 gaben 28% der Befragten an, schon einmal Opfer von Mobbing geworden zu sein. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber 2013. Explizit auf den Arbeitsplatz bezogen, gaben 11,3% der Befragten an schon einmal gemobbt worden zu sein. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Problemstellung

2. Grundverständnis von Gewalt und Kommunikation

2.1 Gewaltbegriff

2.1.1 Enge vs. weite Definition

2.1.2 Abgrenzungen (Gewalt, Aggressionen, Devianz, Konflikt)

2.1.3 Erscheinungsformen von Gewalt

2.2 Begriff der Kommunikation

2.2.1 Anatomie einer Nachricht

2.2.2 „Vier Ohren“ des Empfängers

3. Konflikte im schulischen, privaten und beruflichen Kontext

3.1 Definition sozialer Konflikt

3.2 Konfliktarten

3.3 Konfliktstile

3.4 Konflikte in Beziehungen

3.5 Gruppenkonflikte

3.6 Konflikte in der Schule

3.6.1 Disziplinkonflikte (Konflikte zwischen Lehrer und Schüler)

3.6.2 Konflikte verursacht durch Lehrkräfte

4. Die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. ROSENBERG

4.1 Wissenschaftstheoretische Einordnung der GfK

4.2 Definition GfK

4.3 Vier Komponenten der GfK

4.4 Empathie

4.5 Vier-Ohren-Modell nach ROSENBERG

4.6 Forschungsstand zur GfK

5. Fragestellungen

Teil B: Empirische Untersuchung an einer Berufsschule

6. Forschungsmethodisches Vorgehen

6.1 Survey Design

6.2 Ablauf und Situationsanalyse des Trainings

6.3 Erhebung

6.3.1 Durchführung

6.3.2 Erhebungsverfahren

6.3.3 Feldzugang

6.4 Aufbereitung

6.5 Auswertung

6.5.1 Auswertungsablauf

6.5.2 Qualitative Analysetechnik

6.5.3 Quantitative Analysetechnik

7. Ergebnisteil

7.1 Fragestellung A (induktive Kategorienbildung)

7.2 Fragestellung B (induktive Kategorienbildung)

7.3 Hauptfragestellung (deduktive Kategorienanwendung)

8. Kritische Betrachtung der GfK bzw. des Schülertrainings

8.1 Grenzen bezüglich der theoretischen Konzeption

8.2 Grenzen hinsichtlich der praktischen Umsetzung

8.3 Grenzen bezüglich des Schülertrainings

9. Kritische Reflexion des eigenen Forschungsprozesses

10. Resümee und Handlungsempfehlungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Wirksamkeit eines dreitägigen Trainings der Gewaltfreien Kommunikation (GfK) nach Marshall B. Rosenberg im Umfeld eines Berufsvorbereitungsjahres (BVJ) an einer Berufsschule. Ziel ist es zu ermitteln, ob dieses Training eine Sensibilisierung und Verbesserung der GfK-Komponenten Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis und Empathie bei den Lernenden bewirkt.

  • Grundverständnis von Gewalt und Kommunikation in modernen Bildungskontexten.
  • Analyse von Konfliktursachen, Konfliktarten und Bewältigungsstrategien in der Schule.
  • Qualitative Evaluation der Wirksamkeit von GfK-Trainings mittels Konfliktvignetten.
  • Untersuchung von Zusammenhängen zwischen GfK-Komponenten und sozialer Kompetenz.
  • Kritische Reflexion der Anwendbarkeit und theoretischen Konzeption der GfK in der Praxis.

Auszug aus dem Buch

Die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. ROSENBERG

Um Konflikte wertschätzend zu begegnen bzw. sie am Entstehen zu hindern, kann die Anwendung der GfK nützlich sein. Die vorherigen Seiten sollten dazu dienen, um ein Grundverständnis fürGewalt und Kommunikation zu bekommen. Darauf aufbauend wird sich nun ausschließlich der gewaltfreien Kommunikation nach ROSENBERG gewidmet.

Bevor es zu einer Definition der GfK bzw. Beschreibung des Modells kommt, soll zunächst auf die Strömungen und Einflüsse eingegangen werden, die die GfK geprägt haben. Da der Begründer der GfK selbst sagt, dass „alles, was in die GfK integriert wurde, ist schon seit Jahrhunderten bekannt“ muss es eine Art Metaebene geben, zu der dieses Konzept eingeordnet werden kann (ROSENBERG 2009, 22).

Das Konzept ROSENBERGS beruht auf einem humanistischen Menschenbild, welches insbesondere in den Grundannahmen der GfK verwurzelt ist. Dieses Menschenbild wurde durch die psychologische Auffassung der Humanistischen Psychologie beeinflusst. Die Humanistische Psychologie entstand während der fünfziger und sechziger Jahre in den Vereinigten Staaten neben den beiden wissenschaftlichen Disziplinen des Behaviorismus und der Psychoanalyse. Aufgrund der zunehmenden Beherrschung der Umwelt und die Absicherung jeglicher menschlicher Bedürfnisse, trat die persönliche Entwicklung und Identität bzw. noch mehr die zwischenmenschlichen Beziehungen in der Familie, Studium oder dem Arbeitsplatz in den Mittelpunkt, da die Schere zwischen den Bedürfnissen der Menschen und der Gesellschaft immer größer wurde. Charakteristisch für diese psychologische Richtung ist die Erforschung bezüglich des Selbst.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, beleuchtet Konflikte in verschiedenen Lebensbereichen und hebt insbesondere das hohe Konfliktpotenzial sowie die Bedeutung kommunikativer Kompetenzen im schulischen Umfeld hervor.

2. Grundverständnis von Gewalt und Kommunikation: Hier werden theoretische Grundlagen zu den Begriffen Gewalt und Kommunikation gelegt, wobei unter anderem verschiedene Gewaltformen und das Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun behandelt werden.

3. Konflikte im schulischen, privaten und beruflichen Kontext: Dieses Kapitel definiert soziale Konflikte, untersucht deren Arten und Stile sowie spezifische Ausprägungen von Konflikten in der Schule, insbesondere zwischen Schülern und Lehrkräften.

4. Die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. ROSENBERG: Der theoretische Fokus liegt hier auf dem Modell der GfK, dessen wissenschaftstheoretische Einordnung, den vier Komponenten Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis und Bitte sowie dem Forschungsstand.

5. Fragestellungen: Basierend auf der Theorie werden hier die Forschungsfragen der Arbeit formuliert, die sich auf das Verständnis von Streit und Strategien der Konfliktlösung sowie die Wirksamkeit eines GfK-Trainings beziehen.

6. Forschungsmethodisches Vorgehen: Dieser Abschnitt beschreibt das methodische Design der Studie, einschließlich der Survey-Konzeption, der Erhebung mittels Vignetten, der Aufbereitung der Daten und der angewandten qualitativen wie quantitativen Analysetechniken.

7. Ergebnisteil: Hier werden die empirischen Befunde der Untersuchung dargestellt, differenziert nach den induktiven Kategorien der Fragestellungen A und B sowie der deduktiven Analyse der Hauptfragestellung.

8. Kritische Betrachtung der GfK bzw. des Schülertrainings: Dieses Kapitel hinterfragt die GfK-Konzeption und die praktische Umsetzung kritisch und diskutiert Rahmenbedingungen des durchgeführten Schülertrainings.

9. Kritische Reflexion des eigenen Forschungsprozesses: Eine selbstkritische Auseinandersetzung mit dem methodischen Vorgehen, der Erhebungsphase und der Auswertung der Ergebnisse.

10. Resümee und Handlungsempfehlungen: Abschließend wird ein Fazit gezogen und es werden praxisorientierte Empfehlungen für künftige GfK-Trainings im Bildungskontext ausgesprochen.

Schlüsselwörter

Gewaltfreie Kommunikation, GfK, Marshall B. Rosenberg, Schülertraining, Konfliktmanagement, Qualitative Evaluation, Konfliktvignetten, Soziale Kompetenz, Empathie, Bedürfnisnennung, Gefühlswortschatz, Berufsvorbereitungsjahr, Gewaltprävention, Kommunikationstraining, pädagogische Beziehung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der qualitativen Evaluation eines Trainings der Gewaltfreien Kommunikation (GfK) nach Marshall B. Rosenberg. Untersucht wird, wie sich ein solches Training auf Schüler im Berufsvorbereitungsjahr an einer Berufsschule auswirkt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen von Gewalt, Kommunikation und Konflikten sowie die praktische Anwendung der GfK-Methodik (Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis, Bitte) als Mittel zur Konfliktlösung und zur Stärkung der sozialen Kompetenz.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist zu erforschen, ob ein dreitägiges GfK-Schülertraining eine Sensibilisierung bzw. Verbesserung der GfK-Komponenten Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis und Empathie bei den teilnehmenden Lernenden bewirkt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt einen qualitativen Forschungsansatz, ergänzt durch quantitative Analysetechniken. Erhoben wurden Daten durch teilstandardisierte Einzelinterviews mittels Konfliktvignetten an drei verschiedenen Messzeitpunkten (T1 bis T3).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Bezugsrahmen, in dem Konzepte von Gewalt, Kommunikation, Konflikten und GfK erläutert werden, sowie einen empirischen Teil, der das methodische Vorgehen, die Ergebnisse der Studie und eine kritische Betrachtung des Trainings umfasst.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind Gewaltfreie Kommunikation, Schülertraining, Konfliktmanagement, Qualitative Evaluation, Soziale Kompetenz und Empathie.

Wie wird "Gewalt" im schulischen Kontext definiert?

Die Arbeit stützt sich auf eine Definition, die eine zielgerichtete direkte Schädigung unter körperlichem Einsatz oder mit psychischen und verbalen Mitteln umfasst, die sich gegen Personen oder Sachen richten kann.

Welche Rolle spielen die "Vier Ohren" in der GfK-Studie?

Das Modell der "Vier Ohren" dient dazu, die Vielfalt der Botschaften in einer Nachricht zu verstehen. Die GfK hilft dabei, diese Botschaften besser zu deuten und Empathie zu entwickeln, um statt in Schuldzuweisungen in einen konstruktiven Dialog zu kommen.

Welchen Einfluss haben externe Faktoren auf das GfK-Training?

Die Studie identifizierte Störfaktoren wie Bahnstreiks, die zu Verspätungen führten, sowie eine hohe Heterogenität der Teilnehmer hinsichtlich Bildung, Alter und Migrationshintergrund, was die Vermittlung der GfK-Inhalte beeinflusste.

Was ist das Hauptergebnis zur "Interdependenz"?

In der Untersuchung der Bedürfnisse stellte sich "Interdependenz" (das Bedürfnis nach Kontakt, Nähe und Gemeinschaft) als die mit Abstand am häufigsten genannte Bedürfniskategorie der Lernenden heraus.

Ende der Leseprobe aus 138 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg
Untertitel
Eine qualitative Evaluation eines Schülertrainings
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
2,3
Autor
Andreas Spannl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
138
Katalognummer
V456840
ISBN (eBook)
9783668875944
ISBN (Buch)
9783668875951
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kommunikation marshall rosenberg eine evaluation schülertrainings
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andreas Spannl (Autor:in), 2015, Die gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/456840
Blick ins Buch
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